| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Brandenburg (Begriffsklärung) aufgeführt. |
| Land Brandenburg Kraj Bramborska |
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| Näheres zur Flagge | |
| Näheres zum Wappen | |
| Sprache | Deutsch, Niedersorbisch, Niederdeutsch[1] |
| Landeshauptstadt | Potsdam |
| Fläche | 29.478,61 km² |
| Einwohnerzahl | 2.536.500 (30. November 2007) |
| Bevölkerungsdichte | 86 Einwohner pro km² |
| Arbeitslosenquote | 13,2 % (Mai 2008) |
| Schulden | 19,0 Mrd. € |
| ISO 3166-2 | DE-BR |
| Kontakt: | |
| Offizielle Webseite: | www.brandenburg.de |
| Politik: | |
| Ministerpräsident: | Matthias Platzeck (SPD) (seit 27. Juni 2002) |
| Regierende Parteien: | Koalition aus SPD und CDU |
| Sitzverteilung im Landtag: | SPD 33 Die Linke. 29 CDU 20 DVU 6 |
| Letzte Wahl: | 19. September 2004 |
| Nächste Wahl: | Herbst 2009 |
| Parlamentarische Vertretung: | |
| Stimmen im Bundesrat: | 4 |
Das Land Brandenburg (niedersorbisch: Kraj Bramborska, plattdeutsch: Bramborg/Brannenborg), ist ein Land im Nordosten Deutschlands. Die Landeshauptstadt ist Potsdam. Brandenburg grenzt im Osten an Polen, im Süden an Sachsen, im Westen an Sachsen-Anhalt, im äußersten Westen an Niedersachsen (ein kurzes Stück an der Elbe) und im Norden an Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem umschließt Brandenburg das zentral gelegene Berlin vollständig.
Das Gründungsdatum der historischen Mark Brandenburg liegt wahrscheinlich im Jahr 1157, als der Askanier Albrecht der Bär das Gebiet eroberte und es zum Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches machte. Von 1415 bis 1918 unterstand die Region dem Fürstengeschlecht der Hohenzollern. Von 1701 bis 1946 teilte die Mark Brandenburg die Geschichte des preußischen Gesamtstaates als dessen Kernland. Die preußische Provinz Brandenburg wurde nach dem Kriegsende zum Land Brandenburg. In der DDR wurde die Region in drei Bezirke geteilt. 1990 wurde das Land Brandenburg wiedergegründet.
Inhaltsverzeichnis |
Das Land Brandenburg ist mit einer Gesamtfläche von 29.476 km² und einer maximalen Nord-Süd-Ausdehnung von 291 km und einer Ost-West-Ausdehnung von 244 km eines der flächengrößten Länder Deutschlands und gleichzeitig das größte der neuen Bundesländer. Das Kerngebiet Brandenburgs wird auch heute noch als Mark Brandenburg bezeichnet. Südöstlich schließt sich die Niederlausitz an. Der wellige Fläming im Südwesten gehörte vor dem Wiener Kongress noch nicht zu Brandenburg.
Die Stadt Berlin und die umschließenden Teile Brandenburgs bilden gemeinsam die Metropolregion Berlin/Brandenburg, deren äußerer Rand als „Speckgürtel“ um Berlin bekannt ist. Typisch für Brandenburg ist die Ausrichtung sämtlicher Infrastruktur auf das inselförmig im Land gelegene Berlin.
Außerhalb der größeren Städte wie Brandenburg an der Havel im Westen oder Frankfurt (Oder) im Osten ist das Land dünn besiedelt. Den Süden des Landes bilden die Niederlausitz, Teile der Oberlausitz und das Elbe-Elster-Land. Zum Land Brandenburg gehören weiterhin das Havelland westlich von Berlin, südlich von Berlin der Teltow und nordöstlich der Barnim. An den Grenzen liegen im Nordwesten die Prignitz, im Nordosten die Uckermark, im Osten das Oderbruch und im Südwesten der Fläming.
→ Hauptartikel: Geologie, Landschaftsentwicklung und Böden in Brandenburg
Das Land Brandenburg liegt im Norddeutschen Tiefland und wurde entscheidend durch die wiederholten Vorstöße des skandinavischen Inlandeises während des Eiszeitalters geprägt. An der Erdoberfläche stehen daher fast ausschließlich eiszeitliche und nacheiszeitliche Ablagerungen an. Am weitesten verbreitet sind Geschiebemergel und Schmelzwassersande. Typisch für die Oberflächenformung sind die Elemente der Glazialen Serie.
Auf Grund der Vielgestaltigkeit der eiszeitlichen Ablagerungen in Brandenburg sind die daraus entstandenen Bodengesellschaften sehr heterogen. Ihre Ertragsfähigkeit reicht von extrem nährstoffarm und unfruchtbar bis hin zu sehr fruchtbar. Dennoch überwiegen flächenmäßig, vor allem im mittleren und südlichen Brandenburg, die nährstoffarmen Sandböden, die dem Land sein charakteristisches Gepräge geben.
