Ingolstadt


Dieser Artikel behandelt die Großstadt Ingolstadt (Oberbayern), weitere Bedeutungen unter Ingolstadt (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ingolstadt
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Ingolstadt hervorgehoben
Koordinaten: 48° 46′ N, 11° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 362,00–410,87 m ü. NN
Fläche: 133,35 km²
Einwohner: 123.055 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 923 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 85049–85057 (alt: 8070)
Vorwahlen: 0841
08450 (Zuchering, Brunnenreuth)
08424 (Irgertsheim)
Kfz-Kennzeichen: IN
Gemeindeschlüssel: 09 1 61 000
Stadtgliederung: 11 Stadtbezirke mit 61 Unterbezirken
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 2
85049 Ingolstadt
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Alfred Lehmann (CSU)
Der Rathausplatz mit Altem Rathaus, Pfeiffturm, Turm der Moritzkirche und Teil des Neuen Rathauses (v.l.n.r.)
Der Rathausplatz mit Altem Rathaus, Pfeiffturm, Turm der Moritzkirche und Teil des Neuen Rathauses (v.l.n.r.)
Das Kreuztor, das Wahrzeichen der Stadt Ingolstadt
Das Kreuztor, das Wahrzeichen der Stadt Ingolstadt

Ingolstadt ist eine kreisfreie Stadt an der Donau im Freistaat Bayern. Mit einer Einwohnerzahl von 123.232 (zum 31. Dezember 2007) ist Ingolstadt nach München die zweitgrößte Stadt Oberbayerns sowie nach München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg und Regensburg die sechstgrößte Stadt Bayerns. Die Grenze von 100.000 Einwohnern überschritt Ingolstadt 1989 und ist seither Deutschlands jüngste Großstadt.

Die Stadt wurde 1472 Sitz der ersten bayerischen Universität, die sich im konfessionellen Zeitalter als Zentrum der Gegenreformation profilierte, in deren Kreis sich 1776 aber auch der freidenkerische Illuminatenorden gründete. In Ingolstadt wurde im Jahr 1516 das bayerische Reinheitsgebot für Bier, das älteste heute noch gültige Lebensmittelgesetz der Welt erlassen. Daneben war die Stadt für gut 400 Jahre bayerische Landesfestung. Die im Jahr 806 erstmals erwähnte Stadt feierte 2006 das 1200-jährige Stadtjubiläum und hat eine weitgehend erhaltene historische Altstadt.

Ingolstadt hat zwei Hochschulen und bildet eines der 23 Oberzentren in Bayern. Die Stadt ist überwiegend vom verarbeitenden Gewerbe, wie etwa dem Automobil- und Maschinenbau geprägt. Die Arbeitslosenquote lag im Juli 2008 bei 3,7 %[1].

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ausdehnung und Lage

Die Donauauen (Auwald) in Ingolstadt
Die Donauauen (Auwald) in Ingolstadt

Das Stadtgebiet erstreckt sich über 133,35 km². Damit ist Ingolstadt flächenmäßig nach München, Nürnberg und Augsburg die viertgrößte Stadt Bayerns. Die größte Ausdehnung in Ost-West-Richtung beträgt etwa 18 km, die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung etwa 15 km. Die Stadtgrenze hat eine Länge von 70 km.

Ingolstadt liegt 48° 45′ 49″ nördlicher Breite und 11° 25′ 34″ östlicher Länge. Die Stadtgrenze liegt ungefähr 14 km vom geographischen Mittelpunkt Bayerns, der sich bei Kipfenberg befindet, entfernt. Der höchste Punkt liegt mit einer Höhe von 410,87 m im Stadtteil Pettenhofen, die Altstadt liegt 374 m über dem Meeresspiegel. Der niedrigste Punkt ist die Schuttereinmündung in die Donau mit 362,00 m ü NN. In Ingolstadt gilt wie in ganz Deutschland die Mitteleuropäische Zeit, wobei die mittlere Ortszeit dieser gegenüber 14 Minuten zurückbleibt.

Das Stadtgebiet von Ingolstadt breitet sich am nördlichen und südlichen Ufer der Donau in einem weiten ebenen Becken aus. Das so genannte „Ingolstädter Becken“ wird im Norden von den Juraausläufern und im Süden von tertiärem Hügelland begrenzt. Im Südwesten beginnt das Donaumoos, während im Osten die Auwälder der Donau in das Stadtgebiet hineinreichen. Es handelt sich dabei um die zweitgrößte Hartholzaue an der gesamten Donau. Der Süden der Stadt wird von der Sandrach, dem einstigen südlichen Hauptarm der Donau durchzogen, die streckenweise die Stadtgrenze bildet. Im Norden durchfließt von Westen her die Schutter Ingolstadt und mündet nahe der Altstadt in die Donau.

