| Flughafen Berlin-Tegel |
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|---|---|---|
| Kenndaten | ||
| IATA-Code | TXL | |
| ICAO-Code | EDDT | |
| Flugplatztyp | Verkehrsflughafen | |
| Koordinaten |
52° 33′ 35″ N, 13° 17′ 16″ O52.55968611111113.28771111111137Koordinaten: 52° 33′ 35″ N, 13° 17′ 16″ O 37 m ü. MSL
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| Verkehrsanbindung | ||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 8 km von Berlin | |
| Straße | Autobahn A 111 | |
| Nahverkehr | Buslinien TXL, X9, 109, 128 | |
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1948 | |
| Betreiber | Berliner Flughafen GmbH (BFG) | |
| Fläche | 466 ha | |
| Terminals | 5 (A-E) | |
| Passagiere | 13.357.741 (2007) | |
| Luftfracht | 24.957 t (2007) | |
| Flug- bewegungen |
151.396 (2007) | |
| Kapazität (PAX pro Jahr) |
12 Mio. | |
| Beschäftigte | 6849 | |
| Start- und Landebahnen | ||
| 08R/26L | 2.428 m × 46 m Asphalt | |
| 08L/26R | 3.023 m × 46 m Asphalt | |
Der Flughafen Berlin-Tegel „Otto Lilienthal“ (IATA-Code: TXL, ICAO-Code: EDDT) ist neben Berlin-Tempelhof und Berlin-Schönefeld einer von drei Verkehrsflughäfen im Großraum Berlin. Im Jahr 2007 wurden dort aber mehr als 13,3 Millionen Fluggäste abgefertigt; gemessen an den Passagierzahlen lag der Flughafen 2007 damit an vierter Stelle in Deutschland.[1] Betreiber des Flughafens ist die Berliner Flughafen-Gesellschaft, eine Tochtergesellschaft der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH. Mit der Fertigstellung des Ausbaus des Flughafen Schönefeld zum Flughafen Berlin Brandenburg International ab 2011 soll der Flughafen Berlin-Tegel geschlossen werden.
Inhaltsverzeichnis |
Der Flughafen Tegel liegt im Ortsteil Tegel des Berliner Bezirks Reinickendorf, die Hauptzufahrt zu den Flughafenanlagen Tegel-Süd, über die der gesamte zivile Luftverkehr abgewickelt wird, liegt jedoch im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Er befindet sich 37 Meter über dem Meeresspiegel, das Stadtzentrum Berlins befindet sich acht Kilometer südöstlich.
Der Flughafen ist mit den Bussen des öffentlichen Nahverkehrs gut angebunden (Linien X9, 109, 128, TXL).Von der Bundesautobahn 111 gibt es einen Zubringer, der durch einen Tunnel unter dem Rollfeld führt.
Die ursprünglich geplante U-Bahn-Anbindung vom Bahnhof Jungfernheide aus wurde nie realisiert. Die letzten Planungen sahen vor, den Flughafen an die U5 durch die – zur Zeit im Bau befindliche – U55 sowie deren Verlängerung über den U-Bahnhof Turmstraße anzubinden. Dabei würde sie u. a. durch den Bahnhof Berlin Jungfernheide fahren, dessen U-Bahnhof dafür von vornherein – ebenso wie der U-Bahnhof Turmstraße – als Umsteigebahnhof in zwei Ebenen ausgeführt wurde. Im U-Bahnhof Jungfernheide hätte die Linie einen Anschluss zur U7, zur Ringbahn und zum Regional-Express bekommen, im U-Bahnhof Turmstraße zur U9. Angesichts der für 2011 geplanten Schließung des Flughafens und der schlechten Finanzlage der Stadt ist die Vollendung dieses Projektes sehr unwahrscheinlich. In der Festlegung der verkehrlichen Prioritäten für das Berliner ÖPNV-Netz bis zum Jahr 2030 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind keine Planungen mehr zu einer Verlängerung der U5 über den Berliner Hauptbahnhof hinaus enthalten.