Die wesentlichen Großlandschaften Brandenburgs sind von Nord nach Süd der Baltische bzw. Nördliche Landrücken, die Zone der Platten und Urstromtäler sowie der Südliche Landrücken.
Auf beiden Landrücken sind Höhen über 100 m recht häufig. Dem Südlichen Landrücken, der von den Harburger Bergen bis nach Polen reicht (Katzengebirge), werden in Brandenburg der Fläming und seine östliche Fortsetzung, der Lausitzer Grenzwall mit dem Muskauer Faltenbogen zugerechnet. Er ist hier im Durchschnitt höher als der Baltische Landrücken. Jener erstreckt sich von Jütland bis zum Baltikum. Zu ihm gehört die Mecklenburgische Seenplatte, die bis nach Brandenburg hineinragt. In dieser Seenplatte entspringen auch die Flüsse Havel, Rhin und Dosse. Im Südosten und Nordosten reicht Brandenburg über die erwähnten Höhenzüge hinaus. Das betrifft das Lausitzer Urstromtal im äußersten Süden und tief liegende Teile der Uckermark im Nordosten des Landes.
Zwischen den Landrücken liegt das ausgedehnte Gebiet der mittelbrandenburgischen Platten und Urstromtäler. Ausgedehnte Niederungen wie das Rhinluch, das Havelländisches Luch und die Seenkette der mittleren Havel grenzen dabei die inselartig daraus aufragenden Platten wie Barnim, Nauener Platte und die Ländchen mehr oder weniger deutlich voneinander ab. Das Niveau der großen Urstromtäler und der zugehörigen Nebentäler zeigt ein geringes Gefälle von Südost nach Nordwest. Es reicht von etwas über 60 m an der Neiße auf unter 20 m an der Havelmündung. Auch die durchschnittliche Höhe der Platten nimmt von Ost nach West von über 100 m an der Oder auf 40 bis 50 m im Westen ab. Besonders tief liegt das sich östlich anschließende Odertal, welches im Nordosten fast das Niveau des Meeresspiegels erreicht.
Landschaftlich fällt allgemein vor allem der Unterschied zwischen dem Altmoränen- und dem Jungmoränenland auf. Während es im Süden und in der Prignitz nahezu keine natürlichen Seen gibt, ist das jung vergletscherte Gebiet seenreich. Es gibt aber auch dort regionale Unterschiede. Viele hoch gelegene Grundmoränengebiete (wie der Barnim oder das Land Lebus) sind seenarm. Andererseits sind Gebiete, in denen es zu großflächiger Verschüttung und Konservierung von Toteisblöcken kam, durch den Austau des Eises ausgesprochen seenreich, z. B. Teile der westlichen Uckermark.
→ Hauptartikel: Liste der Landschaften in Brandenburg
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Das Land Brandenburg befindet sich im Übergangsbereich zwischen ozeanischem Klima in Westeuropa und kontinentalem Klima im Osten[2]. Aufgrund der relativ geringen Höhendifferenzen sind die klimatischen Unterschiede innerhalb des Landes eher gering, jedoch bei bestimmten Wetterlagen deutlich zu spüren.
Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt um 9 °C. Der kälteste Monat ist für gewöhnlich der Januar, welcher im Mittel eine Temperatur von −1 °C hat. Wärmster Monat ist normalerweise der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 18 °C. Bei der Lufttemperatur macht sich bereits von der im Nordwesten gelegenen Prignitz zur im Südosten befindlichen Niederlausitz eine geringe Zunahme der Kontinentalität bemerkbar. Vor allem in den Wintermonaten ist bei windarmen Strahlungswetterlagen die Lausitz meistens deutlich kälter als die Prignitz.
Mit einer durchschnittlichen Jahresniederschlagssumme von unter 600 mm ist Brandenburg eines der trockensten, vielleicht sogar das niederschlagsärmste Bundesland. Über weite Strecken liegt der durchschnittliche Jahresniederschlag um 550 mm. Lediglich die im Nordwesten (und damit relativ nahe an der Nordsee) gelegene Prignitz erhält Niederschlagssummen, die höher als 600 mm im Jahr liegen. In den anderen brandenburgischen Regionen erreichen bzw. übertreffen nur einige Hochgebiete (z. B. der Hohe Fläming und der Hohe Barnim) die 600-mm-Marke. Östlich der Hochgebiete macht sich ein vergleichsweise geringer Regenschatten bemerkbar, der im extrem tief liegenden Oderbruch sogar etwas deutlicher zu spüren ist. Mit unter 500 mm Jahresniederschlag ist das Oderbruch eine der trockensten Regionen Deutschlands. Aber auch in den anderen Niederungen liegen die durchschnittlichen Niederschlagessummen unter 550 mm im Jahr. Der Niederschlag fällt landesweit vor allem in den Sommermonaten; Winter und Frühjahr gelten als vergleichsweise trocken. Dennoch sind gerade für die Sommermonate lange Abschnitte ohne Niederschläge häufig, in denen die Waldbrandgefahr stark ansteigt.
Die Sonne scheint im Jahr durchschnittlich ca. 1600 Stunden. Damit gilt Brandenburg als vergleichsweise sonnenscheinreiches Bundesland.
