Alpen


Dieser Artikel behandelt das höchste Gebirge Europas; für weitere Bedeutungen siehe Alpen (Begriffsklärung).

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Alpen
Satellitenaufnahme der Alpen

Satellitenaufnahme der Alpen

Höchster Gipfel Montblanc (4'811 m ü. M.) p2
Lage Europa
Koordinaten, (CH) 46° 30′ N, 10° 0′ O; (796589 / 153063)7Koordinaten: 46° 30′ N, 10° 0′ O; CH1903: (796589 / 153063)
Die Alpen mit den Grenzen der Staaten
Die Alpen mit den Grenzen der Staaten

Die Alpen sind ein Hochgebirge in Europa.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die Alpen sind das höchste innereuropäische Gebirge, das sich in einem 1.200 Kilometer langen und zwischen 150 und 250 Kilometer[1] breiten Bogen vom Mittelmeer bis an das Pannonische Becken erstreckt.

Umgrenzt wird die geografische Fläche von etwa 200.000 Quadratkilometer[2] mit 750 km west-östlicher und 400 km süd-nördlicher Erstreckung vom Golf von Genua, dem Rhônetal, der Poebene, dem Schweizer Mittelland, dem Tal des Oberlaufs der Donau und der Kleinen ungarischen Tiefebene.

Der Alpenbogen schließt im Südwesten am Golf von Genua an den Apennin, umfasst die Poebene, verzweigt sich zum Französischen und Schweizer Jura und endet fächerförmig im Osten vor dem westpannonischen Berg- und Hügelland. Im Nordosten an der Donau bei Wien sind die Alpen durch das Wiener Becken von den geologisch verwandten Karpaten getrennt, im Südosten gehen sie in das stark verkarstete Dinarische Gebirge über. Im Norden fallen die Alpen allmählich zum österreichischen und deutschen Alpenvorland ab. Im Süden ist der Abfall zur Poebene steiler. Der Gebirgszug, zu dem die Alpen gehören, erstreckt sich vom afrikanischen Atlas bis nach Südostasien.[3]

Die Gipfelhöhen in den westlichen Gebirgsstöcken liegen meist zwischen 3.000 und 4.300 Metern über dem Meeresspiegel, in den Ostalpen sind die Berge etwas niedriger. Der höchste Gipfel der Alpen ist der Montblanc mit 4.811 Metern. 128 Berge der Alpen sind Viertausender, etliche Berge mehr vergletschert. Die Alpen sind in zahlreiche Berggruppen und -ketten gegliedert.

Die Alpen bilden im „Herzen Europas“[4] eine wichtige Klima- und Wasserscheide Europas. Sie trennen den zentralen Mittelmeerraum mit dem Etesienklima vom atlantisch beeinflussten nördlichen Mitteleuropa, und stehen am Ostrand unter kontinentalem Einfluss. Auch die Entwässerung folgt diesen Großrichtungen zu Mittelmeer, Nordsee und Schwarzem Meer.

Im Alpenraum leben etwa 13 Millionen Menschen aus den acht Alpenstaaten Frankreich, Monaco, Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Österreich und Slowenien. Für diese Menschen, wie auch andere, bilden die Alpen einen „Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum von europäischer Bedeutung“.[4] Die großen Alpentäler mit ihren zahlreichen Seitentälern sind die Hauptsiedlungsräume, wie auch mit etlichen seit der Frühgeschichte genutzten Alpenpässen wichtige transeuropäische Verkehrsverbindungen.

Wortherkunft

Das Wort Alpen ist der Plural des Wortes Alb(e) / Alp(e), das im singularen Nominativ noch in den alemannischen Dialekten weiterlebt.

Der vorrömische Begriff Alp(e) bezeichnete ursprünglich wohl einen „(hohen) Berg“ und dann insbesondere die für die Landwirtschaft treibende Bevölkerung der Alpentäler wichtige „Bergweide“. Dagegen sind die früher oft angenommenen Verknüpfungen mit dem indogermanischen Adjektiv *albhos „weiß“ als falsch zu beurteilen.[5]

Als übertragener Name wird „Alpen“ auch als Bezeichnung für andere Gebirge verwendet: Australische Alpen, Neuseeländische Alpen, Apuanische Alpen. „Alpin“ wird auch zum Überbegriff für „gebirgig“ im allgemeinen, etwa als alpine oder Hochgebirgsstufe, oder synonym zu „Berg-“ im allgemeinen, wie in alpines Klettern, Ski alpin. „Alpid“ ist der Oberbegriff für eine erdgeschichtliche Gebirgsbildungsphase, und die dabei entstandenen Gebirge, der sich als alpidischer Gebirgsgürtel von Europa bis Ostasien erstreckt.

Silvretta (Panorama)
Silvretta (Panorama)

Gliederung der Alpen

Versuche zur Gliederung der Alpen wurden seit Jahrhunderten auf verschiedenen Grundlagen unternommen.[6] Grundlage solcher Gliederungen sind kulturelle und humangeografische Merkmale oder natürliche Bestandteile und Strukturen wie Geomorphologie, Geologie, Hydrologie, Klima oder Flora und Fauna. Diese Gliederungssysteme haben zu kleinräumigen Gliederungen geführt, die in ihrer Vielfalt kaum zu überblicken sind und zahlreiche, lokal und regional unterschiedliche Bezeichnungen umfassen, die sich zum Teil überschneiden und widersprechen.

Im Laufe der Zeit haben sich vor allem im Bezug auf die geografische Gliederung des Gesamtgebirges zwei Systeme herausgebildet, die sich nur teilweise miteinander vereinbaren lassen und weiten Raum für grundlegende Missverständnisse offen lassen. Eine wesentliche Gemeinsamkeit beider Systeme ist allerdings die Dreiteilung entlang der gesamten Alpenkette in einen zentralen Teil sowie einen äußeren (Norden beziehungsweise Westen) und inneren Teil (Süden).

  • In Österreich, Südtirol und Deutschland werden die Alpen in die Haupteinheiten West- und Ostalpen unterteilt. Diese Gliederung greift die geologischen und die davon abgeleiteten geomorphologischen Unterschiede auf, die sich im Übergang von der Schweiz zu Österreich etwa an der Linie RheintalComer See vor allem in Bezug auf die nördliche Hälfte der Alpenkette ergeben. Verbreitet ist diese Zweiteilung sowohl im wissenschaftlichen und legislativen Kontext, wie auch in der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen.
  • In den Westalpenländern gibt es eine einheitliche Dreigliederung der Alpen in West-, Zentral- und Ostalpen, die weniger auf geologischen Kriterien, sondern auf historischer geographischer Übereinkunft beruht.[6] Nach der in Frankreich, Italien[7] und in der Schweiz[8] angewandten geografischen Gliederung beginnen die Westalpen am Mittelmeer und reichen bis zur Linie Aostatal - Montblanc, die Zentralalpen liegen zwischen Aostatal/Montblanc und Brennerpass und die Ostalpen ziehen vom Brennerpass bis nach Slowenien.

