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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Halbinsel Darß. Ein Ortsteil der mecklenburgischen Gemeinde Wahlstorf trägt ebenfalls den Namen Darß. |
Der Darß ist der mittlere Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, die an der südlichen Ostseeküste bei Ribnitz-Damgarten in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, liegt.
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Der Name Darß leitet sich vom altslawischen Wort dračĭ für Dornenstrauch ab und bedeutet also Dornort.[1]
Der Darß schließt sich nordöstlich an das Fischland an und geht seinerseits im Osten in die Halbinsel Zingst über, die Grenze bildet hier der Prerower Strom. Im Norden wird er von der Ostsee und im Süden vom Saaler Bodden und vom Bodstedter Bodden begrenzt, die zur Darß-Zingster Boddenkette gehören. Der Darß hat eine Nord-Süd-Ausdehnung und eine West-Ost-Ausdehnung von jeweils zehn bis zwölf Kilometern und umfasst die Dörfer Born a. Darß, Prerow und Wieck. Der Ortsteil Ahrenshoop der Gemeinde Ahrenshoop gehört zum Vordarß, während die südlicheren Ortsteile Ahrenshoops, Althagen und Niehagen, zum Fischland gehören.
Der größte Teil des Darßes ist von Wald bedeckt, dem 5800 ha großen Darßwald. An der Nordspitze des Darßes, am Darßer Ort, steht der gleichnamige Leuchtturm. Über die geologische Entwicklung sowie die Flora und Fauna des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft informiert die Nationalparkausstellung in Wieck a. Darß und das dem Leuchtturm Darßer Ort angegliederte Natureum als Außenstelle des Meeresmuseums Stralsund. Dem Darßer Ort ist eine ausgedehnte Kette von Sandbänken in nordöstlicher Richtung vorgelagert. Der gesamte Bereich um den Darßer Ort sowie der Nordwestteil des Darßwaldes gehören zur Schutzzone I des Nationalparks und dürfen nur auf ausgeschilderten Wegen begangen werden. Auch der Rest des Waldgebietes ist Teil des Nationalparks.
Der Darß war ursprünglich eine Insel, die aus einem eiszeitlichen Inselkern entstand. Seit ihrer Entstehung verlor die Insel im Westen durch Abtragung Land und wuchs nach Norden. Noch heute kann man weit im Inneren des Darßes ehemalige Strandwälle in West-Ost-Richtung wahrnehmen. Am Darßer Ort befindet sich heute der Scheitelpunkt der für den Darß typischen dynamischen Küstenbildung: Südlich dieses Punktes wird Land vom Fischland und dem Darßer Weststrand abgetragen, nordöstlich wird Land angespült. Folgen dieser Veränderungen sind die ausgedehnten Sandstrände an der Nordküste des Darßes und der Halbinsel Zingst und eine permanente Entstehung neuen Landes am Darßer Ort.
Historisch gehören Darß und Zingst zu Vorpommern. Der Darß grenzte mit dem Vordarß am südlichen Ende des heutigen Ortsteiles Ahrenshoop an Mecklenburg-Schwerin. Die Grenze zwischen Pommern und Mecklenburg lag Am Strom, der als Verbindung zwischen Ostsee und Saaler Bodden am heutigen Grenzweg noch bis ins Mittelalter den Darß zu einer Insel machte. Der versandete Strom wie auch der Grenzweg tragen noch heute diese Wegbezeichnungen im Ortsteil Ahrenshoop. Nach dem Dreißigjährigen Krieg bis zur Napoleonzeit war der Darß wie ganz Vorpommern schwedisch bzw. von 1715 bis 1720 für kurze Zeit dänisch. Die Am Strom befindliche Grenze bestand lange Zeit nur aus einer Zollstation, die sich erst im 19. Jahrhundert zu dem Bade- und Pensionistenort Ahrenshoop entwickelte. Für kurze Zeit unterhielt die SS 1941 das Außenlager KZ Darß-Wieck.
Auf dem Darß befand sich einer der berühmtesten sogenannten Urwälder des Deutschen Reiches. Er ist allerdings nicht als Urwald anzusehen, da er seit dem Mittelalter mit verschiedener Intensität forstlich genutzt wurde. Erst seit Gründung des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft wurde gemäß dem Nationalparkmotto „Natur Natur sein lassen“ zumindest in der Kernzone im Nordwesten des Darßwaldes die forstliche Nutzung beendet. Die Spuren der Waldnutzung sind in dem zu den größten zusammenhängenden Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns zählenden Darßwald allerdings auch heute noch deutlich ablesbar. Der Darßwald war ehemals ein Weidewald. Aus dieser Zeit sind die zahlreichen, zum Teil weit auseinander stehenden und skurril gewachsenen Weidbuchen übrig geblieben. Besonders von den dänischen und französischen Besatzern wurde im Darßwald Raubbau betrieben. Der kurzen dänischen Zeit beispielsweise fielen sämtliche alten Eiben zum Opfer. Sie dienten zur Innenraumvertäfelung der Schlösser Rosenborg und Amalienborg.