Brandenburg gilt als das gewässerreichste Bundesland Deutschlands. Es gibt über 3.000 natürlich entstandene Seen, dazu zahlreiche künstlich angelegte Teiche, Baggerseen und ähnliche Gewässer. Weiterhin existieren über 33.000 km Fließgewässer, deren größter Teil künstlich angelegte Entwässerungsgräben und andere Kanäle sind. Andererseits wird in Brandenburg auf Grund der Niederschlagsarmut das Grundwasser nur sehr langsam erneuert. Die Verweildauer des Wassers in den Gewässern ist daher recht lang und die Selbstreinigung funktioniert nur bedingt.
Größere Flüsse berühren Brandenburg nur randlich. Die Elbe (Gesamtlänge 1091 km) bildet im äußersten Südwesten und Nordwesten die Westgrenze des Landes, die Oder (Gesamtlänge 866 km) auf langer Strecke die Ostgrenze. Weiter südlich ist die Lausitzer Neiße (Gesamtlänge: 256 km) die Ostgrenze des Landes. Lediglich von der 325 km langen Havel liegt der größte Teil in Brandenburg. Ihr größter Nebenfluss, die Spree (400 km), ist länger und wasserreicher als die Oberhavel (165 km). So bilden Spree und Unterhavel zusammen einen 560 km langen Flusslauf.
Alle anderen Fließgewässer in Brandenburg sind kleine Flüsse und Bäche mit regionaler Bedeutung. In Nordbrandenburg sind die Stepenitz, die Dosse, der Rhin, die Uecker und die Finow zu nennen. Im mittleren Teil haben die Plane, die (Jüterboger) Nuthe und die Dahme eine gewisse Bedeutung. Der größte Fluss in Südbrandenburg ist die Schwarze Elster.
Auf Grund seiner eiszeitlichen Entstehungsgeschichte ist Brandenburg extrem reich an natürlich entstandenen Seen. Es existieren mehr als 800 Gewässer mit einer Fläche von mehr als 1 ha. Der größte natürliche See Brandenburgs ist mit einer Fläche von 13,3 km² der Schwielochsee. Es folgen der Scharmützelsee (12,0 km²), der Unteruckersee (10,4 km²), der Parsteiner See (10,0 km²), der Schwielowsee (7,9 km²), der Werbellinsee (7,8 km²) und der Grimnitzsee (7,8 km²). Mit fast 70 m tiefster See des Landes und gleichzeitig der mit der besten Wasserqualität ist der Stechlin.
Zu den zahlreichen natürlichen Seengebieten Brandenburgs kommt zur Zeit ein künstliches hinzu: Durch die Flutung nicht mehr genutzter Tagebaurestlöcher entsteht das Lausitzer Seenland. Mit 13,0 km² ist der Senftenberger See darin momentan das größte Gewässer. 2025 wird es Europas größte künstliche Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtes Seengebiet sein. Der größte See wird dann der Sedlitzer See (13,3 km²) sein, der damit dann auch der größte See in Brandenburg ist. Die Talsperre Spremberg bildet mit 6,7 km² den größten Stausee in Brandenburg.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Brandenburg, Liste der Seen in Brandenburg
Im Land Brandenburg leben 2.542.400 Menschen (Juni 2007), davon sind 1.266.932 männlich (49,5 %) und 1.292.551 weiblich (50,5 %) (Stand Ende 2005). Es ist damit das zehntgrößte Bundesland gemessen an der Bevölkerung. Mit einer Bevölkerungsdichte von 86 Einwohnern je km² ist es nach Mecklenburg-Vorpommern das am dünnsten besiedelte deutsche Land. Brandenburg verfügt mit Potsdam und Cottbus über zwei Großstädte.
Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung beträgt 2,6 % (1990: 0,7 %). [3] Insgesamt haben rund 5 % der Bürger einem Migrationshintergrund, deutschlandweit beträgt die Zahl rund 19 %. [4] In einigen, südlichen Landkreisen und in Cottbus leben 20.000 Sorben (0,8 % der Gesamtbevölkerung) mit eigener Sprache und Kulturgeschichte. [5]
Die Entwicklung der Einwohnerzahl war in den letzten Jahren relativ ausgeglichen; dabei gibt es allerdings starke regionale Unterschiede. Der Brandenburger Verflechtungsraum in der Metropolregion Berlin/Brandenburg wuchs von 1994 bis 2005 um ca. 50 % auf 1 Mio. Einwohner, während weiter abgelegene Städte und Gemeinden viele Einwohner verloren. Brandenburg konnte in den meisten Jahren Wanderungsgewinne verzeichnen, während stärkere Geburtenrückgänge (Wendeknick) dies kompensierten. [6] Historisch war die Region lange ein Zuwanderungsraum, unter anderem durch das Edikt von Potsdam.
