
Das Bauchgesicht (auch Gesicht am Bauch; gräzisierend: Gastrocephaler) ist ein Motiv der christlichen Ikonografie.
Zumeist bei der Bestrafung von Sündern oder der Versuchung von Heiligen werden der Teufel oder seine dienstbaren männlichen Dämonen mit zusätzlichen menschlichen Gesichtern und fabelhaften Fratzen dargestellt. Die Vorherrschaft niederer Triebe wird durch diesen Bildtyp der Gastrocephalen verkörpert.
Diese Darstellungen stammen nicht ursprünglich aus der christlichen Literatur, sondern entstehen unter fremden kulturellen Einflüssen.
Schon in frühmittelalterlichen Handschriften wird das Medusenhaupt nicht in ihrer Dämonen abwehrenden Bedeutung verstanden, sondern als Gesicht am Bauch in phantastisch-komischer Weise dargestellt. Seit dem 2. Jahrhundert werden "Bauchgesichter" der indischen Mythologie dargestellt. In Darstellungen des Buddha wird dieser von Fratzen auf Bauch oder Brust versucht. Darstellungen mit Gesichtern am Bauch finden sich an den Archivolten an der Süd-Fassade in Chartres (!3.Jh.).
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