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Dieser Artikel befasst sich mit der deutschen Stadt Flensburg; zu anderen gleichnamigen Begriffen siehe Flensburg (Begriffsklärung). |
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | ||||
| Kreis: | Kreisfreie Stadt | ||||
| Höhe: | 12 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 56,38 km² | ||||
| Einwohner: | 87.792 (31. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 1557 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahlen: | 24901–24944 (alt: 2390) | ||||
| Vorwahl: | 0461 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | FL | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 01 000
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| Stadtgliederung: | 13 Stadtteile mit 38 statistischen Bezirken | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 1 24937 Flensburg |
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| Webpräsenz: | |||||
| Oberbürgermeister: | Klaus Tscheuschner (parteilos) | ||||
Flensburg (dänisch und niederdeutsch: Flensborg, friesisch: Flansborj) ist eine kreisfreie Stadt im Norden Schleswig-Holsteins. Nach Kiel und Lübeck und vor Neumünster ist Flensburg die drittgrößte Stadt des Bundeslandes und die größte im Landesteil Schleswig. Flensburg ist die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands und ist die nördliche Grenze der Halbinsel Angeln.
Die nächsten größeren Städte sind Kiel (86 km südöstlich), Odense in Dänemark (etwa 90 km nordöstlich) und Hamburg 176 km südlich.
Inhaltsverzeichnis |
Flensburg befindet sich im äußersten Norden des Bundeslandes Schleswig-Holstein direkt an der deutsch-dänischen Grenze. Nach Westerland auf Sylt und der Nachbarstadt Glücksburg ist sie die drittnördlichste Stadt in Deutschland. Flensburg liegt im inneren Winkel der Flensburger Förde, einer Ausbuchtung der Ostsee, teils in einem Tal, teils auf umliegenden Höhen wie dem Friesischen Berg und dem Marienberg. Das Ostufer Flensburgs wird bereits zu der Halbinsel Angeln gerechnet.
Die Stadt liegt etwa 20 m über NN. Die sich in einem Tal befindende Altstadt liegt bei 12 m und der höchste Punkt der Stadt bei 63,7 m über NN. Die Stadtgrenze ist 32,0 km lang. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt von Norden nach Süden 7,6 km und von Osten nach Westen 9,6 km.
Folgende Gemeinden des Kreises Schleswig-Flensburg und der Region Syddanmark grenzen an die Stadt Flensburg (sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt):
Glücksburg (Ostsee) (Amtsfreie Stadt), Wees (Amt Langballig), Maasbüll, Hürup, Tastrup und Freienwill (alle Amt Hürup), Jarplund-Weding, Handewitt (Amt Handewitt), Harrislee (Amtsfreie Gemeinde) und Kommune Aabenraa (dt. Apenrade) auf dänischer Seite der Flensburger Förde
Die Stadt Flensburg teilt sich in 13 Stadtteile, die sich wiederum in insgesamt 38 statistische Bezirke gliedern.
Die Stadtteile sind Altstadt, Neustadt, Nordstadt, Westliche Höhe, Friesischer Berg, Weiche, Südstadt, Sandberg, Jürgensby, Fruerlund, Mürwik, Engelsby, Tarup.
Die Herkunft des Stadtnamens Flensburg konnte noch nicht geklärt werden. Der Name könnte sich von einer Burg, einem Ritter Fleno oder der Flensau ableiten. Eine neue Theorie besagt, dass sich der Name von einer kleinen Turmfestung ableite, deren Fundamente in der Nähe der Marienkirche gefunden wurden und die auf einer kleinen Insel lag. Erstmals erwähnt wird der Name 1248.
Zum Ende des 12. Jahrhunderts entstanden am inneren Teil der Flensburger Förde Siedlungen um die späteren Kirchen Sankt Johannes, Sankt Nikolai und Sankt Marien. Die ersten beiden Siedlungen waren Teil der Husbyharde in Angeln. Sankt Marien befand sich jenseits eines Baches in der Wiesharde. Sie waren dänische Handels- und Fischersiedlungen. Historiker nehmen an, dass es mehrere Gründe für die Wahl dieses Standortes gab:
Nach der Vernichtung der wendischen Land- und Seeherrschaft durch die Dänen unter Waldemar I. und die Sachsen unter Heinrich dem Löwen erlangten die kleinen Handelsniederlassungen größere Bedeutung und wuchsen immer mehr zusammen. Zu dieser Zeit existierte bereits die Knudsgilde, die schon damals mit Vorrechten ausgestattet war und in der Folge auf das Stadtregiment Einfluss ausüben konnte.