In Brandenburg wird hauptsächlich Hochdeutsch gesprochen. Daneben werden Dialekte des Mark-Brandenburgischen und des Berlin-Brandenburgischen gesprochen. Im Grenzgebiet zu Sachsen und Sachsen-Anhalt wird ferner Anhaltisch – ein Dialekt des Thüringisch-Obersächsischen gesprochen, das nah mit dem Hochdeutschen verwandt ist. In der brandenburgischen Niederlausitz spricht man Lausitzische Dialekte. Jener Dialekt und die in Berlin und seinem Umland verwendete Mundart sind dem Ostmitteldeutschen zuzurechnen. Im Barnim ist die Mundart Eberswalder Kanaldeutsch gebräuchlich.
Im östlichen Teil der Niederlausitz in der Umgebung von Cottbus wird außerdem Niedersorbisch, eine westslawische Sprache, von etwa 20.000 Menschen als Muttersprache gesprochen (zweisprachiges Gebiet). Sie ist vom Aussterben bedroht.
Der Wortschatz der brandenburgischen Dialekte ist erfasst und beschrieben im Brandenburg-Berlinischen Wörterbuch.
Sitz des Brandenburgischen Parlaments ist die Landeshauptstadt Potsdam. Zurzeit befindet sich der Landtag noch in dem Gebäude der ehemaligen königlichen Kriegsschule auf dem Brauhausberg. Nach der Fertigstellung des Stadtschlosses (geplant 2011) wird der Landtag in dieses umziehen. Es ist so konzipiert, dass es ein Parlament der fusionierten Länder Berlin und Brandenburg aufnehmen könnte.
Im Landtag Brandenburgs, welcher für fünf Jahre gewählt wird, sind derzeit vier Parteien vertreten. Die letzte Wahl fand am 19. September 2004 statt. Die Wahlbeteiligung stieg erstmals leicht auf 56,4 %. Es ergab sich folgendes Ergebnis: SPD (31,91 % – 33 Abgeordnete), Die Linke.: (27,96 % – 29 Abgeordnete), CDU: (19,43 % – 20 Abgeordnete), DVU: (6,08 % – 6 Abgeordnete), Grüne: (3,60 %) und FDP: (3,33 %). Es bildete sich erneut ein Regierungsbündnis zwischen der SPD und der CDU unter der Führung des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. Sein Stellvertreter ist Ulrich Junghanns (CDU), der gleichzeitig Wirtschaftsminister ist.
Siehe auch: Wahlen zum Brandenburger Landtag
→ Hauptartikel: Brandenburgische Landesregierung
Die Ministerien und Minister des Landes Brandenburg sind:
Die Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg seit 1945 waren:
Als drittes Verfassungsorgan besteht ein Verfassungsgericht des Landes Brandenburg.
→ Hauptartikel: Verfassung des Landes Brandenburg
Die Brandenburgische Verfassung wurde am 14. April 1992 vom Landtag als Entwurf verabschiedet. Per Volksentscheid wurde der Entwurf von der Brandenburgischen Bevölkerung am 14. Juni 1992 angenommen. Sie trat daraufhin mit der Verkündung am 20. August 1992 in Kraft.
Nach der Brandenburgischen Verfassung (Artikel 4) ist der rote märkische Adler auf weißem Feld das Wappen des Landes Brandenburg. Die Landesflagge ist Rot-Weiß mit zentriertem Landeswappen. Er ist zudem Bestandteil der Wappen vieler Gemeinden und Städte auf dem Gebiet der ehemaligen Mark Brandenburg. Der märkische Adler zeigt sich freischwebend von vorn mit ausgebreiteten Schwingen und nach links blickend. Er ist in der Farbe Rot gehalten, golden bewehrt und rot gezungt. Die Fänge sind geöffnet und seine Schwingen sind je mit einen goldenen Kleestengel belegt. Das Schild des Wappens ist Weiß.
Der märkische Adler und das Wappen stammen aus dem 12. Jahrhundert, er tritt erstmals in dem Standbildsiegel des Askanier Ottos I., dem Sohn Albrechts des Bären, von 1170 auf.
Nach der Wiedervereinigung wurden dem Wappen seine früheren Beigaben (Schwert, Brustschild usw.) entfernt, die noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Teil des Wappens waren.
→ Hauptartikel: Geschichte Brandenburgs
Das Gebiet des heutigen Brandenburgs wurde seit der Zeit der Völkerwanderung von westslawischen Stämmen besiedelt. Während der ersten Phase der deutschen Ostexpansion (Ostsiedlung) eroberte 929 ein ostfränkisches Heer unter König Heinrich I. das Gebiet der Heveller mit der Brandenburg. Sie wurden deutscher Lehensherrschaft unterworfen und tributpflichtig. Zur Christianisierung der Slawen wurden die Bistümer Havelberg und Brandenburg gegründet und dem Erzbistum Magdeburg unterstellt. Da die Spannungen in der Mark stetig zunahmen, bildeten die slawischen Stämme den Liutizenbund. Im Großen Slawenaufstand wurde 983 das Gebiet Brandenburgs zurückerobert. Für über hundert Jahre wurde die deutsche Herrschaft östlich der Elbe abgeschüttelt. Aber der Expansionsdrang der großen Nachbarn Heiliges Römisches Reich und Polen sorgte für einen fast ununterbrochenen Kriegszustand.
