Basel


Dieser Artikel behandelt die Stadt Basel, weitere Bedeutungen unter Basel (Begriffsklärung).
Basel
Wappen von Basel
Basisdaten
Kanton: Basel-Stadt
Bezirk: (Basel-Stadt kennt keine Bezirke)
BFS-Nr.: 2701Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 4000
UN/LOCODE: CH BSL
Koordinaten: (611480 / 266660)Koordinaten: 47° 33′ 2″ N, 7° 35′ 28″ O; CH1903: (611480 / 266660)
Höhe: 260 m ü. M.
Fläche: 22.75 km²
Einwohner: 165'529Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Stadt

(31. Dezember 2006)

Website: www.basel.ch
Karte
Karte von Basel

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Pixel

Basel (französisch Bâle, italienisch Basilea) ist nach Zürich und Genf die drittgrösste Stadt in der Schweiz. Die politische Gemeinde Basel liegt am Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich und bildet zusammen mit den Landgemeinden Riehen und Bettingen den Kanton Basel-Stadt, dessen Hauptort sie auch ist. Während Basel selbst rund 170'000 Einwohner hat, wohnen in der trinationalen Agglomeration rund 731'000 Einwohner.[1]

Basel gliedert sich in Grossbasel auf der linken (südwestlichen) Seite des Rheins und Kleinbasel (einschliesslich des früheren Fischerdorfes Kleinhüningen) am rechten Ufer. Das Zentrum Basels ist die Altstadt in Grossbasel rund um den Marktplatz – wo auch das Rathaus (Baubeginn 1504) steht – und dem über den Rhein emporragenden Münsterhügel mit der Pfalz-Terrasse. Mit ihren engen Strassen und Gassen lädt die Altstadt auf beiden Seiten der Mittleren Rheinbrücke zum Flanieren ein. In die teilweise vom Autoverkehr befreite Innenstadt gelangen die Besucher mit dem Tram.

Basel ist ein Zentrum der Chemie- und Pharmaindustrie. So haben unter anderem die beiden Pharmafirmen Novartis und Hoffmann-La Roche ihren Hauptsitz in Basel. Basel bildet einen Eisenbahnknotenpunkt mit einem der grössten Rangierbahnhöfe Europas im benachbarten Muttenz. Mit den Frachthäfen der Region Basel, den einzigen der Schweiz, besteht über den Rhein eine Verbindung zur Nordsee. Der auf französischem Staatsgebiet liegende Flughafen Basel Mulhouse Freiburg wird gemeinsam mit den deutschen und französischen Nachbarn betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Basel im Dreiländereck
Basel im Dreiländereck

Die im äußersten Nordwesten der Schweiz gelegene Stadt liegt zu beiden Seiten des Rheins. Neben Teilen des Kantons Schaffhausen gehört Kleinbasel mit dem nördlichen Teil des Kantons Basel-Stadt zu den einzigen zwei Gebieten in der Schweiz rechts des Hochrheins.

Der Rhein macht im Stadtbereich von Basel – zwischen den Vorhöhen des Schwarzwaldes und des Schweizer Jura – eine 90°-Biegung, die man Rheinknie nennt. Hier endet der Rheinabschnitt Hochrhein und es beginnt der Oberrhein. Kurz vor dieser Stelle mündet am höher gelegenen südlichen Rheinufer die Birs, welche die Grenze zum Kanton Basel-Landschaft bildet, in den Hochrhein; von Süden kommend mündet in den Rhein auch der von der Birs abgeleitete Kanal St. Alban-Teich. Am flacheren nördlichen Ufer, an dem die Wiese in den Oberrhein mündet, dehnen sich grosse Industriegebiete aus.

Der die Stadt prägende Rhein gilt von seiner Mündung bis zur Basler Altstadt (historische Mittlere Rheinbrücke) als Internationales Gewässer. Diesbezügliche Verkehrsrechte erhielt die Schweiz durch die Mannheimer Akte von 1868.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden von Basel sind (im Uhrzeigersinn):

Zwischen Bodensee und Rheinknie gehören – neben Teilen des Kantons Schaffhausen – Kleinbasel, Riehen und Bettingen zu den einzigen rechtsrheinischen Gebieten der Schweiz.

Dank seiner Lage wurde Basel schon früh zum Knotenpunkt wichtiger Verkehrswege und damit ein bedeutender Handelsplatz. Die Stadt zählt deshalb zu den am dichtesten besiedelten Gebieten Europas und verfügt dennoch über 320 ha Grünfläche und 71 ha Wald.

Die Stadt Basel und die beiden Landgemeinden Riehen und Bettingen weisen einschliesslich ihrer Wasserflächen 3694 ha auf und bilden damit den flächenmässig kleinsten Schweizer (Halb-)Kanton. Dennoch sind innerhalb dieses verhältnismässig kleinen Landstücks beträchtliche Höhenunterschiede vorhanden. Den tiefsten Punkt im Kanton Basel-Stadt misst man am Rheinhafen in Kleinhüningen mit 245 m, der Münsterplatz im Zentrum liegt 270 m über dem Meeresspiegel und die höchste Erhebung liegt oberhalb Bettingen bei St. Chrischona mit 522 m. Dort befindet sich auch der Fernsehturm St. Chrischona, das höchste Gebäude der Schweiz.

Das Naturschutzgebiet Rheinhalde Basel ist das älteste amtliche Naturschutzgebiet der Schweiz.


Blick vom Basler Münster auf Kleinbasel und das Rheinknie. In der Mitte erkennt man den Messeturm, rechts die Wettsteinbrücke.

