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Deportation (lateinisch deportatio) bezeichnet eine staatliche Anordnung, die sich auf das geltende Strafrecht der jeweiligen Länder bezieht. Von Deportation spricht man, wenn eine staatliche Verbringung von Menschen in andere Gebiete erfolgt, die auf Grund regionaler Gesetze für den Antritt von Strafmaßnahmen, zwangsweiser Unterdrückung von politischen Gegnern oder Isolierung von ethnischen Minderheiten ausgesprochen wurde. Die Deportation ist mit Teil- oder Totalverlusten von gesetzlichen Rechten der Deportierten verbunden.
Rechtlichen Schutz gegen Deportationen bietet in Friedenszeiten die UN-Charta (Artikel 9 und 12), in Kriegszeiten der Artikel 49 des Genfer Abkommens vom 12. August 1949. Grundsätzlich ist zwischen der Deportation von Einzelpersonen und Personengruppen zu unterscheiden.
Die Deportation von Strafgefangenen in entfernte Gebiete, wo sie sich mehr oder weniger frei bewegen konnten hat eine lange Geschichte. In der Neuzeit wurde sie in größerem Umfang von folgenden Staaten angewendet:
Darunter fällt die Deportation von Personen, die zwar keine Straftaten begangen haben, deren Verbleib vor Ort jedoch nicht erwünscht ist. Solche Deportationen wurden in unterschiedlichem Umfang praktisch von allen Diktaturen durchgeführt.
Die Deportationen im Rahmen des Holocausts und die Frage nach deren nicht übersehbarer Wahrnehmung in der Öffentlichkeit an vielen Bahnhöfen konfrontiert im Nachkriegsdeutschland Zeitzeugen auch mit der Frage nach ihrer Zustimmung zum Handeln ihrer damaligen Staatsführung.
Solche Deportationen sind selten, die Grenzen zur Emigration sind fließend. Als Beispiel sei der „Bevölkerungstausch“ Griechenland - Türkei in den 1920er Jahren genannt.
Ein Beispiel für eine Deportation aus wirtschaftlichen Gründen sind die Highland Clearances in Schottland im 18. und 19. Jahrhundert. Pächter wurden im großen Stil von ihren Höfen vertrieben, um Platz für lukrativere Schaffarmen zu schaffen. Diese Umsiedlung war legal, wurde jedoch als ungerecht empfunden. Obwohl die Presse auf Seiten der Opfer stand, regte sich wenig politischer oder gar gewaltsamer Widerstand.
Deportationen betrafen auch diejenigen Menschen in allen im Zweiten Weltkrieg vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Ländern, die nicht angeworben, sondern unfreiwillig zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurden („Ostarbeiter“).
Durch den sowjetischen Geheimdienst NKWD wurden ab Dezember 1944 Hunderttausende deutscher Zivilisten zur Zwangsarbeit in Lager (Gulag) der Sowjetunion deportiert, überwiegend Frauen. Davon waren zuerst die deutschen Minderheiten auf dem Balkan, die so genannten Volksdeutschen betroffen. Mit Erreichen des Reichsgebietes wurden die Deportationen im heutigen polnischen Staatsgebiet fortgesetzt und erst an der zukünftigen Oder-Neiße-Grenze gestoppt. Diese Zivildeportationen wurden auf der Konferenz von Jalta als so genannte reparations in kind von den Alliierten legitimiert. [1]. Etwa ein Drittel dieser Deportierten starb aufgrund der Haftbedingungen durch Hunger, Krankheiten und Kälte oder schon während der Transporte in Viehwaggons [2].
Deportation in Kambodscha: Schätzungsweise 1,7 bis 2 Millionen Menschen wurden in der Zeit der Roten Khmer in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre unter der am kommunistischen Mao-Regime orientierten Herrschaft Pol Pots aus politisch-ideologischen Gründen in Todeslager deportiert und dort umgebracht oder wurden nach der Deportation zur Zwangsarbeit auf Reisfeldern ermordet (bei einer Gesamtbevölkerung von etwas mehr als 7 Millionen Kambodschanern).
Die Deportation von Teilen der unterworfenen Bevölkerung war bereits in mittelassyrischer Zeit ein wichtiges Herrschaftselement, wie Rationenlisten belegen, und wurde in neuassyrischer Zeit verstärkt fortgeführt.
Bereits Salmanassar I. (Inschrift vom Aššurtempel in Assur) berichtet, er habe 14.400 Gefangenen aus Hanilgabat nach Assur gebracht und geblendet. Sein Nachfolger Tukulti-Ninurta I. setzte zahlreiche Deportierte beim Bau seiner neuen Hauptstadt Kar-Tukulti-Ninurta ein, darunter Subaräer, Sutäer und Männer aus den Nairi-Ländern, Leute aus Katmuhi, Alše, Purulumzi und Amadani. Aus den Rationenlisten lassen sich erschließen: 7.300 Kassiten, 350 Subaräer, 200 Sutäer und 99 Bewohner von Nairi. Aus der Regierungszeit von Tiglat-pileser I. sind zahlreiche deportierte Kriegsgefangene aus Schubria, Nairi und Katmuhi bekannt. Sie wurden mit Gersten-Rationen versorgt. Ihr Einsatz unterstand genauer Aufsicht.