Nachdem Flensburg in den Kämpfen 1248 zwischen dem dänischen König Erik Plogpenning und seinem Bruder und Nachfolger Abel zerstört wurde, förderte letzter den Wiederaufbau. 1284 wurde dem neuen Ort das Stadtrecht, dessen Inhalt auf einen sehr regen Handelsverkehr schließen lässt, vom dänischen König Erik Glipping verliehen und von Herzog Waldemar IV. von Schleswig bestätigt. Flensburg wurde rasch die bedeutendste Stadt des Herzogtum Schleswigs. Das Herzogtum Schleswig war ein dänisches Lehen mit dem dänischen König als Lehnsherr und gehörte im Gegensatz zum südlich angrenzenden Holstein nicht zum Heiligen Römischen Reich. Wie andere schleswigsche Städte war Flensburg auch nicht Mitglied der Hanse. Dennoch bestanden enge Handelskontakte zu deutschen und europäischen Hansestädten. Ein bedeutendes Handelsgut jener Zeit waren in Salz eingelegte Heringe. Sie wurden in viele europäische Länder verschickt. Die bestimmende Macht in Flensburg war noch bis in die Reformation die Knudsgilde, die aus wohlhabenden Kaufleuten bestand.
1263 (ev. früher) soll das Minoritenkloster erbaut worden sein.
Ab 1409 begannen die Auseinandersetzungen zwischen Holsteinern und Dänen um die Vormacht in Schleswig (auch Südjütland). 1411 erreichte Königin Margarethe I. im Vertrag von Kolding die Abtretung großer Teile des Herzogtums Schleswig an Dänemark. Im selben Jahr wurde die Duburg auf dem Marienberg errichtet.
Am 28. Oktober 1412 starb Margarethe I. an Bord eines Schiffes im Hafen von Flensburg an der Pest. Die Pest und andere infektiöse Krankheiten waren für mittelalterliche Städte ein großes Problem. In gewissen Abständen rafften Pocken, die vom Rattenfloh (Xenopsylla cheopis) verursachte Beulenpest, die Rote Ruhr oder andere Seuchen große Teile der Flensburger Bevölkerung dahin. Leprakranke wurden im St.-Jürgen-Hospital (vor 1290 errichtet) isoliert, das vor den Toren der Stadt (heute: St.-Jürgen-Kirche) lag. Um 1500 wurde die Syphilis eingeschleppt. Das kirchliche Hospital Zum Heiligen Geist (heute: Heiliggeistkirche) stand in der Großen Straße (Flensburger Fußgängerzone).
Der Alltag jedes einzelnen Flensburgers war hart, und die Verkehrswege waren schlecht. Die Hauptstraßen waren nicht gepflastert und unbeleuchtet. Teilweise waren die Bürger verpflichtet, die mit Viehdung durchtränkten Wege mit Holzstegen passierbar zu machen. Fenster hatten nur wenige Patrizierhäuser. Jeder Bürgerhaushalt hielt Vieh im Haus und Hof. Bürger hatten zudem eigene Kuh- und Schweinehirten, die das Vieh tagsüber außerhalb der Stadt hüteten.
1485 kam es zu einem Großbrand in Flensburg. Auch von Sturmfluten blieb Flensburg in dieser Zeit nicht verschont. Am Kompagnietor lassen sich heute noch die Wasserstände früherer Sturmfluten ablesen.
Ab 1526 fasste, verbreitet auf den Handelswegen, die lutherische Lehre in Flensburg Fuß. Damals predigte der Husumer Reformator Hermann Tast in der Stadt. Unterstützt vom jungen Herzog Christian konnte der ehemalige Dominikanermönch Gerd Slewert die Reformation vorwärtstreiben. In der Folge öffnete sich Flensburg immer mehr der deutschen Kultur und Sprache, während das Umland dänisch geprägt blieb.
