
Der Oberschwäbische Haufen, gegründet am 7. März 1525 als Christliche Vereinigung war der Zusammenschluss des Baltringer Haufens, des Bodenseehaufens und des Allgäuer Haufens um ihre Interessen im deutschen Bauernkrieg gegen den schwäbischen Bund besser durchsetzen zu können.
Der Zusammenschluß erfolgte auf Initiative des Baltringer Haufensführer Ulrich Schmid. Als Schreiber des Baltringer Haufens wurde Sebastian Lotzer von Memmingen als Schriftgelehrter und in diesen Sachen kundiger Mann empfohlen. Lotzer scheint für die Einberufung der Bauernhaufen in Memmingen zuständig gewesen zu sein. Bei der Versammlung der drei Haufen war auch Christoph Schappeler zugegen. Ob weiter Personen der Stadt bei den Beratungen zugegen waren kann nicht ausgeschlossen werden. Der Zusammenschluß erfolgte am ersten Sonntag des Märzes 1525. Noch am selben Tag wurde die Vereinigung zur Christlichen Vereinigung der drei Haufen dem schwäbichen Bund angezeigt. Dieser war dem nicht angetan. So tobte der Bundeshauptmann Ulrich Artzt so acht ich, das der teuffel ledig und in die paurn komen sey. ich kan nit gedencken, wie die pauren zu styllen weren; sohat gemaine versammlung nit vil gefallens ob denen von Memmingen, sas sy söllich schriften in ir statt lassen außgeen. Nachdem am 7. März die Vereinigung vollzogen war, trenten sich die Bauernführer wieder. Am 15. März wurde das nächste Treffen anberaumt. Hierzu wurde von der Stadt Memmingen die Genehmigung eingeholt, welche diese erteilte. Bei diesem zweiten Treffen der Rädelsführer wollte man, dass Theologen und hohe Herren die forderungen der Bauern prüfen solle. So wird unter den gewünschten Personen z. B. Philipp Melanchton und auch der Erzherzog Ferdinand von Österreich genannt. Da der schwäbische Bund auf eine solche Forderung mit Theologen nie eingangen wäre, wird es vermutlich dem Rat der Stadt Memmingen zu verdanken sein, dass diese Forderung fallen gelassen wurde. In einer zweiten erhaltenen Liste ist nur noch von dem Theologen Schappeler die Rede.
Bei ihrem dritten Treffen, am 20. März 1525 wurde von ihnen im oberschwäbischen Memmingen die Zwölf Artikel, eine Weiterentwicklung der Memminger Artikel, verfasst. Diese zählen mit der Bundesordnung als die erste Menschenrechtserklärung der Welt.
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