| Dieser Artikel behandelt einen Begriff aus der Geodäsie. Zum Festpunkt der Temperatur siehe Gefrierpunkt. |
Als Festpunkt (bisweilen auch Fixpunkt) wird in der Geodäsie ein stabiler Vermessungspunkt bezeichnet, der die beiden folgenden Bedingungen erfüllt:
Je nach dem, welche Koordinaten des Punktes angegeben sind, spricht man von einem Lagefestpunkt, einem Höhenfestpunkt oder einer Kombination aus beiden. Auch wichtige, besonders stabile Punkte der Schweremessung werden als Festpunkte bezeichnet (siehe Schweregrundnetz).
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Die Bestimmung der Lagekoordinaten (meist im System Gauß-Krüger oder UTM) muss durch eine exakte Vermessung erfolgt sein - nicht etwa grafisch, wie es zeitweise bis ins 19.Jahrhundert üblich war. Die geodätischen Standardmethoden hiefür sind Netzmessungen, Positionsbestimmungen mit GPS (künftig auch Galileo), terrestrische Polygonzüge und für lokale Ergänzungen die Einzelpunktbestimmung. Größere Operate werden durch Ausgleichsrechnung bearbeitet und erlauben eine verlässliche Angabe über die erreichte Genauigkeit. Höhenfestpunkte werden meist durch ein netz- oder linienartiges Nivellement bestimmt, das in ein weitmaschiges Basisnetz des Präzisionsnivellements "eingehängt" wird.
Die Genauigkeit moderner Festpunkte liegt im Zentimeter-Bereich, für speziellen Netze (Monitoring, Großbaustellen etc.) und für Höhenfestpunkte beim Millimeter. Diese Richtwerte gelten für die Nachbarschaftsgenauigkeit, d.h. zwischen mehreren Punkten im Umkreis einiger Kilometer bis Zehnerkilometer.
Über größere Distanzen bewirkt die statistisch unvermeidliche Fehlerfortpflanzung, dass die Genauigkeit etwas absinkt. Für die klassische Triangulation erster und zweiter Ordnung (Netzmaschen von etwa 20 bis 60 km) beträgt sie einige Zentimeter, landesweit (über hunderte Kilometer) etwa 5-10 cm. Hier ist jedoch ein Grundlagennetz modernen Zuschnitts ("State of the art") von dem für Kataster und Allgemeinheit benützten "Gebrauchsnetz" zu unterscheiden, das aus historischen Gründen ungenauer und uneinheitlich sein kann. Man hat dessen Koordinaten im Regelfall beibehalten, um nicht Millionen Grenzpunkte ändern zu müssen, da deren lokale Genauigkeit für die Praxis ausreicht.
Die Koordinaten und / oder Höhen der Punkte werden für die spätere Verwendung in weiteren Vermessungsarbeiten in einer Festpunktdatei gespeichert.
Die Vermarkung (Stabilisierung) der Festpunkte erfolgt auf sehr unterschiedliche Art, die von der Bodenbeschaffenheit, der erforderlichen Dauerhaftigkeit und von Rechtsfragen abhängt. Häufige Methoden der Stabilisierung sind:
Bei Festpunkten der amtlichen Landesvermessung den Trigonometrischen Punkten, ist der Aufwand zur Stabilisierung höher, um eine Beschädigung oder Entfernung des Punktes und eine notwendige Neuvermessung zu vermeiden:
Fast jeder im Boden vermarkte Festpunkte wird nach einiger Zeit überwachsen oder von Erde bzw. Sediment überdeckt. Um die genau und kostenintensiv erstellten Festpunkte auch nach längerer Nichtverwendung wieder aufzufinden, werden Dokumentationen über sie angefertigt:
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