Klimadiagramm
Klimadiagramm

Klima

Die Stadt Basel hat dank der Lage im Rheintal durch die von der Burgundischen Pforte einströmende mediterrane Luft ein äusserst mildes und sonniges Klima und im Vergleich zum Mittelland im Herbst wenig Nebel. Im Jahresdurchschnitt liegt die Temperatur bei 9,0° C. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 18,1 beziehungsweise 17,1 °C und die kältesten Januar und Dezember mit 0,2 beziehungsweise 1,3 °C im Mittel. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 785 Liter pro Quadratmeter. Der meiste Niederschlag fällt im Juni und August mit jeweils durchschnittlich 91 Millimeter, der geringste im Februar mit durchschnittlich 42 Millimeter. Im Winter liegt Basel in der Regel unter keiner oder nur einer sehr dünnen Schneedecke. Durchschnittlich liegt in Basel an 30 Tagen im Jahr Schnee. Am 5. März 2006 legte ein Rekordschneefall die Region rund um Basel lahm. In der Basler Innenstadt wurden gut 49 Zentimeter Neuschnee gemessen. Dies führte dazu, dass der Flughafen Basel-Mulhouse für einen Tag gesperrt werden musste.[2] Die Winde sind relativ schwach und wehen bei gutem Wetter von Osten, bei schlechtem von Westen.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Basel - Binningen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 0,2 1,4 5,1 8,7 13,1 16,2 18,1 17,1 13,8 8,8 3,9 1,3 Ø 9
Niederschlag (mm) 46 42 49 60 78 91 87 91 77 62 58 50 Σ 791
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Quartiere

Die Stadt Basel kennt keine Bezirke oder Stadtteile, sondern gliedert sich nach Wohnvierteln, den sogenannten Quartieren. Es gibt 19 dieser Quartiere, die sich links und rechts des Rheins verteilen.

  • Die linksrheinischen Quartiere / Grossbasel: Altstadt Grossbasel, Vorstädte, Am Ring, Breite, St. Alban/Gellert, Gundeldingen, Bruderholz, Bachletten, Gotthelf, Iselin, St. Johann.
  • Die rechtsrheinischen Quartiere / Kleinbasel: Altstadt Kleinbasel, Clara, Wettstein, Hirzbrunnen, Rosental, Matthäus und Klybeck sowie Kleinhüningen (1893 eingemeindet).
Basler Quartiere
Basler Quartiere
Quartier ha Quartier ha
Altstadt Grossbasel 37,63 Altstadt Kleinbasel 24,21
Vorstädte 89,66 Clara 23,66
Am Ring 90,98 Wettstein 75,44
Breite 68,39 Hirzbrunnen 305,32
St. Alban 294,46 Rosental 64,33
Gundeldingen 123,19 Matthäus 59,14
Bruderholz 259,61 Klybeck 91,19
Bachletten 151,39 Kleinhüningen 136,11
Gotthelf 46,62 Stadt Basel 2275,05
Iselin 109,82 Riehen 1086,10
St. Johann 223,90 Bettingen 222,69
Kanton Basel-Stadt 3583,84

Daneben gibt es einige inoffizielle, aber häufig gebrauchte Quartierbezeichnungen, z. B. Neubad (Teil der Quartiere Bachletten und Gotthelf), Kannenfeld (Teil des St. Johann-Quartiers), Lehenmatt (Teil des Breite-Quartiers) oder Gellert, Dreispitz und St. Jakob (alles Teile des St. Alban-Quartiers).

Geschichte

Basel 1493 in der Schedelschen Weltchronik
Basel 1493 in der Schedelschen Weltchronik
Ansicht der Stadt Basel aus der Vogelschau von Matthäus Merian in der Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae, 1642
Ansicht der Stadt Basel aus der Vogelschau von Matthäus Merian in der Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae, 1642
Ansicht der Stadt Basel in der «Topographie der Eydgnoßschaft» von David Herrliberger, ca. 1761
Ansicht der Stadt Basel in der «Topographie der Eydgnoßschaft» von David Herrliberger, ca. 1761

Erste Siedlungsspuren auf dem Gebiet des heutigen Basels reichen ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurück, als Kelten sich am Rheinknie niederliessen. Um 150 v. Chr. entstand am Westrand der heutigen Stadt eine keltische Siedlung, die um 80 v. Chr. durch ein Oppidum (Siedlung mit Befestigungswall) abgelöst wurde.

Nach der Gründung der römischen Kolonie Augusta Raurica 44/43 v. Chr. auf dem Gebiet der heutigen Gemeinden Augst und Kaiseraugst geriet auch die befestigte Siedlung auf dem Münsterhügel unter römische Herrschaft.

Der Ortsname Basilia wurde 374 erstmals urkundlich erwähnt. Damals bestand auf dem Münsterhügel ein Militärkastell, das die Invasion von germanischen Stämmen aus dem Norden ins Römische Reich verhindern sollte. Als um 400 die römischen Truppen abzogen, siedelten sich die Alamannen in Basel an, Ende des 5. Jahrhunderts fiel Basel an die Franken und um 900 kam die Stadt an das Königreich Hochburgund. 1032 wurde Basel dem Heiligen Römischen Reich angegliedert.

Bereits im frühen 7. Jahrhundert ist ein Bischof bezeugt, der wie seine Nachfolger wohl bereits die Herrschaft in der Stadt ausübte. Die Stadt wurde 917 durch die Ungarn zerstört.

Im Beisein des Kaisers Heinrich II. wurde 1019 ein Neubau des Münster geweiht. Gegen 1100 erhielt die Stadt die erste Stadtmauer; weitere folgten in der Mitte des 13. und gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Unter Bischof Heinrich von Thun erfolgte um 1225 der Bau der ersten Basler Rheinbrücke und in der Folge entstand die Stadt Kleinbasel zur Brückensicherung.

Zwei äusserst schwere Schicksalsschläge musste die Stadt im 14. Jahrhundert verkraften: 1348 starb annähernd die Hälfte der Bevölkerung während einer Pestepidemie und nur acht Jahre später (1356) ereignete sich das Basler Erdbeben. Das bis heute schwerste Erdbeben Mitteleuropas forderte zwar nur wenig Opfer, doch der anschliessende Grossbrand legte grosse Teile der Stadt in Schutt und Asche. Die Bürgerschaft von Grossbasel erwarb 1392 von Bischof Friedrich von Blankenheim die Stadt Kleinbasel für 29.800 Gulden. In dieser Zeit erwarb sich die Stadt vom Bischof auch pfandweise die wichtigsten Herrschaftsrechte (Münz- und Zollrecht, Schultheissengericht etc.), führte aber dennoch den Bischofsstab im Wappen.

