
| República de Guatemala Republik Guatemala |
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| Wahlspruch: El pais de la eterna primavera spanisch für „Das Land des ewigen Frühlings“ |
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| Amtssprache | Spanisch | ||||
| Hauptstadt | Guatemala-Stadt | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | Präsident Álvaro Colom Caballeros | ||||
| Fläche | 121.127 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 12.728.111 [1] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 119 Einwohner pro km² | ||||
| BIP nominal (2007)[2] | 33.694 Mio. US$ (77.) | ||||
| BIP/Einwohner | 2.532 US$ (104.) | ||||
| HDI | 0,689 (118.) | ||||
| Währung | 1 Quetzal = 100 Centavos 1 € = 10,581 GTQ 100 GTQ = 9,451 € (Stand: 13. September 2008) |
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| Unabhängigkeit | von Spanien am 15. September 1821 | ||||
| Nationalhymne | Guatemala Feliz | ||||
| Zeitzone | UTC -6h | ||||
| Kfz-Kennzeichen | GCA | ||||
| Internet-TLD | .gt | ||||
| Telefonvorwahl | +502 | ||||
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Guatemala (offiziell Republik Guatemala, spanisch República de Guatemala) ist ein Staat in Zentralamerika, im Süden der Halbinsel Yucatán. Guatemala grenzt im Südosten an Honduras, im Süden an El Salvador, im Norden an Mexiko und im Osten an Belize. Guatemala hat zwei Küsten, im Osten einen schmalen Zugang zum Karibischen Meer und im Südwesten die Pazifikküste.
Inhaltsverzeichnis |
Der Name Guatemala (früher auch 'Goathemala' geschrieben) leitet sich vom toltekischen (Nahuatl-) Wort Cuauhtemallan ab, was soviel wie 'Land der Bäume' bedeutet. Es gibt aber noch 16 andere Theorien zur Entstehung des Namens Guatemala.[3] So könnte Guatemala aus dem Breiapfelbaum, dem sogenannten Kuautemalli in der Sprache Nahuátl entstanden sein. Eine weitere Theorie besagt, dass Guatemala von Coctemalan, der Wolfsmilchpflanze hergeleitet wurde. Dieses Yerba-Mala (Wolfsmilchgewächse) gab es vermehrt rund um Iximché, der ersten in Guatemala gegründeten Stadt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass der Name von Guhate-zmal-ha dem Berg des dampfenden Wassers abstammt.[4]
Die Guatemalteken bezeichnen sich selbst als „Chapines“. Der Spitzname „Chapín“ wird auch von den Nachbarn in Zentralamerika für Guatemalteken und als Guatemala-bezogenes Adjektiv verwendet. „Chapín“ bedeutete ursprünglich soviel wie „Latschen“ oder „minderwertige Schuhe“ und erhielt erst später seine positive, bisweilen liebevolle Bedeutung.
Guatemala liegt in Zentralamerika auf 15° 30' Nord, 90° 15' West.
Der nordöstliche Teil, El Petén, ist Tiefland mit fast durchgehendem tropischen Regenwald. Im Zentrum Guatemalas liegt das Hochland mit Vulkanen bis zu 4.220 m Höhe. Hier ist auch einer der höchsten Vulkane Mittelamerikas zu finden, der Tajumulco. Mit seinen 4220 m, überragt er das Hochland von Guatemala.
Der flache und fruchtbare Küstenstreifen am Pazifik hat durchgehend feuchttropisches Klima.
Das Hochland ist von sehr unterschiedlichen Klimazonen geprägt. Wegen der Lage zwischen 1.300 und 1.800 Metern über dem Meer, herrscht fast das ganze Jahr über ein mildes Klima mit Tagestemperaturen zwischen 18 und 28 Grad Celsius. In höheren Lagen kann die Lufttemperatur vor allem im Januar und Februar stark sinken.
Im Oktober 2005 sorgte der Hurrikan Stan vielerorts für Überschwemmungen und Schlammlawinen.
Das Hochland ist das kulturelle und bevölkerungsreichste Zentrum Guatemalas. In einem tiefergelegenen Teil dieser Hochlandregion liegt die heutige Hauptstadt Guatemala-Stadt.