Als der Hevellerfürst Pribislaw 1150 kinderlos starb, hatte er sein Land Albrecht dem Bären vermacht. Damit waren aber Erbansprüche des Spreewanenfürsten Jaxos übergangen worden. Dieser eroberte 1153 die Brandenburg kurzzeitig zurück, welche aber 1157 diesmal endgültig von Albrecht zurückerobert werden konnte. Dieser Tag gilt im allgemeinen als der Gründungstag der Mark Brandenburg. Vor der nun in großem Maße einsetztenden deutschen und flämischen Besiedelung zogen sich die Heveller großenteils in Fischerdörfer (Kietze) zurück. Noch bis ins 15. Jahrhundert lebten Deutsche und Wenden nebeneinander, vielerorts in getrennten Siedlungen. Nach dem Aussterben des Askanischen Herrschergeschlechts in Brandenburg 1320, folgte bis 1415 eine Herrscherlose Zeit, in der die Mark Brandenburg in chaotischen Verhältnissen geriet und sich ein ausgeprägtes Raubrittertum entwickelte.
Ab 1415 unterstand die Region dem Fürstengeschlecht der Hohenzollern, die das Land erfolgreich befriedeten und die Zentralmacht wiederherstellen konnten. Die durch den Dreißigjährigen Krieg zerstörte und verarmte Mark Brandenburg wurde seit 1640 durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm schrittweise wieder aufgebaut. Unterbrochen wurde dieser Prozess in Brandenburg kurzzeitig durch den Einfall der Schweden von 1674 bis 1675. Von 1701 bis 1946 teilte die Mark Brandenburg die politische Geschichte des preußischen Gesamtstaats. Historisch bildete Brandenburg (zusammen mit Berlin, das Teil Brandenburgs war) das Kernland Brandenburg-Preußens – Brandenburg war nach 1815 die größte preußische Provinz. Berlin schied erst mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 aus der damaligen Provinz Brandenburg aus.
In der Endphase des Zweiten Weltkriegs besetzte die Rote Armee das Territorium. Die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie fielen an Polen (siehe auch Deutsch-Polnischer Grenzvertrag 1990).
Noch 1945 wurde die Provinz Brandenburg innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gebildet. Diese bestand aus den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt (Oder) der ehemaligen preußischen Provinz Brandenburg, allerdings ohne die gesamte Neumark östlich der Oder. Im Herbst 1946 trat erstmals der brandenburgische Landtag zusammen. Im Gegensatz zu den übrigen Provinzen der SBZ konnte sich Brandenburg beim politischen Neuanfang auf keine Tradition eigener Parlamente oder Regierungen berufen, da die alte Provinz Brandenburg unmittelbar der preußischen Regierung unterstanden hatte. Im Juli 1947 erfolgte nach der Auflösung von Preußen die Umbenennung in Land Brandenburg mit einer Größe von 27.612 Quadratkilometern. Bereits 1949 verloren die Institutionen des Landes mit der Gründung der DDR weitgehend ihre Funktionen. 1952 wurde das Land im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR gänzlich aufgelöst und in die drei Bezirke Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam aufgeteilt. Der Landkreis Perleberg fiel an den Bezirk Schwerin, die Landkreise Prenzlau und Templin an den Bezirk Neubrandenburg.
Am 3. Oktober 1990 wurde das Land Brandenburg neu gegründet durch Zusammenlegung der Bezirke Cottbus (ohne die Kreise Hoyerswerda, Jessen und Weißwasser), Frankfurt (Oder) und Potsdam zuzüglich der Kreise Perleberg, Prenzlau und Templin. Am 26. Oktober 1990 trat der neue Brandenburgische Landtag zu seiner ersten Sitzung zusammen. Das Partnerland Brandenburgs zum Aufbau der neuen Strukturen war Nordrhein-Westfalen. Von 1990 bis 2002 prägte Ministerpräsident Manfred Stolpe die politische Entwicklung Brandenburgs. Im Mai 1996 entscheiden sich die Brandenburger bei einer Volksabstimmung mit Mehrheit gegen eine Vereinigung der Länder Berlin und Brandenburg.
Nach 1990 gab es einige Gebietsänderungen, gemäß dem Staatsvertrag vom 9. Mai 1992, welcher am 1. Juli 1992 in Kraft trat. Die Gemeinden Bagemühl, Grünberg, Nechlin, Woddow, Wollschow-Menkin und die Stadt Brüssow des Landkreises Pasewalk sowie die Gemeinden Fahrenholz, Güterberg, Jagow, Lemmersdorf, Lübbenow, Milow, Trebenow, Wilsickow, Wismar und Wolfshagen des Landkreises Strasburg wurden in den bestehenden Gemeinde- und Gemarkungsgrenzen aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern ausgegliedert und in das Land Brandenburg eingegliedert. Zudem wurden die Gemeinden Besandten, Eldenburg, Lanz, Lenzen, Mellen und Wootz in den bestehenden Gemeinde- und Gemarkungsgrenzen aus Mecklenburg-Vorpommern ausgegliedert und in das Land Brandenburg eingegliedert. Die Gemeinden Dambeck und Brunow sowie die Ortsteile Pampin und Platschow der Gemeinde Berge wurden in den bestehenden Gemeinde- und Gemarkungsgrenzen aus dem Land Brandenburg ausgegliedert und in das Land Mecklenburg-Vorpommern eingegliedert.