Nach dem Niedergang der Hanse im 16. Jahrhundert galt Flensburg als eine der bedeutendsten Handelsstädte im skandinavischen Raum. Selbst bis ans Mittelmeer, bis nach Grönland und in die Karibik reichten die Aktivitäten Flensburger Kaufleute. Die wichtigsten Handelswaren waren neben dem den Heringen zunächst Zucker und Tran, der auf der so genannten Grönlandfahrt durch Walfang gewonnen wurde. Erst der Dreißigjährige Krieg beendete diese Blütezeit. Der Einfall der Kaiserlichen unter Wallenstein 1627 und 1628, wie auch die dänisch-schwedischen Kriege 1643 - 1645 und 1657 - 1660 schlugen dem Wohlstand der Stadt erhebliche Wunden.
Im 18. Jahrhundert erlebte Flensburg dank des Rumhandels eine zweite Blüte. Der Rohrzucker wurde aus Dänisch-Westindien importiert und in Flensburg raffiniert. Es ist zu vermuten, dass dieser Handel ein Dreieckshandel war. Erst im 19. Jahrhundert, im Zuge der Industrialisierung, konnten sich die Flensburger Zuckerraffinerien nicht mehr gegen die Konkurrenz der benachbarten Metropolen Kopenhagen und Hamburg behaupten.
Der in Flensburg verschnittene Rum war dann ein Ausweichgeschäft im Westindienhandel, von wo er eingeführt und als Rum-Verschnitt in ganz Europa vertrieben wurde. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde das Zuckerrohr statt aus Dänisch-Westindien aus dem damals britischen Jamaika bezogen. Von einst weit über 20 Rumhäusern (Hansen, Pott, Sonnberg, Asmussen, Detleffsen u.a.), die die Stadt geprägt haben, besteht heute noch das Rumhaus A. H. Johannsen in der Marienburg.
Zwischen 1460 und 1864 war Flensburg neben Kopenhagen der zweitgrößte Hafen im Dänischen Gesamtstaat und außerhalb des Königreiches Dänemark sogar der größte. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg (1864) kam die Stadt zu Preußen und deutsche Sprache und Kultur prägten immer stärker das Leben der Stadt. Dennoch bekennen sich bis heute viele Flensburger zur dänischen Volksgruppe.
Am 1. April 1889 wurde Flensburg ein eigenständiger Stadtkreis (kreisfreie Stadt) innerhalb der Provinz Schleswig-Holstein, blieb aber Sitz des Landkreises Flensburg. 1920 wurde nach Beschluss des Völkerbundes über den Grenzverlauf in Schleswig (Südjütland) abgestimmt. Nordschleswig stimmte en bloc für Dänemark, während das gemeindeweise abstimmende Südschleswig mitsamt Flensburg mit großer Mehrheit für den Verbleib bei Deutschland stimmte. Infolge der von Dänemark definierten Zuschnitte der Abstimmungszonen und Abstimmungsmodalitäten fielen jedoch große Teile des Umlandes, insbesondere der Landkreise Flensburg, der Flensburger Wald, und Tondern an Dänemark und Flensburg wurde Grenzstadt.
Die Stadt Flensburg erhielt von der deutschen Reichsregierung als Dank für das pro-deutsche Stimmverhalten das Deutsche Haus. Borgerforeningen und Flensborghus entwickelten sich zu Zentren der dänischen Flensburger.
Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Stadt so gut wie keine Kriegsschäden. 1943 starben allerdings über 20 Kinder nach der Bombardierung eines dänischen Kindergartens, und kurz nach dem Krieg forderte die Explosion eines Munitionslagers zahlreiche Opfer.
1945 war Flensburg für einige Wochen Sitz der letzten Reichsregierung unter Admiral Karl Dönitz, welche nach dem Suizid Adolf Hitlers am 30. April 1945 und der Eroberung von Berlin Quartier in der Marineschule Mürwik nahm, wo ihre Mitglieder am 23. Mai 1945 von britischen Truppen verhaftet und abgesetzt wurden.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Flensburg zur Britischen Besatzungszone. Die britische Militärverwaltung richtete in Flensburg zwei DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen, der Ukraine, dem Baltikum und Jugoslawien.
In der Zeit nach dem Krieg strömten außerdem viele Vertriebene in die Stadt und die Einwohnerzahl überschritt für kurze Zeit die 100.000-Grenze und machte Flensburg für einige Jahre zur Großstadt. Wie im übrigen Landesteil Schleswig entwickelte sich nach 1945 auch in Flensburg eine relativ starke prodänische Bewegung, die an die Ideen der Eiderdänen anknüpfte. Ziel vieler Anhänger war der Anschluss der Stadt an Dänemark. Flensburg hatte so noch einige Jahre nach 1945 Bürgermeister aus der dänischen Minderheit.