Das Konzil von Basel, das 1439 den Gegenpapst Felix V. wählte (→ Papstwahl am Basler Münster), tagte von 1431 bis 1449 in der Stadt. Um 1433 begann die Papierfabrikation in Basel. Ein eidgenössisches Kontingent unterlag 1444 in der Schlacht bei St. Jakob dem französisch-österreichischen Heer. Die Universität wurde 1460 durch Papst Pius II. gestiftet, die erste Universität im Gebiet der heutigen Schweiz. 1471 verlieh Kaiser Friedrich III. der Stadt das Messeprivileg. Um diese Zeit wurde in Basel auch der Buchdruck eingeführt. In der Folge kam es zu einem kulturellen Aufschwung: Neben dem Humanisten Erasmus von Rotterdam weilten auch Paracelsus, Sebastian Brant und Hans Holbein der Jüngere in Basel.

Im Schwaben- bzw. Schweizerkrieg 1499 wandte sich Basel der Eidgenossenschaft zu, der es am 13. Juli 1501 als 11. Ort beitrat. Eine Änderung in der Ratsverfassung, die den Zünften die Vormachtstellung sicherte, erfolgte 1521. Nach einem Zunftaufstand trat Basel 1529 zur Reformation über. Am 12. Mai 1529 siedelten die Domherren und Kapläne, welche nicht zur Reformation wechselten oder auf ihre Nebenpfründen zogen, nach Freiburg im Breisgau um. Am 28. August 1529 schloss das Domkapitel mit der Stadt Freiburg einen Vertrag über die rechtlichen und steuerlichen Belange, den Erwerb von Häusern, Kapitel- und Amtshaus, sowie über die Benützung des Münsters. Damit war Basel nicht mehr der Sitz des Bischofs und auch nicht mehr des Domkapitels und wurde es auch nie wieder. Verwaltungssitz des Domkapitels war ab 1587 der Stürtzelsche Hof, heute Basler Hof genannt. 1543 erschien in Basel das erste komplette Lehrbuch der menschlichen Anatomie De Humanis Corporis Fabrica (Über den Bau des menschlichen Körpers) von Andreas Vesalius (1514–1564). Das Gymnasium wurde 1589 in der Nachfolge der Lateinschule des Domstifts gegründet (heute Gymnasium am Münsterplatz).

Während eines Zeitraums von 50 Jahren wurde Basel von fünf schweren Pestepidemien heimgesucht: Von 1563 bis 1564 starben in der «Grossen Sterbendt» 4000 Einwohner – ein Drittel der damaligen Stadtbevölkerung. Die Pest kehrte in den Jahren 1576–1578 (ca. 800 Tote), 1582–1583 (ca. 1200 Tote), 1593–1594 (ca. 900 Tote) und ein letztes, aber vernichtendes Mal 1609–1611 (ca. 3600 Tote) zurück.

Der Ankauf des Amerbachschen Kunstkabinetts, der Grundstock aller städtischen Sammlungen, insbesondere des Kunstmuseums, erfolgte 1662. Die Gründung des Handelshauses Johann Rudolf Geigy ist auf 1758 datiert, 1795 beendete der Friede von Basel den Krieg zwischen Frankreich, Spanien und Preussen.

Als 1815 der Wiener Kongress die ewige bewaffnete Neutralität der Schweiz anerkannte, wurde das ehemalige Fürstbistum Basel zwischen Bern und Basel aufgeteilt: Der Jura und das Laufental gingen an Bern, während Basel das Birseck zugesprochen wurde.

1833 wehrten sich die Landgemeinden (Baselbiet) nach längerem Widerstand erfolgreich gegen die Dominanz der Stadt. Nach der Schlacht an der Hülftenschanz, welche die Stadt verlor, konstituierten sich die Landgemeinden als eigener Halbkanton Basel-Landschaft, nur die rechtsrheinischen Gemeinden Riehen, Bettingen und das 1907 in die Stadt eingemeindete Kleinhüningen verblieben bei Basel und bildeten fortan den Halbkanton Basel-Stadt, siehe auch Basler Kantonsteilung.

Der erste Zug der Schweiz fuhr 1844 von St. Louis her in Basel ein. 1849 erfolgte der Bau der Museen an der Augustinergasse und nach 1859 wurden die Stadtmauern geschleift; nur einige der grösseren Tore wie das Spalentor blieben erhalten.

Vom 26. bis zum 29. August 1897 fand der von Theodor Herzl organisierte 1. Zionistischen Weltkongress in Basel statt. Auf dem Kongress wurde die «Schaffung einer öffentlich und gesetzlich gesicherten Heimat für das jüdische Volk in Palästina» beschlossen. Zu diesem Zweck wurden ein Fonds und eine jüdische Bank gegründet.

400 Jahre nach dem Bau wurde 1901 das Rathaus renoviert und erweitert. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Basel irrtümlich von den Alliierten bombardiert und leicht beschädigt. Der Flughafen Basel Mulhouse Freiburg wurde 1953 als der erste binationale (seit 1993 trinationale) Flughafen der Welt eingeweiht.

Seine zweitausendjährige Stadtgeschichte feierte Basel 1957. Die Regio Basiliensis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurde 1963 gegründet. 1966 erhielten die Frauen das kantonale Stimmrecht und die Wiedervereinigung von Basel-Stadt und Baselland scheiterte 1969 am Nein der Stimmberechtigten in Baselland.

Am 1. November 1986 ereignete sich im nahen Schweizerhalle ein schwerer Chemiebrand, der glimpflich ausging. Dennoch heulten in Basel zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg frühmorgens die Sirenen. 1989 wurde das Basler Übereinkommen zur Kontrolle der grenzüberschreitenden Abfallwirtschaft in Basel zur Unterschriftsreife gebracht. In den 1990ern erfolgte die Fusion von Sandoz und Ciba-Geigy zu Novartis, sowie des Schweizerischen Bankvereins und der Schweizerischen Bankgesellschaft zur UBS.

Erstmals seit 1950 gibt es in Basel wieder eine linke Regierungsmehrheit, seit es 2004 durch die Stadtwahlen rotgrün wurde. 2006 erhielt Basel-Stadt eine neue Verfassung, die u. a. nach den nächsten Wahlen die Verkleinerung des Grossen Rat auf 100 (statt 130) Mitglieder und die Einführung des Amtes eines Regierungspräsidenten vorsieht.

