
Als Hausfrau oder Hausfrau und Mutter wird im deutschsprachigen Raum eine Frau bezeichnet, die vorrangig in Haus- und Familienarbeit tätig ist. Der Begriff Hausfrau und Mutter impliziert zudem, dass sie Kinder erzieht. Bei der Verwendung der Begriffe wird meist vorausgesetzt, dass sie nicht erwerbstätig ist, oder nur in Teilzeit[1] erwerbstätig ist. Vielfach wird der Begriff enger gefasst und setzt voraus, dass überhaupt keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, wobei aber ehrenamtliche und freiwillige Tätigkeiten nicht ausgeschlossen werden.
Für eine Frau, die sich der Haus- und Familienarbeit widmet und nicht erwerbstätig ist, werden auch die Begriffe Vollzeit-Hausfrau[2] oder Vollzeit-Hausfrau und Mutter verwendet.[3] Als weibliches Rollenmodell einer ausschließlichen Tätigkeit in Haushalt und Familie wird die Rolle auch als Nur-Hausfrau beziehungsweise Nur-Hausfrau und Mutter bezeichnet;[4][5] der Ausdruck „nur“ wird vielfach als abwertend interpretiert und kritisiert.
Im amerikanischen Englisch ist für Hausfrau und Mutter der Ausdruck „stay-at-home-mom“ üblich, im Französischen sagt man „mère de famille“.
Inhaltsverzeichnis |
Anteil der nicht erwerbstätigen Mütter in verschiedenen Ländern (aufgeschlüsselt nach Frauen mit Kindern im Vorschulalter und Frauen mit Kindern im Schulalter):
| Land | jüngstes Kind <6 | jüngstes Kind 6-17 | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Dänemark[6] | 26 % | ||
| Deutschland[7] | 47 % | ||
| Frankreich[8] | 41 % | ||
| Vereinigte Staaten[9] | 37,2 % | 22,1 % | Frauen mit Kindern unter 1 Jahr: 46 %; Stand: 2003 |
Im traditionellen bürgerlichen Familienmodell, das zwischen einer „männlichen“ außerhäuslichen Welt und einer „weiblichen“ häuslichen Welt unterschied, bildete die Hausfrau und Mutter das notwendige weibliche Gegenstück zum männlichen „Versorger“. In dem Maße, in dem in den Industriestaaten der westlichen Welt dieses Familienmodell moderneren und egalitären Konzepten weicht und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor allem für Frauen zu einem Generations-prägenden Thema wird, verliert das Konzept der Hausfrau und Mutter einen Großteil seiner bisherigen Selbstverständlichkeit.
Bis in die 1960er galt in Deutschland gemäß dem Leitbild der Familienpolitik die Rolle der Hausfrau und Mutter als der „natürliche Beruf der Frau“.[10] So hieß es in der in der Einführung zum Gleichberechtigungsgesetz von 1957: „Es gehört zu den Funktionen des Mannes, dass er grundsätzlich der Erhalter und Ernährer der Familie ist, während die Frau es als ihre vornehmste Aufgabe ansehen muss, das Herz der Familie zu sein.“[5]
Die wachsende Erwerbstätigkeit von Frauen ist ein Phänomen, das in allen reichen westlichen Ländern beobachtet werden kann. Die Rolle der Hausfrau und Mutter ist hier heute nur noch eine von vielen Optionen, zwischen denen Frauen wählen können. Zu den Besonderheiten des deutschen Sprachraums jedoch zählt die Tendenz, die Rolle der Hausfrau und Mutter nicht nur als eine im Einzelfall besonders unattraktive Option zu empfinden, sondern als grundsätzlich obsolet. Historisch belastet ist das Hausfrauenkonzept im Deutschland und Österreich durch die Frauenpolitik im Nationalsozialismus. Darüber hinaus muss das schlechte Image der nicht erwerbstätigen Mutter jedoch auch vor dem Hintergrund verstanden werden, dass die Bedingungen der weiblichen Erwerbstätigkeit in Deutschland und Österreich auch in der Gegenwart noch nicht den Standard mancher anderen Länder (wie in Skandinavien oder Frankreich) erreicht haben.
In den Vereinigten Staaten war die Unzufriedenheit von Frauen mit College-Ausbildung, denen in den 50er Jahren nahegelegt wurde, ihre persönliche Erfüllung allein in der Rolle als Hausfrau und Mutter zu suchen, das was Betty Friedan "das Problem ohne Namen"[11] nannte, einer der Ausgangspunkte für die zweite Welle der Frauenbewegung.
Heute, da sogar Mütter von Säuglingen mehrheitlich erwerbstätig sind, wird in den USA nicht das Image der stay-at-home-mom (engl. für „Mutter, die zu Hause bleibt“) als problematisch empfunden, sondern vor allem die Tatsache, dass mit der Berufstätigkeit der Frau auch ein Einkommen entfällt.[12]
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