Der Hainich ist ein ausgedehnter, bewaldeter Höhenrücken im Nordwesten Thüringens. Er nimmt einen großen Teil der Nordwestthüringischen Muschelkalk-Randplatten ein, einem Abschnitt der Umrahmung des Thüringer Keuperbeckens und Ackerhügellandes. Im Osten hebt sich der Hainich durch seine fast lückenlose Bewaldung stark vom intensiv landwirtschaftlich genutzten Mühlhäuser Becken ab, einem Teilbereich des Thüringer Beckens. Der Namen Hainich trägt die Vorsilbe Hain- in sich und lässt sich vom mittelhochdeutschen hagen für "gehegter Wald" ableiten. Mit dem Begriff wurden heilige, mit einer Hainbuchenhecke umzäunte Wäldchen bezeichnet.
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Mit einer Gesamtfläche von etwa 16.000 Hektar ist er das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands. Im Dreieck der thüringischen Städte Eisenach, Mühlhausen und Bad Langensalza gelegen, befindet sich der Hainich etwa in der Mitte Deutschlands. Am Hainich haben mit dem Wartburgkreis und dem Unstrut-Hainich-Kreis zwei Thüringer Landkreise einen Anteil. Der Hainich erstreckt sich von Norden nach Südosten in einem Bogen von etwa 35 km Länge. Die höchste Erhebung ist der Alte Berg mit 493,9 m ü. NN.
Während der Hainich am Rand des Thüringer Beckens von Osten nach Westen leicht ansteigt, bildet er im Südwesten eine markante Stufe aus. Diese hängt mit der Aufwölbung des Höhenrückens im Westen und der sie begrenzenden Saalfeld-Gotha-Eichenberger Störungszone zusammen. Die höchsten Höhen sind von Nord nach Süd:
Sie markieren den Hainichkamm im Westen. Der Südwestabhang wird von folgenden Kuppen und Ausliegerbergen gebildet (von Nordwest nach Südost):
Der Hainich ist auf Grund des geologischen Untergrunds ein Karstgebiet. Die häufigste Karstbildung sind Erdfälle. Sie entstehen durch die unterirdische Auslaugung von Gips und Anhydrit des Mittleren Muschelkalkes und den Einsturz der darauf lagernden Gesteine. Am Hainichrand bestehen im Übergangsbereich zum Keuper z. T. stark schüttende Karstquellen. Entlang des steileren Südwestabfalls ist der Hainich stark zertalt. Im Bereich der Täler sind zahlreiche Steilhangbereiche vorhanden sowie Ausliegerberge und Riedel. Bedeutende Täler sind der Schliemengrund bei Nazza, der Kalkgrund bei Lauterbach, das Lange Tal bei Berka vor dem Hainich. Im Norden sind die Reliefenergie und die damit zusammenhängende Zertalung geringer. Nennenswerte Täler sind dort der Spittelgrund bei Mühlhausen, der Seebachgrund bei Oberdorla und das Langulaer Tal. Felsen und Felsabbrüche sind im Hainich selten und allenfalls vom Südabfall des Sommersteins und vom Nordwesthang des Wintersteins bekannt. Ansonsten werden die Steilhänge der Südwestabdachung des Hainich nur stellenweise mit schmalen Felsbändern durchragt.
Der oberflächennahe geologische Untergrund wird von den Kalken und Mergeln des Unteren, Mittleren und Oberen Muschelkalks geprägt. Im Osten wird der Muschelkalk von zum Teil beträchtlichen Lössablagerungen, Decklehmen und Muschelkalkschutt überlagert. Die Unterhangbereiche im südwestlichen Hainich werden von Röttonen und -gipsen gebildet, der obersten Formation des Buntsandsteins. Im Bereich der Saalfeld-Gotha-Eichenberg-Störungszone, die den Hainich im Südwesten kreuzt bzw. dessen steilere Westabdachung bedingt, kommen stellenweise auch Gesteine des Keuper an die Oberfläche.
