Gezeitenwelle
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Dieser Artikel handelt von der Welle Bore. Für den gleichnamigen Ort in der italienischen Provinz Emilia-Romagna s. Bore (Emilia-Romagna) |
Gezeitenwelle am Petitcodiac River
Eine Gezeitenwelle oder Bore ist eine Welle, die durch die Tide ausgelöst wird und sich einen Ästuar (Vereinigungsstelle von einer Flussmündung mit einem Meeresarm) hinaufbewegt.
Dabei wird bei aufsteigender Gezeit Wasser in einen Flusslauf hineingedrückt und es entsteht eine Welle bzw. mehrere Wellen, die entgegen der Strömungsrichtung des Flusses verlaufen und deren Wasserspiegelauslenkungen oberhalb des Ruhewasserspiegels liegen. Gezeitenwellen sind nicht mit Tsunamis zu verwechseln, die von anderen Phänomenen ausgelöst werden.
Gezeitenwellen entstehen weltweit nur an wenigen Orten. Ihre Entstehung ist auf Gebiete beschränkt, in denen der Tidenhub besonders groß ist; sie entstehen nur bei bestimmten Gezeiten und nur dann, wenn das Wasser von einer breiten Bucht in ein enges und flaches Flussbett gedrückt wird. Gezeitenwellen können entweder als einzelne brechende Welle auftreten oder auch von mehreren kleineren Wellen gefolgt werden. Größere Gezeitenwellen können gefährlich für die Schifffahrt sein, stellen aber auch eine Herausforderung für Surfer dar.
Flüsse auf denen Gezeitenwellen auftreten
Weltweit ist für insgesamt 67 Orte das Auftreten von Boren bekannt.
- Brahmaputra, Bangladesch
- Indus, Pakistan
- Qiantang, China, wo die mit bis zu 8-9 Metern weltweit größte Gezeitenwelle, der sogenannte ″Silberne Drache″, auftritt. Anfang September fließt die Bore in die Bucht von Hangzhou hinein und rollt den Fluss Qiantang mit einer Geschwindigkeit von 25-40 Kilometern pro Stunde hinauf.
- Amazonas, wird im Frühling bei Springflut bis zu 5 Meter hoch und bis zu 65 Kilometer pro Stunde schnell. Die Welle, die aufgrund ihres lauten Grollens von den Indianer als Pororoca (großer Lärm) genannt wird, wälzt sich bis zu 800 km (Stadt Óbidos) flussaufwärts.
- Petitcodiac in der Bay of Fundy, Neubraunschweig, Kanada, ehemals die größte Gezeitenwelle Nordamerikas, bis zu 7,5 Meter hoch. Nach dem Bau eines Straßendamms 1968 und der durch ihn verursachten Versandung des Flusses ist sie heutzutage jedoch bedeutend kleiner.
- Shubenacadie, auch in der Bay of Fundy, Neuschottland
- Der Turnagain-Arm des Cook Inlet, Alaska, bis zu zwei Meter hoch und zwanzig Kilometer pro Stunde schnell
- Dee, Wales / England
- Mersey, England
- Severn, Wales / England bis zu 2 Meter hoch
- Trent, England und andere Zuläufe des Humber
- Parrett, England
- Kent, England
- Great Ouse, England
- Eden, England
- Esk, Schottland
- Dordogne, Frankreich
- Garonne, Frankreich
- Auf der Seine, Frankreich, gab es bis in die 1960er eine bedeutende Gezeitenwelle ("le mascaret"), die aber durch Baggerarbeiten praktisch zerstört wurde
- Der Saltstraumen bei Bodø in Norwegen ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt.
- Moskenstraumen, Norwegen
- schwächere Gezeitenströme in der Weser (bis Bremen-Vegesack sichtbar) sowie in der Elbe
- nach nahezu jedem Niedrigwasser in der Ems
Siehe auch
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