Geologie

Das Stadtgebiet liegt südlich der Donau auf einer Niederterrasse aus der Würmeiszeit und nördlich des Flusses auf einer Hochterrasse aus der Rißeiszeit. Der Grund in Ingolstadt besteht überwiegend aus Schotter und Sand, dem so genannten „Donau-Schwemmland“. Im Norden und Süden, wo das Stadtgebiet in tertiäres Hügelland hineinreicht, findet sich in den tieferen Schichten Süßwassermolasse. Durch die Ablagerung von Löss, dessen Tongehalt im Laufe der Zeit stark angestiegen ist, sind die Böden in Ingolstadt insbesondere dort, wo zusätzlich Auenlehm vorhanden ist, sehr lehmig.

Klima

Klimadiagramm Ingolstadt
Klimadiagramm Ingolstadt

Das Klima in Ingolstadt ist mit überwiegend trockenen und warmen Sommern und trockenen und kalten Wintern kontinental geprägt. Mit einer jährlichen durchschnittlichen Niederschlagsmenge von etwa 650 mm ist das Klima in Ingolstadt deutlich trockener, als im regenreichen Alpenvorland, wobei der Alpenföhn Ingolstadt noch erreicht. Im Gegensatz dazu halten sich vor allem im Herbst, aber auch im Winter häufig beständige Nebel und Hochnebel, die sich auch im Tagesverlauf nicht auflösen. Der Wind kommt überwiegend aus westlicher und südwestlicher Richtung, im Herbst öfter auch aus dem Nordosten.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,2 °C, wobei Juli und August mit 18 beziehungsweise 17 °C die wärmsten und Januar und Februar mit −1 bis −2 °C im Mittel die kältesten Monate sind.

Der niederschlagsreichste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 101 mm, während der geringste Niederschlag im März mit durchschnittlich 35 mm zu verzeichnen ist.

Die Donau in Ingolstadt

Die Donau im Osten Ingolstadts mit Blick auf die Altstadt.
Die Donau im Osten Ingolstadts mit Blick auf die Altstadt.

Die Donau durchfließt das Stadtgebiet von Ingolstadt von Westen nach Osten auf einer Länge von 14,2 km von Flusskilometer 2466,9 bis 2452,7 nach internationaler Zählung, der Pegel Ingolstadt befindet sich bei Donaukilometer 129,7 nach bayerischer Zählung. Der Wasserstand beträgt bei Niedrigwasser 96 cm während der langjährige mittlere Wasserstand bei 218 cm liegt. Beim Jahrhunderthochwasser im Mai 1999 lag der Pegel bei 748 cm. Im Bereich der Stadt Ingolstadt ist die Donau zwischen 80 und 100 Meter breit, wobei sie bei der 1971 errichteten Staustufe in einem Stausee auf maximal 500 Meter Breite gestaut werden kann. Mit Ausnahme der Stadtteile Haunwöhr und Gerolfing, die bei Hochwasser durch einen erhöhten Grundwasserspiegel gefährdet sind, blieb Ingolstadt in den letzten Jahrzehnten von Hochwasserkatastrophen verschont.

Das Bestreben der Stadt ist, die Donau wieder mehr in das städtische Leben zu integrieren. Dazu wurden im Jahr 2007 an der Nordseite der Donau Uferbefestigungen und Terrassen errichtet. Auf der gegenüberliegenden Südseite befindet sich die von Toni Amler konzipierte Seebühne.

Nachbargemeinden

Die Stadt Ingolstadt ist von drei Landkreisen umgeben, die wie Ingolstadt zum Regierungsbezirk Oberbayern gehören. Dies sind im Norden der Stadt der Landkreis Eichstätt, im Südosten der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und im Südwesten der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Zusammen bilden diese vier Gebietskörperschaften die Planungsregion Ingolstadt (Region 10). Folgende Märkte und Gemeinden der genannten Landkreise grenzen direkt an die Stadtgrenze von Ingolstadt: (sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten genannt):

Stadtgliederung

Siehe auch: Liste der Stadtbezirke von Ingolstadt

Das Stadtgebiet von Ingolstadt ist in elf Stadtbezirke und 61 Unterbezirke gegliedert. In jedem Stadtbezirk gibt es einen Bezirksausschuss, der zwischen 13 und 17 Mitglieder hat. Diese Gremien werden nach jeder Kommunalwahl vom Stadtrat Ingolstadts neu bestimmt. Die Bezirksausschüsse sind zu wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt in letzter Instanz jedoch dem Stadtrat.