Genauso vielfältig zeigen sich die Gliederungen, die auf Klima, Vegetation und Besiedlung der Alpen eingehen. Die groben Grundzüge dafür sind:

  • von außen nach innen die Regionen des Alpenvorlandes, die Voralpen und die inneralpinen Regionen
  • die mittelgebirgigen Randzonen und die Hochalpen mit Gipfelhöhen über 1500 Meter
  • die Höhengürtel der Alpen, also die alpinen Tallagen einschließlich der Hügellandstufe (Planar und Collin, bis etwa 700–900 m), die Gebirgsstufe bis zur oberen Waldgrenze (1.500–2.000 m), und die Hochgebirgsstufe (Alpinstufe bis zur Schneegrenze 2.000–3.100 m und darüber in die Nivalstufe mit den Gletscherregionen).

Gebirgszüge und Gebirgsgruppen

Ostalpen

Blick auf die Karwendel-Hauptkette
Blick auf die Karwendel-Hauptkette

Die Ostalpen erstrecken sich von der Schweiz, wo mit der Piz Bernina (4.049 m) der höchste Gipfel steht, durchziehen die ganze Länge Österreichs – von Vorarlberg bis hin zum Burgenland und die italienischen Alpenprovinzen, von Provinz Sondrio über den Trentino und Südtirol bis in den Friaul, den gesamten Alpenanteil Sloweniens und Deutschlands, sowie das Staatsgebiet Liechtensteins.

Sie werden durch die großen Längstalfurchen in drei Einheiten zerlegt:

  • Die Nordalpen teilen sich in Subalpine Molasse, Flyschzone, Nördliche Kalkalpen, Schieferalpen und Grauwackenzone. Nördlich schließt das bayerische und österreichische Alpenvorland an. Vorherrschend ist hier der Kontrast zwischen den gerundeten Formen der Sandsteine gegen die schroffen Wände der Kalkalpen.
  • Die Zentralalpen sind reich an Quellen, Bächen und Karseen, im Westen gibt es mehrere Gletscher. Sie bestehen aus Granit, Gneis und Glimmerschiefer und bilden deshalb weitspannige Berggewölbe mit überwiegend gerundeten Formen.
  • In den Südalpen bilden die Südlichen Kalkalpen den Hauptteil, mit schroffen Zinnen, Türmen und Stöcken. Das tief zerschnittene Bozener Porphyrplateau geht im Norden in die kristallinen Sarntaler Alpen über. Im Süden verläuft nur eine schmale Voralpenzone, und bildet mit dem südlichen Alpenvorland den Übergang zur Poebene.

Westalpen

Montblanc
Montblanc

Die Westalpen sind der Teil der Alpen, der westlich der Linie Bodensee - Rhein - Splügenpass - Comer See liegt. Sie schließen nördlich des Golfs von Genua an den Apennin an und umfassen in weitem Bogen nach Westen die Poebene.

Folgende Länder haben Anteil an den Westalpen

Die Westalpen sind höher als die Ostalpen, ihre zentrale Kette ist kürzer und stark gebogen. Die Westalpen weisen eine ganze Reihe von Viertausendern auf, hier finden sich auch die höchsten Pässe der Alpen, unter ihnen der Col de l'Iseran in Savoyen, mit 2.770 m der höchste Alpenpass. Der höchste Berg der Westalpen ist der 4.811 m hohe Montblanc.

Luftaufnahme der Westalpen kurz vor Zürich
Luftaufnahme der Westalpen kurz vor Zürich
Italienische/Französische Alpengliederung
Italienische/Französische Alpengliederung

Einheiten der Westalpen

Eine Reihe kristalliner Zentralmassive wird durch im Streichen des Gebirges teils lang anhaltende Täler mehr oder weniger scharf von einer Gneiszone im Süden sowie einer Kalkzone im Westen und Norden abgetrennt. Ebenso wie in den Ostalpen lässt sich somit eine grobe Dreigliederung der Westalpen in Nord-Süd respektive Nordwest-Südost-Richtung vornehmen. Nach Westen und Norden bildet eine Kalkzone schroffe Wände und Zinnen gegen das jeweilige Vorland. Die Kette der voneinander isolierten Zentralmassive weist die höchsten Berge der Alpen auf, hier sind weite Berggewölbe und hohe Stöcke von oft bizarrer Form ausgebildet. Aufgrund ihrer Höhe sind viele Massive vergletschert, mit dem Aletschgletscher in den Berner Alpen ist hier der längste Gletscher der Alpen vertreten. Die Gebirge der Gneiszone fallen mit großen Höhenunterschieden zur Poebene ab. Nach Norden fallen die zentralen Westalpen zum Schweizer Mittelland ab, im Westen sinken die provencalischen Ketten unter die jungen Ablagerungen des Rhônetals.

Folgende Großeinheiten der Westalpen lassen sich unterscheiden:

Kalkzone

Zentralmassive

Gneiszone

In der Schweiz werden die im Landesgebiet liegenden Alpen auch in Alpennordflanke, westliche und östliche Zentralalpen sowie die im Tessin liegenden Südalpen unterteilt.[8]

Geologie der Alpen

Die Alpen sind ein Deckengebirge mit starken Faltungszonen.[3]

Geologische Großeinheiten

Im Laufe der geologischen Erforschung hat sich eine Einteilung der Alpen in mehrere Großeinheiten eingebürgert, welche sich durch jeweils eigene Gesteinsabfolgen und Herkunftsgebiete auszeichnen. Von Norden nach Süden werden folgende Einheiten unterschieden:

Geologische Skizze der Alpen mit den Bezeichnungen der größeren Untereinheiten. Die Lage der Großeinheiten geht aus der Farbzuordnung in der Legende hervor.
Geologische Skizze der Alpen mit den Bezeichnungen der größeren Untereinheiten. Die Lage der Großeinheiten geht aus der Farbzuordnung in der Legende hervor.
  • Das Helvetikum ist vor allem im Westalpenbogen aufgeschlossen. An der Nordgrenze der Ostalpen sind Gesteine des Helvetikums nur in schmalen und begrenzten Vorkommen zu finden.
  • Das Penninikum ist in den Westalpen weit verbreitet. In den Ostalpen tritt es nur sehr begrenzt als tektonisches Fenster (z. B. Unterengadiner oder Engadiner Fenster, Tauernfenster) und als schmaler Streifen in der Flyschzone nördlich der Nördlichen Kalkalpen zu Tage.
  • Das Ostalpin bildet als Unterostalpin Teile der Zentralalpen, als Oberostalpin die Nördlichen Kalkalpen, die Nördliche Grauwackenzone und den Drauzug. Die vorwiegend kristallinen Zentralalpen werden von den Nördlichen Kalkalpen durch die Grauwackenzone und von den Südlichen Kalkalpen durch die Störungslinie der periadriatischen Naht getrennt. Im Gegensatz zu den Westalpen schließen die Ostalpen keine autochthonen Kristallinmassive ein, das Kristallin der Ostalpen ist ortsfremd. In den Westalpen sind an verschiedenen Stellen nur eng begrenzte Reste von ostalpinen Gesteinen aufgeschlossen (Vareser Alpen und als Deckenreste in der Umgebung des Matterhorns).
  • Das Südalpin findet sich südlich der Periadriatischen Naht als Bergamasker Alpen, Dolomiten usw. bis zu den dinarischen Decken.

