Baitullah Mehsud


Baitullah Mehsud (* etwa 1972 in Landidog) ist ein Stammesführer im pakistanischen Waziristan mit Kontakten zu den Taliban und Al-Qaida. Ihm wird vorgeworfen für das Attentat auf die pakistanische Oppositionspolitikerin Benazir Bhutto verantwortlich zu sein.

Baitullah Mehsud ist Angehöriger eines der vier Unterstämme der Waziris, die, zu den Paschtunen gehörig, im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet leben. Er wurde etwa 1972 in Landidog im südlichen Waziristan geboren. Abdullah Mehsud, ein zeitweilig in Guantanamo-Bucht inhaftierter Talibanführer wird gelegentlich ebenfalls als sein Bruder angesehen. Mehsud soll Abdullah Quellen zufolge in dem Verdacht haben ein Doppelagent zu sein. Baitullah Mehsud soll keine oder geringe Schulbildung besitzen und auch in religiösen Dingen keine Schulung erhalten haben. Als er etwa 20 Jahre alt war, ging er nach Afghanistan, um dort die Taliban zu unterstützen. Mehsud, der verheiratet ist, gilt als der tatsächliche Machthaber Waziristans, in dem er die Scharia in strenger Form anwenden lässt. Er verhandelte am 8. Februar 2005 mit pakistanischen Behörden über einen Waffenstillstand. Mehsud sollen im Falle seines Einverständnisses in diesen 20 Millionen $ als Entgelt versprochen worden sein. Einige Taliban-Führer sollen versucht haben, dieses für sich zu reklamieren. Mehsud soll jedoch den Behörden geantwortet haben, sie sollten, das Geld für Opfer der vorangegangenen militärischen Operation verwenden. Nach einem Bericht, der ins Jahr 2006 datiert, soll Mehsud in Waziristan eine Art Steuer eintreiben.

Vorläufige Untersuchungen sehen Mehsud als Drahtzieher der Bombenanschläge in Rawalpindi im September 2007. Ebenso wurde Mehsud für das am 28. Dezember 2007 erfolgte Attentat auf die frühere pakistanische Premierministerin Benazir Bhutto verantwortlich gemacht. Die pakistanische Regierung veröffentlichte eine Aufzeichnung einer Konversation zwischen Maulvi Sahib und Baitullah Mehsud, in der ersterer um finanzielle Unterstützung wegen des Attentats gebeten habe. In einer Botschaft an die Nation vom 2. Januar 2008 nannte Pakistans Präsident Pervez Musharraf Mehsud und Maulana Fazlullah als die aus seiner Sicht Hauptverdächtigen. Am 18. Januar 2008 berichtete die Washington Post, dass der CIA Mehsud ebenfalls verdächtige den Mord in Auftrag gegeben zu haben.

Im Februar 2008 gab Mehsud bekannt, dass er einen Waffenstillstand mit den pakistanischen Behörden geschlossen habe. Das pakistanische Militär sprach allerdings von einer Fortsetzung der Kampfhandlungen. Die New York Times berichtete, dass hochrangige Armeeangehörige den Waffenstillstand firmieren würden. Ein Sprecher Mehsuds verneinte jede Verbindung zu dem Anschlag und gab an, Mehsud sei durch diesen geschockt gewesen. Die USA haben 50.000 $ Belohnung im Falle der Ergreifung Mehsuds zugesagt.

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