Nach Gründung der Bundesrepublik profitierte Flensburg zunehmend von der gezielten Ansiedlung militärischer Einrichtungen, die die wirtschaftlichen Nachteile der Randlage der Stadt kompensieren sollten. Seit der deutschen Wiedervereinigung nahm die Zahl der Soldaten jedoch wieder um über 8.000 ab, da Militäreinrichtungen abgebaut oder in die östlichen Bundesländer verlagert wurden. Insbesondere die größeren schwimmenden Einheiten wurden zusammen mit den landgestützten Versorgungseinrichtungen nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt. So entfiel auch der zeitaufwändige Marsch der Flotteneinheiten durch die Flensburger Förde in ihre Einsatzgebiete in der Ostsee. Heute werden die ehemaligen Hafenanlagen der Bundesmarine durch Sportboote zivil genutzt (Marina Sonwik).
Eine große Rolle spielt bis heute der deutsch-dänische Grenzhandel. Einige dänische Unternehmen wie Danfoss siedelten sich aus steuerlichen Gründen direkt südlich der Grenze in Flensburg und seinen Nachbargemeinden an.
1970 wurde der Kreis Flensburg um die Gemeinden des Amtes Medelby im Kreis Südtondern erweitert und 1974 mit dem Kreis Schleswig zum neuen Kreis Schleswig-Flensburg vereinigt, dessen Kreissitz die Stadt Schleswig wurde. Damit verlor Flensburg seine Funktion als Kreisstadt, blieb selbst aber eine kreisfreie Stadt.
Heute ist Flensburg die größte Stadt im Landesteil Schleswig und Zentrum des deutsch-dänischen Grenzlandes. Die Stadt ist Universitäts- wie Fachhochschulsitz und bis heute geprägt von Marine, Grenzhandel sowie ihrer Geschichte als Rumstadt. Aufgrund der schlechten Finanzlage der Stadt beschloss der Rat im Jahr 2006 den Verkauf des Kollunder Waldes an eine Privatperson.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet von Flensburg eine Fläche von insgesamt 2639 ha. Ab 1874 wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen in die Stadt Flensburg eingegliedert:
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
|---|---|---|
| 1874 | Süder- und Norder-St. Jürgen | 36 |
| 1874 | Fischerhof | 3 |
| 27. Juli 1875 | Duburg | 10,5 |
| 1877 | Hohlwege und Bredeberg | 5,5 |
| 1. Dezember 1900 | Jürgensgaarde | 205 |
| 1. April 1909 | Klues | 19 |
| 1. April 1910 | Twedt, Twedterholz/Fruerlund und Engelsby | 1458 |
| 1916 | Teil des Kluesrieser Forstes (incl. Wasserfläche) | 146,5 |
| 26. April 1970 | Adelbylund | 132 |
| 10. Februar 1971 | Ausgemeindung des Strandes von Wassersleben | -147,5 |
| 22. März 1974 | Sünderup und Tarup | ? |
Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Flensburg
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Flensburg ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten in der Stadt 1835 etwa 12.000 Menschen, so waren es 1900 bereits rund 50.000. Im Jahre 1945 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Flensburg die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1949 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit 108.585 (mit Flüchtlingen) ihren historischen Höchststand. 1952 sank die Zahl wieder unter die Grenze von 100.000 und ist seitdem weiter gefallen. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Hamburg und Schleswig-Holstein 86.080 Einwohner. Der Großraum Flensburg, bestehend aus der Stadt und den sie umgebenden Ortschaften, zählt ca. 131.000 Einwohner.
An der Spitze der Stadt Flensburg stand seit Jahrhunderten der Rat, mit zwei Bürgermeistern, je einer für die Nordstadt (Sankt Marien) und einer für die Südstadt (Sankt Nikolai und Sankt Johannis). Die Mitglieder des Rates und die Bürgermeister wurden vom Rat selbst bestimmt. Schieden Ratsmitglieder aus, wurden von den verbliebenen Ratsherren Nachfolger bestimmt, wobei jede der beiden Stadthälften gleich viele Mitglieder im Rat hatte. Die Ratsherren trugen meist den Titel „Senator“.