Die wichtigsten Städte sind (Stand 1. Januar 2007): Guatemala-Stadt ca. 3,5 Mio. (inoffizielle Schätzungen gehen bereits von 5 Millionen Einwohnern aus), Mixco 500.294 Einwohner, Villa Nueva 415.294 Einwohner, Amatitlán 82.870 Einwohner und Chinautla 61.520 Einwohner. Im Weiteren Quetzaltenango 115,000 Einwohner, Escuintla 92.500 Einwohner, Cobán 70.428 Einwohner, Huehuetenango 70.500 Einwohner, sowie Antigua mit 27.800 Einwohnern.
59,4 % der Guatemalteken sind europäischer oder gemischt europäisch-indigener Abstammung. Diese Bevölkerungsgruppe wird lokal anders als in anderen Ländern Mittelamerikas als Ladinos bezeichnet. Der europäische Anteil ist überwiegend spanischer Herkunft. Weitere 40 % der Gesamtbevölkerung sind Indigene, meist aus den Völkergruppe der Maya. Der Rest der Bevölkerung ist asiatischer Abstammung oder zählt zu den Garifuna, an der Karibikküste lebenden Nachkommen der Kariben, von diesen unterworfener Arawak und entflohener und ursprünglich aus Afrika stammender Sklaven der Insel St. Vincent.
Spanisch ist die Amtssprache und Muttersprache der Mestizen und der europäischstämmigen Bevölkerung. Neben der Amtssprache Spanisch, die rund 60 % der Guatemalteken sprechen, sind weitere sieben Sprachen anerkannt. Dazu zählen neben einigen Maya-Sprachen (darunter die Quiché-Sprache oder K’iche’ mit über 2 Millionen Sprechern) beispielsweise auch die Arawak-Sprache der Garifuna, das Igñeri. Bei den Garifuna, die enge Verbindungen mit Belize unterhalten, ist auch Englisch mit karibischem Einschlag sehr weit verbreitet. Die Xinca-Sprache wird nur noch von einigen älteren Menschen gesprochen. Hinzu kommen weitere Maya-Sprachen, die teilweise starke regionale Unterschiede aufweisen. Insgesamt werden in Guatemala 23 verschiedene indigene Sprachen gesprochen, davon 21 Maya-Sprachen:
| Sprache | Eigenname | Sprachfamilie | Sprecher in Guatemala |
Sprachgebiet |
|---|---|---|---|---|
| Acateco | Maya: Kanjobal-Chuj | 39.826 | um San Miguel Acatán | |
| Aguacateco | Awakateko | Maya: Quiché-Mam | 34.476 | West-Huehuetenango |
| Cakchiquel | Kaqchikel | Maya: Quiché-Mam | 1.002.790 | am Lago de Atitlán und Sololá |
| Chortí | Ch'orti' | Maya: Chol-Tzeltal | 74.600 | im südlichen Tiefland von Guatemala (um Copán) |
| Chuj | Chuj | Maya: Kanjobal-Chuj | 85.002 | Huehuetenango |
| Itzá | Itzá | Maya: Yucatán | 1.783 | am Petén-See |
| Ixil | Ixil | Maya: Quiché-Mam | 130.773 | El Quiché |
| Jacalteco | Popti' (Abxubal) | Maya: Kanjobal-Chuj | 83.814 | um Jacaltenango |
| Kanjobal | Q'anjob'al | Maya: Kanjobal-Chuj | 205.670 | Huehuetenango |
| Kekchí | Q'eqchi' | Maya: Quiché-Mam | 711.523 | Alta Verapaz bis Lago Izabal |
| Mam | Mam (Qyool) | Maya: Quiché-Mam | 1.094.926 | Huehuetenango |
| Mopan | Mopan | Maya: Yucatán | 13.077 | Süd-Petén |
| Pocomam | Poqomam | Maya: Quiché-Mam | 127.206 | um Guatemala-Stadt und Jalapa |
| Pocomchí | Poqomchi' | Maya: Quiché-Mam | 259.168 | um Guatemala-Stadt und Jalapa |
| Quiché | K'iche' | Maya: Quiché-Mam | 1.842.115 | El Quiché, Totonicapán, Sololá und Quetzaltenango |