Die großen Einheiten werden in eine Vielzahl von Untereinheiten gegliedert. Die geologischen Zuordnungen weichen mancherorts von den primär orographischen Gebirgsgruppen ab, da die großen Längstalzüge der Alpen zwar vorrangig den Gesteinsgrenzen oder den tektonischen Bruch- und Verwerfungslinien folgen, aber stellenweise diese Zonen auch durchschneiden.

Entstehung der Alpen

Die geologische Auffaltung[3] der Alpen als mehrstufiger Prozess begann vor etwa 135 Millionen Jahren an der Wende der Jura- zur Kreidezeit und fand ihren Abschluss vor etwa 30-35 Millionen Jahren im Tertiär. Aus plattentektonischer Sicht gehören die Alpen zu den jungen Faltengebirgen der alpidischen Gebirgsbildung, zu denen auch der Kaukasus und der Himalaya gezählt werden. Die intensive geologische Forschung des vergangenen Jahrhunderts führte zur Vorstellung einer Einengung eines ehemals über 1.000 km breiten Ozeans mit Kontinentalrändern, Tiefseebecken und mittelozeanischem Rücken auf die weniger als 100 km Breite der heutigen Alpen.

Plattentektonische Abläufe

Plattentektonische Rekonstruktion: 230 Ma. Der spätere Alpenraum etwas links oberhalb der Mitte
Plattentektonische Rekonstruktion: 230 Ma. Der spätere Alpenraum etwas links oberhalb der Mitte

Im Mittelmeerraum kann die Gebirgsbildung auf die stetige Öffnung des Atlantiks zurückgeführt werden. Dadurch wurde der afrikanische Kontinent aus Pangaea herausgebrochen und in einer Drehbewegung gegen Europa gedrückt. Dazwischen befand sich die Adriatische Platte, die von zwei Ozeanarmen, die vom Atlantik bis zur Tethys reichten, umschlossen wurde. Am Südrand der kontinentalen Kruste Europas entstanden die Gesteine des Helvetikums. Südlich davon entstanden das Nord- und Mittelpenninikum im nördlichen der beiden Meeresarme um die Adriatische Platte. Noch weiter südlich davon befand sich die Adriatische Platte mit dem Ost- und Südalpin.

Mit der Öffnung des Nordatlantik im mittleren Dogger nach paläomagnetischen Daten vor etwa 170 Mya begann in der Paratethys nördlich der adriatischen Platte die Bildung des Südpenninikums aus ozeanischer Kruste. Zur selben Zeit fanden im Ablagerungsbereich des Ostalpins die ersten gebirgsbildenden Prozesse statt, die schließlich zur Stapelung der oberostalpinen Decken führten. Während der Kreide setzte sich durch die Öffnung des Südatlantiks (vor etwa 125 Mya) die Subduktion und Akkretion des Südpenninikums an das Ostalpin in Gang. Der penninische Ozean begann sich durch diese Prozesse wieder zu schließen.

Ab dem Eozän vor etwa 53 mya führte Afrika eine direkt nordgerichtete Bewegung aus und trieb so die adriatische Platte wie einen Sporn in den südlichen Bereich von Europa hinein.[9] Die Kollision und damit die erste große kompressive Gebirgsbildungsphase dauerte nur etwa 5 Mya vom Obereozän bis zum Unteroligozän. Dabei wurde das Ost- und Südalpin in der jungalpidischen (pyrenäischen) Faltungsphase auf das Mittelpenninikum überschoben, und Bereiche verdünnter Kruste wurden unterschoben. Mit der weiteren Kollision wurden das Nordpenninikum und schließlich das Helvetikum überfahren, bis die Struktur des alpinen Deckengebäudes im Pliozän vollendet war. Diese Einengung führte mit Überschiebungsweiten von mehreren 100 km zum heutigen Deckenbau der Alpen. Im Maximum der alpidischen Orogenese wuchs das Gebirge um etwa 5 mm/Jahr in die Höhe. Die Kontinentalplatten bewegen sich auch heute noch im Jahr etwa 5 cm aufeinander zu.

Sedimentationsgeschichte

Gebankter Dachsteinkalk des Ramesch, Warscheneckgruppe
Gebankter Dachsteinkalk des Ramesch, Warscheneckgruppe

Im Paläozoikum entstand durch die Bildung von Pangaea ein gefalteter Sockel aus Graniten, Gneisen und anderen Gesteinsarten; zum Teil wurden diese in den Alpenfaltungen später wieder mit in die gebirgsbildenden Prozesse einbezogen. Seit der Trias brach der Superkontinent auseinander und an den Kontinentalrändern der Adriatischen Platte im Süden und der europäischen Platte im Norden, begann eine marine Sedimentation. In der Untertrias entstanden im Ablagerungsraum der Ostalpen am Nord- und Ostrand der Adriatischen Platte salzführende Schichten (Werfener Schichten), die auf arides Klima schließen lassen. Im weiteren Verlauf der Trias lagerten sich hier die Kalksteine der ostalpinen Decken ab (Alpine Trias), die im Wesentlichen die heutigen Kalkalpen ausmachen. Im Gebiet der späteren helvetischen Decken wurden am Südrand der europäischen Platte in dieser Zeit vor allem Sand- und Tonsteine abgelagert (Germanische Trias).

In der Jura- und Kreidezeit kamen im Raum der Tethys an den Rändern des europäischen Kontinents und der Adriatischen Platte vielfach Kalke und Dolomite zur Ablagerung. In den sich dazwischen bildenden Meeresräumen kam es zur Bildung von tonigen Tiefseesedimenten, die mit untermeerischem Vulkanismus vergesellschaftet waren. Die Sedimentmächtigkeiten aus dieser Zeit sind sehr unterschiedlich und wechselten oft abrupt über kurze Entfernungen. Nach dem Beginn der Subduktion des Mittelpenninikums unter das Ostalpin begann vor dem Akkretionskeil die Bildung von Flysch. Auf dem Rücken des nach Norden wandernden Deckenstapels drang das „Gosaumeer“ in Becken der entstehenden Ostalpen ein und lagerte fossilreiche Mergel und Sandsteine der Gosauschichten (Kreidezeit) ab.

Blick nach Norden auf die schmale Zone der Flyschberge um den Mondsee und das Alpenvorland
Blick nach Norden auf die schmale Zone der Flyschberge um den Mondsee und das Alpenvorland

Mit dem Einsetzen der Kollision mit dem europäischen Kontinent und der darauf folgenden vollständigen Heraushebung des Gebirgskörpers über den Meeresspiegel unterlagen Teile davon verstärkt der Abtragung. Eine Sedimentation fand nur mehr in den vorgelagerten Randzonen statt. Hier entstanden weiterhin Flyschablagerungen (Kreide – Alttertiär), die im weiteren Verlauf in zunehmenden Maße vom Gebirgskörper überfahren wurden. Nach der Ausbildung eines nur noch schmalen Randmeeres ging die Flyschsedimentation in die Ablagerung der Molasse über, tonig-sandige Sedimente aus dem Alpenkörper, die später vom Flysch randlich überschoben und zum Teil in Faltung mit einbezogen werden.

