
Als Englische Woche wird eine Woche bezeichnet, in der eine Fußballmannschaft mehrere Spiele bestreiten muss. Der Begriff wurde später auch von anderen Sportarten übernommen, zum Beispiel im Eishockey.
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Seit der Einführung der Fußball-Bundesliga 1963 stieg die Anzahl der zu absolvierenden Spiele stark an. So wird die Fußball-Bundesliga seit der Saison 1965/66 mit 18 und nicht mehr mit 16 Mannschaften ausgetragen, somit stieg die Anzahl der Ligaspiele von 30 auf 34. Hinzu kommen bis zu 6 Spieltage im DFB-Pokal und die verschiedenen Europäischen Wettbewerbe. In der UEFA Champions League erwartet die beiden Finalteilnehmer das Maximum von 13 Saisonspielen, im UEFA-Pokal bestreitet eine Mannschaft bis zu 15 Spiele pro Saison. Darüber hinaus können sich europäische Vereinsmannschaften über den UI-Cup für den UEFA-Pokal qualifizieren (bis zu 5 weitere Spiele), bzw. über die Qualifikation die Champions League erreichen (bis zu 6 weitere Spiele). Um die zu bestreitenden Spiele plus Ruhepausen (Winterpause, Sommerpause), sowie Nationalmannschaftsspiele bewältigen zu können, musste in Deutschland von der bisher üblichen Form, Fußball nur samstags auszutragen, abgewichen werden.
Ursprünglich geht der Begriff der Englischen Woche auf die Austragung von drei Punktspielen innerhalb einer Woche zurück, zum Beispiel Samstag – Mittwoch – Samstag. Diese Bezeichnung wurde gewählt, da besonders die Vereine in England sehr oft unter der Woche spielen mussten. In der englischen Premier League spielen insgesamt 20 Vereine und daher sind vier Spieletage mehr als in der Fußball-Bundesliga zu bestreiten. Zudem werden zwei verschiedene Pokale (FA-Cup, League Cup) ausgespielt. Dass englische Fußballmannschaften auch werktags spielen, ist ein Brauch, der aus dem Cricket übernommen wurde. Die Bezeichnung Englische Woche (bzw. „English Week“) wird in England selbst jedoch nicht verwendet.
Die neun Partien eines Spieltages der Fußball-Bundesliga verteilen sich seit der Saison 2006/07 auf Freitag (ein Spiel), Samstag (sechs Spiele) und Sonntag (zwei Spiele). Unter der Woche (Dienstag bis Donnerstag) spielen die Mannschaften, die sich für internationale Spiele qualifiziert haben in der Champions League bzw. im UEFA-Cup oder UI-Cup. Teilweise finden unter der Woche statt der internationalen Spiele auch Meisterschaftsspiele, Spiele des nationalen Pokals (DFB-Pokal) oder der Nationalmannschaft statt.
In Abstimmung zwischen den nationalen Verbänden, der UEFA und der FIFA wird der Rahmenspielplan erstellt, der die Spiele der nationalen und internationalen Vereinswettbewerbe mit den Wettbewerben und Spielen der Nationalmannschaften koordiniert. Die Deutsche Fußball Liga setzt für die zentral organisierten Profiligen (Erste Liga, Zweite Liga) und die zweigleisige Regionalliga (Nord und Süd) die Spieltage fest, also welche Mannschaften aufeinander treffen. Die konkrete Tagesansetzung des Spieltages, also ob eine Begegnung am Samstag oder Sonntag stattfindet, ergibt sich aus den weiteren Verpflichtungen der Mannschaften. So wird eine Bundesliga-Partie eines UEFA-Pokal-Teilnehmers nach einem UEFA-Pokal-Spiel auf den Sonntag gelegt, da das Team am Donnerstag international spielte und nicht zwei Tage später, am Samstag wieder ein Liga-Spiel bestreiten kann. Auch das Fernsehen nimmt Einfluss darauf, an welchen Tagen welche Spiele ausgetragen werden.
Da im Eishockey in Deutschland und Österreich zwei Spiele pro Woche normal sind, wird der Begriff der Englischen Woche hier nur genutzt, wenn ein Team mindestens drei Spiele pro Woche absolvieren muss. In der DEL bzw. der ÖEL wird der Begriff meistens benutzt, wenn neben den Wochenend-Spielen auch dienstags ein Spieltag ist.
Im Handball sind zwei Spiele in einer Woche normalerweise nur in der ersten Handball-Bundesliga der Männer üblich. Neben den Spielen am Wochenende wird meist dienstags oder mittwochs gespielt. Der Begriff „Englische Woche“ hat sich auch hier eingebürgert und wird in der Presse häufig genutzt.[1]
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