Auch viele der Menschen, die z. B. Widerstand gegen die Nationalsozialisten und die Besetzung ihres Landes geleistet hatten (siehe: Résistance), wurden in die KZ deportiert, soweit sie nicht an Ort und Stelle oder in ihrem Heimatland getötet wurden. Durch schlechte Transportbedingungen (z.B. Verweigerung von Wasser, Luftmangel) starb in manchen Zügen ein großer Teil der Insassen bereits während des Transports (dieses war der Nazi-typische Begriff für die Deportation).
In der DDR wurden in den Jahren 1952 und 1961 im Zuge der „Aktion Ungeziefer“ bzw. „Aktion Kornblume“ zwischen 11.000 und 12.000 Menschen, die von den Staatsorganen als „politisch unzuverlässig“ eingestuft wurden, aus Ortschaften an der innerdeutschen Grenze zwangsweise in das Landesinnere umgesiedelt.
In der Sowjetunion wurden während der Jahre 1918 bis zum Tode Stalins 1953, aber auch noch in der Zeit danach, Millionen Menschen in die Zwangsarbeitslager des Gulag deportiert.
Die Nationalsozialisten verschleppten aus rassischen Gründen die Juden in Deutschland und die jüdischen Einwohner der von Deutschland im Zweiten Weltkrieg besetzten und kontrollierten Gebiete. Bei der Deportation deutscher Juden wurden diese massenhaft zwischen Oktober 1941 und März 1943 in Ghettos, wie z.B. das Warschauer Ghetto, die Ghettos in Łódź, Minsk und Wilna, in Konzentrations- bzw. Vernichtungslager verbracht. Als ebenfalls „rassefremd“ wurden Roma und Sinti in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert (siehe auch Denkmal Güterwagen).
Nach der Machtübernahme durch Lenin in Russland (Oktoberrevolution) wurden bereits während des Bürgerkrieges Menschengruppen deportiert, so beispielsweise besonders viele Frauen und Kinder der Donkosaken. Tausende starben bereits während der Transporte. [3]
In der Sowjetunion wurden während des Krieges gegen die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg auf Befehl Stalins viele Volksgruppen deportiert, die der Sympathie mit Deutschland verdächtigt wurden. Ein Effekt dieser Zwangsumsiedlungen war auch, ethnische Gruppen - als nationale Minderheiten innerhalb der Sowjetunion - von möglichen Unabhängigkeitsbestrebungen abzuhalten. [4]
„Die so motivierten Ausrottungen verbreiten genügend Schrecken, um die Mehrheit der im Machtbereich lebenden von aktiver Gegnerschaft abzuhalten“. [4]
So vollzog der Chef des UdSSR-Geheimdienstes NKWD, Lawrenti Beria, 1944 gemeinsam mit dem General und späteren Vorsitzenden des KGB, Iwan Alexandrowitsch Serow, die Verschleppung von rund 500.000 Tschetschenen und Inguschen aus Tschetschenien nach Kasachstan und Kirgisistan, bei der mehr als 100.000 Menschen durch menschenunwürdige Transportbedingungen in Viehwaggons, Frost, Hunger und Typhus ums Leben kamen. Desgleichen wurden 200.000 Frauen, Kinder und Alte der Krimtataren, während die Männer dieses Volkes als Soldaten der Sowjetunion an der Front gegen Deutschland standen, nach Zentralasien und Nordrussland deportiert. Während dieser Transporte starben 100.000 Menschen. Von 1,4 Millionen Wolgadeutschen, die während der Jahre 1941-1948 aus Russland, der Ukraine und der autonomen Wolgarepublik nach Kasachstan und Sibirien deportiert wurden, kamen etwa 400.000 ums Leben.
Nach der völkerrechtswidrigen Annexion Estlands, Lettlands und Litauens im Jahr 1940 (s. Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt) fing die stalinistische russische Regierung gleich mit massiver Russifizierung der annektierten baltischen Länder an. Mehrere Zehntausende wurden aus diesen Ländern gleichzeitig in der Nacht vom 13. zum 14. Juni 1941 verhaftet und deportiert (s. Gulag). [4] [5] [6] Die deportierten Menschen aus dem Baltikum mussten unter besonders harten Bedingungen leben, da es dort schon vor der Deportation von der kommunistischen Führung angeordnet wurde, sie nur zu den schwersten Arbeiten heranzuziehen. [7] Daher war die Bevölkerung baltischer Länder im zweiten Weltkrieg sehr gespalten zwischen den beiden Großmächten. Nach dem Krieg flüchteten viele nach Deutschland, Schweden und Finnland; die Gebliebenen mussten noch zwei große Wellen der Deportationen erleiden in den Jahren 1945 und 1949. (S. Geschichte Lettlands, Geschichte Estlands, Geschichte Litauens).
Politische Aktivisten benutzen den Begriff „Deportation“, der auch die englische Übersetzung des Wortes Abschiebung darstellt, um diese zu skandalisieren. So startete die Menschenrechtsorganisation „kein mensch ist illegal“ 1999 die „deportation-class“-Kampagne, mit der sie die Beteiligung von Fluggesellschaften, insbesondere der Deutschen Lufthansa, am staatlichen „Abschiebegeschäft“ kritisierte. Die Lufthansa betonte dagegen, dass die Durchführung einer Abschiebung nach einem rechtsstaatlichen Verfahren erfolge und wehrte sich auf dem Rechtswege dagegen, mit dem Begriff „Deportation“, der dagegen unter anderem auch für Verbrechen des Nationalsozialismus stehe, in Verbindung gebracht zu werden.
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