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| Region Brüssel-Hauptstadt | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Hauptstadt: | Brüssel |
| Ministerpräsident | Charles Picqué |
| Fläche: | 161,4 km² |
| Einwohner: | 1.031.215 (1. Januar 2007) |
| Bevölkerungsdichte: | 6.324 Einwohner je km² |
| Website: | www.brussel.irisnet.be |
| Karte | |
Die Region Brüssel-Hauptstadt (französ.: Région de Bruxelles-Capitale, niederl.: Brussels Hoofdstedelijk Gewest) ist eine der drei Regionen und eines der 43 Arrondissements Belgiens. Sie umfasst das zweisprachige Gebiet der Hauptstadt Brüssel und ist in 19 selbständige Gemeinden gegliedert, die jedoch ein zusammenhängendes städtisches Siedlungsgebiet bilden. Die Stadt Brüssel, die das Stadtzentrum Brüssels umfasst, ist eine dieser 19 Gemeinden.
Inhaltsverzeichnis |
Die Region Brüssel ist ein mehrsprachiges Gebiet mit zwei offiziellen Amtssprachen, Französisch und Niederländisch.
Von jeher ein niederländischsprachiges Gebiet, wurde erst seit der französischen Herrschaft und vor allem ab 1830 die französische Sprache als anfänglich einzige Amtssprache Belgiens immer wichtiger. Brüssel war als Hauptstadt Standort vielerlei Behörden und jeder Beamte sollte Französisch sprechen. Daher tauschten immer mehr Einwohner ihre niederländische Muttersprache gegen die französische Sprache. Nach Volkszählungsergebnissen entwickelte sich das Verhältnis zwischen Niederländisch- und Französischsprachigen im Gebiet der heutigen Region Brüssel wie folgt:
Weil die letzte Volkszählung Folgen für die Verwaltungssprache der Gemeinden gehabt hätte und deshalb die Zählungen in manchen Gemeinden beeinflusst wurden, das Niederländische überdies als Verwaltungssprache Brüssels im Zweiten Weltkrieg einen schlechten Ruf bekommen hatte, bekämpften die Flamen die Ergebnisse als unzuverlässig und plädierten für die endgültige Festlegung der Sprachgrenzen. 1962 wurden die Sprachgrenzen und somit auch die Grenzen der zweisprachigen Region (damals Arrondissement) Brüssel festgelegt. Gleichzeitig wurde beschlossen, bei der Volkszählung nicht mehr nach Sprachenzugehörigkeit zu fragen.
Obwohl es dadurch seit 1947 keine offiziellen Daten über die Sprachverhältnisse mehr gibt, sind verschiedene Studien zu diesem Thema durchgeführt worden. Eine Studie der Freien Universität Brüssel (VUB) zeigte 2001 folgende sprachliche Situation:
Die heutige Bevölkerung der Region besteht also längst nicht mehr aus nur zwei Sprachgruppen, sondern aus Menschen sehr diverser Herkunft: einheimische dialektsprachige Brüsseler, einheimische französischsprachige Bourgeois, Wallonen, Flamen, Beamte und Mitarbeiter der Europäischen Institutionen, Immigranten aus der damaligen belgischen Kolonie Kongo, ehemalige Gastarbeiter aus Marokko und der Türkei, Flüchtlinge usw. Schätzungsweise ist schon eine Mehrheit der Einwohner ausländischer Herkunft.
Im politischen Bereich gibt es jedoch nur französische und flämische Parteien. Weil die übergroße Mehrheit der Ausländer und sogar viele Zweisprachige die französischen Parteien wählen, gewinnen diese immer die große Mehrheit der Stimmen (gut 85% gegen knapp 15% für die flämischen Parteien).
Die Politikfelder Kultur, Sprache, Bildung und Teile des Sozialwesens fallen in Belgien nicht in die Zuständigkeit der Regionen, sondern in diejenige der Gemeinschaften.
Die französischsprachigen Einwohner der Hauptstadtregion Brüssel gehören zur Französischen Gemeinschaft Belgiens und werden durch die COCOF (Commission communautaire française; dt. Französische Gemeinschaftskommission) vertreten, die niederländischsprachigen Einwohner gehören zur Flämischen Gemeinschaft und werden durch die VGC (Vlaamse Gemeenschapscommissie, dt. Flämische Gemeinschaftskommission) vertreten. Beide Kommissionen (COCOF und VGC) sind teil der GGC (Gemeenschappelijke Gemeenschapscommissie)/COCOM (Commission communautaire commune; dt. Gemeinsame Gemeinschaftskommission), der vereinigten Versammlung beider Gemeinschaftskommissionen. In Brüssel existieren deshalb viele Institutionen des Bildungswesens und des Kulturlebens doppelt, einmal französischsprachig und einmal niederländischsprachig, in der Zuständigkeit der jeweiligen Gemeinschaft.
Eine eigene regionale Brüsseler Identität, wie sie in den Regionen Flandern und weniger stark in Wallonien besteht, hat sich reaktiv und in Abgrenzung auch in Brüssel entwickelt.
Die Region Brüssel-Hauptstadt hat eine eigene Regierung und ein eigenes Regionalparlament.
Die Regierung besteht aus einem Ministerpräsidenten und vier Ministern, zwei von jeder Sprachgemeinschaft. Das Brüsseler Regionalparlament zählt 89 Sitze, 72 für die Französischsprachigen und 17 Sitze für die Niederländischsprachigen. Für sprachliche und institutionelle Angelegenheiten haben beide Sprachgruppen ein Vetorecht (wie auch im belgischen Parlament).
| Name | Beginn der Amtszeit | Ende der Amtszeit | Partei |
| Charles Picqué (erstes Mal) | 12. Juli 1989 | 15. Juli 1999 | PS |
| Jacques Simonet (erstes Mal) | 15. Juli 1999 | 18. Oktober 2000 | PRL |
| François-Xavier de Donnéa | 18. Oktober 2000 | 6. Juni 2003 | PRL/MR |
| Daniel Ducarme | 6. Juni 2003 | 18. Februar 2004 | MR |
| Jacques Simonet (zweites Mal) | 18. Februar | 19. Juli 2004 | MR |
| Charles Picqué (zweites Mal) | 19. Juli 2004 | amtierend | PS |
Regierungsparteien sind mit einem Punkt gekennzeichnet (•)
Die Hauptstadtregion Brüssel ist in 19 selbständige Gemeinden gegliedert, siehe Liste der Gemeinden in der Hauptstadtregion Brüssel.
Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht die Hauptstadtregion einen Index von 237.6 (EU-25:100) (2003), den zweithöchsten Wert in der [EU].[1]
Für Brüssel ist ein RER-Netz (Réseau Express Régional (Brüssel)) in Vorbereitung.[2]
Claus Hecking: Das politische System Belgiens. Leske und Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3724-9.
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