Seit der Neubildung der Landkreise 1993 unterteilt sich Brandenburg in 14 Landkreise und 4 kreisfreie Städte. Eine Besonderheit ist, dass kein Landkreis nach der darin befindlichen Kreisstadt benannt ist, dies ist einzigartig in Deutschland. Die Namen der brandenburgischen Landkreise und Kreisstädte (im zweisprachigen Gebiet auch auf Niedersorbisch) und ihre Fahrzeugkennzeichen sind:
| Nr. | Wappen | Landkreis | Kreisstadt | Einwohner | Fläche |
|---|---|---|---|---|---|
| Landkreise: | |||||
| 1. | Barnim (BAR) | Eberswalde | 177.396 | 1.494,33 | |
| 2. | Dahme-Spreewald (LDS)
Damna-Blota |
Lübben (Spreewald) | 161.756 | 2.261,09 | |
| 3. | Elbe-Elster (EE) | Herzberg (Elster) | 119.773 | 1.889,34 | |
| 4. | Havelland (HVL) | Rathenow | 155.408 | 1.717,15 | |
| 5. | Märkisch-Oderland (MOL) | Seelow | 191.998 | 2.127,99 | |
| 6. | Oberhavel (OHV) | Oranienburg | 201.289 | 1.795,77 | |
| 7. | Oberspreewald-Lausitz (OSL)
Gorne Blota-Lužyca |
Senftenberg | 129.581 | 1.216,65 | |
| 8. | Oder-Spree (LOS) | Beeskow | 189.185 | 2.242,71 | |
| 9. | Ostprignitz-Ruppin (OPR) | Neuruppin | 106.830 | 2.509,22 | |
| 10. | Potsdam-Mittelmark (PM) | Belzig | 204.007 | 2.575,05 | |
| 11. | Prignitz (PR) | Perleberg | 87.221 | 2.123,31 | |
| 12. | Spree-Neiße (SPN)
Sprjewja-Nysa |
Forst (Lausitz) | 135.017 | 1.647,89 | |
| 13. | Teltow-Fläming (TF) | Luckenwalde | 162.383 | 2.092,08 | |
| 14. | Uckermark (UM) | Prenzlau | 136.783 | 3.058,08 | |
| Kreisfreie Städte: | |||||
| 1. | Brandenburg an der Havel | 73.475 | 228,80 | ||
| 2. | Cottbus
Chóśebuz |
103.837 | 164,28 | ||
| 3. | Frankfurt (Oder) | 62.594 | 147,61 | ||
| 4. | Potsdam | 150.113 | 187,27 | ||
Brandenburg wird ab 2007 in zwei NUTS-2-Regionen sowie weiterhin in fünf Planungsregionen (Regionale Planungsgemeinschaften) gegliedert, die räumlich Bundesraumordnungsregionen entsprechen und die sich aus den kreisfreien Städten und Landkreisen zusammensetzen, wie in der nachstehenden Übersicht angegeben (diese Regionen sind keine Verwaltungseinheiten):
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Das Land Brandenburg gliedert sich in insgesamt 420 Gemeinden, darunter 112 Städte, von denen 4 Städte kreisfrei sind. (Stand: 31. Dezember 2006). Zu den größeren Städten und Gemeinden zählen: (Einwohnerzahlen nach den Gebietsstanden 2000 und 2006, in Klammern der niedersorbische Name.)
