
Blutkampfstoffe sind chemische Kampfstoffe, die durch ihre Wirkung die Zellatmung oder den Zellstoffwechsel beeinträchtigen. Alle Blutkampfstoffe sind hochgiftig und selbst in geringsten Dosen tödlich.
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Die Ententemächte setzten Blausäure 1916 als ersten Blutkampfstoff militärisch ein. Kurze Zeit später folgte auch Chlorcyan. Während des 1. Weltkriegs verschoss die französische Armee etwa 4000 Tonnen an Blausäure. Allerdings kam Blausäure nur als Gemisch mit anderen Kampfstoffen zum Einsatz (z. B. Arsenwasserstoff, Arsenchlorid oder Zinn(IV)-Chlorid).
Sehr viele Blutkampfstoffe enthalten Cyanid. Dieses lagert sich an das Eisen(III)-Ion des Häm a3 Kofaktors in der Cytochrom c Oxidase der Atmungskette in den Mitochondrien der Zelle. Dadurch kann das Enzym keinen Sauerstoff mehr binden und die Zellatmung kommt zum erliegen, sog. „inneren Erstickung“. Der sich bildende Eisen(III)-cyanid-Komplex ist sehr stabil. Nur mit einem großen Überschuss an Sauerstoff kann das Cyanid verdrängt werden.
Bei einer Vergiftung steigt der Blutdruck zunächst stark an und fällt dann ebenso rasch wieder ab. Gleichzeitig sinkt der Puls. Da die Sensoren des Körpers einen Luftmangel melden, tritt eine Steigerung der Atemfrequenz auf. Dies alles führt zu Bewusstlosigkeit und schließlich zum Tode. Bei leichten Dosen kommt es zu Kopf- und Gliederschmerzen, Angstzuständen und Schwindelgefühl.
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