Bevölkerungsentwicklung

Die Stadt Basel zählt ohne die Landgemeinden 165'529 Einwohner und belegt damit hinter Zürich und Genf den dritten Platz in der Schweiz. Der Kanton Basel-Stadt hat 187'332 Einwohner. [3] Die trinationale Agglomeration Basel zählt insgesamt 731'000 Einwohner, wovon 479'000 in der Schweiz, 189'000 in Deutschland und 63'000 in Frankreich wohnen.

Tabelle zur Bevölkerungsentwicklung der Stadt Basel (Zahlen ab 1900 inkl. Kleinhüningen): [4]

Einwohnerentwicklung von Basel
Einwohnerentwicklung von Basel
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1774 15 040 1910 132 276
1815 16 674 1920 135 976
1835 21 219 1930 148 063
1847 25 787 1941 162 105
1850 27 170 1950 183 543
1860 37 915 1960 206 746
1870 44 122 1970 212 857
1880 60 550 1980 182 143
1888 69 809 1990 178 428
1900 109 161 2000 166 558

Das durch die Industrialisierung typische und kontinuierliche Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert fand auch in Basel statt. Durch diesen raschen Anstieg wuchs die Stadt hinter Zürich zur zweitgrössten in der Schweiz an. Durch die engen Kantons-und Landesgrenzen konnte die Stadt Basel mit der Ausnahme von Kleinhüningen nicht durch Eingemeindungen wachsen, wie das bei den anderen grossen Schweizer Städten der Fall war. Seit 1970 nahm die Bevölkerung in Folge der Suburbanisierung merklich ab. Im Zeitraum von 1970 bis 2005 verliessen über 51'000 Schweizer Bürger Basel und zogen in das angrenzende Umland. Im gleichen Zeitraum zogen zwar rund 12'000 Ausländer in die Stadt, die Nettoabnahme von 39'000 Einwohnern führte trotzdem dazu, dass die Stadt Genf Mitte der 1990er Jahren Basel in Bezug auf die Einwohnerzahlen überholte. Die Abwanderung steuerlich potenterer Bevölkerungsgruppen ist in Verbindung mit dem Steuerwettbewerb unter den Kantonen für den Stadtkanton ein besonderes Problem.[5]

Religionen

Siehe auch: Liste von Sakralbauten in Basel

Johannes Oekolampad
Johannes Oekolampad

Im Jahr 1529 setzte sich in Basel unter der Mitwirkung von Johannes Oekolampad die Reformation durch, die schnell wichtige Persönlichkeiten in der Stadt für sich gewinnen konnte, wie den Stadtschreiber Caspar Schaller. Seither ist die Staatskirche beider Basel die Evangelisch-Reformierte Kirche, was sich auch durch die Kantonsteilung 1833 nicht änderte. Unter dem Druck des revolutionären Frankreich, welches die Schweiz vom 1798 bis 1815 kontrollierte, wurde 1798 offiziell die Glaubensfreiheit gewährt. Basel entwickelte sich von einer rein reformierten zu einer multireligiösen Stadt. Heute zählt Basel 170 christliche und nichtchristliche Religionen, Kirchen, Freikirchen und andere religiöse Gemeinschaften. Zu den nichtchristlichen Religionen, welche in Basel vertreten sind, gehören die jüdische Gemeinde, der Islam, die Aleviten, die Hindus, die Sikh, die Buddhisten und neuere religiöse Bewegungen.

Die Evangelisch-Reformierte Kirche Basel ist als öffentlich-rechtliche Körperschaft mit eigener Steuerhoheit ausgestattet. Damit ist sie finanziell und organisatorisch unabhängig vom Kanton. Obwohl durch die zunehmenden Kirchenaustritte auch die dominierende Stellung der Evangelisch-Reformierten Kirche zurückgeht, nimmt sie am sozialen und kulturellen Leben der Stadt nach wie vor grossen Anteil. Ein soziales Netzwerk mit Einrichtungen für die Seelsorgestellen, Drogenberatung oder den Gassenküchen wird durch die Kirche aufrecht erhalten. Zu den sichtbaren Zeichen der Evangelisch-Reformierten Kirche im Kanton Basel-Stadt gehören 85 Kirchen, Gemeinde-, Pfarrhäuser und Sigristenwohnungen. Zahlreiche Baudenkmäler prägen das Gesicht der Stadt, wie das Basler Münster als Wahrzeichen von Basel und die Innenstadtkirchen St. Leonhard, St. Martin, St. Peter und St. Theodor.

Die Römisch-katholische Kirche Basels zählt insgesamt 13 Pfarreien, elf davon sind deutschsprachig, eine französisch, eine weitere italienisch. Die Pfarreien zusammen mit den kantonalen Diensten bilden das Dekanat, das einen Teil des Bistums Basel darstellt. Der Religionsunterricht wird gemeinsam mit der Evangelisch-Reformierten Kirche organisiert und finanziert.

Basler Synagoge
Basler Synagoge

Die Israelitische Gemeinde Basel umfasst in der Stadt und der Umgebung rund 1600 Mitglieder und ist damit die zweitgrösste der Schweiz. [6] Sie erhielt erst 1972 durch einen Volksentscheid die Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft. Die Juden in Basel siedelten sich bereits urkundlich gesichert im 12. Jahrhundert an. Die erste Synagoge stand am Rindermarkt. Ausgrabungen in Augusta Raurica zufolge könnte die Ansiedlung von Juden sogar auf das 2. Jahrhundert zurück datiert werden. [7] Die Gründung der heutigen Israelitischen Gemeinde Basel geht auf das Jahr 1805 mit damals etwa 70 Mitgliedern zurück. Neben 16 Kommissionen und einem Schiedsgericht führt die Israelitische Gemeinde Basel heute neben der Basler Synagoge diverse Schulen, eine Bibliothek, verschiedene Jugendorganisationen, Sportclubs sowie zahlreiche soziale Institutionen. Zudem steht in Basel das Jüdische Museum der Schweiz, welches eine kostbare Sammlung jüdischer Kulturgüter zeigt.