Zum Hochgebirge wurden die Alpen durch Hebung des gefalteten Gebirgskörpers, die bis in die Gegenwart anhält. Durch den isostatischen Ausgleich in der Kruste hob sich das Gebirge, dessen Erosion ab dem Unter-Oligozän das nördlich gelegenen Molassebecken füllte. Der gebirgsbildende Druck dauert bis heute an, der Wuchs in die Höhe beträgt jedoch weniger als 1 mm/Jahr.

Die heutige Gebirgsform erhielten die Alpen durch Erosion, vor allem durch die abtragende Tätigkeit der Gletscher während der Eiszeiten.

Ausformung des Gebirges

Das erdgeschichtlich jugendliche Alter der Alpen wird sichtbar an den schroffen Felswänden, den scharfen Graten und an den tiefen und steilen Tälern mit unausgeglichenem Gefälle. Das Wechselspiel von Hebung und Abtragung (durch Gletscher, Flüsse, Frost, Sonne) mit der Lagerung und Widerstandsfähigkeit der Schichten formt bis heute die Alpen. Durch die Modellierung (modellierende Überformung) in der Eiszeit prägten die Gletscher das Bild und schufen neue Oberflächenstrukturen, wie Grate und Kare durch periglaziale Verwitterungen und Glazialerosion; nach Zurückweichen des Eises bildeten sich Seen und Endmoränen.

Gesteinsabhängige Oberflächenformen

Karrenfelder auf der Silberen (Kanton Schwyz)
Karrenfelder auf der Silberen (Kanton Schwyz)

Die Oberflächenform und andere geomorphologische Gegebenheiten sind von den Gesteinen der jeweiligen Gebirgseinheiten abhängig. Im Kalk entstehen Karsterscheinungen. Wasserundurchlässiger Dolomit ist stark zertalt, mit brüchigen Felsbildungen und Schutthalden aus feinem Grus. In den harten Gneisen und Granitgneisen bildet sich wegen der großen Abstände der Klüftung bei der Verwitterung meist grobes Blockwerk, das ausgedehnte Blockschutthalden bilden kann. Aufgrund der für Granit charakteristischen Wollsackverwitterung sind an vielen Stellen bizarre Felsbildungen zu beobachten.

Die Schichtenfolge der Gesteinseinheiten bedingt das Auftreten weiterer geomorphologischer Erscheinungen. An der Basis der mächtigen Kalkabfolgen wie etwa der der Nördlichen Kalkalpen und der helvetischen Gebirge befinden sich oft Quellhorizonte (Karstquellen) über undurchlässigen Schiefern. Auch Bereiche mit undurchlässigen Glimmerschiefern unter Granit und Gneis mit ihren meist großen, gut wasserdurchlässigen Spalten sind reich an Quellen, Bächen und Karseen. Die in den Nördlichen Kalkalpen vorhandenen Salz- und Gipslager machen sich in der Oberflächengestaltung ähnlich wie bei Kalkgesteinen durch Karstphänomene bemerkbar.

Klima der Alpen

Die Alpen sind eine der wichtigsten Klimascheide Europas, und trennen die Atlantische Klimaprovinz, die Pannonische Klimaprovinz und das mediterrane Klima. Generell sind die Alpen aufgrund des starken Reliefs durch ein sehr kleinräumiges Klima und Wettergeschehen ausgezeichnet. Die wichtigsten klimatischen Einflüsse sind Westwinde mit milden, feuchten Luftmassen vom Atlantik, kalte Polarluft von Norden, trockene kontinentale Luftmassen aus Osten (kalt im Winter, heiß im Sommer) und warme mediterrane Luft von Süden, die jeweils typische Staulagen ausbilden.

  • Weite Teile der Nordalpen ähneln in ihrem thermischen Jahresgang dem angrenzenden Flachland, mit Ausnahme der Abnahme der mittleren Jahrestemperatur (um 0,50 bis 0,65 °C je 100 m Höhenzunahme). Die Niederschlagsmaxima werden im Sommer erreicht. Die den Westwinden ausgesetzten Randzonen der Alpen erhalten vielfach 2.000 bis 3.000 mm Niederschlag pro Jahr (Mitteleuropäisches Übergangsklima).
  • Die südlichen Alpenteile sind vom mediterranen Klima beeinflusst. Dies führt im Vergleich zu Mitteleuropa zu milden Wintern und heißen Sommern und zu einer Verlagerung der Niederschlagsmaxima Richtung Frühjahr und Sommer; mit den charakteristischen, nur bei Starkregenereignissen wasserführenden Trockenflußtälern (Torrentes der Italienischen Tiefebene) und ausgeprägter Schluchtenbildung (Gorges Südfrankreichs, Sočatal mit 2500 m Profil).
  • Der Ostrand der Alpen hat sommertrockenes kontintal-pannonisches Weinbauklima, gegen Süden zunehmend wieder feuchter (Illyrische Klimaprovinz)
  • Die inneralpinen Täler und Becken (Wallis, Vinschgau, Kärnten) liegen im Regenschatten und sind daher trocken (oft unter 800 mm pro Jahr). Im Winter stellt sich besonders in Beckenlagen (Lungau, Klagenfurter Becken) die Temperaturumkehr ein (Inversionswetterlage): in tiefen Lagen bilden sich durch Windstille Kaltluftseen, so dass es hier kälter ist als in mittleren Höhenlagen.

Ein weiteres Wetterphänomen ist der Föhn, ein warmer Fallwind, primär bei Nordstau als Südföhn, seltener auch in der anderen Richtung als Nordföhn, sowie der Mistral Frankreichs.

Die direkte Sonneneinstrahlung ist aufgrund der geringeren Dichte der Atmosphäre in den Höhenlagen höher, zugleich die diffuse Strahlung geringer. Das erhöht den Unterschied zwischen sonn- und schattseitigen Hängen.

Klimawandel in Verbindung mit den Alpen

Gletscher im Rückzug
Gletscher im Rückzug
Der Große Aletschgletscher 1979 (links), 1991 (Mitte) und 2002 (rechts)
Der Große Aletschgletscher 1979 (links), 1991 (Mitte) und 2002 (rechts)

Aufgrund des Klimawandels schmelzen die Gletscher drastisch ab. Klimaschwankungen sind nicht unbekannt, und Gletscher sind ein Klimaarchiv. Gletscher ziehen sich heute schneller zurück, als es früher der Fall war. Laut Messungen verloren die Gletscher seit Beginn der Industrialisierung bis 1980 ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihrer Masse. Seit 1980 sind zusätzliche 20–30 Prozent des Eisvolumens abgetaut. Jedoch belegen neueste Untersuchungen, dass das Gletschereis vor Tausenden von Jahren einmal komplett abgeschmolzen sein muss.[10]

Zentrale Aspekte, die mit dem Phänomen Klimawandel in Zusammenhang gebracht werden, sind:

  • Auftauen des Permafrosts: vordergründig ist die auffallende Gletscherschmelze. Eis ist in den Alpenregionen aber nicht nur sichtbar über dem Erdboden anzutreffen. Ausgedehnte Permafrostregionen finden sich oberhalb von 2.000 m. Das Wasser stabilisiert den Untergrund, da es das ganze Jahr über darin gefroren bleibt. Aufgrund der Klimaerwärmung besteht jedoch die Gefahr, dass das Eis auftaut und die Hänge infolge dessen rutschen. Zahlreiche Dörfer sind von Felsstürzen, Schutt- und Gerölllawinen bedroht. Mithilfe von Schutzdämmen sollten Täler und Infrastruktur geschützt werden.
  • Trinkwasser in Gefahr: Gletscher sind lebenswichtige Trinkwasserreservoirs. In Gletscherregionen entspringen viele große europäische Flüsse, wie beispielsweise der Rhein, die Aare und die Rhône. Das stark abschmelzende Gletschereis bewirkt einen Anstieg des Wasserpegels. Niederschlagswasser füllt die eisfreien Fels- und Schuttgebiete, und deshalb gelangt unbefestigter Moränenschutt in die Täler. Hochwasser, Gesteinslawinen und Überschwemmungen sind als Folge der Umwandlung nicht auszuschließen. Durch das Abtauen des Eises in den Gletscherregionen steigt die Gefahr von Wassermangel. Die Wasserverfügbarkeit verändert sich, und dies wirkt sich negativ auf den Wasserhaushalt großer Landstriche aus.
  • Verlust der Artenvielfalt: Die Klimaveränderung bewirkt, dass viele Pflanzenarten in höhere Lagen umsiedeln, da pro 100m Höhendifferenz ein Temperaturunterschied von 0,5°C besteht und die Temperatur in den Alpen in den Letzten 100 Jahren um durchschnittlich 0,7°C zugenommen hat. Rechnerisch müsste deswegen eine Höhenverlagerung um rund 14m pro Jahrzehnt bestehen, nach Messungen im Jahre 1994 liegt diese aber bei rund 4m pro Jahrzehnt, was auf u.a. auf die Besiedlungsschwierigkeiten von hochalpinen Regionen zurückzuführen ist. Neuere Messungen von 2005 dagegen sprechen von 27,8m (+/-14m) pro Dekade.
    Heute leben deswegen mehr Arten in höheren Lagen, als dies noch vor 100 Jahren der Fall war. Diesem 'Aufrücken' ist aber mit der reinen Gipfelhöhe eine Grenze gesetzt. Im Moment sind aber keine Hinweise gegeben, dass die vorhandenen Pflanzen von den 'Aufrückern' verdrängt werden, da sie als Pioniere bei den starken Erosionen der Berggipfel eine solide ökologische Nische besetzen.
    Wissenschaftler schätzen dennoch, dass ein Viertel der 400 endemischen Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind, weil es letztendlich zu einer Verdrängung in den Lebensräumen kommen wird.

Biogeographie der Alpen

Die Alpen sind ein interzonales Gebirge, sie liegen zwischen dem Zonobiom VI (Winterkalte Gebirge mit laubwerfenden Wäldern) im Norden und dem Zonobiom IV (mediterranes Zonobiom) im Süden. Daher unterscheiden sich die Nord- und Südseite recht stark. Hinzu kommt die stark kontinental geprägte Vegetation der inneralpinen Täler. In den Alpen reicht die colline Höhenstufe bis etwa 400 m, die submontane Stufe von 400 bis 700 m. Neben der Exposition und der Höhenlage spielt auch die Bodenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle für die Ausprägung der Vegetation. Hier sind vor allem verschiedene Kalk- und Silikatstandorte zu nennen. Hinzu kommen Faktoren wie die Dauer der Schneebedeckung und die Wasserversorgung.

Flora

Siehe Hauptartikel: Alpenflora

Alpennelke (Dianthus alpinus)
Alpennelke (Dianthus alpinus)

In den Alpen haben etwa 650 Blütenpflanzenarten ihren Verbreitungsschwerpunkt, insgesamt kommen im Alpenraum rund 4.500 Arten vor.

Die Alpenflora enthält viele arktisch-alpine Elemente, etwa den Steinbrech Saxifraga aizoon. Sie sind Relikte der Eiszeiten, als in Mitteleuropa Tundren herrschten. Es bestehen auch Verbindungen zu den nordasiatischen Gebirgen (beispielsweise Gentiana verna). Die Alpenflora enthält – bedingt durch die Vergletscherung – relativ wenige endemische Arten, lediglich in den eisfrei gebliebenen Südalpen sind Endemiten häufiger.

Auffallend ist in den Alpen der Unterschied in der Artenzusammensetzung zwischen Kalkalpen und den silikatischen Gesteinen. Darauf hat bereits Franz Unger 1836 hingewiesen [11]. Ursache ist neben dem unterschiedlichen Bodenchemismus die Tatsache, dass Kalkböden wärmer und trockener sind. Vielfach sind Gattungen durch nahe verwandte Arten vertreten (ökologische Vikarianz). Als Beispiel seien neben den bereits erwähnten Rhododendren erwähnt (Kalk – Silikat): die Farne Asplenium ruta-muraria und A. septentrionale; die Polsterpflanzen Sedum album und S. annuum; die Polster-Segge (Carex firma) und die Krumm-Segge (C. curvula).

Die Vegetation ist somit abhängig von den jeweils vorherrschenden Gesteinen, die verschiedenen Einheiten tragen eine jeweils typische regionale Vegetation. In den Ostalpen sind die Nordalpen vorwiegend von Fichtenmischwäldern bedeckt; in den Zentralalpen finden sich ausgedehnte Bergmatten, Lärchen- und Fichtenwälder.

Typischerweise mit den Alpen identifizierte Pflanzenarten sind oft Arten mit auffälligen Blüten: allen voran das Edelweiß (Leontopodium alpinum), die Rhododendren und die blauen Enzian-Arten (Gentiana spp.).

Montane Stufe

In der montanen Waldstufe ergibt sich folgende Stufenfolge der dominierenden Baumarten:

  • Helvetische Höhenstufenfolge: Im gemäßigt mitteleuropäischen Klima am Nordrand ist die Reihenfolge von unten nach oben: EicheRotbucheFichte.
  • Penninische Höhenstufenfolge: In den kontinental trockenen Zentralalpen ist die Reihenfolge Kiefer – Fichte – Arve/Lärche. Hier liegt die Waldgrenze 400 bis 600 m höher als am Alpenrand.
  • Insubrische Höhenstufenfolge: Am submediterranen Südrand ist die Abfolge immergrüne Stein-EicheKastanie/Flaum-Eiche – Stiel-Eiche – Rotbuche.

Die obere Waldgrenze ist heute weitgehend vom Menschen bestimmt und variiert stark (1.400 bis 2.000 m). Die seit Jahrhunderten bestehende Almwirtschaft hat die Waldgrenze nach unten gedrückt.