Der Rat bestand in Flensburg bis 1742, dann wurde der „Bürgermeister des Nordens“ zum „Dirigierenden Bürgermeister“ vom Landesherrn, also dem König von Dänemark ernannt. Aus diesem „Dirigierenden Bürgermeister“ wurde später der „Erste Bürgermeister“. Der „Zweite Bürgermeister“ trug lediglich den Titel „Bürgermeister“. Nach dem Übergang der Stadt an Preußen wurden ab 1870 die Bürgermeister von den Bürgern der Stadt gewählt, wobei der Erste Bürgermeister meist den Titel „Oberbürgermeister“ erhielt. Während der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte die Ernennung des Stadtoberhauptes direkt durch die NSDAP.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nach britischem Vorbild eine zweiteilige Verwaltungsspitze eingeführt. An der Spitze der Stadt stand zunächst als Vorsitzender des Rates und des Magistrats der vom Rat gewählte Oberbürgermeister. Daneben gab es als Leiter der Verwaltung einen „Oberstadtdirektor“. 1950 trat die neue schleswig-holsteinische Gemeindeordnung in Kraft. Danach wurde der Titel „Oberbürgermeister“ (wieder) auf den Leiter der Verwaltung übertragen. Er wurde zunächst weiterhin vom Rat gewählt. Der Vorsitzende des Rates trägt seither den Titel „Stadtpräsident“. Dieser wird ebenfalls nach jeder Kommunalwahl vom Rat gewählt. Seit 1999 wird der Oberbürgermeister jedoch wieder von der Bevölkerung direkt gewählt.
Der erste direkt gewählte Oberbürgermeister Hermann Stell verstarb am 4. Mai 2004 in Hamburg während eines Handballspiels an den Folgen eines Schlaganfalls. Zum Oberbürgermeister wurde mit 59 % der Stimmen am 14. November 2004 der parteilose von der CDU vorgeschlagene Klaus Tscheuschner gewählt. Dieser führt eine Sparpolitik, Infrastrukturpolitik mit dem Abschluss der Osttangente und Entbürokratisierungspolitik durch. Stadtpräsident ist seit der letzten Kommunalwahl 2008 Christian Dewanger (WiF).
Im Flensburger Rat sitzen heute Fraktionen der W.i.F. (Wir in Flensburg Wählergemeinschaft) als stärkster Partei, des SSW, der CDU, der SPD, der der Linken, der Grünen und der FDP.
Die Kommunalwahl in Flensburg fand am 25. Mai 2008 statt und brachte für den Stadtrat folgendes Ergebnis:
| Partei | Stimmen | Prozent | Mandate |
|---|---|---|---|
| Wählergemeinschaft Wir in Flensburg | 6.466 | 22,29 % | 10 |
| SSW | 6.394 | 22,04 % | 9 |
| CDU | 5.963 | 20,52 % | 9 |
| SPD | 4.621 | 15,93 % | 7 |
| Die Linke | 2.130 | 7,34 % | 3 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 2.107 | 7,26 % | 3 |
| FDP | 1.332 | 4,59 % | 2 |
Ehemals befand sich das Rathaus in der Nähe des jetzigen Stadttheaters in der Rathausstraße. Später wurde ein größeres Rathaus am Holm errichtet. Beide Häuser sind heute zerstört, letzteres wich in den 1960ern einem größeren Kaufhausbau.
Siehe auch Liste der Stadtoberhäupter von Flensburg
Blasonierung: „In Gold über blauem Wellenschildfuß ein sechseckiger roter Turm mit blauem Spitzdach, aus dem übereinander zwei herschauende, rot gezungte blaue Löwen hervorbrechen; oben ein roter Schild mit silbernem Nesselblatt.“[1]
Die beiden Schleswigschen Löwen symbolisieren Schleswig, das Nesselblatt Holstein und bringen somit die Verbundenheit der schleswigschen Stadt mit beiden Landesteilen zum Ausdruck. Der Turm weist auf die alten Stadtrechte Flensburgs und auf die frühere Burg hin, die der Stadt ihren Namen gab. Die Wellen deuten auf die Lage der Stadt an der Flensburger Förde hin.
Das Wappen wurde durch König Wilhelm II. von Preußen im Jahre 1901 verliehen und in einer überarbeiteten Form am 19. Januar 1937 durch den Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein neu genehmigt.