| Sacapulteco | Maya: Quiché-Mam | 42.204 | El Quiché | |
| Sipacapense | Maya: Quiché-Mam | 5.944 | San Marcos | |
| Tacaneco | Maya: Quiché-Mam | 20.000 | um Tacaná (San Marcos) | |
| Tectiteco | Maya: Quiché-Mam | 4.755 | um Tectitán | |
| Tzutuhil | Tz'utujil | Maya: Quiché-Mam | 156.333 | um Santiago Atitlán |
| Uspanteco | Maya: Quiché-Mam | 21.399 | El Quiché | |
| Garífuna | Arawak | 6.539 | Izabal | |
| Xinca | Xinca | 297 | Jutiapa | |
| Quinco | Quinco | 123 | Izabal |
(Angaben aus: Tzian, Leopoldo (1994): Mayas y ladinos en cifras. El caso de Guatemala)
Guatemala hat eine sehr hohe Analphabetenrate von 30 %. Aus diesem Grund werden diverse Hilfsprogramme wie Probigua organisiert, die mehrheitlich auf private Spenden angewiesen sind. [5]
Ungefähr 60 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch, etwa 30 Prozent gehören protestantischen Kirchen an (vor allem freievangelikaler Kirchen).[6][7] In der christlichen Folklore des Landes sind viele Rituale der Maya eingeflossen. So finden sich zum Beispiel häufig Opfergaben für christliche Heilige auf den Kirchenstufen, wie sie früher Mayagottheiten dargebracht wurden. Starke Einflüsse sind auch aus dem Spanischen zu erkennen. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die großen Umzüge während der Karwoche (Semana Santa) in Antigua, die sich in ähnlicher Form auch in Sevilla (Spanien) finden. Die Zahl der Muslime in Guatemala wird auf 1.200 geschätzt.
→ Hauptartikel: Geschichte Guatemalas
Zeugnis der indianischen Geschichte legen unzählige, zum größten Teil noch nicht erfasste Maya-Ruinen ab, darunter Tikal als die wichtigste oder Cival. Eine Unzahl von Resten alter Maya-Kulturen liegt weiterhin im Verborgenen, nur die wesentlichsten Ruinenstädte wurden, vor allem mit finanzieller Hilfe aus dem Ausland, freigelegt und erforscht. Siehe auch die Liste der Maya-Ruinen.
Nach der Eroberung (Conquista) blieb das Land bis zum 15. September 1821 spanische Kolonie. Von 1823 bis 1839 war Guatemala Teil der Zentralamerikanischen Konföderation. Erst 1840 entstand der unabhängige Staat Guatemala.
Die erste Zeit der jungen Republik von 1841 bis 1871 ist gekennzeichnet durch konservative Regime an der Macht, deren Hauptziele eine behutsame wirtschaftliche Modernisierung bei Beibehaltung der hierarchischen Gesellschaftsordnung der Kolonialzeit darstellten.
Die Zeit von 1871 bis 1944 wird als liberaler Nationalstaat bezeichnet. Die wirtschaftliche Modernisierung des Landes wurde forciert. Es begann der großflächige Kaffee- und Bananenanbau, letzterer insbesondere durch die United Fruit Company.
Mit der Oktoberrevolution 1944 und dem Sturz des damaligen Diktators Jorge Ubico 1931-1944, beginnt ein demokratisches Jahrzehnt in Guatemala. Präsident Arévalo, 1944 bis 1949, demokratisiert das Land, führt die Pressefreiheit ein und implementiert den ersten Arbeiterkodex in der Geschichte Guatemalas. Unter seinem Nachfolger Jacobo Arbenz 1950-1954 werden umfangreiche Landreformen durchgeführt. Zu dieser Zeit besitzen rund 2 % aller Großgrundbesitzer ca. 70 % des landwirtschaftlich nutzbaren Landes.
Das US-amerikanische Außenministerium initiierte eine Hetzkampagne gegen Guatemala. Die CIA intervenierte daraufhin in Zusammenarbeit mit oppositionellen guatemaltekischen Militärs (Operation PBSUCCESS). Lange Jahre wurde angenommen, dass diese Kampagne auf Intervention der United Fruit Company (UFC) erfolgte. Die UFC hatte in Guatemala ihre größten Plantagen und war zudem noch Eignerin der International Railways of Central America und des damals einzigen Karibikhafens des Landes, Puerto Barrios. Die kürzlich freigegebenen Akten der CIA über die Aktion lassen jedoch den Einfluss der United Fruit Company eher gering erscheinen. Nach diesen Informationen sollte die Intervention eher als Teil der Truman-Doktrin betrachtet werden, um einer vermuteten kommunistischen Bedrohung aus Zentralamerika vorzubeugen.
1954 wurde Arbenz auf Betreiben der USA gestürzt und durch den Diktator Carlos Castillo Armas ersetzt. Innerhalb kürzester Zeit machte dieser sämtliche sozialen Reformen einschließlich der begonnenen Agrarreform rückgängig. Er wurde 1957 ermordet. Ydígoras, ebenfalls aus den Reihen des guatemaltekischen Militärs, unter der Herrschaft Ubicos verantwortlich für zahlreiche Massaker und die brutale Niederschlagung verschiedener Aufstände in Guatemala, wurde sein Nachfolger.
In Guatemala herrschte ab 1960 ein Bürgerkrieg, der erst 1996 durch die Unterzeichnung eines Friedensvertrages formell für beendet erklärt wurde.
Der Krieg hatte bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet und über eine Million Flüchtlinge geschaffen. Besonders durch General Efrain Ríos Montt bekam die Bekämpfung der indigenen Bevölkerung durch die Diktatur Züge eines Genozids. Ganze Landstriche wurden flächendeckend bombardiert. Allein im September 1982 wurden 9.000 Mayanachkommen ermordet.
Guatemala wurde im Oktober 2005 von Ausläufern des Hurrikans Stan schwer getroffen, über 1.000 Menschen kamen durch Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen ums Leben.
Guatemala ist eine unabhängige demokratische Republik mit Mehrparteiensystem. Die Verfassung vom 15. Januar 1986 legt die Trennung zwischen Legislative (Congreso de la República, das Parlament), Exekutive (Präsident und Vize-Präsident) und Judikative (Oberster Gerichtshof) fest. Das Parlament und der Präsident werden alle vier Jahre gewählt, stimmberechtigt sind alle Bürger ab achtzehn Jahren, ausgenommen aktive Angehörige des Militärs. Der oberste Gerichtshof wird vom Parlament für vier Jahre bestimmt.
Bei den Wahlen vom 9. November 2003 wurde Óscar Berger Perdomo als Kandidat der GANA zum Präsidenten gewählt. Auch bei der Parlamentswahl wurde die Partei stärkste Kraft, die Wahlbeteiligung lag bei 54,5 %.
Bei den Präsidentschaftswahlen am 9. September 2007 erlangten Álvaro Colom Caballeros (UNE, 28,23%) und Otto Pérez Molina (PP, 23,51%) die meisten Stimmen. Sie stellten sich am 4. November einer Stichwahl, die der Sozialdemokrat Álvaro Colom Caballeros mit 52,8% gewann. [8]Die indigene Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú erhielt nur 3% der Stimmen. Ebenfalls fanden am 9. September Parlamentswahlen statt. Hier ging die UNE mit 22,81% als stärkste Partei hervor, gefolgt von der GANA (16,51%) und der PP (15,91%).
Wie die meisten lateinamerikanischen Staaten hat auch Guatemala keine lange demokratische Tradition. Die Parteienlandschaft ist wenig stabil, viele Parteien lösen sich nach einer Legislaturperiode auf oder verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Bezeichnend dafür ist der starke Einfluss gesellschaftlicher Gruppen außerhalb der Parteien, insbesondere des Militärs und der Unternehmer.
In Teilen des Landes ist das Vertrauen insbesondere der indianischen Bevölkerung in das staatliche Rechtssystem so gestört, dass es zu Fällen von Selbstjustiz kam. Aufgrund der angespannten Lage werden Polizei und Justiz in städtischen Agglomerationen vom Militär unterstützt.
Außenpolitisch war Guatemala während des Bürgerkriegs jahrelang isoliert. Seit dem Beginn der Demokratisierung und dem Abschluss des Friedensvertrags mit den Rebellen versucht Guatemala auf der internationalen Bühne eine angemessene Rolle zu spielen. Seit 2001 besteht zwischen Mexiko, Guatemala, Honduras und El Salvador ein Handelsabkommen, seit dem 10. März 2004 zusätzlich eine Zollunion mit El Salvador. Seit Juli 2008 ist Guatemala Mitglied der Petrocaribe.
Siehe auch: Liste der Präsidenten von Guatemala
Bis zur Unterzeichnung des Friedensabkommens im Jahr 1996 verfügten die Streitkräfte Guatemalas über insgesamt 44.200 Mann. In den Jahren danach wurden sie schrittweise stark verringert und umfassen heute etwa 15.000 Männer und Frauen. Heute unterstützen sie vor allem die Policía Nacional Civil bei der Bekämpfung der Kriminalität.
Guatemala ist in 22 Departamentos aufgeteilt. Siehe auch Departamentos in Guatemala.
Departamento (Hauptstadt)
Die Hauptexportgüter des Landes sind Textilien und Kaffee, daneben werden Zucker, Baumwolle, Bananen, Tabak, Kautschuk, ätherische Öle und Kardamom exportiert.
Die Textilienproduktion findet hauptsächlich in Maquilas statt. Diese befinden sich in Export Processing Zones ( EPZs), sind sehr gering reguliert und mit sehr niedrigen Abgaben belastet. Die Maquiladorawirtschaft sieht sich scharfer Kritik von Arbeits- und Menschenrechtsorganisationen ausgesetzt. Auch der langfristige wirtschaftliche Nutzen wird aufgrund des geringen Technologie- und Wissenstransfers sowie der geringen Generierung von Staatseinkommen regelmäßig in Frage gestellt. Darüber hinaus trägt diese Wirtschaftsform in Guatemala zur zunehmenden Proletarisierung der Landbevölkerung bei, deren Möglichkeiten sich durch traditionelle Landwirtschaft zu versorgen stetig geringer werden. Einen Sprung in dieser Entwicklung von landwirtschaftlicher zu industrieller Produktion fand während der Bürgerkriegsjahre und vor allem während des Genozids von 1982 bis 1983 statt. In dieser Zeit wurden viele ländliche Strukturen zerstört, wodurch auf dem Arbeitsmarkt eine große Zahl neuer und günstiger Arbeitskräfte verfügbar wurden.
Ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor ist seit dem Ende der 1990er Jahre auch der Tourismus. Von großer Bedeutung sind auch die Überweisungen ausgewanderter Guatemalteken an ihre Familien. Sie hatten im Jahre 2003 einen geschätzten Wert von 1,6 Mrd. Euro.
Die Hauptimportgüter des Landes sind Brennstoffe und Schmierstoffe, daneben werden Rohöl, Baumaterial, Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte importiert.
Bis 1990 wurde Strom in Guatemala zu 92 % durch Wasserkraftwerke erzeugt und nur zu 8 % aus fossilen Brennstoffen. In den 90er Jahren wurden dann jedoch vorwiegend Heizkraftwerke gebaut, so dass 1996 nur noch 55 % des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wurden.[9] Bei den erneuerbaren Energien spielten neben der Wasserkraft auch die Kogeneration durch die Verbrennung von Bagasse in Zuckerrohrfabriken sowie die Nutzung von Geothermie eine Rolle. Kogeneration in der Zuckerindustrie in Guatemala wird seit 1992 praktiziert. Hierzu wurden vorhandene Dampfkessel durch moderne Hochdruckkessel ersetzt und der Verbrauch an Prozessdampf gesenkt.[10]
Photovoltaik wird in geringem Maße genutzt. Die Energiewirtschaft Guatemalas ist überwiegend privatisiert.[11] Um die Verwendung erneuerbarer Energien zu forcieren, wurde 2003 ein Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien verabschiedet, dass unter anderem eine zehnjährige Steuerbefreiung für entsprechende Investitionen vorsieht.[12]
Aufgrund der ländlichen Struktur in Guatemala beträgt der Anteil von Holz und Holzkohle am Energieverbrauch der Haushalte 90 %.[13]
2008 trat Guatemala dem regionalen Energieabkommen Petrocaribe bei.
Touristische Höhepunkte des Landes sind der Atitlán-See, die alte Hauptstadt Antigua Guatemala, die antike Mayastadt Tikal im Petén, der Lago Izabal mit dem Rio Dulce und Livingston an der Karibikküste, sowie einige andere sehenswerte Städte wie Quetzaltenango und Chichicastenango im Hochland. Guatemala macht auch interessant, dass das Land zahlreiche Klimazonen aufweist, die eine reiche Flora und Fauna hervorgebracht haben.
Zwei internationale Straßen verbinden Guatemala mit El Salvador und Mexiko. Die legendäre Panamericana durchquert das Land in einer Länge von 511 km von San Cristóbal Frontera über Guatemala-Stadt, Flores, Huehuetenango nach Malacatán. Sie folgt der Centroamericana CA-1. Die zweite, die Carretera del Pacifico führt über Escuintla, Mazatenango, Coatepeque nach Tecún Umán. Die Carretera Interoceánica verbindet Puerto San José am Pazifik mit Puerto Barrios am Atlantik. Sie führt auch über Guatemala-Stadt. Von dieser Straße zweigt eine Verbindung nach Honduras ab, eine weitere erschließt Alta Verapaz und kurz vor Puerto Barrios führt eine neue Straße nach Flores in Petén. Alle wichtigen Departmentsstädte sind über asphaltierte Straßen verbunden. Insgesamt sind aber von dem 14.118 km (2002) langen Straßennetz nur 26 Prozent asphaltiert.
Im öffentlichen Transportsektor sind 98.000 Busse im Einsatz.
Die Transporte werden seit Oktober 2007 alle über das Straßensystem durch Lastwagen oder Busse abgewickelt, da in diesem Monat der letzte Zug zwischen Puerto Barrios am Karibischen Meer (Golf von Honduras) und Guatemala-Stadt (Nordbahn) fuhr.
Guatemala besaß einst ein Eisenbahnnetz mit der Spurweite von 914 mm in seiner größten Ausdehnung von 896 km. Neben der bereits erwähnten Strecke gehörten noch die Hauptlinien Guatemala-Stadt - Escuintla - Puerto San José, die Zentralbahn Santa Maria (bei Escuintla) - Mazatenango - Retalhuleu - Coatépeque - Ayutla (heute Tecún Umán) und Zacapa - Anguiatu (an der Grenze zu El Salvador) dazu. Weitere Nebenlinien waren Ocós - Ayutla, Champerico - Caballo Blanco (bei Retalhuleu), San Antonio - Palo Gordo (bei Mazatenango) und Mulua (bei Retalhuleu) - San Felipe. Anschluss an dieses Bahnnetz hatten noch die Bananenbahnen Bananera - Quirigua an der Nordbahn und Rio Bravo - Tiquisate - Izabal an der Zentralbahn.
Das Eisenbahnzeitalter begann in Guatemala 1877 mit dem Bau der Bahn von Puerto San José nach Escuintla. 1904 wurde die Guatemala Railroad gegründet, eine von der United Fruit Company initiierte Gründung. Diese trieb den Bau der oben genannten Bahnen voran, um die von der United Fruit Company in Guatemala erworbenen Ländereien zu erschließen. Die Gesellschaft ging 1912 in der International Railways of Central America auf. Die Bahngesellschaft gehörte Jahrzehnte zu einem hervorragend gemanagten Bahnsystem. Durch falsche politische Weichenstellungen (einseitige Bevorzugung der Straße) begann allerdings in den 60er Jahren der Abstieg. 1968 übernahm der Staat die damals nahezu bankrotte Bahn. Die staatliche Ferrocarriles Guatemaltecos (FEGUA) übernahm den Betrieb. Zur Konsolidierung wurden die ersten Nebenlinien eingestellt. Trotzdem setzte sich die Abwärtsbewegung fort und im März 1996 wurde der Restverkehr eingestellt. Die US-amerikanische Railroad Development Corporation konnte eine Konzession erwerben, die 50 Jahre laufen sollte. Der Gesellschaft gelang es, die Strecke der Nordbahn von Puerto Barrios nach Guatemala-Stadt wieder in Betrieb zu nehmen. Allerdings scheiterten die Bemühungen um eine Wiederinbetriebnahme weiterer in der Konzession vorgesehener Strecken. Nach Streitigkeiten zwischen der Railroad Development Corporation und der Regierung folgte 2007 die oben erwähnte Einstellung des Betriebs.