Subalpine Stufe

Enzian mit Breithorn (4.164 m)
Enzian mit Breithorn (4.164 m)

Die subalpine Stufe (bis etwa 1.900 – 2.200 m) bildet den Übergang (Ökoton) von der Waldstufe zur baumlosen alpinen Stufe. Sie ist durch eine Strauchstufe gekennzeichnet. An trockenen Standorten, wie sie auf Karbonatgestein aber auch auf Silikat-Blockwerk vorherrschen, ist dies die Latschen-Kiefer (Pinus mugo), auf lehmigen Böden, die in Silikatgebieten großflächig auftreten, die Grün-Erle. Beide werden hier bis etwa mannshoch. In Lawinenrinnen steigen beide Arten auch wesentlich tiefer, da sie aufgrund ihrer Biegsamkeit den Schneedruck überstehen. Die hochsubalpine Stufe wird vom Zwergwacholder und den beiden Rhododendren (Almrausch) gebildet: Rhododendron hirsutum (auf Kalk) und Rh. ferrugineum (kalkarme Böden).

Alpine Stufe

Die alpine Stufe (bis etwa 2.500 – 3.000 m) wird durch verschiedene Rasen gebildet, die den Boden noch weitgehend geschlossen bedecken. Bestimmend für die Vegetation ist besonders die „Aperzeit“, also die Zeit ohne Schneebedeckung. Weitere Faktoren sind die Windexponiertheit (besonders die dadurch bedingte Schneefreiheit im Winter), sowie der Gesteinsuntergrund. Bedingt durch diese Faktoren und das unruhige Relief ergibt sich ein sehr kleinräumiges Vegetations-Mosaik .

Nahaufnahme eines Blütenstands des Alpen-Mutterwurz
Nahaufnahme eines Blütenstands des Alpen-Mutterwurz

Die wichtigsten Rasengesellschaften sind in den Kalkalpen auf tiefgründigem Boden der Rostseggenrasen (Caricetum ferrugineae), auf flachgründigerem das Seslerio-Caricetum sempervirentis und auf Kalkfelsen das Caricetum firmae. Auf saurem Gestein ist der Krummseggenrasen (Caricetum curvulae) dominierend, auf überweideten Rasen der Borstgrasweide (Nardetum). Besonders die Kalkrasen zeichnen sich durch ihren Blumenreichtum aus.

Die Auswirkung der Aperzeit ist besonders deutlich in den Schneetälchen. Diese liegen meist am Fuß von Nordhängen der Silikatalpen in der oberen alpinen Stufe. Hier sammelt sich im Winter viel Schnee an, der im Sommer spät bis gar nicht abtaut, wodurch um den Schneerest verschiedene Zonen entstehen. Bei einer Aperzeit von über drei Monaten wächst der normale Krummseggenrasen, mit kürzerer Aperzeit wird die Kraut-Weide häufiger, die bald dominiert und das Salicetum herbaceae bildet. Charakteristische Arten sind Alpen-Mutterwurz und Alpenglöckchen. Bei einer durchschnittlichen Aperzeit von unter zwei Monaten dominieren Moose, vor allem Polytrichum sexangulare.

Im Bereich von Almhütten bilden sich Lägerfluren. Auf den vom Vieh gedüngten und verdichteten – und dadurch feuchten – Stellen wachsen nährstoffliebende Hochstauden.

Charakteristisch ist die Gesellschaft an den Windkanten mit der dominierenden Gamsheide (Loiseleuria procumbens).

Nivale Stufe

Die nivale Stufe befindet sich über der klimatischen Schneegrenze. Pflanzen gedeihen nur dort, wo der Schnee nicht liegenbleibt oder im Sommer frühzeitig schmilzt. Eine Vegetationsdecke ist nur sehr kleinflächig ausgebildet, oft wachsen Pflanzen vereinzelt. Rund 150 Blütenpflanzen-Arten steigen über 3.000 m, zudem viele Flechten. Zu den am höchsten steigenden Blütenpflanzen gehört der Gletscher-Hahnenfuß, den Höhenrekord hält jedoch der Steinbrech Saxifraga biflora mit 4'450 m ü. M. am Dom de Mischabel im Wallis.

Die Firnflächen der Gletscher werden unter anderem von Chlamydomonas nivalis, einer Grünalge, besiedelt, die den sogenannten „roten Schnee“ oder Blutschnee verursacht.

Fauna

In den unteren Lagen entspricht die Tierwelt der Alpen der des umgebenden Flachlandes. In den Nadelwäldern finden sich etliche Arten des borealen Nadelwaldes. Sie sind an feucht-kühle Bedingungen gebunden, haben Europa nacheiszeitlich von Osten wiederbesiedelt und kommen heute in Mitteleuropa nur in den Hochlagen vor. Nur an wenigen in den pleistozänen Eiszeiten unvergletschert gebliebenen, räumlich isolierten Refugien konnten einige präglaziale Faunenelemente überdauern, beispielsweise bestimmte Schnecken und Käfer.

Viele charakteristische Alpentiere leben oberhalb der Baumgrenze, im Oreal. Bei einigen Arten ist dies wahrscheinlich als Ausweichen vor dem Menschen zu interpretieren. Viele sind verwandt mit Arten der Tundra und kommen dort ebenfalls vor. Ebenso bestehen enge Beziehungen zu anderen Hochgebirgen. Bei der Hochgebirgsfauna Europas handelt es sich oft um Überbleibsel (Reliktpopulationen) von eiszeitlicher Tierwelt, die postglazial in den tiefer liegenden Landschaften wieder verschwunden ist – ein Vorgang, der als Arealdisjunktion bezeichnet wird. Nach ihrem Ursprung werden arkto-alpine Verbreitungstypen (Herkunft aus Tundren) und boreo-alpine Verbreitungstypen (Herkunft aus der Taiga) unterschieden.

Typische Arten der Säugetiere sind unter anderen Gämse, Alpensteinbock, Murmeltier und Schneemaus, unter den Vögeln sind Alpendohle, Kolkrabe, Ringdrossel, Schneefink, Steinadler, Tannenhäher und Alpenschneehuhn zu nennen. In den slowenischen Alpen und im Naturpark Adamello im Trentino, Italien, gibt es noch heute Braunbären. Seit den 1990er Jahren gibt es durch Zuwanderung aus Slowenien und gezielte Auswilderungen wieder eine kleine Population dieser Raubtiere in den österreichischen Alpen. Die meisten davon leben im Gebiet des Naturparks Ötscher-Tormäuer. Wölfe wurden in den Alpen um 1900 ausgerottet, kehrten jedoch um 1990 von den Apenninen her kommend wieder zurück. Heute leben etwa 100 Wölfe in den italienischen und französischen Westalpen. Der Steinadler ist zwar in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet, in Mitteleuropa ist er jedoch auf die Alpen und Karpaten beschränkt. Mehrere Großtiere wurden vom Menschen ausgerottet, darunter Luchs, Bart- und Gänsegeier, die sich durch Schutzmaßnahmen und Auswilderungsprojekte inzwischen wieder zu etablieren beginnen. Bei einigen Wirbeltieren ist ein saisonbezogener Dimorphismus zu beobachten: Ein dunkles Sommerhaar- oder -federkleid wird im Winter durch eine weiße Tarntracht ersetzt (vergleiche: Schneehase, Alpenschneehuhn). Unter den Amphibien hat der schwarz gefärbte Alpensalamander eine spezielle Anpassung an die alpinen Lebensräume entwickelt. Als einziger mitteleuropäischer Lurch ist der Alpensalamander lebendgebärend. Die Entwicklung der Larven im Uterus des Weibchens dauert je nach Höhenstufe zwei bis drei Jahre. Damit ist die Art unabhängig von Oberflächengewässern, in denen die Larven anderer Amphibienarten ihre Entwicklung vollenden. Der Alpensalamander kommt in Höhen von bis zu 2.800 Metern (Österreich) vor.