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Brandenburger Straße in Potsdam |
Der Altmarkt in Cottbus |
Blick über Brandenburg an der Havel |
| Stadt/ Gemeinde |
Landkreis | Einwohner Gebietsstand 2000 31. Dez. 2000 |
Einwohner Gebietsstand 2006 31. Dez. 2000 |
Einwohner Gebietsstand 2006 31. Dez. 2006 |
Veränderung der Gemeinde in % |
Veränderung im Gebiets- stand 2006 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Potsdam ¹ | kreisfreie Stadt | 129.324 | 140.668 | 148.813 | +15,1 % | +5,8 % |
| Cottbus (Chóśebuz) ¹ | kreisfreie Stadt | 108.491 | 113.618 | 103.837 | −4,3 % | −8,6 % |
| Brandenburg an der Havel ¹ | kreisfreie Stadt | 77.516 | 78.404 | 73.475 | −5,2 % | −6,3 % |
| Frankfurt (Oder) | kreisfreie Stadt | 72.131 | 72.131 | 62.594 | −13,2 % | −13,2 % |
| Eberswalde ¹ | Barnim | 44.623 | 44.623 | 41.787 | −6,4 % | −6,4 % |
| Oranienburg ¹ | Oberhavel | 29.872 | 40.148 | 41.267 | +38,1 % | +2,8 % |
| Falkensee | Havelland | 33.791 | 33.791 | 39.008 | +15,4 % | +15,4 % |
| Schwedt/Oder ¹ | Uckermark | 39.683 | 42.261 | 36.677 | −7,6 % | −13,2 % |
| Bernau bei Berlin ¹ | Barmin | 24.861 | 33.086 | 35.546 | +43,0 % | +7,4 % |
| Eisenhüttenstadt | Oder-Spree | 41.493 | 41.493 | 33.914 | −18,3 % | −18,3 % |
| Königs Wusterhausen ¹ | Dahme-Spreewald | 17.262 | 31.522 | 33.201 | +92,3 % | +5,3 % |
| Fürstenwalde/Spree | Oder-Spree | 34.044 | 34.044 | 33.121 | −2,7 % | −2,7 % |
| Neuruppin | Ostprignitz-Ruppin | 32.598 | 32.598 | 31.939 | −2,0 % | −2,0 % |
| Senftenberg ¹ | Oberspreewald-Lausitz | 24.740 | 31.374 | 28.071 | +13,5 % | −10,5 % |
| Rathenow ¹ | Havelland | 26.639 | 28.811 | 26.640 | +0,0 % | −7,5 % |
| Strausberg | Märkisch-Oderland | 26.221 | 26.221 | 26.402 | +0,7 % | +0,7 % |
| Hennigsdorf | Oberhavel | 26.306 | 26.306 | 26.007 | −1,1 % | −1,1 % |
| Spremberg (Grodk) ¹ | Spree-Neiße | 26.230 | 28.160 | 25.952 | −1,1 % | −7,8 % |
| Blankenfelde-Mahlow ¹ | Teltow-Fläming | 10.241 | 21.307 | 24.907 | +143,2 % | +16,9 % |
| Ludwigsfelde ¹ | Teltow-Fläming | 23.031 | 24.183 | 24.371 | +5,0 % | +0,8 % |
| Hohen Neuendorf ¹ | Oberhavel | 18.922 | 19.338 | 23.337 | +23,3 % | +20,7 % |
| Werder (Havel) ¹ | Potsdam-Mittelmark | 15.115 | 22.218 | 23.015 | +52,3 % | +3,6 % |
| Forst (Lausitz) (Baršć) | Spree-Neiße | 24.309 | 24.309 | 22.112 | −9,0 % | −9,0 % |
| Luckenwalde | Teltow-Fläming | 22.389 | 22.389 | 21.176 | −5,4 % | −5,4 % |
| Guben (Gubin) | Spree-Neiße | 25.245 | 25.245 | 20.885 | −17,3 % | −17,3 % |
| Wandlitz ¹ | Barmin | 4.547 | 18.494 | 20.760 | +356,6 % | +12,3 % |
| Prenzlau ¹ | Uckermark | 20.617 | 22.737 | 20.735 | +0,6 % | −8,8 % |
| Teltow | Potsdam-Mittelmark | 17.938 | 17.938 | 20.315 | +13,3 % | +13,3 % |
| Wittenberge | Prignitz | 22.163 | 22.163 | 19.566 | −11,7 % | −11,7 % |
| Finsterwalde | Elbe-Elster | 20.103 | 20.103 | 18.516 | −7,9 % | −7,9 % |
| Lauchhammer | Oberspreewald-Lausitz | 20.769 | 20.769 | 18.396 | −11,4 % | −11,4 % |
¹ Im Zeitraum 2000 bis 2006 fanden Eingemeindungen und Ortszusammenschlüsse statt
Siehe auch: Liste der Städte und Gemeinden in Brandenburg
→ Hauptartikel: Berlin-Brandenburg
1996 fand ein Volksentscheid über einen Staatsvertrag zur Fusion von Brandenburg und Berlin statt. In Brandenburg gab es eine Mehrheit von Nein-Stimmen. Es wurde jedoch nicht die Mindestzustimmung (Quorum) von 25 % der Wahlberechtigten erreicht. Damit wäre der Vertrag auch ohne eine einzige Brandenburger Nein-Stimme nicht in Kraft getreten. Hauptargumente gegen die Zustimmung in Brandenburg war die zahlenmäßige Unterlegenheit der ländlichen Brandenburger gegenüber den städtischen (Berlin & „Speckgürtel“) Interessen bei 2,5 Millionen Brandenburgern gegenüber 3,5 Millionen Berlinern. Außerdem hätte der gestaffelte Abbau des Stadtstaatenprivilegs für Berlin längerfristig jährliche Verluste von 2 Mrd. € beim Länderfinanzausgleich ergeben.
Die vom heutigen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck lange befürwortete Alternative eines Nord-Ost-Landes inkl. Mecklenburg-Vorpommern und der Sachsen-Anhaltischen Altmark und damit einer ländlichen Mehrheit wurde nie ernsthaft verfolgt. Auch den Vorschlag eines Länderrates, einer Art Mini-Bundesrat, besetzt nach einem Flächenschlüssel, hat die Brandenburger Landesregierung nie in die Verhandlungen mit Berlin eingeführt.
