| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Sömmerda | |
| Verwaltungsge- meinschaft: |
Buttstädt | |
| Höhe: | 201 m ü. NN | |
| Fläche: | 18,31 km² | |
| Einwohner: | 2644 (31. Dez. 2006)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 144 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 99628 | |
| Vorwahl: | 036373 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SÖM | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 68 006 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Großemsener Weg 5 99628 Buttstädt |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jens Krumsdorf (FDP) | |
| Lage der Stadt Buttstädt im Landkreis Sömmerda | ||
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Buttstädt ist eine Kleinstadt im Landkreis Sömmerda in Thüringen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Buttstädt.
Inhaltsverzeichnis |
Buttstädt befindet sich im östlichen Teil des Thüringer Beckens, an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt, zwischen Ettersberg und Finne.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Buttstädt erfolgt als Butesstat im sogenannten Brevarium Lulli zwischen den Jahren 775 und 786, als die Schutzherrschaft Karl des Großen über das Kloster Hersfeld begann. Markgraf Ekkehard von Meißen wird reichlich einhundert Jahre später als Stadtgründer genannt. Im 9. Jahrhundert geht der Ort aus Unterlagen im Kloster Fulda hervor. Seit 1331 ist der Ort eine Stadt, das Stadtrecht selbst wurde jedoch erst 1392 verliehen. Ab 1408 erhält die Stadt eine eigenständige Gerichtsbarkeit.
Nach dem großen Stadtbrand von 1684 erhielt Buttstädt als Ausgleich für das verheerende Brandunglück das Privileg, neben den drei bereits bestehenden Jahrmärkten zu Johannis, Michaelis und Allerheiligen einen vierten Markt abzuhalten, den sog. Fastenmarkt. Die erste schriftliche Erwähnung eines freien Jahrmarktes findet sich in einem Schreiben des Erfurter Rates aus dem Jahre 1428. In dieser Zeit wurden insbesondere Rinder in gewaltigen Stückzahlen angetrieben. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Buttstädt zur Stadt der Pferdemärkte, wodurch der Ort zu einem beachtlichen Wohlstand gelangte, der wiederum eine rege Bautätigkeit auslöste. Dem Engagement vieler Bürger ist es zu verdanken, dass sich seit 1982 der Thüringer Pferdemarkt der Neuzeit in Buttstädt zu einem wahren Volksfest entwickelt hat und jedes Jahr zum ersten Juliwochenende tausende Besucher in seinen Bann zieht. Buttstädt war verkehrstechnisch ab 1874 durch zahlreiche Bahnstrecken erschlossen. Ab dem 15. Jahrhundert wurde Buttstädt durch seine Viehmärkte bekannt.
Von 1697 bis gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts war Buttstädt Sitz einer Superintendentur und nach Aufhebung der eigenständischen Gerichtsbarkeit im Jahre 1812 dann einem Großherzoglichen Stadtgericht zugeordnet, welches 1817 im Amt Buttstädt, dann 1850 im Justizamt und schließlich 1879 im Amtsgericht aufging.
Bei Arbeiten am Kirchturm im Jahre 1782 fand sich u. a. folgende Nachricht: König Friedrich der Große von Preußen hat im Siebenjährigen Krieg, vor der Schlacht bei Roßbach, vom 03. bis 11. Oktober 1757 im Schall´schen Hause in der Oberstadt im Quartier gelegen. Er war damals bereits gichtkrank und konnte an einem Feldlager nicht mehr teilnehmen. Wo genau das Schall´sche Haus gestanden hat, ist heute nicht mehr bekannt.
Im Jahre 1874 wurde die Eisenbahnlinie nach Straußfurt und Großheringen eröffnet. 1891 folgte der Anschluss an das Schmalspurnetz der Weimar-Rastenberger Eisenbahn. Die wechselvolle Verkehrsgeschichte der Privatbahnen wird auf einer Internetdokumentation separat behandelt.
