Arend Oetker


Arend Oetker (* 30. April 1939 in Bielefeld) ist Urenkel des August Oetker und Neffe des Konzernchefs Rudolf-August Oetker. Nach Studium der Betriebswirtschaft und Politischen Wissenschaften trat er das Erbe seiner Mutter an. Er ist heute Chef der Arend Oetker Holding mit dem Kerngeschäft Marmelade unter dem Markennamen Schwartau (Schwartauer Werke), welche sich aber ebenso mit Rohstoffhandel und Schifffahrt (u. a. Beteiligung an der Fährreederei TT-Line) beschäftigt. Das Manager Magazin erklärte Oetker 2002 zu einem der "50 Mächtigsten der deutschen Wirtschaft". Die New Yorker Zeitschrift Art News zählt ihn zu den weltweit aktivsten Kunstsammlern. Seit 1982 ist er Mitglied der CDU.[1]

Dr. Oetker ist

Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft,
Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V.,
Präsidiumsmitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände,
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik,
Kuratoriumsmitglied des Vereins der Freunde der Nationalgalerie,
Aufsichtsratmitglied bei Degussa, Merck, KWS SAAT AG, Berliner Philharmonie und der Leipziger Messe.

Zudem war er 2000-2005 Vorsitzender des Vorstandes der Atlantik Brücke e. V.. Oetker hat fünf Kinder und lebt in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Auszeichnungen

Kritik

Der Unternehmer Arend Oetker geriet mehrmals in die Kritik.

Als er sich 1995 die Mehrheit an der Schweizer Konserven- und Konfitürenfirma Hero AG sicherte, indem seine Firma Schwartau International GmbH die FIM AG aufkaufte, nannte die Neue Zürcher Zeitung den Deal "reichlich intransparent". In der FIM AG (Jungbluth: "eine Briefkastenfirma", ansässig im "Steuerparkanton Zug"), parkten die Aktien der Hero AG. Welche Geldbeträge geflossen sind, blieb unbekannt.[2]

Anfang 2003 besaß Oetkers Holding bereits 74 Prozent der Hero AG und machte sich bei günstigsten Börsenkursen daran, auch die restlichen Anteile zu erwerben. Jungbluth zitiert den Aktionärsrechtler Ekkehard Wenger mit den Worten, der Fall Hero sei ein Musterbeispiel dafür, "wie man in der Börsenbaisse Kleinaktionäre preisgünstig aus Gesellschaften hinausdrängt, wenn in der Zukunft tatsächlich Erfolge zu erwarten sind."[3]

Erst kaufte Oetkers Schwartau International GmbH die Hero AG, dann kaufte Oetkers Hero AG die Schwartau Werke. Der Stern kommentierte: "Oetker machte also praktisch Geschäfte mit sich selbst."[4]

Weblinks

Quellen

  1. Jungbluth, Rüdiger: Die Oetkers. Geschäfte und Geheimnisse der bekanntesten Wirtschaftsdynastie Deutschlands. Frankfurt, New York: Campus 2004. S. 317
  2. Jungbluth. S. 351 u. 355
  3. Jungbluth. S. 357
  4. Stern: "Im Reich des anderen Oetker"]

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