Tabelle der Konfessionszugehörigkeit in Prozent ohne die Gruppe der Konfessionslosen:[8]

Jahr Evangelisch-
Reformiert
Römisch-
Katholisch
Übrige
Christen
Jüdisch Muslime Sonstige
1960 60,9 36,4 1,3 1,1 0,0 0,3
1990 47,5 39,0 5,4 1,3 6,1 0,7

Heute hat die Stadt Basel eine konfessionslose Mehrheit, die einst dominierende evangelisch-reformierte Konfession (1850: 80,3 %) ist noch hinter die römisch-katholische auf den 3. Platz zurückgefallen. Die Bedeutung der evangelisch-reformierten Kirche ging in den letzten Jahren deutlich zurück im Vergleich zu den reformierten Bezirken im Kanton Basel-Land. Der grösste Anteil der Reformierten findet sich in den bürgerlichen Bezirken wie beispielsweise Bruderholz, St. Alban, Hirzbrunnen sowie den Gemeinden Riehen und Bettingen. Die Wohnviertel mit hohem Anteil an Katholiken sind gleichzeitig die mit einem höheren Ausländeranteil. Hier führt insbesondere die Gruppe der Italiener den hohen Katholikenanteil an. Die Angehörige des jüdischen oder islamischen Glaubens konzentrieren sich auf wenige Viertel.

Seit den 1970er Jahren steigt der Anteil der Konfessionslosen an der Basler Bevölkerung stark an. Waren es 1970 noch 3,3 %, so waren es 1980 bereits 13,1 % und 1990 35 % der Basler Bevölkerung.

Politik

Das Basler Stadtmarketing verwendet seit 2000 den Slogan „Basel tickt anders“. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Basler Bevölkerung bei eidgenössischen Abstimmungen meist linksliberal und europafreundlich, ganz im Gegensatz zur restlichen Deutschschweiz, abstimmt und damit den sogenannten Röstigraben durchbricht. Früher wurde auch von der „deutschsprachigen Romandie“ gesprochen, doch seitdem sich das Abstimmungsverhalten in der Westschweiz in Fragen der Aussenpolitik demjenigen in der Deutschschweiz annähert, kann davon nicht mehr die Rede sein. Da Basel aber von keinen ländlichen Gebieten umschlossen ist wie andere Kantone fällt bei Abstimmungen jeweils die Meinung, wie in Schweizer Städten üblich, eher linksliberal aus.

Wappen

Siehe Hauptartikel: Wappen des Kantons Basel-Stadt

Basler Wappen mit dem Baselstab (Bischofsstab)
Basler Wappen mit dem Baselstab (Bischofsstab)

Das Wappen der Stadt Basel sowie des Halbkantons Basel-Stadt ist ein nach links (heraldisch rechts) gerichteter schwarzer Krummstab auf weissem Feld, Baselstab genannt. Drei Querbalken unterbrechen diesen Stab, der nach unten breiter wird und in drei Zacken ausläuft. Das Sinnbild des Baselstabs ist der gekrümmte Hirtenstab der Bischöfe. Schildhalter sind Löwen, wilde Männer, Engel und seit dem 15. Jahrhundert auch Basilisken –  das sind Drachen mit Hahnenkopf und Schlangenschwanz.

Die korrekte Blasonierung lautet: In Silber ein schwarzer Baselstab. Livreefarben sind Weiss und Schwarz. [9]

Das Wappen tauchte erstmals im 11. Jahrhundert auf, damals noch in der Form eines Holzstabs mit oben goldenem Bogen. Die heutige Form des schwarzen Stabs stammt aus dem 12. Jahrhundert und entspricht dem Wappen der Bischöfe von Basel, und zwar nachweislich seit 1384. [10] Seit dieser Zeit hat sich das Wappen nicht mehr verändert und blieb das Wappen der Stadt und bei der Trennung der Landschaft von der Stadt später auch das Wappen des Kantons.

Verfassung

Regierung und Verwaltung der Stadtgemeinde Basel werden durch den Kanton Basel-Stadt wahrgenommen. Die Einwohnergemeinde Basel verfügt somit weder über eine eigene Exekutive noch eine eigene Legislative. Stattdessen werden diese Funktionen vom Regierungsrat (Exekutive) respektive dem Grossen Rat (Legislative) des Kantons ausgeübt. Diese für Basel etablierte Lösung der Zusammenlegung der Gemeindebehörden mit den Kantonsbehörden ist in der Schweiz unüblich. Einbürgerungen, die in der Schweiz Aufgabe der Gemeinde sind, werden von der Bürgergemeinde vorgenommen.

Städtepartnerschaften

Mit dem US-Bundesstaat Massachusetts schloss der Kanton Basel-Stadt zudem ein sogenanntes «Sister-State-Abkommen» ab.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur

Hochhaus der BIZ in Basel. Im Vordergrund das Strassburger Denkmal.
Hochhaus der BIZ in Basel. Im Vordergrund das Strassburger Denkmal.
Halle 2 des Messezentrums Basel
Halle 2 des Messezentrums Basel

Basel kommt aufgrund seiner zentralen Lage in Mitteleuropa eine besonders wichtige und bevorzugte handelsgeografische Bedeutung zu. Der Lebens- und Wirtschaftsraum am Dreiländereck umfasst über 2,3 Millionen Einwohner und über 1 Million Erwerbstätige (Stand: 2001).

Basel ist Standort und teilweise Hauptsitz vieler chemischer Betriebe. Zusammen mit den Fabriken im benachbarten Schweizerhalle stellt Basel 20 % des Schweizer Exports und erwirtschaftet ein Drittel des Sozialproduktes. Neben der Chemie sind ebenfalls die Industriezweige der Maschinen- und Metallproduktion, Textilien und der Nahrungs- und Genussmittel angesiedelt. Die jahrhunderte lange Tradition im Buchdruck und in der Papierherstellung hat dazu geführt, dass mehrere Verlage in Basel beheimatet sind.

Seit 1917 hat sich aus der Schweizer Mustermesse, einer nationalen Leistungsschau, ein europaweit bedeutender Messestandort entwickelt. Das Messezentrum Basel trägt jedes Jahr zahlreiche Fachmessen und Kongresse aus, unter anderem die «Art Basel», die weltweit wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst und die «Baselworld», die weltweit grösste Uhren- und Schmuckmesse.

Ebenfalls traditionell begründet ist die starke Bedeutung Basels als Kapital- und Bankenzentrum. Seit dem späten Mittelalter war Basel ein bedeutender Bankenplatz. Neben vielen Banken und Versicherungen hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hier ihren Sitz. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat in Basel eine Vertretung.