Klimaprägend sind aus westlichen Richtungen heranströmende atlantische Tiefausläufer. Sie bringen den Kammlagen vermehrt Niederschläge. Die Ostlagen liegen im Regenschatten des Höhenzuges. So ergibt sich ein ein Klimagradient von Westen nach Osten. Während die Kammlagen noch durchschnittliche Jahresniederschläge von rund 800 mm erhalten, sind es in den niederen östlichen Randlagen nur noch 600 mm. Die Jahresmitteltemperatur erniedrigt sich mit der Annäherung an den Hainichkamm von 8 °C am Ostrand auf 6,5 °C. Während der kalten Jahreszeit fällt der Niederschlag in den Hochlagen des Hainich vermehrt als Schnee. Winterliche Hochdruckgebiete erzeugen häufig Nebel, der sich an den Baumkronen oft als Raureif absetzt. Hauptwindrichtung ist West, während winterlicher Hochdrucklagen können eisige Ostwinde vorherrschen. Herannahende Tiefdruckgebiete können auch am Hainich eine deutliche Leewelle erzeugen und damit verbundene Föhneffekte auf der Ostseite. Eine Wetterstation befindet sich westlich von Weberstedt am Rand des Nationalparks Hainich. Sie bietet auch Daten für die tägliche Wettervorhersage.
Der Abfluss im Hainich erfolgt überwiegend unterirdisch. Die Bäche sind daher als Steingräben ausgeprägt und ihre Täler sind Trockentäler. Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Große Steingraben im Mühlhäuser Stadtwald. Die Steingräben führen nur nach längeren Regenperioden Wasser, meist nach länger anhaltendem Frost und bei Schneeschmelze, wenn die Gesteinsklüfte durch Eis abgedichtet sind, aber auch nach sommerlichen Starkregenereignissen. Natürliche Stillgewässer bilden ebenfalls die Ausnahme und kommen als Erdfallweiher nur in Erfallsenken vor. Als künstliche Gewässer sind im Hainich auch wenige Teiche vorhanden, z.B. der Hünenteich südöstlich von Kammerforst. Als weitere Karsterscheinung treten am Ostrand des Hainich topfförmige und stark schüttende Karstquellen auf. Sie sind im Übergangsbereich zwischen Muschelkalk und Unterem Keuper häufig durch Erdfälle entstanden und führen das im Hainich versickerte Karstwasser an die Oberfläche. Infolge des Druckes der auflagernden Keuperschichten sind sie artesische Quellen. Aufgrund ihrer hohen Bedeutung für die Wasserversorgung der Hainichrandgemeinden tragen sie Eigennamen. Die wichtigsten Quelltöpfe sind (von Nord nach Süd):
Am Hainichkamm verläuft die Wasserscheide zwischen der Werra und ihren Nebenbächen (z.B. Lempertsbach und Lauter) im Westen, die über die Weser in die Nordsee entwässert, und der Unstrut, die über Saale und Elbe ebenfalls zur Nordsee fließt.
Der Hainich weist eine große Vielfalt von Buchenwaldgesellschaften meist eutropher, mittelfrischer und basenreicher Standorte auf, in denen neben der Rotbuche auch andere in Mitteleuropa typische Laubbaumarten wie Esche, Ahorne, Linden und die seltene Elsbeere vorkommen. In den Kammlagen des Hainich erreicht die Rotbuche ihr klimatisches Optimum. Verbreitet sind Waldmeister-Buchenwälder und Waldhaargersten-Buchenwälder. Buchenwälder bodensaurer Standorte (Hainsimsen-Buchenwald) sind im Hainich die Ausnahme. In der Krautschicht treten großflächig Frühblüher-Aspekte auf. Häufige Arten sind Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Bärlauch (Allium ursinum) und Ausdauerndes Bingelkraut (Mercurialis perennis). Auch der Märzenbecher