Blasonierung: „Auf blauem Flaggentuch das Stadtwappen, etwas zur Stange hin verschoben.“[1]
Flensburg unterhält Städtepartnerschaften mit Carlisle in England (Vereinigtes Königreich) (seit 1961), mit Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) (seit 1987) und mit Słupsk, dt. Stolp (Polen) (seit 1988).
Die Wirtschaft profitiert sehr vom Grenzhandel, Waren- und Dienstleistungsexport, der mit ihrem dänischen Nachbarn besteht. Dies führt zu stabilen Ergebnissen in diesem Bereich, so dass sich die Stadt auch 2006 den Titel „Exportmeister Schleswig-Holsteins“ sichern konnte. Das Technologiezentrum in Flensburg-Rude trägt seinen Teil dazu bei, indem es studierte Jungunternehmern Räumlichkeiten und Labors zur Entwicklung von Innovationen bereitstellt. Der Betreiber, die Wireg GmbH, übernimmt sämtliche Buchhaltungs- und Verwaltungsaufgaben der Jungfirmen. Bei Erfolg verlassen solche Unternehmen das Technologiezentrum und lassen sich ganz in der Nähe nieder.
Vom südlich der Altstadt liegenden Hauptbahnhof bestehen Eurocity-Verbindungen nach Prag und Århus (Dänemark) sowie Intercity-Verbindungen nach Düsseldorf und Hamburg. Neu hinzugekommen ist eine Zugverbindung mit dem ICE (InterCityExpress) von Aarhus (Dänemark) nach Berlin.
Regionalzüge fahren nach Kiel, Neumünster und Padborg. Ein RegionalExpress mit der Bezeichnung Schleswig-Holstein Express fährt nach Hamburg Hauptbahnhof. Ein weiterer Bahnhof befindet sich in Flensburg-Weiche. Der Eisenbahnverkehr nach Niebüll wurde eingestellt und durch eine Busverbindung ersetzt. Auf den Strecken nach Husum, Kappeln und Satrup fahren Schnellbusse.
Der Nahverkehr wird nach Stilllegung der letzten Linie der ehemaligen „Städtischen Straßenbahn Flensburg“ (elektrisch ab 1907, zuvor seit 1881 private Pferdebahn) am 2. Juni 1973 mit Bussen der Gesellschaften Aktiv Bus GmbH, der AFAG und anderer Verkehrsgesellschaften, wie der Autokraft realisiert. Sie sind in der Verkehrsgemeinschaft Flensburg zusammengeschlossen.
Eine Fähre verbindet Flensburg über die Förde mit dem dänischen Kollund. Die Fördeschifffahrt hat jedoch stark an Bedeutung verloren, da die früher durchgeführten Butterfahrten mit ihren preisgünstigen Einkaufsmöglichkeiten an Bord der Schiffe aufgrund von EU-Beschlüssen entfallen sind. Eine weitere regelmäßige Schiffsverbindung besteht in den Sommermonaten nach Glücksburg.
Im Westen von Flensburg befindet sich die Autobahn A 7, die in Dänemark als Europastraße 45 weitergeführt wird. Ferner führen die Bundesstraßen B 200 und B 199 durch das Stadtgebiet. An die Abfahrt Flensburg-Ost der B 200 schließt die nach langer und zeitweise heftigst umstrittener Planung 2006 eingeweihte Osttangente an, die bei Engelsby in die Nordstraße (B 199) übergeht.
Im Westen der Stadt liegt der Flugplatz Flensburg-Schäferhaus.
In Flensburg erscheinen mit dem Flensburger Tageblatt und der Flensborg Avis zwei Tageszeitungen. Die Flensborg Avis erscheint zweisprachig, in deutscher- und dänischer Sprache. Daneben gibt es Anzeigenblätter wie MoinMoin oder Wochenschau.
Der Norddeutscher Rundfunk betreibt in der Nähe vom Deutschen Haus ein Studio für Hörfunk und Fernsehen. Mit dem Offenen Kanal Flensburg gibt es in der Stadt auch ein Bürgerfernsehen.
Von 1993 bis 1996 sendete Radio Flensburg über einen Sendemast in Dänemark. Ziel war es ein Stadtradio zu etablieren. Das Projekt musste jedoch aufgrund finanzieller Probleme des dänischen Senders wieder eingestellt werden. Ab dem 1. Oktober 2006 sendet Radio Flensburg als Internetradio (Webradio).
Auf dem Fuchsberg in Flensburg-Engelsby betreibt der NDR eine Sendeanlage für UKW, TV und Mittelwelle. Als Antennenträger kommt ein 215 Meter hoher abgespannter, geerdeter Stahlfachwerkmast zum Einsatz, an dem eine Reusenantenne für Mittelwelle montiert ist. Dieser Sender ist Nachfolger des Senders Flensburg über den am 8. Mai 1945 die Meldung von der deutschen Kapitulation verbreitet wurde. Von diesem Sender werden die Programme des Norddeutschen Rundfunks und von Danmarks Radio ausgestrahlt.
| Sendername | regional | UKW/MW | ERP |
|---|---|---|---|
| Programme aus Deutschland | |||
| NDR 1 Welle Nord | FL | 89,6 MHz | 25 kW |
| NDR 2 | NDR 2 SH | 93,2 MHz | 25 kW |
| NDR Kultur | kein | 96,1 MHz | 25 kW |
| NDR Info | kein | 87,7 MHz | 25 kW |
| NDR Info Spezial | kein | 702 kHz | 7,5 kW |
| Programme aus Dänemark | |||
| DR P1 | kein | 94,2 MHz | 0,5 kW |
| DR P2 | kein | 107,3 MHz | 0,5 kW |
| DR P3 | JYL | 98,0 MHz | 0,5 kW |
| DR P4 Radio SYD | SYDJYLLAND | 96,6 MHz | 0,5 kW |
Von Freienwill (ca. 4 km südlich von Flensburg) werden die landesweiten UKW-Hörfunkprogramme von R.SH, delta radio und von Deutschlandfunk abgestrahlt:
| Sendername | regional | UKW | ERP |
|---|---|---|---|
| R.SH | R.SH-NORD | 101,4 MHz | 20 kW |
| delta | delta Nord | 105,6 MHz | 20 kW |
| Deutschlandfunk | SH/HH | 103,3 MHz | 20 kW |
Am Grenzübergang Krusaa steht ein kleiner Hilfssendemast, von dem die Programme der Sender Deutschlandradio, Radio Nora und Klassik Radio abgestrahlt:
| Sendername | regional | UKW | ERP |
|---|---|---|---|
| Deutschlandradio Kultur | DKULTUR | 92,1 MHz | 1 kW |
| Radio Nora | NORA | 88,5 MHz | 0,5 kW |
| Klassik Radio | KLASSIK | 106,5 MHz | 0,5 kW |
Flensburg ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen bzw. Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts:
Daneben gibt es in Flensburg das komplette Angebot an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen wie die Beruflichen Schulen des Kreises Schleswig-Flensburg. Darunter befinden sich auch mehrere dänische Schulen.
Gymnasien sind:
Realschulen sind:
Private bzw. besondere Schulen:
Flensburg ist Sitz mehrerer Bibliotheken und Archive.
Flensburg verfügt über eine gut erhaltene Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten früherer Jahrhunderte. Charakteristisch ist die Lage parallel zum Wasser. Drei der vier Altstadtkerne erstrecken sich entlang dieser Nord-Süd-Achse an der Förde. Der Bauboom der Kaiserzeit führte zwar zu einer teilweisen Verbauung der Altstadt, aber ohne deren Struktur zu zerstören, und führte bemerkenswerte Stadterweiterungen mit sich. Im Zweiten Weltkrieg fast unzerstört geblieben, setzte sich in Flensburg wie andernorts nach dem Zweiten Weltkrieg eine Baupolitik durch, die sich von den altstädtischen Strukturen lösen und die Innenstadt im Stil der Zeit neu gestalten und mit überdimensionierten Verkehrsbauten überziehen wollte. Dies konnte zwar wegen Geldmangels verhindert werden, doch führte die Planungsunsicherheit zum Verfall insbesondere der nördlichen und der östlichen Altstadt. Zahlreiche Altbauten verschwanden und wurden durch unangepasste Neubauten ersetzt. Dieser Trend wurde erst gegen Ende der 1970er Jahre gestoppt. Trotz erheblicher Verluste bietet Flensburg immer noch das Bild einer weitgehend geschlossen erhaltenen Altstadt im Tal, an die sich die Erweiterungen der Gründerzeit auf den Anhöhen gut anfügen.
Evangelische Christen:
Die evangelischen Gemeinden Flensburgs gehören zur Nordelbischen oder Dänischen Kirche.
