Biberbach (Schwaben)


Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Biberbach
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Biberbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 31′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 464 m ü. NN
Fläche: 36,90 km²
Einwohner: 3461 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86485
Vorwahl: 08271
Kfz-Kennzeichen: A
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 121
Adresse der Marktverwaltung: Rathausplatz 1
86485 Biberbach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wolfgang Jarasch (FWV/Bürgerblock)

Biberbach ist ein Markt im Landkreis Augsburg, der zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben gehört.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Biberbach liegt etwa 20 km nördlich von Augsburg am westlichen Rand des Lech-Schmuttertales. Die Ortsteile Feigenhofen und Affaltern, einige Kilometer vom Hauptort entfernt, liegen im „Naturpark Augsburg-Westliche Wälder“.

Ortsteile

  • Eisenbrechtshofen
  • Markt
  • Feigenhofen
  • Affaltern
  • Albertshofen

Geschichte

Zum errsten Mal urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahre 1070. Im Jahre 1514 wurde die Ortschaft zum Besitz von Jakob Fugger. Die ehemalige Herrschaft Biberbach bildete nun ein Fuggersches Oberamt mit Sitz im Markt und gehörte den späteren Fürsten Fugger-Babenhausen. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 2499, 1987 dann 2758, im Jahr 2000 3424 und schließlich zum 31. Dezember 2006 3488 Einwohner gezählt.

Politik

Gemeinderat

Sitzverteilung im 16köpfigen Marktgemeinderat (Stand Kommunalwahl 2002):

  • CSU: 8 Sitze
  • Freie Wählervereinigung/Bürgerblock: 4 Sitze
  • Junge Liste: 1 Sitz
  • SPD: 1 Sitz
  • Unabhängige Frauenliste: 1 Sitz
  • Freie Frauenliste: 1 Sitz

Bürgermeister

Bürgermeister ist Wolfgang Jarasch [Freie Wähler]. Er wurde im Jahr 2008 Nachfolger von Alois Pfaffenzeller (FWV-BB/FFL/JL). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Anton Fischer (CSU).

Finanzen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.396.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 180.000 €.

Wappen

Das sprechende Wappen ist geteilt und unten gespalten. Es zeigt oben auf rotem Grund eine Abbildung der Wallfahrtskirche zum Heiligen Kreuz und weißt damit auf die Wallfahrtstradition hin, unten finden wir vorne einen aufgerichteten schwarzen Biber in weißem Feld und hinten auf Blau einen silbernen schrägverlaufenden Bach. Diese Wappenteile sprechen für sich und stellen bildlich den Ortsnamen dar.

Städtepartnerschaften

Am 18. Juni 1994 wurde ein Partnerschaftsvertrag mit der deutschen Gemeinde Straußfurt in Thüringen abgeschlossen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 79 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 66 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.108. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 55 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.319 ha, davon waren 994 ha Ackerfläche und 325 ha Dauergrünfläche.

St. Jakobus und Laurentius von der Ostseite
St. Jakobus und Laurentius von der Ostseite