(Leucojum vernum) ist weit verbreitet. Stiel- und Traubeneiche treten überwiegend in den niederen Lagen am Ostrand des Hainich auf, z.T. auf Grund historischer Nutzungen als Mittelwald, z.T. aber auch wegen der niedrigeren Jahresniederschläge, die die Eichen begünstigen. Stellenweise sind in den ehemaligen, überkommenen Mittelwäldern Linden, aber auch Hainbuche bestandsbildend, wo die Eichen entnommen wurden und das Unterholz lange nicht genutzt wurde. Eschen-Ahorn-Wälder kommen in den grundfrischen Tälchen der Steingräben vor sowie in Schluchten, beispielsweise im Brunstal südwestlich von Mülverstedt und im Großen Steingraben im Mühlhäuser Stadtwald. Buchen-Trockenwälder finden sich kleinflächig an steilen Hangkanten im westlichen Hainich. Sie enthalten auch die einzige von Natur aus im Hainich vertretene Nadelbaumart, die Eibe (Taxus baccata). Die offenen Standorte werden überwiegend von Kalkmagerrasen und ihren Sukzessionsstadien, also verschiedenen Grasbrachestadien, Gebüschgesellschaften und Vorwäldern eingenommen. Großflächige Sukzessionsflächen befinden sich in den ehemaligen Schießbahnen und Manövergebieten, die zu Zeiten der Truppenübungsplätze durch Schafbeweidung offen gehalten worden waren. Verbreitete Arten sind Weißdorn (Crataegus spec.), Wildrosen (Rosa spec.) und Schlehe (Prunus spinosa), die z. T. auf großer Fläche Dorngebüsche gebildet haben. Besonders erwähnenswert ist die Kriechrose (Rosa arvensis), die lange Zeit in Thüringen als verschollen angesehen wurde und infolge der botanischen Untersuchungen im Nationalpark Hainich und mittlerweile auch außerhalb an zahlreichen Stellen wieder gefunden wurde. Die atlantische Art erreicht im Westen Thüringens den Rand ihres Ausbreitungsgebietes.
Der Hainich ist Lebensraum zahlreicher Tierarten. Durch Untersuchungen der verschiedenen Tierartengruppen konnte die Artenvielfalt zahlenmäßig erfasst werden. Allein im Nationalpark Hainich sind mittlerweile etwa 5500 Tierarten nachgewiesen, davon etwa 90 % Insekten, v.a. Käfer und Zweiflügler. Neben Wildkatzen gibt es 44 Säugetierarten, darunter auch bislang 15 Fledermausarten. Charakteristisch für den Hainich ist die Bechsteinfledermaus, die den Höhenrücken ganzjährig bewohnt und v.a. in alten Buchenwäldern anzutreffen ist. Die vom Aussterben bedrohte Art konnte im Nationalpark Hainich in großer Anzahl nachgewiesen werden. Viele Vogelarten sind hier heimisch wie 7 Spechtarten, Baumfalken und Raubwürger. Mehrere Insektenarten konnten im Nationalpark neu beschrieben werden. Zahlreiche seltene oder ausgestorbene Arten wurden dort neu oder wieder gefunden, beispielsweise Reitters Strunk-Saftkäfer, der als ausgestorben betrachtet wurde. Zur Population der Wildkatze liegen wissenschaftliche Arbeiten vor. Der Hainich ist Ausgangspunkt für das sogenannte Rettungsnetz Wildkatze, das seit 2005 durch Grünbrücken und breit angelegte Heckenzüge zwischen den Mittelgebirgen und Hügelländern Thüringer Wald, Rhön und Kellerwald geknüpft wird, um der Verinselung und genetischen Verarmung der Restpopulationen der Wildkatze entgegen zu wirken. Eine wichtige Forschungseinrichtung für Insektenkundler ist der Baumkronenpfad an der Thiemsburg. Er ist europaweit die bisher einzige dauerhafte Plattform für die Langzeit-Erforschung der Insektenfauna der Baumkronen naturnaher Wälder. Zu den häufigsten Großsäugern zählen Wildschwein, Reh und der im Hainich eingeführte Damhirsch. Rothirsche sind selten. Häufige Beutegreifer sind Dachs, Rotfuchs und Steinmarder. Auch der Waschbär hat im Hainich Einzug gehalten.