Jedoch gibt es bereits jetzt eine Vielzahl von Bestrebungen, die letztlich auf eine Fusion der beiden Länder abzielen, wie etwa die Fusion des SFB mit dem ORB zum RBB oder die Fusion der Deutschen Rentenversicherung Berlin mit der Deutschen Rentenversicherung Brandenburg zum 1. Mai 2006 zur Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg. Auch die Regierungschefs beider Bundesländer haben sich zum grundsätzlichen Ziel der Länderfusion bekannt.
Brandenburgs Industrie hat ihren Schwerpunkt entlang der A 10 rund um die Stadt Berlin sowie in den gesicherten industriellen Kernen. Bei Eisenhüttenstadt an der Oder, in Hennigsdorf und in Brandenburg an der Havel befinden sich Stahlwerke. Außerdem gibt es in Brandenburg an der Havel ein Druckmaschinenwerk der Heidelberger Druckmaschinen AG und ein Getriebewerk der ZF Friedrichshafen. Eine Triebwerk-Produktionsfabrik der Firma Rolls-Royce befindet sich in Dahlewitz im Landkreis Teltow-Fläming. Weiterhin befindet sich südlich von Berlin viele Logistikfirmen sowie im Industriegebiet Ludwigsfelde ein Mercedes-Benz Autowerk, der Flugmotorenhersteller MTU Aero Engines und ein VW-Ersatzteilewerk.
In Schwedt/Oder im Nordosten Brandenburgs befindet sich ein industrieller Schwerpunkt mit einer Erdölraffinerie (PCK Raffinerie GmbH) und zwei Papierfabriken. In Frankfurt (Oder) befinden sich mehrere Solarfabriken, die Region will sich als Solarstadt profilieren. Im Süden Brandenburgs befinden sich mehrere Braunkohlegruben, die in Form des offenen Tagebaues genutzt werden, um die Großkraftwerke (Gesamtleistung: ca. 5.000 MW) der Vattenfall Europe AG zu versorgen.
Jenseits der gesicherten industriellen Kerne sind die Berlin-fernen Teilräume des Landes von der Ernährungsindustrie, dem Holzgewerbe sowie der Landwirtschaft geprägt. Künftig wird ein Schwerpunkt der Landesentwicklung verstärkt auf den Tourismus gelegt, da hier in den letzten Jahren hohe Wachstumsraten erzielt wurden.
In der Region um die Landeshauptstadt Potsdam befindet sich ein Schwerpunkt für forschungsnahe Unternehmen aufgrund der Vielzahl der Forschungsinstitute. Die Region ist laut einer Untersuchung der Boston Consulting Group, A. T. Kearney und BioCom der führende Biotech-Standort in Deutschland und zählt mit insgesamt 160 Unternehmen und 3.200 direkt Beschäftigten zu den bedeutendsten Biotechnologiestandorten in Europa. [7]
Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Brandenburg einen Index von 81.4 (EU-27:100) (2004).[8] Der Vergleich der Bundesländer ergab 2006 gemäß einer Studie der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft folgende Stärken und Schwächen in Brandenburg: Zu den Stärken zählen geringe Hebesätze der Gewerbesteuer, ein hoher Anteil an Unternehmungsgründungen und eine hohe Investitionsquote der öffentlichen Haushalte. Zudem war der Zuwachs der öffentlichen Schulden geringer als im Bundesschnitt und die Wissenschaftsausgaben wurden erhöht, während sie im Bundesschnitt sanken. Zu den Schwächen zählen unter anderem das relativ geringe Ausbildungsplatzangebot, die Rolle der Bürokratie und die geringere Arbeitsproduktivität. [9] Trotz der seit 2006 einsetzenden Entspannung auf dem Arbeitsmarkt weist Brandenburg eine bundesweit überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit auf. Innerhalb des Bundeslandes bestehen regional aber extreme Unterschiede. Während der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit einer Quote von 8,8 % und die kreisfreie Stadt Potsdam mit 8,9 % annähernd den Bundesdurchschnitt erreichen, beträgt die Arbeitslosenquote im Landkreis Uckermark 21,1 % und ist damit nach der kreisfreien Stadt Görlitz die höchste Quote bundesweit.[10]
Brandenburgs Hauptverkehrswege laufen sternförmig auf Berlin zu. Dies gilt sowohl für Eisenbahnstrecken, als auch für Straßen und Wasserstraßen.
Im Schienenverkehr sind die Eisenbahnstrecken durch den Berliner Außenring verbunden, der sich zum größten Teil in Brandenburg befindet.
Im Straßenverkehr beginnen fast alle Autobahnen im Land Brandenburg auf dem „Berliner Ring“ genannten Autobahnring Bundesautobahn 10, der größtenteils durch Brandenburger Gebiet verläuft. Des Weiteren verlaufen mehrere Bundes- und Europastraßen durch das Land Brandenburg. Es gab 2004 86.409 Neuzulassungen für Kfz in Brandenburg. Die Autobahnen im Land Brandenburg sind: