| Blackwater Worldwide | |
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| Unternehmensform | |
| Gründung | 1997 |
| Unternehmenssitz | 850, Puddin Ridge Road, Moyock, North Carolina |
| Unternehmensleitung |
Erik Prince |
| Branche | Militärische Dienstleistungen (Operationen) |
| Website | blackwaterusa.com |
Blackwater Worldwide (ehemals Blackwater USA) ist die größte amerikanische private Sicherheits- und Militärfirma. Sie wurde 1997 von Erik Prince, einem ehemaligen Angehörigen der United States Navy Seals und Al Clark gegründet. Laut Eigendarstellung ist Blackwater Worldwide militärischer Dienstleister für Regierungsbehörden, Justiz und Bürger. Das Unternehmen bietet ferner Training sowie die Durchführung von strategischen und punktuellen Operationen an.
Das Unternehmen wurde im Oktober 2007 von Blackwater USA in Blackwater Worldwide umbenannt. Im Zuge dessen nahm die Firma auch Veränderungen an ihrem Logo vor. Dieses enthält nun nicht mehr den gekrümmten Schriftzug „Blackwater“.
Inhaltsverzeichnis |
Das Unternehmen Blackwater Worldwide besteht aus mehreren Subunternehmen:
Der Vorsitzende von Blackwater ist Gary Jackson, wie andere leitende Angestellte ein ehemaliger Navy SEAL. Das Blackwater Training Center ist nach Firmenangaben die größte private Schießtrainingsanlage der USA. Es liegt in Moyock, North Carolina und umfasst 24 km² mit über 40 Schießbahnen. Blackwater bietet verschiedene Kurse an, unter anderem Nahkampf- und Scharfschützenausbildung. Es wird auch eine „Blackwater Academy“ angeboten, in der neue Rekruten umfassend ausgebildet werden. Diese Ausbildung wird von Blackwater finanziert, wenn sich die neuen Rekruten verpflichten, exklusiv für Blackwater zu arbeiten.
Am 31. März 2004 wurden die vier Angestellten Scott Helvenston, Wesley Batalona, Jerry Zovko und Michael Teague der Blackwater Security Consulting, die im Irak eine Lieferung des Cateringunternehmens Eurest Support Services als Sicherheitskräfte begleiteten, in der Stadt Falludscha von Aufständischen angegriffen, getötet und verstümmelt. Ihre Leichen wurden von einer aufgebrachten Menge durch die Straßen geschleift und zwei von ihnen später öffentlich an eine Brücke des Euphrat aufgehängt. Ein Video, das die beiden aufgehängten Blackwatermitarbeiter zeigt, wurde von den Aufständischen gedreht und verbreitet. Es war das erste Mal, dass Blackwater, die inzwischen mächtigste Privatarmee weltweit, der internationalen Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde.
Im Januar 2005 verklagten Angehörige der Verstorbenen Blackwater mit der Begründung, die Firma habe aus Gewinnsucht und Unprofessionalität das Leben ihrer Mitarbeiter aufs Spiel gesetzt. Blackwater reagierte jedoch sofort mit einer Gegenklage in Höhe von über zehn Millionen US-Dollar, da die Getöteten angeblich einen Vertrag unterzeichnet hatten, der es untersagte, Blackwater vor ein amerikanisches Gericht zu bringen.[1]
Am 21. April 2005 starben elf Insassen, davon sechs Blackwatermitarbeiter, als der sie transportierende Hubschrauber vom Typ Mi-8 von einer Rakete abgeschossen wurde. Dabei wurde der überlebende bulgarische Pilot, der ein Mitarbeiter einer Firma Namens Skylink war und sich bei dem Absturz eine leichte Beinverletzung zugezogen hatte, vor laufender Kamera wieder auf die Beine geholt und danach zum Weglaufen aufgefordert. Kurz darauf wurde er von Aufständischen hinterrücks erschossen. Diese ganze Szene wurde von den Aufständischen gefilmt und über das Internet verbreitet [2]. Bei den getöteten Blackwater-Mitarbeitern handelte es sich um die US-amerikanischen Staatsangehörigen Robert Jason Gore, Stephen Matthew McGovern, Jason Obert, David Patterson, Luke Adam Petrik sowie Eric Smith. Die restliche Hubschrauberbesatzung bestand aus drei Bulgaren (Lyubomir Kostov, Georgi Naidenov, Stoyan Anchev) und zwei Fidjianern (Waisea Jim Atalifo, Timoci Lalaqila), die nicht bei Blackwater unter Vertrag standen. Am selben Tag wurde ein weiterer Mitarbeiter in der Nähe von Ramadi durch eine Bombe getötet. Dabei handelte es sich um den US-Staatsangehörigen Curtis Hundley[3].