Zumindest die Hoch- und Kammlagen des Hainich werden als alte Waldflächen angesehen, die mit großer Wahrscheinlichkeit seit Beginn der Waldentwicklung in der Nacheiszeit immer Wald gewesen sind. Die Unzugänglichkeit des Waldes wurde zur Anlage von Fliehburgen genutzt, in die bei Krieg die bäuerliche Bevölkerung der umliegenden Dörfer umsiedeln und Schutz suchen konnte. Beispiele sind die Wallanlagen auf dem Sommerstein bei Heyerode, die Thiemsburg und die Hünenburg bei Flarchheim. Alte Ortsnamenendungen auf -a in den im Südwesten und Osten angrenzenden Gebieten weisen Altsiedelgebiete hin, die bereits im Neolithikum besiedelt wurden. Zahlreiche datierte archäologische Befunde untermauern diese Ansicht. Zu den alten Hainichrandgemeinden sind zu zählen (von Norden nach Süden im Uhrzeigersinn): Oberdorla, Langula, Craula, Berka vor dem Hainich, Mihla und Nazza.
Die Ortsendung -rode weist auf spätere Gründungen während der hochmittelalterlichen Rodungsperiode hin, als das Bevölkerungswachstum zu einer Besiedlung bisher ungünstiger Waldbereiche führte. Zu diesen Ortsgründungen zählen Orte wie Heyerode, Eigenrieden und Pfafferode im nördlichen Hainich sowie Bischofroda und Hütscheroda im südlichen Hainich. In diese Zeit fallen auch heute als Ortswüstungen bekannte Siedlungsstellen, wie z.B. Tieferode und Hungerode im heutigen Mühlhäuser Stadtwald, Gräverode bei Kammerforst oder Sulzrieden bei Berka. Aber auch Phulrode, Weitersrode, Germerode und Harterode am Nordostrand bei Oberdorla und Langula. Diese Orte wurden als Weiler oder Einzelgehöfte angelegt und später wieder aufgegeben. Als Gründe werden die Wasserknappheit des Karstgebietes Hainich angesehen sowie die Unsicherheit der weit ab von Städten oder größeren Dörfern liegenden Dorfstellen vor Räubern und fremden Heeren. Weitere Hainichgemeinden sind Kammerforst, Flarchheim, Mülverstedt, Weberstedt, Alterstedt, Zimmern, Reichenbach, Behringen, Lauterbach, Hallungen und Diedorf. Ins Hochmittelalter, nämlich ins Ende des 14. Jh. fällt die Errichtung der Burg Haineck oberhalb von Nazza. Die Burgruine wurde 1997 gesichert und restauriert. Mit Beginn der organisierten Forstwirtschaft im 17. Jh. entstanden später am Hainichrand und im Waldesinneren diverse Forsthäuser, allesamt als Fachwerkbauten: Das Forsthaus am Reckenbühl, das Schönstedter Forsthaus am Gänsekropf bei Weberstedt, das Forsthaus Seebach, das Forsthaus an der Thiemsburg sowie das Grenzhaus bei Heyerode als Grenz-Forsthaus. Letzteres ist als einziges original erhalten geblieben, wurde 2005 von Grund auf saniert und gilt als ein weiteres Symbol des Hainich. Das Forsthaus an der Thiemsburg, ein Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach und Eichenholz-getäfeltem Jagdzimmer wurde Anfang Januar 2006 nach etwa 10 Jahren Leerstand zu Gunsten eines Restaurantbaus für die Bewirtung von Nationalparkgästen mit dem Bagger abgerissen. Das Forsthaus auf dem Reckenbühl bei Kammerforst war bis auf die Grundmauern verfallen. Dort entstand 2007 ebenfalls ein Restaurant- und Beherbergungsbetrieb. Das Forsthaus Seebach oder Hainichhaus wurde 2006 ebenfalls in einen Restaurantbetrieb umgewandelt. Vom Forsthaus Schönstedt sind nur noch Reste erhalten geblieben. Ebenfalls als Forsthaus entstand am Nordrand des Hainich