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Die Drückjagd ist eine Form der Gesellschaftsjagd. Man scheucht das Wild mit Treibern – mit oder ohne Hunden – auf, um es zu den stehenden Jägern zu bringen.
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Die Drückjagd unterscheidet sich von der normalen Ansitzjagd darin, dass in der Regel mehrere Jäger, wenige oder gar keine Treiber und mehrere frei stöbernde Jagdhunde teilnehmen. Bejagt wird dabei gezielt das Schalenwild, also Rehwild, Rotwild, Schwarzwild (= Wildschwein), Damwild, Sikawild, Muffelwild und Gämsen. Durch die spurlaut jagenden Stöberhunde, wie z. B. Wachtelhunde, Bracken und Terrier, wird das Wild in den Einständen mobil gemacht und kommt den an den Wechseln abgestellten Jägern meist relativ langsam. Dadurch kann das Wild i. d. R. gut angesprochen werden und, gemäß den Vorgaben des Jagdleiters, erlegt werden.
Die Drückjagd sollte nicht mit der Treibjagd verwechselt werden. Ziel der Drückjagd ist, durch nur wenige Störungen im Jahr den Schalenwildabschuss zu gewährleisten, damit dem Wild dauernde Störung zu ersparen und den Wald vom Verbiss zu entlasten. Bei einer Treibjagd wird, im Gegensatz zur Drückjagd, auf Niederwild gejagt, auch wird dort eine größere Anzahl von Treibern eingesetzt.
Wird Rotwild im Jagdgebiet vermutet, so erfolgt das Durchdrücken zuerst in Form des „Anrührens“ ohne großen Lärm. Zu diesem Zeitpunkt werden noch keine Hunde eingesetzt. Die Hunde werden dann erst später freilaufend eingesetzt. Bei Rehwilddrückjagden dagegen werden die Hunde üblicherweise schon zu Beginn der Jagd zu einem vereinbarten Zeitpunkt von der Leine gelassen („geschnallt“).
Das Wild wird dabei von Hunden und Drückern (Treiber) in seinem Tagesversteck aktiv gestört und verlässt dieses. Erlegt wird das Wild von Jägern, die an günstigen Plätzen warten, während das Wild versucht, sich in eine andere Dickung zu begeben, um sich vor Hunden und Treibern zu verbergen. Die Hunde können dabei das Wild im unübersichtlichen Gelände meist nicht sehen, sondern verfolgen mit ihrer feinen Nase die Duftspur des Wildes.
Für diese Jagdmethode besonders geeignete Hunderassen sind beispielsweise Bracken, Jagdterrier, Wachtelhund, Spaniel, Dackel und einige spurlaute Vorstehhunderassen. Je mehr Hunde frei und selbstständig jagen, desto erfolgversprechender ist die Jagd. Dabei ist es aber auch vom Revier und der Witterung abhängig, welches die aktuell geeignetste Hunderasse ist. Haben die Hunde eine frische Wild-Duftspur in der Nase, so verfolgen sie diese, bellen dabei anhaltend und weisen so die Jäger darauf hin, wo demnächst Wild aus der Dickung kommen könnte. Man spricht dabei von spurlauten Hunden. Drückjagden auf Rehwild und Wildschweine ohne die Beteiligung von Hunden sind ungünstig, da sich diese Wildarten von Treibern kaum aus größeren Dickungen treiben (drücken) lassen.
Drückjagden finden im Winterhalbjahr und, anders als die Ansitzjagd, nur bei Tageslicht statt. Bejagt werden Waldflächen von etwa 20 bis über 1000 Hektar Größe. Eine Faustregel zur Teilnehmerzahl lautet: 5-15 Jäger je 100 Hektar. Aufgabe der Treiber ist auch das Führen der Hunde von einer Dickung zur nächsten. Die Anzahl der Treiber und Hunde richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten. Die Anzahl der Treiber unterliegt keiner Beschränkung. Eine Ausnahme gibt es in Bayern, hier sind nicht mehr als vier Treiber pro Drückjagd erlaubt. So soll sichergestellt werden, dass im Verlauf der zwei- bis fünfstündigen Jagd alle Dickungen auf der bejagten Waldfläche von Hunden durchstöbert werden.
Sind Wildschweine in den Dickungen, so stellen sich diese häufig den Hunden zum Kampf, verletzen diese nicht selten tödlich und tragen selber Bisswunden davon. Rehe dagegen flüchten stets, es kommt nicht zum Kampf mit Hunden. Gegen die Drückjagd auf Rehe gibt es in Jägerkreisen Bedenken, weil im Herbst die Böcke (männliches Rehwild) nur schlecht von den Ricken (weibliches Rehwild) unterschieden werden können (die Böcke haben ihr Gehörn Ende Oktober abgeworfen und ab 15. Oktober Schonzeit).
Besonders wenn sich die Treiber gerade durch unübersichtliche Dickungen bewegen, müssen sie die Schützen durch regelmäßiges lautes Rufen oder Händeklatschen auf ihre aktuelle Position aufmerksam machen. Aus Sicherheitsgründen sollten alle Beteiligten neben den gesetzlich vorgeschriebenen roten Hutbändern zusätzlich leuchtrote Warnwesten tragen, die vom rot-grün-blinden Wild nicht gesehen werden. Den sicherheitsrelevanten Vorgaben des Jagdleiters muss Folge geleistet werden.
Anders als bei der Jagd auf Niederwild wird bei den Drückjagden das Hochwild mit Kugeln und nicht mit Schrot beschossen. Dabei müssen für Hochwild zulässige Kaliber von mindestens 6,5 mm und einer hohen Zielleistung (mindesten 2000 Joule bei 100 m) verwendet werden. Die Waffen sind teilweise halbautomatisch oder verfügen über schnell zu bedienende Repetiermechanismen. Aus diesem Grunde sind die Schützen besonders zu sensibilisieren und ihr Schusskorridor muss vom Jagdleiter beim Zuweisen der Schützenpositionen genau festgelegt werden. Die Schützen dürfen ihren Stand während der Jagd nicht verlassen, um nicht in den Schusskorridor eines anderen Schützen zu gelangen.
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