Auch die Reptilienarten Waldeidechse und Kreuzotter – beide sind in den Alpen montan bis alpin verbreitet – haben sich mit der Umstellung von Eiablage auf das Lebendgebären an widrige äußere Bedingungen, hier insbesondere niedrige Temperaturen, angepasst. In der Schweiz wird die Aspisviper, eine weitere ovovivipare Schlangenart, bis in Höhen von 3.000 Metern angetroffen.

Unter den typischen Insekten der Alpen fallen beispielsweise „pelzige“ Vertreter der Hummeln auf (Alpenhummel, Bombus alpinus), während unter den Schmetterlingen besonders dunkle Formen zu finden sind, beispielsweise der Eismohrenfalter (Erebia pluto). Allerdings kommen auch helle Arten wie der Alpenbläuling (Albulina orbitulus) und der Alpenapollo (Parnassius phoebus) noch in Höhenlagen von 3.000 Metern vor. Vermutlich aufgrund des zahlenmäßigen Zurücktretens von Fluginsekten sowie wegen der Windexposition sind dagegen Radnetzspinnen in höheren Regionen offenbar nicht vertreten.

Zu den wenigen Tieren der Nivalzone gehören der behaarte, schwarz gefärbte Gletscherfloh (Isotoma saltans), ein Ur-Insekt aus der Klasse der Springschwänze und der Gletscherflinkläufer (Trechus glacialis), eine Spezies der Laufkäfer.

Politische Gliederung

Die Alpenstaaten

Als Alpenstaaten bezeichnet man die acht Staaten, die die Alpenkonvention unterzeichnet haben (In der lokalen Literatur nennt man auch nur die Staaten, deren Staatsgebiet hauptsächlich im Alpenraum liegt, „Alpenstaat“, dann ist als Allgemeinbegriff auch Alpenanrainerstaat üblich.)

  • Der einzige Alpenstaat, der vollständig in den Alpen liegt, ist das Fürstentum Liechtenstein. Auch das Fürstentum Monaco liegt zwar gänzlich in der Großregion der Alpen, aber in Randlage direkt an der Mittelmeerküste, daher verfügt das Gebiet über keinerlei nennenswerte Erhebung
  • Neben diesen zwei Kleinstaaten haben Österreich, die Schweiz und Slowenien mehr als 40% Alpenanteil, wobei in Österreich die Hälfte aller Einwohner in den Alpen lebt, in Slowenien ein Drittel, und der Schweiz ein Viertel. Den geringsten Anteil an seiner Fläche und Bevölkerung hat Deutschland.
  • Den flächenmäßig größten Anteil haben Österreich, Italien und Frankreich, die zusammen über 3/4 der Alpen bedecken. Über drei Fünftel aller Alpenbewohner leben in Italien und Österreich.

In den acht Alpenstaaten liegen 6200 Gemeinden in den Alpen, und etwa 100 NUTS3-Regionen.[4]


Daten der Alpenstaaten
Staat Fläche  % Fl. Alp.  % St. Geb. Bev.  % Bev. Alp.  % St. Bev. N/S W/O
Deutschland 00000000001110011.100(1) 6 3 1,380 10,1 2 2 6
Frankreich 00000000004080040.800(2) 21 7 2,450 18,0 4 7 1
Italien 00000000005200052.000    27 17 4,100 30,1 7 5 3
Liechtenstein 000000000000160160    0,1 100 0,035 0,2 100 4 5
Monaco 0000000000000022    0,001 100 0,017 0,1 100 8 2
Österreich 00000000005460054.600(3) 29 65 4,000 23,9 50 1 7
Schweiz 00000000002485024.850    13 60 1,740 12,8 23 3 4
Slowenien 0000000000068006.800    3,5 40 0,640 4,7 32 6 8
Gesamt 000000000190900190.900 100 13,600 100
Quelle: AGRALP[12], berggenuss.de[13]; Bezugsdaten: Werte des Vertragsgebiets der Alpenkonvention, Stand 10. April 2008

Legende:

  • Fläche – Fläche im Raum der Alpen in km²
  • % Fl. Alp. – Prozent des Flächenanteils an der Gesamtfläche der Alpen*
  • % St. Geb. – Prozent des Staatsgebiets, die in den Alpen liegen*
  • Bev. – Bevölkerung in der Alpenregion, in Mio.*
  • % Bev. Alp. / % St. Bev. – Prozentanteil an der Gesamtbevölkerung der Alpen / des Staates
  • N/S – Reihenfolge von Nord nach Süd, jeweils ab dem Alpenrand
  • W/O – Reihenfolge von West nach Ost, jeweils ab dem Alpenrand
* Werte gerundet
Bei den meisten Staaten decken sich Alpenraum nach AK und örtlicher Gebrauch, abweichend:
(1) Erholungslandschaft Alpen nach bayerischem Landesentwicklungsplan: 5.400 km², 3%
(2) Die Einteilungen der Alpen geben den französischen Alpenraum im allgemeinen deutlich größer[2] als die Alpenkonvention (Grenzen bis Valance, Marseille), andere Quellen geben 35.000 km²
(3) Raumordnungen der Länder[2]: 61.500 km², 74,4%; andere Angaben: 52.600 km², 62,8% der Staatsfläche

Daneben erstrecken sich die Alpen im naturräumlichen Sinne bis über die österreichische Ostgrenze hinaus (Ödenburger Gebirge, Günser Bergland), sodass auch Ungarn mit etwa 20 km² Anteil an den Alpen hat.

Der Alpenraum im Europa der Regionen

Nach den Grenzbildungen im Zuge der Nationalisierung im Alpenraum bildet die grenzüberschreitende Zusammenarbeit seit etwa 1970, vor dem Hintergrund des europäischen Binnenmarkts, einen Gegentrend. Mit der Alpenkonvention, der Arge Alp und der CIPRA sind wie in anderen Teilen Europas Gremien entstanden, die sich politisch mit den Problemen der Alpentäler sowie der alpennahen Zentren befassen.

