
Als Teil der speziellen Soziologien beschäftigt sich die Industriesoziologie mit der Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Industriebetrieben und Gesellschaften, der sozialen Struktur und Dynamik von Industriebetrieben und im geschichtlichen- aber auch Entwicklungskontext mit der Entstehung und den Auswirkungen der Industrialisierung.
Im Gegensatz zur Industriesoziologie beschäftigt sich die Betriebssoziologie mit sozialen Strukturen in Leistungsorganisationen mit wirtschaftlicher Zwecksetzung. Sie legt also nicht so großes Augenmerk auf Wechselwirkungen zwischen Organisation und Gesellschaft sondern fokussiert die Organisation an sich.
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War die Entwicklung der Industriesoziologie zuerst stark geprägt durch die gesellschaftspolitische Diskussion um die neue industrielle Produktionsordnung und deren Folgen, so vollzog sich mit der Abgrenzung der Allgemeinen Soziologie von der Geschichts- und Sozialphilosophie ein Übergang von einer Ausrichtung mit Wirkungsabsicht hin zu reiner Tatsachenanalyse. Auf diesen analysierten Tatsachen können konkrete betriebliche oder gesellschaftspolitische Maßnahmen vorgeschlagen oder gesetzt werden. Die Betriebssoziologie entwickelte sich hingegen aus der Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen Betriebsführung, welche vorwiegend von Effizienzgesichtspunkten dominiert wurde (siehe dazu auch Taylorismus). Gefördert durch die zunehmende sozial- und arbeitsrechtliche Verankerung einer Betriebsverfassung verfolgt die Betriebssoziologie weniger als die Industriesoziologie einen Standpunkt der reinen Tatsachenanalyse.
Eine klare Grenzziehung zwischen Industrie- und Betriebssoziologie ist aus zwei Gründen nicht immer sinnvoll und möglich: Einerseits besteht ein enger Zusammenhang zwischen den Problemen der gesamtgesellschaftlichen strukturellen Veränderungen hin zu einer Industriegesellschaft. Andererseits lässt die Einordnung des Menschen in den rationalisierten Industriebetrieb mit all seinen sich ergebenden Konsequenzen in organisatorischer und sozialer Sicht eine klare Trennung gar nicht zu. Zu beachten bleibt jedoch, dass die "Industriesoziologie" auch nicht-betriebliche Erscheinungen untersucht, etwa die sozialpsychologische Komponente der "Industrialisierung" (auch der "De-Industrialisierung") als Einstellung (Haltung); anderseits gibt es zahlreiche nichtindustrielle Betriebe (z.B. Bauernhöfe, Handwerksbetriebe, Kindergärten, Hospitäler, Räuberbanden).
In der Betriebssoziologie lassen sich folgende Forschungsrichtungen unterscheiden:
Die Industriesoziologie beschäftigt sich dazu mit:
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