Die zurückgelassene Heidelandschaft mit meist lockerem Baumbestand wurde von den preußischen Forstleuten schrittweise wieder aufgeforstet. Dabei kamen schnell wüchsige Nadelholzarten zum Einsatz. Die heute noch im Darßwald verbreitete Fichte, Europäische Lärche und Douglasie kommen dort aber von Natur aus nicht vor. Auch der Anteil, der heute von der Waldkiefer eingenommen wird, ist als zu hoch anzusehen. Natürliche Waldkiefernwälder bestehen auf den jüngeren Reffs, den ehemaligen Strandwällen, im Norden. In den Dünentälern, den Riegen, haben sich mittlerweile naturnahe Roterlen-Bruchwälder herausgebildet. Auf den älteren Reffs sind von Natur aus Rotbuchenwälder bodensaurer Standorte zu erwarten. Die natürliche Waldgrenze am Weststrand des Darß wird auch von der Roterle gebildet.
Ein weiteres Indiz für die intensive forstliche Nutzung sind die Harzlachten an vielen alten Kiefernstämmen. Sie wurden schräg in den Stamm geritzt, um Harz zu gewinnen. Auch zu DDR-Zeiten wurden damit Grundstoffe für die chemische Industrie gewonnen.
Bis 1945 lebten im Darßwald in den 1930er Jahren angesiedelte Wisente. Hermann Göring und später Erich Honecker hielten hier Jagden ab. Bekannte Forstmänner, die auf dem Darß wirkten, waren Ferdinand von Raesfeld (von 1890 bis 1913) und Franz Mueller-Darß (1925 bis 1945). Eine Attraktion des Darßwaldes ist besonders zur Brunftzeit im Spätsommer und Herbst auch die starke Rotwild-Population.
Der Tourismus spielt auf dem Darß eine sehr große Rolle und ist der bedeutendste wirtschaftliche Faktor für diese Region. Den Großteil der touristischen Unterkunft bildet der Typ des Ferienhauses und der Ferienwohnung, oftmals in privater Hand. Weiteren großen Anteil am touristischen Angebot haben die Campingplätze inne. Es gibt nur ein größeres Hotel (Bernstein-Hotel in Prerow), mehrere mittlere und kleine Hotels und Pensionen. Die vier Orte auf dem Darß sind alle Kurorte, daher auch berechtigt, Kurtaxe von den Besuchern einzuziehen. Die Kurtaxe ist neben den gewerbesteuerlichen Einnahmen die zweite große Einnahmequelle der Gemeinden.
Der Darß ist mit der Usedomer Bäderbahn zu erreichen. Diese fährt im 2-Stunden-Takt von Stralsund über Velgast, Saatel und Kenz nach Barth, von wo aus Busse auf die Halbinsel fahren. Eine Wiederinbetriebnahme der Darßbahn bis Prerow ist geplant.
Die westliche Abbruchkante mit den Windflüchtern („Weststrand“) und die feinsandigen Strände von Prerow („Nordstrand“) werden gerne besucht. Ein Anlaufpunkt ist auch der Leuchtturm am Darßer Ort mit dem Informationszentrum „Natureum“ des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Der weitläufige Darßwald ist für motorisierten Verkehr gesperrt und am besten mit Fahrrädern zu erschließen, die in den Ferienorten auch ausgeliehen werden können. Ein Wanderweg führt am Weststrand entlang. Ein Rundwanderweg führt zum Teil auf Holzbohlen über Kiefernwald, Schilfgebiete und Dünen durch die jüngeren Anlandungsgebiete am Darßer Ort. Zwei massive Eichenbohlentürme ermöglichen auch die Beobachtung von Zugvögeln in den vorgelagerten Strandseen sowie von Schwarz- und Rotwild.
13 km nördlich der Halbinsel Darß soll der erste deutsche Offshore-Windpark gebaut werden. Die erste Anlage des insgesamt eine Leistung von 52,5 Megawatt umfassenden Projekts soll im Mai 2009 gebaut werden. Anlagenhersteller ist die Firma Nordex.
Koordinaten: 54° 25′ N, 12° 32′ O
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