Es gab noch zwei weitere Bahnen in Guatemala, die 95 Km lange Ferrocarril de Los Altos, gabaut in Normalspur, zwischen San Felipe und Quezaltenango und die 45 km lange Ferrocarril de Verapaz, gebaut in Kapspur, zwischen Panzos und Panacajche. Die Ferrocarril de Los Altos wurde 1934 durch Unwetter zerstört, die Ferrocarril de Verapaz nach Ausbau der Straße in den 60er Jahren eingestellt.
Guatemala hat drei internationale Verkehrsflughäfen in Guatemala-Stadt (La Aurora), Flores (Mundo Maya) und Quetzaltenango. Diese drei Flughäfen wurden von 2005 bis 2007 im Rahmen eines nationalen Infrastrukturprogrammes umfassend modernisiert. Bei Puerto Barrios und Puerto San José befinden sich Flughäfen von regionaler Bedeutung. Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Flugplätze für die Allgemeine Luftfahrt.
Von dem Plan, im südlichen Tiefland bei Escuintla einen neuen internationalen Verkehrsflughafen für die Hauptstadt zu bauen, hat man inzwischen aus finanziellen Erwägungen Abstand genommen. Statt dessen wurde Ende 2007 auf dem Flughafen von Guatemala-Stadt der erste Abschnitt des neuen Passagierterminals in Betrieb genommen. Der Flughafen der Hauptstadt ist für Großraumflugzeuge im Langstreckeneinsatz nur beschränkt nutzbar, da die relativ kurze Start- und Landebahn aus städtebaulichen und topografischen Gründen nicht verlängert werden kann.
Guatemala ist an der zentralamerikanischen Fluggesellschaft TACA beteiligt.
Guatemalas hat zwei große Häfen, über die der größte Teil der Exporte abgewickelt wird, Puerto Santo Tomás am Atlantik in der Nähe von Puerto Barrios gelegen und Puerto Quetzal, der zu Puerto San José gehört, am Pazifik. Dazu kommt noch der kleine Pazifikhafen von Champerico, der für die Kaffeeanbaugebiete um Retalhuleu und San Felipe wichtig ist/war.
Schriftsteller:
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Förderung der Maya-Sprachen:
Koordinaten: 15° 30' N, 90° 15' W
Kanada | Mexiko | Vereinigte Staaten
Zentralamerika: Belize | Costa Rica | El Salvador | Guatemala | Honduras | Nicaragua | Panama |
Karibik: Antigua und Barbuda | Bahamas | Barbados | Dominica | Dominikanische Republik | Grenada | Haiti | Jamaika | Kuba | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Trinidad und Tobago
Andere Gebiete: Amerikanische Jungferninseln | Anguilla | Aruba | Bermuda | Britische Jungferninseln | Grönland | Guadeloupe | Kaimaninseln | Martinique | Montserrat | Navassa | Niederländische Antillen | Puerto Rico | San Andrés und Providencia | Saint-Barthélemy | Saint-Martin | Saint-Pierre und Miquelon | Turks- und Caicosinseln
Antigua und Barbuda | Argentinien | Bahamas | Barbados | Belize | Bolivien | Brasilien | Chile | Costa Rica | Dominica | Dominikanische Republik | Ecuador | El Salvador | Grenada | Guatemala | Guyana | Haiti | Honduras | Jamaika | Kanada | Kolumbien | Mexiko | Nicaragua | Panama | Paraguay | Peru | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Suriname | Trinidad und Tobago | Uruguay | Venezuela | Vereinigte Staaten
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