Gelände (Kartografie)


Das Gelände (Relief) ist die Grenzschicht zwischen der festen Erdkruste (Lithosphäre) auf der einen, der Luft (Atmosphäre) und den Gewässern (Hydrosphäre) auf der anderen Seite. Das Gelände entspricht somit der Erdoberfläche ohne die darauf befindlichen Objekte (Situation), auch ohne die Gewässer.

Im erweiterten Sinne bezieht sich Gelände auch auf die Oberflächen anderer Himmelskörper.

Kleinräumigere Strukturen sind die Geländeformen. Deren Vermessung bezeichnet man als Geländeaufnahme. Sie werden in der Kartographie mittels Geländedarstellung in Karten veranschaulicht.

Inhaltsverzeichnis

Fachgebiete

  • Topografie - Vermessung und Beschreibung von natürlichen und künstlichen Geländeformen
  • Geomorphologie - Beschreibung und Erklärung der natürlichen Geländeformen
  • Orografie - Beschreibung und Erklärung der Geländeformationen im Zusammenhang mit den Fließgewässern
  • Hydrografie - Vermessung und Beschreibung der Gewässerböden
  • Bathymetrie - Vermessung und Beschreibung der Meeresböden
  • Planetologie – Morphologie anderer Himmelskörper

Geländeformen

Geländeform oder Geländeformation ist ein geomorphologisches Phänomen, die natürliche Form eines Geländes oder Landschaftsteils, z. B. von Erhöhungen, Einkerbungen, Flusstälern, Dünen.

grundlegende Formen

Kleinformen

Geländeaufnahme

Unter einer Geländeaufnahme versteht man die messtechnische Erfassung der Geländeformen. Bei manueller Messung wird das Gelände anhand der markanten Formen strukturiert aufgenommen. Zwischen den markanten Punkten und Linien werden die Messungen profilartig verdichtet.

Bei automatischer Erfassung müssen sehr viele Punkte gemessen werden, damit die markanten Formen mit erfasst werden.

Eine Besonderheit ist die direkte Erfassung von Höhenlinien beim Messtischverfahren mit der Kippregel oder bei manueller Auswertung in der Luftbildphotogrammetrie.

Geländedarstellung

Das Gelände wird auf Karten oft wie folgt dargestellt:

In großen Maßstäben

In kleinen Maßstäben

Karte mit Höhenschichten und Schummerung
Karte mit Höhenschichten und Schummerung

Markante Geländepunkte und Linien

Durch Strukturlinien lässt sich das Gelände strukturieren. Man unterscheidet Geripplinien (weiche Kanten) und Bruchkanten (harte Kanten). Zu den Geripplinine gehören die Rücken- und Muldenlinien. Eine Rückenlinie ist die höchste Linien auf einem Rücken - einer langgezogenen Aufwölbung. Rückenlinien stellen Wasserscheiden dar. Auftreffendes Wasser wird in den rechten oder linken Hang abfließen. Besonders markante Rückenlininen sind die Kammlinien. Mulden- oder Tallinien sind die tiefsten Linien in einer Mulde bzw. einem Tal. Sie stellen die Wassersammler dar. Von den Hängen abfließendes Wasser sammelt sich dort und fließt entlang der Linie ab. Unter einer Bruchkante versteht man einen Knick im Gelände. An der Bruchkante ändert sich das Gefälle sprunghaft, d.h. das Gefälle ist unstetig. Bei der Darstellung in der Karte knicken Höhenlinien an Bruchkanten. Eine besonders markante Form der Bruchkante ist die Abbruchkante. Hier gibt es einen Sprung im Gelände. Die Höhenlinien liegen quasi übereinander.

  • weitere markante Linien
    • Höhenlinie: Linie gleicher Höhe
    • Falllinie: Linie des stärksten Gefälles, senkrecht zu den Höhenlinien
  • markante Punkte
    • Kuppenpunkt: höchster Punkt auf einer Kuppe, Bergspitze
    • Kesselpunkt: tiefster Punkt in einem Kessel
    • Sattelpunkt: Punkt, an dem sich Rücken- und Muldenlinie schneiden / tiefster der Rückenlinie / höchster Punkt der Muldenlinie

Siehe auch


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