BwFuhrparkService


BwFuhrparkService GmbH
Bild:BwFuhrparkServiceLogo.jpg
Unternehmensform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 2002
Unternehmenssitz Troisdorf, Deutschland
Unternehmensleitung

Dr. Jürgen Kieschoweit, Geschäftsführer (Sprecher) Rolf Lübke, Geschäftsführer,
Dietmar Zimmer, Geschäftsführer

Mitarbeiter 330
Branche Militärdienstleister
Produkte

Autovermietung
Fuhrparkmanagement

Website www.bwfuhrpark.de

Die BwFuhrparkService GmbH ist ein Unternehmen, an dem die Deutsche Bahn (über den Unternehmensbereich Infrastruktur und Dienstleistungen) zu 24,9 % und das Bundesministerium der Verteidigung zu 75,1 % beteiligt sind. Es verwaltet die zivilen (handelsüblichen) Alltagsfahrzeuge, LKW und Baumaschinen der Bundeswehr und vermietet sie den Einrichtungen der Bundeswehr. Diese Dienste werden auch Behörden und ausländischen Streitkräften angeboten. Da die BwFuhrparkService GmbH ein bundeseigenes Unternehmen ist, verbleiben die erwirtschafteten Gewinne beim Staat. Aus diesem Grunde ist der Gewinnanteil in der Miete auf 2,5 Prozent (der Selbstkosten) begrenzt. Die Mietpreise müssen einzeln vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung genehmigt werden.

Die BwFuhrparkService GmbH hat ihre Unternehmenszentrale in Troisdorf bei Bonn. Sie wurde 2002 gegründet und hat ca. 330 eigene Mitarbeiter sowie knapp 1.900 "beigestellte" zivile Kraftfahrer des Bundes. Zur Abwicklung seiner Aufgaben verfügt das Unternehmen über 24 Mobilitätscenter, die in neun Regionen zusammengefasst sind.

Einsparungen sollen durch den Ersatz der Fahrzeuge zum wirtschaftlich optimalen Zeitpunkt und durch wirtschaftlicheres Verhalten der Nutzer erreicht werden. Die BwFuhrparkService GmbH wirkt durch Fuhrparkberatungen vor Ort und durch eine transparente Kostenstruktur auf dieses wirtschaftlicher Verhalten hin. Durch die von den Mobilitätscentern angebotenen Produkte, wie Lang- und Kurzzeitmiete, können die Fahrzeuge flexibel bereitgestellt und besser ausgelastet werden.

Eine erste Erfolgskontrolle durch das Bundesministerium der Verteidigung nach zwei Jahren Betrieb (2004) ergab, dass die Kosten pro Kilometer um knapp 20 Prozent gesenkt werden konnten. Das Durchschnittsalter der Bundeswehr-Fahrzeugflotte ist um ca. 70 Prozent gesenkt worden, was weitere Effekte im Hinblick auf Sicherheit, Ergonomie und Umweltschutz bewirkt. Allein der Rußpartikelausstoß der handelsüblichen Flotte konnte um über 70 Prozent gesenkt werden. Im Jahr 2005 wurde die BwFuhrparkService GmbH durch eine externe Zertifizierungsstelle nach der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2000 zertifiziert.

Angebot

Heck eines durch die BwFuhrparkService GmbH bereitgestellten KFZ
Heck eines durch die BwFuhrparkService GmbH bereitgestellten KFZ
Mercedes Benz Axor 1829 A 4x4. Lkw der Kategorie "handelsüblich mit militärischer Sonderausstattung" (hümS). Zusammen mit dem MAN TGA 18.360 4x4 BB lösen sie die alten teilmilitarisierten Lkw der Bundeswehr ab
Mercedes Benz Axor 1829 A 4x4. Lkw der Kategorie "handelsüblich mit militärischer Sonderausstattung" (hümS). Zusammen mit dem MAN TGA 18.360 4x4 BB lösen sie die alten teilmilitarisierten Lkw der Bundeswehr ab

Die BwFuhrparkService GmbH bietet der Bundeswehr folgende Leistungen an:

  • Fahrzeugleasing für den Grundbedarf
  • Vermieten von Fahrzeugen für den Spitzenbedarf
  • Carsharing
  • Flottenmanagement, wie z.B. Reparatur-, Schadens- und Tankkarten-Management, Überwachung gesetzlicher und Instandhaltungs-Fristen
  • Reporting
  • Beratung zu Fragen des Fuhrparks

Kritik

Von den Nutzern, also der Truppe, wird die hohe Unflexibilität der Buchungen und die belastenden Mieten kritisiert. Sie führen an, dass auf Grund der stark beschränkten Mietbudgets der Verbände die Gefahr besteht, dass dringend benötigte Personentransporte nicht durchgeführt werden können. Da die Gesamtkosten (bezogen auf den gesamten Verteidigungsetat) allerdings gesunken sind, dürften diese Probleme wohl auf eine nichtadäquate Budgetzuteilung durch übergeordnete Stellen zurückzuführen sein. Hinsichtlich der bemängelten Flexibilität wird von übergeordneten Stellen entgegengehalten, dass dies durch bessere Planung zu vermeiden sei.

Ein weiterer Kritikpunkt liegt in der Struktur der im Staatsbesitz befindlichen GmbH, die ohne Wettbewerbsdruck agiert und daher generell weniger Motivation zur Steigerung der eigenen Binneneffizienz aufweisen dürfte als am freien Markt tätige Firmen. Es ist daher möglich, dass die Leistung durch eine Beschaffung am freien Markt mit den selben positiven Effekten (Erneuerung der Flotte, Erhöhung der Verfügbarkeit) zu einem niedrigeren Preis erzielt werden könnte.
Dieser These ist entgegenzuhalten, dass rein privatwirtschaftliche Unternehmen generell höhere Renditeziele haben, als staatseigene Unternehmen. Die Renditeerwartung im Fuhrparksektor liegt bei etwa 10 % Umsatzrendite, während die Preise der BwFuhrparkService GmbH einen Gewinnzuschlag von 2,5 % enthalten. Darüber hinaus kann der Staat bei seinem eigenen Unternehmen unmittelbaren Einfluss auf dessen Ziele nehmen. Er hat damit die Chance, eine Zielkongruenz zwischen dem Ziel des Dienstleisters und des Kunden zu erwirken. Dies kann sich einerseits auf die Kosten, andererseits auf die Sicherheit der Leistungserstellung (man bedenke den hoheitlichen Auftrag der Bundeswehr) positiv auswirken. Zur Bedeutung dieser Zielkongruenz siehe weiterführend Prinzipal-Agent-Theorie.

Weblinks


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