Sehenswürdigkeiten, Kultur und Tourismus

Innenraum der Wallfahrtskirche St. Jakobus und Laurentius.
Innenraum der Wallfahrtskirche St. Jakobus und Laurentius.
  • Die Wallfahrtskirche St. Jakobus, St. Laurentius und zum Heiligen Kreuz: Der Grundstein für die reich im Rokoko-Stil ausgestattete Wallfahrtskirche wurde am 16. Mai 1684 in Anwesenheit von Bischof Johann Christoph von Freyberg, von Pfarrer Anton Ginther (dem Initiator der Biberbacher Wallfahrt) und von Baumeister Valerian Brenner gelegt. Am Fest Kreuzauffindung, dem 3. Mai 1681, wurde zum ersten Mal die Heilige Messe vor dem Gnadenbild, einem großen romanischem Kruzifix, gefeiert. Das Gnadenbild ist im Volksmund als „Liebes Herrgöttle von Biberbach“ bekannt (siehe Abbildung links). Am 15. September 1697[1] [2] erfolgte die feierliche Einweihung des fertigen Kirchenneubaus. Die Ausstattung besorgte zum Teil Dominikus Zimmermann.
  • Am 6. November 1766 kam es in der Wallfahrtskirche zu einem Orgelwettspiel zwischen dem damals zehnjährigen Wolfgang Amadeus Mozart und dem zwölfjährigen Enkel des Biberbacher Organisten, Joseph Eugen Sigmund Bachmann (1754-1825), der später in ein Prämonstratenserkloster eintrat und dort unter dem Ordensnamen Pater Sixtus Bachmann auch als Komponist wirkte.
  • Im Jahre 1632 wurde der Biberbacher Pfarrer Ulrich Zusamschneider in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges von schwedischen Soldaten grausam gequält und bei Achsheim erschossen.

Besondere Wallfahrtstage sind die Dekanatswallfahrt des Dekanates Meitingen am 3. Sonntag der Fastenzeit (Laetare), die Sternwallfahrt der Ortsteile Biberbachs am Sonntag um den 14. September (Fest der Kreuzerhöhung und Gedächtnis der Kirchweihe[3]) und die Jugendwallfahrt des Dekanates Meitingen am 03. Oktober. Kleinere und auch größere Pilgergruppen kommen das ganze Jahr über zu Fuß oder mit dem Bus. Pfarrer der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Jakobus, St. Laurentius und zum Heiligen Kreuz ist seit 1989 Heribert Stiegler aus Lindau.

  • Durch Biberbach führt der im Jahr 2003 ausgeschilderte Bayerisch-Schwäbische Jakobusweg von Donauwörth über Augsburg nach Lindau.

Weblinks

Literatur

  • Stefanie Justus, Wolf-Christian von der Mülbe: Biberbach. Katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Jakobus, St. Laurentius und Heiliges Kreuz. Regensburg, Schnell & Steiner 1997. ISBN 3-7954-1091-6

Quellenangaben

  1. Anton Ginther: "Relatio SS. Crucifixo in Biberbach.", §. VIII. Abs. 3 in: Currus Israel, et auriga ejus, ducens hominem Christianum per vias rectas, & in sacra scriptura fundatas in coelum. Georg Schlüter und Martin Happach, Augsburg 1717, ed. 1 (Si parva licet componere magnis; Pari ferè modo & hæc Baſilica SS. Crucifixi in Biberbach DEO T.O.M. conſecrata & dedicata eſt, dum anno 1697. die verò 15. Septembris non dumtaxat à Reverendiſſimo & Illuſtriſſimo D.D. Euſtachi Egolpho Epiſcopo Dioclenſi (...))
  2. [Anonym]: Ausführliche und vollständige Beschreibung von Biberbach, und der Wallfahrt des heil. Kreuzes allda. Moy, Augsburg 1826, Kap. 3, § 23, S. 50 (Die neuerbaute Pfarr= und Wallfahrtskirche wurde i. J. 1697 den 15. September von Eustach Egolph (...) feyerlich eingeweiht (...))
  3. Moy, Augsburg 1826 (siehe Ref. 2), Kap. 2, § 11, S. 25f (Als nach 296 Jahren nämlich i.J. 1484 diese Kirche so ziemlich zu Grunde gieng, so hat der Augsburgische Suffragan (Weihbischof), und General=Vikar Ulrich Geislinger Bischof zu Adramyt, aus dem Orden des heil. Franziskus, eine abermal neu erbaute Kirche den 30. May wieder förmlich eingeweiht, und das alljährige Kirchweihfest an dem folgenden Sonntag, nach Erhöhung des heil. Kreuzfestes, welches den 14. Sept. fällt, abzuhalten verordnet. So bezeugen alle schriftliche Dokumenten.)

! __







Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History