Mit Beginn der Zeit des Nationalsozialismus und der einsetzenden Verfolgung von Bürgern aus politischen, rassistischen und religiösen Gründen setzte auch Widerstand aus der Arbeiterklasse ein. Zu ihnen gehörte Johannes Enke, der 1945 an den Folgen seiner Haft im KZ Buchenwald verstarb. An ihn erinnerte in der DDR-Zeit eine Straße. Die 1938 gemeldeten zehn jüdischen Bürger der Stadt wurden verfolgt, in die Emigration getrieben bzw. ermordet. Auch eine Sinti-Familie und ein homosexueller Mann wurden Opfer der Nazidiktatur. Während es Zweiten Weltkrieges mussten über 400 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: bei einem Omnibusbetrieb, bei der Bahnmeisterei, beim Raiffeisenlager, im Stadtgut Becker. Zahlreiche Opfer der Zwangsarbeit wurden auf dem Friedhof begraben, ihre Gräber sind aber nicht mehr auffindbar.[2]
Entwicklung der Einwohnerzahl:
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Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Bei der Kommunalwahl 2004 ist der ehrenamtliche Bürgermeister Jens Krumsdorf (FDP) gewählt worden.
Blasonierung: „In Blau ein silbern gekleideter Engel mit goldenem Schwert in der erhobenen Rechten, in der Linken eine goldene Waage haltend, zu seinen Füßen ein auf dem Rücken liegender grüner Drachen, belegt mit einem kleinen blauen Schild, darin eine silberne Lilie.“
Bereits auf dem ersten Siegel aus dem 14./15. Jahrhundert ist eine silberne Lilie zu sehen sowie der Erzengel Michael, der Schutzpatron der Stadtkirche.
Der Erzengel Michael lässt sich als Drachentöter und später als Seelenwäger deuten. Die silberne Lilie auf blauem Grund ist das Symbol der reinen Gerechtigkeit.
Die Stadt Buttstädt besitzt einen mittelalterlichen Stadtkern. Die teilweise noch vorhandene Stadtmauer, das Brückentor und das Rastenberger Tor stehen neben weiteren 42 Einzelobjekten unter Denkmalschutz. Besonders sehenswert ist die spätgotische Michaeliskirche (Baubeginn 1511) mit ihrem um 1727 entstandenem Kanzelaltar aus Holz (mit 14 lebensgroßen Figuren) und das Renaissance-Rathaus (1501–1606). In unmittelbarer Nähe befindet sich der Michaelisbrunnen von 1597 mit dem Schutzpatron der Stadt, St. Michael.
Historisch besonders bemerkenswert ist der Campo Santo, ein Friedhof aus dem Ende des 16. Jahrhunderts mit ca. 160 Grabsteinen des Barock, Rokoko und Klassizismus. Seit einigen Jahren erfolgen aufwändige Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten, doch ist diese historische Friedhofsanlage, als vermutlich in italienisch-französischem Stil und somit einzigartig nördlich der Alpen ausgewiesen, auch gegenwärtig für den Publikumsverkehr zugänglich. Der Anlage vergleichbar ist nur noch der Stadtgottesacker in Halle (Saale) erhalten.
Die Ohrenschützer als Kälteschutz wurden am 14. November 1902 von Hugo Hüttenrauch in Buttstädt erfunden und patentrechtlich geschützt. Nach der Verstaatlichung Anfang der 70er Jahre durch die DDR wurde der Betrieb am 31. Dezember 1975 gänzlich eingestellt.
Buttstädt ist durch die Straßen L1057, L1058 und die Oberwendenstraße an das Verkehrsnetz angebunden. Die ÖPNV Sömmerda und Weimar mbH versorgen Buttstädt mit den Linien 276, 277 und 278. Am Bahnhof in Buttstädt fahren Regionalbahnen in Richtung Straußfurt, Sömmerda, Großheringen, Eckartsberga und Naumburg. Die Bahnstrecke Straußfurt–Großheringen über Buttstädt und Sömmerda wird auch als Pfefferminzbahn betitelt.
In Buttstädt befinden sich die Grundschule Sophienschule, die staatliche Prof.-Gräfe-Regelschule und das Staatliche regionale Förderzentrum Buttstädt.
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