Empirie


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Empirie (von griechisch empireia: Erfahrung, Erfahrungswissen) ist Erfahrung im Sinne von sinnlicher Wahrnehmung, Erhebung von Daten, gezielten Beobachtungen und wissenschaftlichen Experimenten.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Als empirische Wissenschaften gelten alle Wissenschaften, die die Dinge der Welt wie z.B. Planeten, Tiere, Verhaltensweisen von Menschen oder auch politische Organisationsstrukturen untersuchen. Empirische Forschung unterscheidet sich von bloßer Zufallswahrnehmung im Alltag durch ihre Bezogenheit auf wissenschaftliche und theoretisch abgesicherte Methoden. Empirische Daten werden erhoben, um theoretische Annahmen über die Welt zu widerlegen oder zu bestätigen.[1] Das genaue Verhältnis von Empirie und Theorie ist Gegenstand der Wissenschafts- sowie allgemeiner der Erkenntnistheorie.

Empirische Erkenntnisse unterscheiden sich von denen aus Logik, Mathematik und Philosophie. Sätze, die allein aus logischen (formalen) Gründen richtig oder falsch sind (z.B. Tautologien und Kontradiktionen) sind nicht empirisch überprüfbar. Philosophische Reflexion wird meist nur durch bloßes Nachdenken oder Spekulation vollzogen, Beobachtung findet dabei absichtlich nicht statt (vgl. etwa Kants Begriff des a priori).

Hermeneutik und Heuristik sind ebenfalls keine empirischen Forschungsmethoden. Heuristik kann der Vorbereitung empirischer Untersuchungen dienen. Hermeneutik steht im Gegensatz zur empirischen Forschung, da Textinterpretation mehr als nur Beobachtung ist.

Als nicht-empirische Wissenschaften gelten Philosophie, Mathematik, Logik, Literaturwissenschaft, Teile der Sprachwissenschaften, Rechtswissenschaften (da hier Gesetzestexte im Rahmen von Fällen interpretiert werden), glaubensbasierte Teile der Theologie und die interpretative Auswertung von Textquellen der Geschichtswissenschaft. Da viele Wissenschaften ihrerseits in empirische und theoretische Richtungen gespalten sind (vgl. etwa den Positivismusstreit in der deutschen Soziologie), sind derartige Einteilungen aber oftmals sehr ungenau.

Der Wissenschaftstheoretiker Hans Albert, ein Vertreter des Kritischen Rationalismus, vertritt die These, dass alle Wissenschaften empirisch seien, nicht-empirische Erkenntnisse hingegen automatisch nicht-wissenschaftlich. Dieser Ansatz wird von Gegnern dieser Auffassung, etwa der stärker theoretisch orientierten Kritischen Theorie um Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, als dem Gegenstand der Geisteswissenschaft nicht angemessene, quasi „blinde“ Übertragung naturwissenschaftlicher Erkenntnismodelle kritisiert.

Empirismus

Der Empirismus ist ein auf David Hume zurückgehendes, historisches philosophisches System, nach welchem alle Erkenntnisse einzig und allein aus der Erfahrung abgeleitet werden. Der menschliche Verstand beginne demnach als tabula rasa, der erst im Laufe gemachter Erfahrungen Gestalt annehme.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Winfried Stier: Empirische Forschungsmethoden. Berlin, Springer, 1999. ISBN 3540652957, S. 5 ff.

Literatur

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Empirie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik






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