Im Mai 2005 setzte die Firma Reizgas in Bagdad ein, dessen Gebrauch in Kriegsgebieten nur in Ausnahmefällen erlaubt ist. Passanten und mindestens zehn Angehörige der US-Streitkräfte erlitten dabei schwere Augenreizungen und Atemnot.[4]
Auch innerhalb der USA operierte Blackwater. Die Firma erhielt im August 2005 Aufträge für Aufräumarbeiten nach dem Hurrikan Katrina. Dabei übernahm das Unternehmen Logistik- und Sicherungsaufgaben und setzte laut eigenen Angaben Helikopter für Hilfstransporte ein. Die Coast Guard bestritt dies jedoch.[5]
Mitte Dezember 2006 erschoss ein angetrunkener Blackwater-Mitarbeiter den Leibwächter des irakischen Vizepräsidenten Adel Abdul Mahdi. Der Blackwater-Mitarbeiter wurde zwar fristlos entlassen, konnte aber den Irak unbehelligt verlassen. Auch musste er seine Tat bisher nicht vor einem US-Gericht verantworten.[6]
Im Januar 2007 waren Blackwater-Mitarbeiter als Söldner im Süden Somalias am Krieg gegen die Union Islamischer Gerichte beteiligt. Fünf Blackwater-Angestellte wurden in einem umkämpften sunnitischen Gebiet von Bagdad in einem Hubschrauber abgeschossen. Dabei wurden Medienberichten zufolge vier der fünf Personen durch Kopfschüsse am Boden hingerichtet.[7]
Anfang Mai 2007 kam es zu einem Feuergefecht zwischen Blackwater-Mitarbeitern und Sicherheitskräften des irakischen Innenministeriums vor dem Ministeriumsgebäude in Bagdad, das erst durch das Einschreiten der Streitkräfte der Vereinigten Staaten beendet werden konnte.[8]
Im September 2007 wurde Blackwater die Lizenz für den Irak von den dortigen Behörden entzogen, da Mitarbeiter Blackwaters nach einem angeblichen Angriff auf ihren Konvoi in eine Menschenmenge schossen. Bei dieser Aktion wurden auf dem Nissur-Platz in Bagdad 17 Zivilisten getötet und 24 Menschen schwer verletzt.[9] Nach Aussage der Private Security Company Association of Iraq besitzt Blackwater allerdings gar keine gültige Lizenz für seine Aktivitäten im Irak, die von den dortigen Behörden überhaupt entzogen werden könnte. Auch Blackwaters größter Auftraggeber, das US-Außenministerium, konnte nicht bestätigen, dass die beauftragte Sicherheitsfirma über eine aktuelle Lizenz für seine Söldnerdienste im Irak verfüge. Durch das sogenannte „Memorandum 17“ der US-Verwaltung im Irak operieren Blackwater-Mitarbeiter in einer legalen Grauzone: immun gegen irakisches Recht und unbehelligt von amerikanischen Gerichten.[10] Irakische Sicherheitsbehörden wiesen erneut darauf hin, dass dies nicht der erste Fall gewesen sei, bei dem private Sicherheitsdienste Zivilisten im Irak vorsätzlich gefährdet und getötet hätten.[11] Für diesen Zwischenfall der willkürlichen Erschießung von Zivilisten verlangt die Irakische Regierung von der US-Sicherheitsfirma Blackwater eine Entschädigung in Höhe von 136 Mio. US-Dollar (97 Mio. Euro) für die Hinterbliebenen.[12] Fünf Tage nach dem tödlichen Zwischenfall nahmen erste Blackwater-Mitarbeiter, nach Rücksprache mit der irakischen Regierung, ihre Sicherheitsdienste in begrenztem Umfang wieder auf.[13]
Am 22. September 2007 bestätigte die US-Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Blackwater-Angestellte, die beschuldigt werden, illegal Waffen in den Irak geschmuggelt zu haben. Diese Waffen wurden später mutmaßlich an die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) geliefert. Ausgelöst wurde die Untersuchung durch Hinweise von türkischen Behörden, deren Sicherheitskräfte Handfeuerwaffen aus US-amerikanischer Herstellung bei festgenommenen und getöteten PKK-Kämpfern sichergestellt hatten. Sprecher der Staatsanwaltschaft bewerteten die Indizien als ausreichend für eine Anklageerhebung. Der Firmengründer Erik Prince bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet und stritt jegliche Verantwortung ab.[14]
Außerdem fand eine Anhörung des Firmengründers Erik Prince vor einem Kongressausschuss statt. Der von Henry Waxman geführte Ausschuss konfrontierte Prince mit vergangenen Ereignissen, bei denen Mitarbeiter der Firma wegen skandalöser Geschehen im öffentlichen Fokus standen, wie der Erschießung des Leibwächter des irakischen Vizepräsidenten Adil Abd al-Mahdi 2006 durch einen alkoholisierten Firmenmitarbeiter.[15]
Im April 2008 gab das US-Außenministerium bekannt, dass der im Mai auslaufende Vertrag mit Blackwater um ein Jahr verlängert werde. Auch im folgenden Jahr solle Blackwater im Irak amerikanische Diplomaten beschützen.[16]
Am 6. Juni 2008 wurde bekannt, dass die Blackwater Tochtergesellschaft EP Aviation ein Kampfflugzeug vom Typ Embraer EMB 314 Super Tucano von der brasilianischen Herstellerunternehmen Embraer gekauft habe. Die Turbopropmaschine solle zu Übungszwecken ausschließlich in den USA geflogen werden. Nach Angaben der Empresa Brasileira de Aeronáutica S.A. sollen die US-Regierung und die brasilianische Regierung dem Verkauf zugestimmt haben.[17]
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