Ansässige Unternehmen

Basel ist, neben Zürich, der grösste Standort für Banken und Versicherungen in der Schweiz. In Basel hat die Privatbank Sarasin ihren Hauptsitz ebenso wie die UBS, die neben Zürich auch Basel als Hauptsitz gewählt hat. Folgende Versicherungen haben in Basel ihren Hauptsitz: Bâloise, Helvetia, Nationale Suisse und die PAX. Die Standorte konzentrieren sich zumeist auf oder in der Nähe des Aeschenplatzes. Am Aeschenplatz war bis 1998 auch die Basler Börse gelegen. In Basel ist der Verband der Schweizerischen Bankiervereinigung ansässig, die 1912 hier gegründet wurde.[13]

Viele Chemiekonzerne sind ebenfalls in Basel beheimatet, u.a. die Ciba SC, die Novartis (ehemals Ciba-Geigy und Sandoz), Roche und Syngenta.

In Basel ist der Sektor Transport und Logistik durch die Firmen Panalpina und SBB Cargo vertreten. Die grösste schweizerische Fluggesellschaft Swiss hat ebenfalls ihren Sitz in Basel.

Viele bedeutende Gross- und Einzelhandelsunternehmen wie die Kaufhauskette Manor, der Hersteller von Raucherbedarfsartikel Oettinger Imex AG, der grösste Fleischproduzent der Schweiz Bell sowie das Einzelhandelsunternehmen Coop sind in Basel beheimatet.

Daneben sitzen die mch Messe Schweiz AG, das Life-Sciences-Unternehmen Lonza Group AG und die Straumann in Basel.

Gastgewerbe

Les Trois Rois
Les Trois Rois

Basel hat eine Vielzahl geschichtsträchtiger Gastbetriebe und Hotels.

Das Hotel Les Trois Rois, in Grossbasel neben der Mittleren Brücke direkt am Rhein, ist eines der ältesten verbrieften Hotels Europas (erste Erwähnung 1681 als Gasthof Drei Könige). Zahlreiche Persönlichkeiten der Geschichte sind im Les Trois Rois abgestiegen (Napoléon Bonaparte, Theodor Herzl, Johann Wolfgang Goethe, Voltaire, Pablo Picasso, Thomas Mann, Marc Chagall, Richard Wagner, The Rolling Stones. Giacomo Casanova schrieb in seinen Memoiren «Wir kehrten bei dem berüchtigten Imhoff ein, der uns die Haut über die Ohren zog; aber die ‹Drei Könige› waren das beste Gasthaus der Stadt.»). Das Luxushotel gehört zu den führenden Hotels in Europa. Der klassizistische Bau aus dem Jahr 1844 (Architekt: Amadeus Merian) wurde 2004–2006 umfassend renoviert, rekonstruiert und erweitert. Als Messestandort verfügt Basel über zahlreiche weitere Hotels, überdurchschittlich viele davon im 4- und 5-Sterne-Bereich.

Das älteste Wirtshaus von Basel ist der Gasthof zum Goldenen Sternen, welcher urkundlich 1346 das erste Mal erwähnt wurde und seit 1412 als eine der 13 Herrenwirtschaften den Gästen Speis und Trank anbot. Im Jahr 1501 wurden die Gesandten der 10 Orte der damaligen Eidgenossenschaft zum Willkommenstrunk empfangen. Nach einer Strassenverbreiterung der Aeschenvorstadt wurde diese Wirtschaft im Jahr 1963 abgebrochen, aber 10 Jahre später auf Initiative des früheren Sternen-Wirtes Jost Müller im St. Alban-Tal wieder aufgebaut. Spitzengastronomie wird u.a. in den Restaurants Bruderholz (im gleichnamigen Quartier) und Teufelhof geboten. Zu den bekanntesten Cafés der Stadt gehört das Grand Café Huguenin am Barfüsserplatz.

Weitere historische Basler Restaurants sind das Restaurant Atlantis am Klosterberg, die Hasenburg und das Gifthüttli in der Grossbasler Altstadt.

Verlagswesen

Die Gründung der Universität Basel im Jahr 1460 brachte der Stadt und auch dem Druckgewerbe und Verlagswesen grossen Aufschwung. Zu den Papiermachern kamen über 50 Drucker, darunter so berühmte wie Petri, Amerbach und Froben. 1468 erschien eine lateinische Bibel, welche mit beweglichen Lettern von Bertold Ruppel gesetzt wurde. 1488 gründete Johannes Petri seinen Verlag, der heute das älteste bestehende Druck- und Verlagshaus ist (heute: Schwabe AG.). Mit dem berühmtesten aller Basler Drucker, Johann Froben, wurde nach 1500 Basel zu einem der führenden Verlags- und Druckorte Europas. Heute zählt Basel über 15 Buchverlage, darunter beispielsweise der namhafte Birkhäuser Verlag oder der Wissenschaftsverlag S. Karger.

Medien

In Basel und der näheren Umgebung erscheinen diverse Zeitungen: Die Basler Zeitung (baz) ist die grösste Tageszeitung der Nordwestschweiz. Daneben gibt es die kleinere Basellandschaftliche Zeitung, die in Liestal erscheint, sowie die Riehener Zeitung als unabhängige Wochenzeitung für die beiden baselstädtischen Gemeinden Riehen und Bettingen. Regionale Nachrichten erscheinen auch in den Gratiszeitungen 20 Minuten, Baslerstab und heute. Ein breites Informationsangebot bietet auch die Webzeitung OnlineReports.

Auch Radiosender sind in Basel vertreten: Neben der Sendung Regionaljournal Basel des öffentlich-rechtlichen Radiosenders DRS gibt es in der Region Basel eigene private Radiosender wie Radio Basilisk, Radio Basel 1 und Radio X.

Radio DRS betreibt in Basel ein Radiostudio, aus dem der Sendebetrieb von DRS 2 und DRS Virus abgewickelt wird.

Ausserdem bedient der Fernsehsender Telebasel die Stadt und die Nordwestschweiz mit eigenen Programmen.

Verkehr

Schiffsverkehr

Basler Rheinhafen
Basler Rheinhafen

Seit dem Mittelalter ist Basel ein bedeutender Handels- und Umschlagplatz für den Warenverkehr zwischen dem Mittelmeer und der Nordsee. Die Fahrt auf dem Rhein zwischen Basel und Rotterdam beträgt 832 km und dauert für heutige Motorschiffe flussab zwischen 3 und 4 Tagen, flussauf etwa eine Woche. Die Fahrt zwischen Basel und Strassburg wird durch den Rheinseitenkanal erleichtert. Durch diesen Kanal umgehen die Schiffe die gefährlichen Stromschnellen von Istein.

Die Mannheimer Akte aus dem Jahr 1868 gewährleistet der Schweiz die vollen Verkehrsrechte. Der Rhein gilt bis zur Mittleren Brücke in Basel als Internationales Gewässer. Rund 15 % des gesamten schweizerischen Exports werden in den Rheinhäfen umgeschlagen, das sind jährlich etwa 9 Millionen Tonnen.

Rheinschiff in Basel
Rheinschiff in Basel

Basel besitzt vier Häfen, zwei davon liegen auf dem Stadtgebiet von Basel (Rheinhafen Kleinhüningen und St. Johann). An den vier Häfen sind beide Kantone Basel-Stadt und Basel-Land beteiligt.

  1. Der rechtsrheinische Rheinhafen Kleinhüningen
  2. Der linksrheinische Rheinhafen St. Johann ist der älteste von allen vieren.
  3. Der linksrheinische Hafen Birsfelden
  4. Der linksrheinische Auhafen Muttenz

Siehe auch: Rheinhäfen beider Basel

Eisenbahnverkehr

Bahnhof SBB und der Centralbahnplatz
Bahnhof SBB und der Centralbahnplatz

Auf dem Stadtgebiet befinden sich drei Fern-Bahnhöfe. Der Bahnhof Basel SBB (Centralbahnhof) mit den nationalen Linien nach Zürich, Bern/Luzern und Delémont und den internationalen Linien (Deutschland/Italien). Zum selben Gebäudekomplex gehört auch der Französische Bahnhof Basel SNCF (Elsässerbahnhof) mit den Linien nach MulhouseParis/Brüssel. Der Badische Bahnhof (Basel Bad Bf) befindet sich im Norden der Stadt und wird von der Deutschen Bahn betrieben. Hier halten sämtliche Züge von und nach Deutschland, hier beginnt auch die Hochrheinstrecke in Richtung Waldshut und die mittlerweile durch die Schweizerische Bundesbahnen bediente Wiesentalbahn nach Zell im Wiesental. Etwa 2015 soll die neue ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Karlsruhe eröffnet werden.

Daneben existieren die Regio S-Bahn-Haltestellen Basel-St. Johann (an der Bahnlinie Basel SNCF Richtung St. Louis) und Basel-St. Jakob (an der Linie Basel SBB Richtung Muttenz, wobei diese Station normalerweise nur von Extrazügen während Veranstaltungen im Stadion St. Jakob-Park bedient wird) und seit 2006 Basel-Dreispitz (an der Linie Basel SBB Richtung Delémont).

Luftverkehr

Terminal am EuroAirport
Terminal am EuroAirport

Der erste Flughafen Basels befand sich bis 1953 auf dem Sternenfeld (Flugplatz Basel-Sternenfeld, Gemeindegebiet Birsfelden).

Seit 1953 befindet sich der internationale Flughafen EuroAirport nordwestlich der Stadt auf französischem Staatsgebiet (Blotzheim); es führt eine exterritoriale Strasse von Basel zum Flughafen. Es ist der weltweit einzige binationale Flughafen (betrieben von der Schweiz und Frankreich, mitbenutzt von Deutschland).

Strassenverkehr

Mittlere Brücke, im Hintergrund die Johanniterbrücke
Mittlere Brücke, im Hintergrund die Johanniterbrücke

Die Stadt Basel ist Knotenpunkt wichtiger Strassenverbindungen nach Deutschland und Frankreich. Aus Luzern bzw. Zürich verbindet die A2 bzw. die A3 über die Nordtangente die deutsche A 5 Richtung Karlsruhe und die französische A 35 Richtung Mulhouse. Fünf Strassen- und eine Eisenbahnbrücken verbinden die beiden Teile Basels über den Rhein. In Flussrichtung sind das die Schwarzwaldbrücke (Autobahn- und Eisenbahnbrücke), die Wettsteinbrücke, die Mittlere Brücke, die Johanniterbrücke sowie die doppelstöckige Dreirosenbrücke.

Insbesondere in Grossbasel durchziehen drei Strassenzüge in konzentrischer Ringform das Stadtgebiet. Viele Strassen in den Quartieren sind rechtwinklig angeordnet. Der Stadtkern ist weitestgehend als Fussgängerzone vom Autoverkehr befreit.

Öffentlicher Nahverkehr

Netzplan des Basler Trams
Netzplan des Basler Trams

Basel ist im Tarifverbund Nordwestschweiz und wird im Nahverkehr durch die Basler Verkehrs-Betriebe und den Baselland Transport erschlossen. Eingesetzt werden Trams und Busse.

Das Nahverkehrssystem im Basler Stadtgebiet ist gut konzipiert, die Tramlinien verkehren im Sechs- bis Dreissigminutentakt (je nach Tageszeit und Strecke). Das sogenannte U-Abo (Umweltschutz-Abo) erschliesst sämtliche öffentliche Verkehrsmittel der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft sowie Teile der Kantone Solothurn (Bezirk Dorneck-Thierstein) und Aargau (Fricktal: Bezirke Rheinfelden und Laufenburg).

In den Jahren 2005 bis 2007 fand eine Kontroverse über die Zukunft der Trolleybusse statt; die Absicht der BVB, diese abzuschaffen und sie durch Erdgasbusse zu ersetzen, wurde in einer Volksabstimmung am 17. Juni 2007 relativ knapp gutgeheissen.

Für die Überquerung des Rheins stehen fünf Brücken für den Individualverkehr, eine Eisenbahn- und eine Fussgängerbrücke zur Verfügung (Basler Rheinbrücken). Ausserdem lässt sich der Rhein mit vier Fussgängerfähren überqueren. An den Flussufern des Stadtzentrums wurde 1883 der Rheinuferweg angelegt, der in den letzten Jahren – nach längeren städteplanerischen Diskussionen – neu gestaltet wurde.