Bereits im frühen 20. Jahrhundert befand sich auf dem heutigen Flughafengelände das 1. Preußische Luftschiffer-Bataillon, das mit verschiedenen Luftschiff-Konstruktionen experimentierte. Auf dem Gelände, das auch als Luftschiffhafen Reinickendorf bezeichnet wurde, existierte seit 1906 eine erste Luftschiffhalle.[2] Hier wurden unter anderem Luftschiffe vom Typ Groß-Basenach und Parseval erprobt. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde dieses Bataillon zur Luftschiffer-Ersatz-Abteilung umgestaltet, das sich von nun an der Ausbildung von Feldluftschiffertruppen widmete und Gefechtsfeldaufklärung mit Hilfe eines Fesselballons lehrte. Ab dem 20. August 1914 begann man, einen Neubau des Luftschiffhafens mit Hangar vorzubereiten.[3]
Am 27. September 1930 wurde der Raketenschießplatz Tegel unter der Leitung von Rudolf Nebel eröffnet.
Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs errichtete die französische Besatzungsmacht zur Optimierung der Berliner Luftbrücke 1948 in 90 Tagen die damals längste Start- und Landebahn Europas mit einer Länge von 2428 Metern in Tegel. Am 5. November 1948 landete mit einer Douglas C-54 das erste Flugzeug auf dem erst Anfang Dezember offiziell eingeweihten Flughafen, der auch weiterhin vor allem durch amerikanische Flugzeuge benutzt wurde. Am 16. Dezember des selben Jahres wird darüber hinaus der Holzsendeturm des unter der Kontrolle der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland stehenden Radiosenders Berliner Rundfunk gesprengt, da er den Flugbetrieb beeinträchtigte.[4]
Die besondere politische Situation Westberlins während der Zeit des Kalten Kriegs bedeutete, dass der gesamte Luftverkehr von und nach Westdeutschland nur durch Fluggesellschaften der drei Besatzungsmächte Vereinigte Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich durchgeführt werden durften; ebenso durfte die Flugzeugbesatzung ausschließlich aus Bürgern dieser Länder bestehen.[5] Der erste regelmäßige Linienflug wurde durch Air France ab dem 2. Januar 1960 nach Tegel durchgeführt, was der Beginn des zivilen Flugverkehrs war; zuvor wurde bereits Tempelhof bedient, bei diesem Flughafen stellte jedoch die kurze Start- und Landebahn für die neu aufkommenden Düsenflugzeuge ein Problem dar.[6]
Pan American World Airways folgte Air France im Mai 1964 und begann als zweite Fluggesellschaft mit regelmäßigen Linienflügen; die erste Strecke führte drei mal wöchentlich zum New Yorker Flughafen John F. Kennedy[7], als Flugzeugtyp wurden Boeing 707 und Douglas DC-8 eingesetzt, welche nicht von Tempelhof aus Transatlantikflüge durchführen konnten. Der Flug wurde im Oktober 1971 wieder eingestellt.[8]
Von April 1968 an zogen alle Charterfluggesellschaften von Tempelhof nach Tegel um, da Tempelhof zunehmend überlastet war und den Passagierandrang nicht mehr gerecht werden konnte.[9] Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Terminal-ähnliches Gebäude extra für Charterfluggesellschaften errichtet, die sich ebenso wie das ursprüngliche Terminal, welches von Air France und PanAm benutzt wurde, nördlich der Startbahn befand. Nach und nach folgten immer mehr Charterfluggesellschaften nach Tegel, unter ihnen Channel Airways, Dan-Air, Laker Airways und Modern Air, die dort auch ihre Flugzeuge stationierten.[9] Dan-Air übernahm 1972 nach der Insolvenz von Channel Airways deren Charterverträge am Flughafen und baute so die eigene Präsenz aus[10]; später wurde die britische Privatfluggesellschaft der drittgrößte Benutzer des Flughafens Berlin-Tegel. Dan-Air führte nicht nur Flüge nach Großbritannien durch, sondern bediente von Tegel aus auch innerdeutsche und innereuropäische Ziele.
Die Flughafenanlagen Tegel-Süd entstanden zwischen 1965 und 1975 nach Plänen des Hamburger Architektenbüros von Gerkan, Marg und Partner (gmp), das dadurch international bekannt wurde. Zu dem Architektenteam gehörte neben Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg auch Klaus Nickels. In Tegel-Süd erfolgte 1969 der erste Spatenstich, 1970 war Baubeginn und 1972 Richtfest. Das bis heute genutzte sechseckige Hauptterminalgebäude, das sich am südlichen Ende des Flughafens befindet, wurde am 23. Oktober 1974 eingeweiht und am 1. November 1974 eröffnet. Zur Eröffnung wurden eigens die damals drei größten Großraumflugzeuge der Welt, eine Lockheed L-1011 der British Airways, eine McDonnell Douglas DC-10 von Laker Airways, eine Boeing 747-100 von PanAm sowie ein Airbus A300B2 von Air France eingeflogen. Der erste planmäßige Flug, durchgeführt von Dan-Air mit einer BAC One-Eleven erreichte um sechs Uhr morgens von Teneriffa aus das Terminal. Mit der Eröffnung des Terminals wurden die Anlagen nördlich der Start- und Landebahn für den Zivilverkehr geschlossen. Die Kosten für die Neubauten beliefen sich auf 430 Millionen Deutsche Mark[11]. Seit 1975 entwickelte sich Tegel weiter zum wichtigsten Passagierflughafen Berlins.
Der Vorläufer der heutigen Air Berlin, Air Berlin USA, startete gegen Ende der 70er Jahre ihre Präsenz am Flughafen[12]. 1988 startete EuroBerlin France mit ihrer in Tegel stationierten Flotte Flüge nach ganz Deutschland. Ende der 1980er-Jahre war die Errichtung eines zusätzlichen Abfertigungsgebäudes mit dem Namen Terminal am Veto der Alternativen Liste, die damals zusammen mit der SPD im West-Berliner Senat regierten. Auch der darunter geplante U-Bahnhof wurde nicht gebaut, es existieren allerdings einige unvollendete Bauwerke der dazu geplanten Verlängerung der Linie U5; der Bahnhof Jungfernheide wurde bei der Verlängerung der Linie U7 entsprechend als Kreuzung mit der ebenfalls zu verlängernden U5 ausgelegt.
1988 wurde der Flughafen nach Otto Lilienthal benannt.[13]
Mit der Vollendung der deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 wurde Tegel auch zum Ziel der Lufthansa, alle vorher geltenden Restriktionen von und aus Berlin wurden also aufgehoben. Die Lufthansa begann am 28. Oktober 1990 mit Linienflügen, anfangs wurden zwölf tägliche Flüge mit verschiedenen deutschen Städten sowie London zum Ziel durchgeführt. Zu diesem Zweck kaufte die Lufthansa die Internal German Services (IGS) von PanAm für 150 Mio. US-Dollar; dies beinhaltete alle Verkehrsrechte von PanAm, wie auch deren Gates und Slots am Flughafen Tegel.[14]
Nach dem Mauerfall 1989 begannen die Planungen für einen neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg, Tegel-Süd sollte deshalb nicht mehr ausgebaut werden. Trotzdem machte dies der steigende Flugverkehr notwendig, und so wurde das Terminal A erweitert durch zusätzliche Check-In-Schalter im Terminal B sowie einem südlichen Erweiterungsbau, der die Terminals D und E beherbergt. Auf dem östlich des Terminal A gelegene Gebiet, das früher als Parkplatz diente, wurde mit dem Terminal C 2006/2007 eine weitere einfache Abfertigungshalle für weitere 2,5 Millionen Passagiere errichtet. Diese Halle orientiert sich an dem neu errichteten Terminal D in Schönefeld. Von der Berliner Flughafen Gesellschaft wurde dieser Schritt damit begründet, dass gestiegene Sicherheitsanforderungen zu Kapazitätseinbußen bei den bestehenden Abfertigungseinrichtungen geführt haben. Diese Lücke soll bis zur Eröffnung des BBI überbrückt werden. Am 24. Mai 2007 wurde Terminal C eröffnet und wird nun von Air Berlin und wenigen anderen Gesellschaften genutzt.
Mit der Eröffnung des Flughafen Berlin Brandenburg International wird der Flughafen Berlin-Tegel für den zivilen Flugverkehr geschlossen werden. Nach der Schließung wird das Gelände der kommunalen Bauleitplanung übergeben.[15]
Kern der Anlage ist ein Ensemble aus fünf Abfertigungsbäude und dem 47,5 Meter hohen Tower[16]. Die Anlage ist vom Rollfeld umgeben und mit dem Auto nur durch einen Tunnel erreichbar, das Vorfeld grenzt im Norden an die Landebahnen, im Süden wird es von Fracht- und Wartungshallen, Bordküchenbetrieben und Versorgungs- und Betriebsgebäuden – wie der Energiezentrale – umschlossen. Insgesamt hat der zivile Teil des Flughafens Berlin-Tegel eine Passagierkapazität von 11,5 Millionen Fluggästen pro Jahr bzw. circa 3175 Fluggäste pro Stunde. Hierfür stehen 80 Abfertigungsschalter für gebäudenahe Flugzeugabstellpositionen sowie 54 Abfertigungsschalter für Flugzeugabseitspositionen zur Verfügung; insgesamt gibt es 44 Flugzeugabstellpositionen. Zwischen 23 und 6 Uhr besteht eine Nachtflugbeschränkung; während dieser Zeit dürfen lediglich Postflüge sowie genehmigungspflichtige Sonderflüge abgefertigt werden.[16]
Zum Flughafen gehört auch eine Flughafenfeuerwehr, die im Verbund mit den anderen Flughafenfeuerwehren der Berliner Flughäfen über spezielle Geräte verfügt, sodass Landungen der Instrumentenlandesystemkategorien CAT I, II und III möglich werden.[17]
Die Abfertigungsanlagen nördlich der Landebahnen grenzen an den Ortsteil Tegel und wurden zuerst von der französischen Siegermacht als Militärflughafen genutzt. Genutzt wurde der im französischen Sektor der Stadt liegende Flughafen im Linienflugverkehr von der französischen Air France sowie von amerikanischen und britischen Fluggesellschaften. Seit dem Abzug der französischen Streitkräfte 1994 ist der Regierungsflughafen und kann auch für militärische Operationen Deutschlands bzw. seiner Partner verwendet werden.
Im Zentralgebäude des Flughafens Berlin-Tegel befindet sich ein Veranstaltungsbereich und Konferenzräume. Passagiere findet dort die Flughafen-Information, die Gepäckaufbewahrung, Post, Reisebüros, Verkaufs- und Informationsschalter der Luftverkehrsgesellschaften, Polizei, Zoll und ein kleines Einkaufszentrum mit Essensmöglichkeiten. Ebenfalls im Zentralgebäude sind verschiedene Verwaltungseinrichtungen.[16]
Beim Terminal A handelt es sich um ein sechseckiges Linearterminal mit einer Frontlänge von 620 Metern, an der 14 Fluggastbrücken Platz finden, die nebeneinander an einem Korridor angeordnet sind. Taxis können Passagiere auf der Vorfahrt im Innenhof des Terminals unmittelbar vor dem jeweiligen Check-In-Schalter absetzen, der von der Vorfahrt nur durch eine Glasfassade getrennt ist; für PKWs steht ein Parkhaus im Zentrum des Terminals zur Verfügung. Busse fahren nicht mehr ins Innere des Ringes, sondern halten an den Bussteigen vor der Haupthalle, die an den Positionen A1 und A14 an den Flugsteigring grenzt. Direkt hinter den Check-In-Schaltern und den angrenzenden Sicherheitskontrollen befindet sich ein Warteraum, der zu je zwei Fluggastbrücken führt, sodass der Warteraum entweder für die Passagiere zweier kleinerer Flugzeuge oder eines großen Jets genutzt werden kann. Zwischen zwei Warteräumen befindet sich jeweils der Bereich für ankommende Passagiere mit Gepäckrückgabeband und ggf. Ausweis- und Zollkontrolle. Durch die zunehmende Anzahl an Schengen-Flügen gibt es an immer weniger Flugsteigen eine Passkontrollbox. Dadurch können im Terminal nur noch an den Positionen A1 bis A7 sowie an den Positionen A12 bis A14 Flüge aus Drittstaaten abgefertigt werden.
In der Haupthalle des Flughafens, direkt hinter den Anzeigetafeln, befindet sich der Servicepunkt, der von Berliner Polizei und Bundespolizei besetzt wird. Auskünfte zu Einreisebestimmungen, Luftsicherheitsfragen oder auch die Erteilung von Passersatzdokumenten werden hier durch die Bundespolizei erledigt.
Typisch für die Architektur der 1960er- und 1970er-Jahre ist der Versuch, Funktionen in geometrische Formen umzusetzen und diese als Leitmotiv zu verwenden. Charakteristisch für Tegel ist das Raster aus Drei- und Sechsecken anstelle rechteckiger Räume. Die Windfänge an den Eingängen haben ebenso dreieckige Grundrisse wie die erkerartigen Vorbauten der Warteräume, die zu den Fluggastbrücken führen. Grundriss und Querschnitt des Gebäudes und der Betonpfeiler sind sechseckig. Ursprünglich waren auch die Sitzmöbel und die Bodenfliesen entsprechend geformt, an vielen Stellen wurden bei Renovierungsarbeiten allerdings herkömmliche Ersatzmaterialien verwendet. Am Bussteig vor dem Gebäude waren 2008 noch die alten Fliesen sichtbar.
Das Terminal C ist ein neu errichtetes Abfertigungsgebäude, das die Passagierkapazität des Flughafens um 2,5 Millionen erhöhte. Diese Halle orientiert sich an dem neu errichteten Terminal D in Schönefeld. Von der Berliner Flughafen Gesellschaft wurde dieser Schritt damit begründet, dass gestiegene Sicherheitsanforderungen zu Kapazitätseinbußen bei den bestehenden Abfertigungseinrichtungen geführt haben. Diese Lücke soll bis zur Eröffnung des BBI überbrückt werden. Am 24. Mai 2007 wurde Terminal C eröffnet und wird nun von Air Berlin und wenigen anderen Gesellschaften genutzt. Nicht zuletzt aus diesem Grund bekam das Terminal bei den Flughafen-Mitarbeitern auch schnell den Namen „Air-Berlin-Terminal“. Die Positionen im neuen Terminal erhielten die Nummern C40 bis C58. Besucher, die Fluggäste von Terminal C abholen möchten, können auf dem extra angelegten Parkplatz für das neue Terminal für kurze Zeit kostenlos parken, was bei den übrigen Parkplätzen nicht der Fall ist. Der Fußweg zum Terminal A (Bushaltestelle/Anschlussflüge) beträgt etwa 350 Meter und ist mittlerweile größtenteils überdacht.
Die ständig steigenden Passagierzahlen machten zusätzliche Abfertigungsschalter erforderlich. Mit der Eröffnung des neuen Terminals wurden die Positionen in den Terminals B und D neu nummeriert. Im Hauptgebäude (in der sogenannten „Nebelhalle“, benannt nach dem Raketenkonstrukteur Rudolf Nebel) wurde in einem ehemaligen Wartebereich mit den Schaltern 20 bis 39 das heutige Terminal B eingerichtet. Zu den Schaltern 70 bis 91 muss man das Terminal am südlichen Ausgang bei Position 14 verlassen und Richtung Parkhaus 2 laufen - dort wurde die obere Etage zum Terminal D und die untere zum Terminal E ausgebaut.
Südwestlich des Terminals befinden sich die Frachthallen und die Bordküche, südlich davon die Betriebsgebäude der Flughafengesellschaft sowie die Energiezentrale. Diese Gebäude basieren auf einem Bausteinsystem, sodass alle Gebäude wie aus einzelnen Containern zusammengesetzt wirken. Die einzelnen Module erinnern dabei an Telefonzellen der 1980er-Jahre, sind allerdings durchgehend orangefarben. Die Fenster im Flugsteigring sind ähnlich konstruiert, haben allerdings rote Rahmen. Lediglich die graue Wartungshalle mit ihrem sichtbaren Stahlskelett westlich des Terminals sowie die pyramidenförmige Lärmschutzkabine aus Stahlträgern und Wellblechen fügen sich nicht so recht in das gestalterische Konzept ein, erfüllen jedoch ihren Zweck. Für Triebwerkstests steht eine Lärmschutzkabine mit einer Bruttogrundrissfläche von 2.230 Quadratmetern zur Verfügung.[16]
Das Frachtgebäude besitzt bei einer Bruttogrundfläche von 11.428 Quadratmetern eine Kapazität von 40.000 Tonnen Fracht/Jahr. Innerhalb des Gebäudes befindet sich eine Quarantänestation für Tiere sowie ein Bereich zur Zwischenlagerung radioaktiver Stoffe.[16]
Der Flughafen Berlin-Tegel verfügt über zwei Start- und Landebahnen. 08L/26R ist 3.023 Meter lang und 48 Meter breit, die Oberfläche besteht aus Asphalt. Sie ist in beiden Richtungen im Instrumentenlandesystem, Kategorie IIIb, zugelassen, und verfügt ist dadurch auch bei schlechtem Wetter benutzbar. 08R/26L ist 2.424 Meter lang und 46 Meter breit, die Oberfläche besteht ebenfalls aus Asphalt. Als 08R besitzt sie lediglich ein Instrumentenlandesystem der Kategorie I, als 28L eines der Kategorie II.[16]
Berlin-Tegel bewältigt inzwischen erheblich mehr Passagiere als ursprünglich geplant (im Jahr 2007 wurden insgesamt 13.357.741 Passagiere abgefertigt , was aber zu diversen Einschränkungen führt. Allein die Passagierzahlen aus dem Januar und Februar 2008 beziffern sich auf 2.063.956 [1]), das sind in etwa 390.000 Passagiere mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2000 lediglich knapp über 10 Millionen Fluggäste abgefertigt. Vor den Check-In-Schaltern im Flugsteigring bilden sich oft Warteschlangen, die den Durchgang zu den anderen Positionen behindern. Die eingeschränkten Kapazitäten der kleinen Kontrollstellen bremsen den Durchgang, gleichzeitig benötigt man an jedem einzelnen der nicht untereinander verbundenen Warteräume Sicherheitspersonal. Die Warteräume selbst sind für moderne Flugzeuge oft zu klein, außerdem müssen die Abstellpositionen so gewählt werden, dass international Reisende und Schengenpassagiere nicht den gleichen Warteraum benutzen.
Aus heutiger Sicht ebenfalls problematisch ist die Straßenführung im Terminal, die Ein- und Ausfahrt erfolgt durch ein „Nadelöhr“ unter dem Hauptgebäude. Im Jahr 2004 ereignete sich ein schwerer Unfall, als ein Fahrer auf der Vorfahrt im Terminal nach einem Herzinfarkt die Kontrolle über seinen Wagen verlor und ungebremst durch die Glasfassade in den Flugsteigring raste. Dabei erfasste er die Angestellte eines TUI-Schalters und verletzte sie tödlich.[18]
Für heutige Maßstäbe sind die Flächen für Restaurants und Geschäfte zu klein, durch fehlende Konkurrenz sind die Preise eher hoch und die Auswahl zu gering; der Flughafengesellschaft entgehen außerdem Mieteinnahmen, die bei moderneren Flughafengebäuden eine beachtliche Einnahmequelle darstellen.
Viele Kritiker und Anwohner beschweren sich über den innerstädtischen Fluglärm, da sich die Ein-/Abflugschneise des Flughafens Berlin-Tegel über bewohntem Gebiet in Pankow und Reinickendorf befindet. Im Bereich des Dauerschalls von mehr als 67 db(A) lebten 2007 3200 Menschen[19]. Dies sehen sie auch als ein entscheidendes Argument gegen den Weiterbetrieb der innerstädtischen Flughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Tempelhof und für eine schnelle Inbetriebnahme des wesentlich weniger Anwohner störenden Großflughafens BBI in Berlin-Schönefeld an, was nicht zuletzt in einem Urteil vom 24. November 2005 des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg bestätigt wurde.
Die Anlage hat einige Ähnlichkeiten mit dem fünf Jahre zuvor eröffneten Flughafen Köln/Bonn von Prof. Schneider-Esleben, da beide beispielhaft für die Architektur der 1960er-Jahre und das Konzept des Drive-In Airports sind. Tatsächlich haben gmp einen sechseckigen Flugsteigring in ähnlicher Form bereits 1964 in ihrem (nicht realisierten) Entwurf für den Flughafen Hannover vorgestellt. Der gmp-Vorschlag für den Moskauer Flughafen Scheremetjewo 2 sah ebenfalls ähnlich aus, jedoch wurden in Hannover wie in Moskau (fast identische) Anlagen nach Plänen des Büros wilke&partner aus Hannover gebaut. Die neueren gmp-Flughäfen wie Hamburg und Stuttgart zeigen keine Ähnlichkeit mit Tegel. Das Konzept verfolgte einen Flughafen der kurzen Wege.
Das am häufigsten von Tegel aus angeflogene Ziel ist das Umsteigedrehkreuz in Frankfurt. Außerdem werden von Tegel zahlreiche innereuropäische Ziele wie z. B. London, Paris, Wien, Madrid, Mailand oder Oslo direkt erreicht. Interkontinentale Flugverbindungen bestehen derzeit, neben diversen Verbindungen in die Türkei und nach Nordafrika, auf den Strecken nach New York (Flughäfen JFK und Newark), Bangkok, Tel Aviv, Doha, Varadero (Kuba), Punta Cana (Dominikanische Republik) und Ulan Bator (Mongolei), ab September 2008 auch Peking.
Der Flughafen Berlin-Tegel ist heute der am stärksten frequentierte Flughafen Berlins. Für viele Fluggesellschaften und Passagiere (vor allem aus dem Westteil der Stadt) ist Tegel der beliebteste der drei Flughäfen, sodass für neue Flugverbindungen oder die Stationierung neuer Flugzeuge kaum noch freie Slots vorhanden sind. Das erklärt auch, warum in den vergangenen Jahren jeweils ein höheres Passagieraufkommen zu verzeichnen war, als die offiziellen Kapazitäten für die Abfertigungsgebäude auswiesen. Diese Zahl wird mit 11,5 Millionen Fluggästen pro Jahr angegeben[16].
| Betriebsjahr | Fluggastaufkommen | Luftfracht [t] | Luftpost [t] | Flugbewegungen |
|---|---|---|---|---|
| 1991 | 6.715.402 | 13.585 | 16.002 | 120.344 |
| 1992 | 6.641.634 | 16.493 | 18.705 | 96.896 |
| 1993 | 7.000.168 | 16.060 | 17.672 | 90.750 |
| 1994 | 7.234.345 | 16.625 | 16.869 | 93.103 |
| 1995 | 8.186.512 | 17.131 | 16.229 | 112.521 |
| 1996 | 8.298.736 | 17.836 | 17.525 | 117.247 |
| 1997 | 8.622.359 | 19.043 | 16.465 | 117.495 |
| 1998 | 8.810.476 | 15.183 | 15.639 | 115.092 |
| 1999 | 9.543.437 | 15.349 | 15.887 | 118.188 |
| 2000 | 10.268.325 | 17.096 | 26.792 | 127.668 |
| 2001 | 9.863.870 | 17.578 | 15.977 | 125.484 |
| 2002 | 9.055.002 | 13.787 | 14.258 | 111.334 |
| 2003 | 11.055.303 | 12.800 | 4.665 | 134.395 |
| 2004 | 11.014.062 | 12.009 | 8.044 | 131.875 |
| 2005 | 11.500.454 | 11.246 | 3.125 | 137.288 |
| 2006 | 11.787.960 | 13.490 | 5.522 | 134.322 |
| 2007 | 13.345.188 | 14.830 | 4.823 | 145.423 |
Berlin-Tegel | Berlin-Tempelhof | Berlin-Schönefeld | Braunschweig-Wolfsburg | Bremen | Dortmund | Dresden | Düsseldorf | Erfurt | Frankfurt am Main | Frankfurt-Hahn | Friedrichshafen | Hamburg | Hannover-Langenhagen | Heringsdorf | Karlsruhe/Baden-Baden | Köln/Bonn | Leipzig/Halle | Lübeck | Memmingen-Allgäu | München | Münster/Osnabrück | Neubrandenburg | Niederrhein | Nürnberg | Paderborn/Lippstadt | Rostock-Laage | Saarbrücken | Schwerin-Parchim | Siegerland | Stralsund/Barth | Stuttgart | Sylt
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