Die Stadt gehörte im Mittelalter zum Bistum Schleswig. Die Reformation wurde 1526 mit der ersten lutherischen Predigt in Sankt Nikolai eingeführt. 1540 entstand die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein, die sich im Jahre 1977 mit den Landeskirchen in Lübeck und Hamburg zur Nordelbischen Kirche vereinigte. Heute gehören die deutschen Kirchengemeinden der Stadt (sofern sie nicht Mitglied einer Freikirche sind) zum Sprengel Schleswig. Die dänischen Gemeinden sind seit 1920 in der Dänischen Kirche in Südschleswig zusammengeschlossen. Deren Hauptkirche ist die Heiliggeistkirche in der Altstadt.
Katholische Christen:
Im 19. Jahrhundert siedelten wieder Katholiken in der Stadt. Im Jahre 1899 wurde die katholische Pfarrkirche St. Marien erbaut. Nachdem das Bistum Schleswig bereits seit der Reformation nicht mehr existierte, gehörten die katholischen Gemeinden Flensburgs zum Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen. 1930 wurde das Gebiet Schleswig-Holsteins auf Grund des Preußischen Konkordates von 1929 dem Bistum Osnabrück eingegliedert. Aus den nördlichen Gebieten dieses Bistums entstand 1993 das neue Erzbistum Hamburg. Die Pfarrgemeinden der Stadt Flensburg gehören innerhalb der Erzdiözese Hamburg zum Dekanat Flensburg.
Freikirchliche Gemeinden:
Juden:
Seit einigen Jahren besteht wieder auch eine kleine jüdische Gemeinde in der Stadt
Mormonen:
Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist mit einer Gemeinde in der Stadt vertreten
Zeugen Jehovas:
Die Zeugen Jehovas sind mit einer Gemeinde vertreten.
Moslems:
In Flensburg gibt es eine islamische Gemeinde, die über eine eigene Moschee verfügt.
Bekannteste Sportmannschaft der Stadt ist der deutsche Meister der Handball-Bundesliga von 2004 und mehrfache deutsche und europäische Pokalsieger, die SG Flensburg-Handewitt, die 1990 vom TSB Flensburg und dem Handewitter SV gegründet wurde.
Größter Sportverein ist der Turn- und Sport-Bund (TSB), der 1973 aus der Vereinigung des Flensburger Turnerbundes und des ATSV Vorwärts Flensburg hervorgegangen ist.
Der größte dänische Sportverein der Stadt ist Dansk Gymnastik Forening Flensborg (DGF).
Weitere Sportvereine sind:
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl kleinerer Vereine, die sich auf einzelne Sportarten spezialisiert haben. Dazu zählte auch Dansk Bokseklub (DBK) Sparta, der in den 1980/90er Jahren lange Zeit in der Bundesliga kämpfte.
So gehörte der Tischtennisverein TTC Ramsharde 1972 zu den Gründungsmitgliedern der zweiteiligen Damen-Bundesliga. 1974 wurde diese Mannschaft deutscher Pokalsieger in der Besetzung Kirsten Krüger, Monika Kneip und Magrit Trupkovic. Im gleichen Jahr wechselte die gesamte Mannschaft zum Verein TSV Nord Harrislee, danach verlor der Verein an Bedeutung. [2] [3]
In Flensburg werden verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen. Neben hochsprachlichem Deutsch (Standarddeutsch) sind dies der heimische niederdeutsche Dialekt des Niedersächsischen (Plattdeutsch), Dänisch und Sønderjysk (Plattdänisch). Nur wenige der aus Nordfriesland zugewanderten Friesen sprechen heute noch ihr Nordfriesisch. Die weit verbreitete Begüßungsanrede Moin Moin wird der friesischen Sprache zugerechnet.
Eine Besonderheit ist das Flensburger Petuh (auch Petu). Petuh verbindet Elemente von hochsprachlichem Deutsch, Niederdeutsch und Dänisch. Diese Mundart wird nur noch von wenigen Flensburgern gesprochen.
Die Stadt Flensburg hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen (chronologisch nach Zeitpunkt der Verleihung):
Dithmarschen | Flensburg | Herzogtum Lauenburg | Kiel | Lübeck | Neumünster | Nordfriesland | Ostholstein | Pinneberg | Plön | Rendsburg-Eckernförde | Schleswig-Flensburg | Segeberg | Steinburg | Stormarn
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