Im modernen regionalbezogenen europäischen Raumentwicklungskonzepts (EUREK) eines Europa der Regionen wird auf den Alpenraum als länderübergreifende wirtschaftliche und kulturelle Einheit wieder vermehrtes Gewicht gelegt. So bilden die Alpen – mit den umliegenden Alpenvorländern und angrenzenden Regionen – eine der INTERREG IIIB-Gebiete. Die Fördermaßnahmen umfassen „die Ausarbeitung territorialer Entwicklungsstrategien auf transnationaler Ebene, einschließlich der Zusammenarbeit zwischen Städten bzw. Stadtgebieten und ländlichen Gebieten, die Förderung leistungsfähiger und nachhaltiger Transportsysteme und ein verbesserter Zugang zur Informationsgesellschaft – insbesondere in Inselgebieten und Gebieten in äußerster Randlage – sowie der Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen, insbesondere der Wasserressourcen.“[14]

Besiedlung und Verkehr

Besiedelt und wirtschaftlich erschlossen sind in den Alpen hauptsächlich die großen Alpentäler, insbesondere an den Achsen, die sich für den Durchzugsverkehr eignen, sowie in den sich zu Becken öffnenden Regionen. Daneben sind auch die Bergbauregionen erschlossen, und seit Beginn des 20. Jahrhundert rein touristische Zentren (Kurzentren, Alpinzentren). Hauptsiedlungsraum sind aber trotzdem die Alpenrandlagen, und der Gutteil der großen Alpenstädte liegt an den Austritten der Flüsse in die Vorländer.

Während sich Handel, Gewerbe und Industrie in diesen Hauptsiedlungsräumen konzentrieren, ist der landwirtschaftliche Siedlungsraum weitläufig und dünn, und über 40% der Alpenfläche sind überhaupt nicht ständig oder gar nicht bewohnt, sondern dienen als Sömmerungsgebiet (Alpen/Almen der Viehzucht), sind rein forstwirtschaftliche Region oder gänzlich unnutzbar.

Im Spannungsfeld zwischen den begrenzten Wirtschafts- und Siedlungsräumen ist das Phänomen der Stadtflucht zu sehen, das seit dem 16. Jahrhundert zu einer zunehmenden Entvölkerung der Alpen führte, und der späteren Bergflucht durch inneralpine Abwanderung in die Zentren. Der Trend ist erst im späten 20. Jahrhundert, und auch nur in gewissen Regionen gestoppt worden. Heute leben in den Alpen etwa 13,6 Millionen Menschen, 1950 waren es etwa 10,8 Millionen im selben Raum, 1870 7,8 Millionen, diese Zusahme liegt aber unter der Durchschnittszunahme der gesamten Alpenstaaten. Nur Österreich, Deutschland und Slowenien konnten ihren Bevölkerungsstand vermehren (mit einem extremen Fokus auf Bayern einschließlich der österreichischen Grenzgebiete), in der Schweiz und Frankreich ist er langfristig etwa stabil, wobei aber knapp 90% aller Alpengemeinden Frankreichs einen Bevölkerungsschwund verzeichen (Bergflucht), Italien hat aber knapp ein Viertel seiner Alpenbevölkerung in andere Regionen verloren (Stadtflucht, Extremgebiete: Friaul, Piemonteser Alpen).[15]

Städte

Die größte Stadt, die mitten in den Alpen liegt, ist das französische Grenoble, gefolgt von der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck und Bozen in Südtirol. In der Schweiz liegen Chur, Thun und Lugano innerhalb der Alpen, in Österreich Klagenfurt, Villach und Dornbirn, sowie Liechtenstein mit seiner Hauptstadt Vaduz.

Die weitaus größte Stadt in direkter Alpenrandlage ist Wien, gefolgt von Genf und Nizza. Weitere wichtige Städte sind – von Ost nach West – Maribor, Graz, Ljubljana, Udine, Salzburg, Vicenza, Trient, Verona, Brescia, Bergamo, St. Gallen, Lecco, Como, Varese, Luzern, Savona, Biella, San Remo, Cuneo, Bern und Monaco. Die höchste Stadt der Alpen (und Europas) ist Davos.

Transitverkehr

Hospiz auf dem Großen St. Bernhard
Hospiz auf dem Großen St. Bernhard
Blick auf die Brennerautobahn
Blick auf die Brennerautobahn

Die Alpen stellen für den transeuropäischen Verkehr ein natürliches Hindernis dar. Sie können nur auf bestimmten Routen über Gebirgspässe oder Tunnel überquert werden. Besondere Bedeutung erlangten diejenigen Pässe, die über den Alpenhauptkamm direkt von Norden nach Süden oder umgekehrt in gut erschlossene Täler führen und somit eine zweite Passüberquerung ersparen. Pässe wie der Brenner im Osten oder der Große St. Bernhard im Westen nahmen früh eine Sonderstellung ein. Der Große St. Bernhard etwa wird erstmals um 200 v. Chr. im Zusammenhang mit dem karthagischen Feldherrn Hannibal, der den Pass mit seinem Heer und seinen Elefanten überquert haben soll, erwähnt. Von der römischen Antike bis ins Mittelalter war der Große St. Bernhard eine der wichtigsten Verbindungen nach Italien. Das änderte sich im 13. Jahrhundert, als mit dem Bau der Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht der St. Gotthard begehbar gemacht wurde. Eine Auswahl der wichtigsten alpenquerenden Verbindungen (von West nach Ost):

Das Transitnetz durch die Alpen entwickelte sich im Laufe der Zeit immer rasanter: von schmalen Wegen für bepackte Maultiere und Pferde über frühe Passstraßen des 19. Jahrhunderts zu den mehrspurigen Autobahnen und Eisenbahnlinien des 20. Jahrhunderts. Die Eisenbahn hat im 19. Jahrhundert mit Pionierleistungen wie der Semmeringbahn als erster Passeisenbahn oder der Gotthardbahn mit ihren über 300 Brücken und 80 Tunnels zwischen Basel und Chiasso das moderne Transitzeitalter eingeläutet. Die erst später ausgebauten Pässe erhielten keine Schienen mehr, denn das Auto hatte inzwischen die Bahn verdrängt.

Verkehrsprojekte in den Alpen waren und sind wegen Naturgefahren und der Topografie stets mit hohen Kosten und Gefahren verbunden, was sich auch am aktuellen Bau der NEAT in der Schweiz zeigt. Die zunehmende Umweltbelastung durch den motorisierten Transitverkehr hat häufig zu Protesten der betroffenen Bevölkerung geführt (beispielsweise Straßenblockaden in Tirol, Savoyen, Piemont sowie Alpen-Initiative in der Schweiz). Derzeit wird die (wenn möglich alpenweite) Einführung einer Alpentransitbörse[16] diskutiert. Bätzing weist im Zusammenhang mit diesen Belastungen aber auch auf die Bedeutung der Veränderung der Infrastrukturen durch und für die „Einheimischen“ hin.

Siehe auch:

Frühere Passstaaten

Panoramaaufnahme der Alpen
Panoramaaufnahme der Alpen

Bäuerliche Zusammenschlüsse zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen führten im Spätmittelalter zur Herausbildung von politischen Gebilden, die man Passstaaten nennt, weil sie sich über beide Seiten des Alpenkammes erstreckten. Neben dem Bund von Briançon gehören die Alte Eidgenossenschaft, die Drei Bünde, die Grafschaft Tirol und das Erzbistum Salzburg dazu. Damit sollte alpines Freiheitsdenken analog den städtischen Freiheiten der Reichsstädte eingefordert werden. Diese Passstaaten kontrollierten durch ihre strategische Position den Transitverkehr und verlangten von Durchreisenden Zölle.

Spätestens die Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts trachteten jedoch danach, den aus ihrer Sicht