Bildung

Basel ist eine humanistisch geprägte Universitätsstadt. Es bestehen einige bedeutende Angebote für die höhere Ausbildung. Einerseits ist dies die 1460 gegründete Universität Basel mit mehr als 10'000 Studierenden und Doktorierenden in verschiedenen Fakultäten (Theologie, Rechtswissenschaften, Medizin, Geisteswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften, Psychologie). Internationalen Ruf geniesst unter anderem das Biozentrum der Universität Basel. Weiter ist zweitens in diesem Zusammenhang die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) nennenswert, mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst, der Pädagogischen Hochschule, der Hochschule für Soziale Arbeit und der Hochschule für Wirtschaft. Die Musik-Akademie der Stadt Basel mit der Musikschule, der Musikhochschule (ab 2006 Bestandteil der FHNW) und der Schola Cantorum Basiliensis, ist drittens erwähnenswert; und schliesslich viertens die Volkshochschule beider Basel für die Erwachsenenbildung.

Basel ist neben dem Humanismus auch für seine mathematische Forschung bekannt. Neben Leonhard Euler ist besonders die Gelehrtenfamilie Bernoulli zu nennen, die in Basel Mathematik lehrten und Forschung betrieben. 1910 wurde in Basel die Schweizerische Mathematische Gesellschaft‎ gegründet. Im 20. Jahrhundert lehrte der russische Mathematiker Alexander Markowitsch Ostrowski an der Universität Basel.

Kunst und Kultur

Luftaufnahme des Areals der ehemaligen keltischen Siedlung Basel-Gasfabrik
Luftaufnahme des Areals der ehemaligen keltischen Siedlung Basel-Gasfabrik

Basel geniesst den Ruf, eine Stadt der Musik und der Museen zu sein. Paul Sacher gründete bereits in den 1930er Jahren die Schola Cantorum Basiliensis, die zum Zentrum der Erforschung und Pflege alter Musik wurde. Das Angebot an Konzerten ist überaus reichhaltig und hochstehend. Die Knabenkantorei Basel (KKB) gilt als bester Knabenchor der Schweiz. Das Musical Theater Basel an der Messe bietet regelmässig Vorführungen an und gilt als eine der modernsten Bühnen Europas. In Basel findet jährlich eine der weltweit bedeutendsten Kunstmessen, die Art Basel, statt.

Musik und Theater

Basel hat eine Fülle musikalischer Angebote wie kaum eine andere Stadt in der Schweiz. Neben dem Sinfonieorchester Basel haben sich in jüngster Zeit auch einige spezialisierte Orchester einen Namen gemacht, wie die Sinfonietta, Capriccio Basel, das Ensemble Phoenix sowie das Kammerorchester Basel, das mit Christopher Hogwood einen reputierten ersten Gastdirigenten hat. Auch die vielen Chöre stehen für eine herausragende Chorkultur in Basel. Neben den grossen Oratorienchören, wie dem Basler Gesangverein und dem Basler Bach-Chor, bestehen auch zahlreiche kleinere, meist auf A-cappella-Musik spezialisierte Kammerchöre. International bekannt sind die Basler Madrigalisten und die Knabenkantorei Basel (KKB). Alle drei Jahre findet in Basel das Europäisches Jugendchorfestival statt.

Als grösstes Mehrspartentheater der deutschsprachigen Theaterlandschaft tat sich das Theater Basel mit vielbeachteten modernen Schauspiel-Inszenierungen, mit Tanztheater, Opernaufführungen und -uraufführungen hervor (Macbeth, Die Zauberflöte, La traviata).

Basel verfügt über eine Musikakademie mit Unterabteilungen wie die Schola Cantorum Basiliensis und die Musikhochschule. Auch die Paul-Sacher-Stiftung hat ihren Sitz in Basel.

Basel ist ferner eine Stadt mit bedeutender Orgelkultur, die acht Kirchen mit historischen Orgeln besitzt.

Die Basler Musikszene bringt immer wieder national und international bekannte Bands hervor, z. B. die Lovebugs und Dankner.

Museen

Siehe Hauptartikel: Museen in Basel

Basel gilt als eine der europaweit bedeutendsten Museumsstädte. Das Kunstmuseum Basel (grösstes Kunstmuseum der Schweiz) ragt dabei als die älteste städtische Kunstsammlung der Welt überhaupt heraus. Schwerpunkte des Museums liegen bei Künstlern der Renaissance sowie des 19. und 20. Jahrhunderts. Werke ab etwa 1960 werden im Museum für Gegenwartskunst ausgestellt. Weitere bedeutende Kunstsammlungen sind unter anderem das Tinguely-Museum Basel und die private Fondation Beyeler, die in einem von Renzo Piano entworfenen Haus in Riehen Bilder und Plastiken vor allem der klassischen Moderne zeigt. Das Schaulager wurde 2003 eröffnet und ist vom Konzept her eine Mischung zwischen öffentlichem Museum, Konservatorium und Kunstforschungsinstitut.

Sehenswert sind auch viele andere der insgesamt über 30 Museen, wie etwa das Antikenmuseum, das Architekturmuseum, das Naturhistorische Museum und das Museum der Kulturen (früher Museum für Völkerkunde). Daneben gibt es eine Vielzahl kleinerer Sammlungen und Museen, wie beispielsweise die Anatomische Sammlung der Universität, die im Anatomischen Museum zu sehen ist, das Pharmaziehistorische Museum, das Jüdische Museum (Kornhausgasse) oder das Spielzeugmuseum in Riehen sowie das Puppenmuseum am Barfüsserplatz. Auf deutscher Seite in Weil am Rhein unweit der Grenze befindet sich ausserdem das von Frank Gehry entworfene Vitra Design Museum. Städtische Museen gewähren am ersten Sonntag im Monat freien Eintritt.

Archäologie

Die Archäologische Bodenforschung ist eine kantonale Fachstelle, die sich um das archäologische Erbe des Kantons bemüht.[14] Sie gibt regelmässig Jahresberichte und Fachzeitschriften wie die sog. Materialhefte heraus.[15