im 19. Jh. "Peterhof". Da der Mühlhäuser Stadtwald bereits Ende des 19. Jh. ein beliebtes Naherholungsziel war, entstanden dort am Waldrand die Ausflugsgaststätten "Waldfrieden", "Prinzenhaus", "Weißes Haus" und "Waldschlößchen". Die am Ihlefeld bereits vorhandene Raststätte für Fuhrleute auf der Hohen Straße und das später dort eingerichtete Mülverstedter Forsthaus wurden unter Max von Hopffgarten zu einem Gut inmitten des Waldes aufgebaut. Dazu zählte auch das Vorwerk "Litzbeer", ein Bauernhof innerhalb des Waldes mit zugehöriger, in den Wald gerodeter landwirtschaftlicher Nutzfläche, die heute als Picht's Wiese bekannt ist. Eine Besonderheit der Besiedlung des Hainich stellt die Errichtung der Produktionsanlagen der Gerätebau GmbH, einer Tochterfirma eines Ruhlaer Uhren- und Rüstungsfabrikanten, dar. Sie wurden als Erholungsheim gut getarnt im Waldesinneren des nördlichen Hainich aufgebaut. Ebenfalls in den 1930er-Jahren wurde ein seit 1914 bestehender Hof am Hainich-Ostrand bei Mülverstedt, dem Weidegut, eine Fuchsfarm gemacht. Sie wurde bis 1945 betrieben und nach Erwerb durch die Nationale Volksarmee geschliffen. Am Harsberg, an der Südwestseite des Hainich, entstand an einem günstigen Hang mit Aufwinden wiederum Anfang der 1930er-Jahre ein Segelflugzentrum mit angeschlossener Fliegerschule. Die Gebäude wurden 2006 als Jugendherberge und Informationszentrum umgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg fand im Hainich auf Grund der Nähe zur Zonen- und späteren Grenze der DDR kaum Siedlungsbau sondern vermehrt ein Rückbau statt. Der Rüstungsbetrieb im Mühlhäuser Stadtwald wurde 1947 von der Roten Armee gesprengt, die Güter auf dem Ihlefeld und dem Litzbeerfeld wurden abgerissen, die Forsthäuser am Gänsekropf und auf dem Reckenbühl verfielen. Allenfalls auf dem Hohen Rode bei Eigenrieden wurde 1980 eine Radarstation der Sowjettruppen auf 65 m hohem Turm errichtet, nebst Nebengebäuden für die Mannschaften und Offiziere. Der Turm wurde 1995 abgebaut und durch einen Fernmeldeturm ersetzt. Auf dem Gelände der Thiemsburg wurde ein forstwirtschaftlicher Betriebshof mit Wohngebäude für Waldarbeiter errichtet. Nennenswerte Neubaumaßnahmen setzten nach 1997 mit Inkrafttreten des Nationalparkgesetzes ein. Bei Kammerforst entstand durch Umbau von Fahrzeughallen eine Umweltbildungsstation. An der Thiemsburg wurde der Baumkronenpfad gebaut und ein dazugehöriger Großparkplatz angelegt. Der Pfad wurde am 26. August 2005 der Öffentlichkeit übergeben. Am Standort Thiemsburg ist seit Anfang 2008 auch das Nationalparkhaus in Bau, das bis 2009 fertig gestellt sein wird.
Im nördlichen und mittleren Hainich dominiert die Forstwirtschaft, die unter der Regie des Forstamtes Hainich-Werratal mit Sitz in Creuzburg erfolgt. Es überwiegt der Privatwald in der Sonderform des Genossenschaftswaldes im mittleren Hainich. Die Laubgenossenschaften haben sich traditionell der Buchen-Plenterwald-Bewirtschaftung verschrieben. Der Norden des Hainich ist Teil des größten Kommunalwaldes Thüringens, des Mühlhäuser Stadtwaldes. Mit der Unterschutzstellung als Naturwaldreservat hat man sich dort für eine plenterwaldartige Bewirtschaftung entschieden. Speziell in den stadtnahen Waldungen nimmt der Erholungswald einen hohen Stellenwert ein.
Der Hainich ist mit Wanderwegen gut ausgestattet und an das Fernwanderwegenetz angeschlossen. Über die Kammlagen führt der Traditionswanderweg Rennstieg entlang. Im Osten ist der Waagebalkenweg zwischen Mühlhausen und dem Harthhaus oberhalb von Bad Langensalza durchgängig wanderbar. Der Fahner Höhe-Hainich-Wanderweg beginnt ebenfalls in Mühlhausen, läuft aber weiter über die Fahner Höhen bis zur Thüringer Landeshauptstadt Erfurt. Im Nationalpark Hainich findet gemäß seines Mottos "Natur Natur sein lassen" auf über 90 % der Fläche keine Nutzung mehr durch den Menschen statt. Dort befindet sich daher auch die größte nutzungsfreie Laubwaldfläche Deutschlands. Aus wirtschaftlicher Sicht steht die Entwicklung eines naturverträglichen Tourismus im Vordergrund. Als touristischer Schwerpunkt hat sich der Bereich um die Thiemsburg herausgebildet. Dort entstand der weltweit in seiner Art einzigartige Baumkronenpfad als die größte und besucherstärkste Umweltbildungseinrichtung des Freistaates Thüringen. An der Thiemsburg, einem ehemaligen Forsthaus und Forstbetriebshof, entstand 2008 auch das Nationalparkhaus. Im Nationalpark Hainich besteht ein Wander-, Rad- und Kutschwegekonzept. Die mittlerweile 11 Wanderparkplätze sind Ausgangspunkte für die 15 Themenwanderwege, die seit Nationalparkgründung neu angelegt wurden. Darunter auch ein barrierefreier Wanderweg im Brunstal sowie ein Erlebniswanderweg bei Berka vor dem Hainich und ein Märchenpfad, der sogenannte Feenstieg, bei Weberstedt. Zu einem weiteren touristischen Anziehungspunkt im Hainich hat sich der ehemalige Bahnhof von Heyerode entwickelt. Ausflugsrestaurant, Ferienhäuser, Kinderspielplatz, Streichelzoo und verschiedene Feste haben dazu beigetragen. Er ist auch ein Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge in den angrenzenden naturnahen Wäldern.
Im Senkig, einem Teil des Oberdorlaer Waldes, werden in einem Steinbruch die Kalke des Oberen Muschelkalks gebrochen. Sie finden als Schottermaterial und Baustein Verwendung. Das Muschelkalkpflaster des Mühlhäuser Steinwegs, das ist die Hauptgeschäftsstraße in der Mühlhäuser Innenstadt, sowie der Obermarkt, sind mit Muschelkalk aus dem Senkig gepflastert.
Die Landwirtschaft spielt im Hainich eine untergeordnete Rolle. Allein die Flur der Höhengemeinde Craula wird noch landwirtschaftlich genutzt. Es dominiert dort Grünland. Die Ackerfluren und Schaftriften von Zimmern und Kammerforst gingen Anfang der 1960er-Jahre in den Truppenübungsplatz Weberstedt ein. Die Offenhaltung der Schießbahnen wurde durch die Beweidung mit Schafen sichergestellt. Die Beweidung wurde seit Inkrafttreten des Nationalparkgesetzes auf ein Minimum reduziert. Weiteres Grünland und Äcker befinden sich noch in den südwestlichen Randlagen des Hainich, vor allem auf der Gemarkung der Verwaltungsgemeinschaft Mihla.
Der Hainich gehört in seiner ganzen Fläche dem im Einigungsvertrag sicher gestellten Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal an. Der Süden des Hainich ist seit dem 31. Dezember 1997 als Nationalpark geschützt. Dort hat der Prozessschutz Vorrang. Daher befindet sich mit etwa 5500 ha dort auch die größte nutzungsfreie Waldfläche Deutschlands. Der Nordteil ist, ebenfalls seit Ende 1997, Naturwaldreservat.
Der Hainich ist namengebend für folgende Firmen und Einrichtungen:
Diamantene Aue | Dün | Eichsfeld | Fahner Höhe | Goldene Aue | Grabfeld | Hainich | Hainleite | Harz | Henneberger Land | Holzland | Ilm-Saale-Platte | Kyffhäuser | Mittleres Ilmtal | Rhön | Saale-Unstrut-Region | Thüringer Osterland | Thüringer Schiefergebirge | Thüringer Becken | Thüringer Toskana | Thüringer Wald | Vogtland
Koordinaten: 51° 6' N, 10° 23' O
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