Blattgold


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Verarbeitung elastischer Goldfolie in Kanazawa, Japan
Goldschläger in Mandalay (Myanmar)
Der mit Blattgold überzogene Phra Sri Rattana Chedi des Wat Phra Kaeo (Bangkok, Thailand)

Blattgold wird seit der Antike verwendet. Hergestellt aus hochgoldhaltigen Legierungen, wird es zu einer extrem dünnen Folie gewalzt und geschlagen. Die Stärke der Goldfolie entspricht zirka einem Fünftel der Wellenlänge des sichtbaren Lichts, also etwa 0,1 Mikrometern oder 100 Nanometern.

Es kann also bis auf zirka 100 – 1000 Atomlagen dünn hergestellt werden. Ein Gramm Gold ergibt bei der üblichen Dicke von 100 Nanometern eine Fläche von zirka einem halben Quadratmeter. Im Auflicht glänzt es goldgelb, im Gegenlicht scheint eine weiße Lichtquelle grünlich-blau durch. Verwendet wird es, um nichtmetallischen Gegenständen das Aussehen von echtem Gold zu geben (Vergolden).

Hergestellt wird Blattgold vom sogenannten Goldschläger mit einem Federhammer; deutsches Zentrum des Handwerks ist Schwabach.

Blattgold wird hauptsächlich zur Vergoldung von Bilderrahmen, Büchern (Goldschnitt), Mobiliar, Figuren, Architekturelementen, Stuck, Ikonen etc. verwendet. Blattgold wird dafür – je nach Zweck und gewünschter Wirkung – mit speziellen Klebemitteln aufgebracht und oftmals anschließend poliert.

Man unterscheidet zwischen der wetterfesten Ölvergoldung (Klebemittel ist das so genannte Mixtion, ein trocknendes Öl bestehend aus Leinöl, Bleiglätte und Terpentinöl), der Leimvergoldung (Klebemittel: organischer Leim auf Kreidegrund) oder der Polimentvergoldung (Kreidegrund sowie mit organischem Leim versetzter feiner Bolus, die sich hervorragend mit Poliersteinen auf Hochglanz polieren lässt).

Im Buddhismus wird Blattgold für rituelle Opferhandlungen gebraucht. Der Verzehr von Blattgold ist ungefährlich und im Danziger Goldwasser, Schwabacher Goldwasser oder Goldcuvée (aromatisiertes, weinhaltiges Getränk aus Weißburgunder-Sekt und Original-Goldlikör) trinkbar. 22-karätiges Blattgold wird als Lebensmittelfarbstoff Gold E 175 auch zum Vergolden von Speisen und Getränken verwendet und dient zum Beispiel Körperbemalern beim Schminken und in der Kosmetik im Allgemeinen zu besonderen Effekten.

Sturmgold

Unter Sturmgold versteht man auf Seidenpapier aufgebrachtes Blattgold zum Vergolden im Freien, d. h. für die Außenverwendung (z. B. Schriften für Grabsteine). Andere Ausdrücke dafür sind: Abziehgold, Transfergold bzw. Turmgold. In der Regel wird es in ein Klebebett eingelegt, dann gesäubert, jedoch lässt es sich nicht in vollem Maße glänzend polieren.

Kompositionsgold

Blattgoldimitation aus Messing bezeichnet man als Kompositionsgold, Schlagmetall oder Rauschgold.

Weiterführende Informationen

Wiktionary Wiktionary: Blattgold – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik






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