
Ein artesischer Brunnen (nach der französischen Landschaft Artois) ist ein Brunnen, der in einem Grundwasserleiter mit gespanntem Grundwasser verfiltert ist, dessen hydraulisches Potential so hoch ist, dass es von alleine, d.h. ohne Pumpen, bis zur Erdoberfläche oder höher aufsteigt. Ein artesischer Brunnen ist immer künstlich, d.h. durch eine Bohrung oder durch einen Schacht angelegt. Der natürliche Austritt von unter Druck stehendem Grundwasser heißt artesische Quelle.
Voraussetzung für einen artesischen Brunnen ist gespanntes Grundwasser. Das ist dann vorhanden, wenn eine wasserführende Gesteinsschicht Grundwasserleiter durch eine wasserundurchlässige Gesteinsschicht nach oben abgedichtet wird und gleichzeitig die großräumige geologische Struktur des Grundwasserleiters den Aufbau von hydrostatischem Druck ermöglicht (z.B. schüsselförmige Senke, schräg abfallende Gesteinsschichten). Bohrt oder gräbt man einen Grundwasserleiter mit gespanntem Grundwasser an, steigt das Grundwasser nach dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße im Bohrloch/im Schacht maximal bis zur Höhe der freien (ungespannten) Grundwasseroberfläche in der wasserführenden Schicht. Liegt dieses Niveau höher als die Erdoberfläche am Brunnen, spritzt das Grundwasser unter Druck aus dem Untergrund nach oben.
Artesische Brunnen befinden sich daher immer in Landschaftssenken.
Sinkt die freie Grundwasseroberfläche in der wasserführenden Schicht aufgrund der Wasserförderung ab, ist also die Wasserentnahme höher als die Grundwasserneubildung, lässt der Druck des artesischen Brunnens nach.
Erstmals legte man bereits 1126 in Artois einen derartigen Brunnen an. In Deutschland gibt es beispielsweise einen artesischen Brunnen in Dresden. Auch in der Grube Messel (nahe Darmstadt) befindet sich ein artesischer Brunnen, der allerdings nur im Rahmen einer Führung zu sehen ist. Das Wasser ist eisen- und schwefelhaltig und hat Trinkwasserqualität. Aus diesem Grund wird zum Spaß vom "Bad Messeler Heilwasser" gesprochen.
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