Neben dieser politischen Stadtgliederung existiert eine weitere, die sich aus der Stadtentwicklung ergibt und nicht zuletzt von den beiden Grüngürteln Ingolstadts beeinflusst wird. Unterschieden wird dabei zwischen der Altstadt, die im Wesentlichen aus den vier Altstadtbezirken und dem Unterbezirk Brückenkopf gebildet und vom Glacis, dem inneren Grüngürtel, umschlossen wird, und der so genannten Kernstadt. Diese besteht aus den Bezirken Nordost, Nordwest, Südwest, Südost und den westlichen Unterbezirken des Bezirks Mitte, also jenen Stadtteilen, die sich größtenteils innerhalb des äußeren Grüngürtels befinden und eine geschlossene Siedlungsfläche vorweisen. Davon abgegrenzt werden die dörflichen Stadt- oder Ortsteile. Dies sind vor allem die Bezirke Süd, West, Mailing und Etting sowie die Stadtteile Rothenturm, Niederfeld und Unterhaunstadt.

Eine weitere, gröbere Stadtgliederung ergibt sich aus dem Verhältnis der Stadtteile zur Donau. So wird zwischen dem Süden, dem Teil der südlich der Donau liegt, und dem Norden Ingolstadts, der nördlich des Flusses liegt, unterschieden.

Stadtbezirke und Unterbezirke der Stadt Ingolstadt
Stadtbezirke und Unterbezirke der Stadt Ingolstadt
Die elf Stadtbezirke Ingolstadts mit Einwohnerzahl und Fläche
Bezirk Einwohner
31. Dezember 2006
Fläche
in Hektar
I Mitte 12.928 1.142,4
II Nordwest 17.834 469,9
III Nordost 18.972 473,8
IV Südost 15.420 1.395,5
V Südwest 22.264 1.095,6
VI West 6.060 3.341,9
VII Etting 3.852 861,4
VIII Oberhaunstadt 4.682 553,1
IX Mailing 4.640 812,7
X Süd 7.852 2.700,1
XI Friedrichshofen-Hollerstauden 7.918 487,6

Geschichte

Vor- und Frühgeschichte

Das Ingolstädter Bernsteincollier
Das Ingolstädter Bernsteincollier
Rekonstruktion einer „Villa rustica“, ähnlich der, die man im Stadtgebiet gefunden hat.
Rekonstruktion einer „Villa rustica“, ähnlich der, die man im Stadtgebiet gefunden hat.

Die ältesten Funde menschlichen Wirkens im heutigen Stadtgebiet Ingolstadts sind Faustkeile des Homo steinheimensis, die in Irgertsheim entdeckt wurden. Die Zeiten des Paläolithikums und des Mesolithikums sind nur durch Einzelfunde, etwa in Etting oder Gerolfing, nachweisbar. Erst für die Jungsteinzeit verdichten sich die Funde von Siedlungsspuren im Raum Ingolstadt.

Während all diese frühen archäologischen Zeugnisse in den Vororten Ingolstadts gefunden wurden, liegt für die Bronzezeit erstmals ein Beleg für eine Besiedlung im Bereich der späteren Altstadt Ingolstadts vor. Es handelt sich um mehrere Gräber, die beim „Herzogskasten“ ausgemacht wurden. Welche Bedeutung das Gebiet an der Donau zu dieser Zeit hatte, zeigt der Fund der umfangreichsten Grabanlage der Urnenfelderkultur in Süddeutschland bei Zuchering, die zu den größten Europas zählt. Diese besteht aus etwa 600 Gräbern, die sich auf den Zeitraum zwischen dem 13. und 10. Jahrhundert v. Chr. verteilen. Ein weiteres eindrucksvolles Zeugnis dieser Epoche ist das aus fast 3.000 Teilen bestehende Bernsteincollier, das 1996 bei Grabungen auf dem Gelände der Audi AG gefunden wurde. Ihr Ende fand diese hoch entwickelte Kultur im Raum Ingolstadt mit der Verbreitung der Eisenverarbeitung.

Für die nachfolgende Hallstattzeit, die frühe Eisenzeit, weisen die archäologischen Befunde etwa die Existenz eines Herrenhofs mit Siedlung für den Bereich Zuchering aus. Ähnliche Spuren finden sich zudem in Etting und Dünzlau. Für die „La-Tène-Zeit“ findet sich mit dem 1,5 km von der heutigen Stadtgrenze entfernten „Oppidum von Manching“ eine der größten keltischen Siedlungen überhaupt. Im Stadtgebiet selbst gibt es einige kleinere Siedlungen der Kelten, die in siedlungsgeschichtlicher Kontinuität zu den bereits zur Hallstattzeit vorhandenen Niederlassungen stehen.

Mit dem Feldzug des Drusus 15. v. Chr. und der Errichtung der Provinz Rätien wurde das Gebiet um Ingolstadt Teil des Römischen Reichs. Etwa 50 Jahre nach dem Feldzug wurde bei Oberstimm, unmittelbar an der heutigen Stadtgrenze, ein römisches Kastell zur Sicherung des 20 km nördlich liegenden Limes errichtet. Auf die wirtschaftliche und militärische Bedeutung der Region weist nicht zuletzt die hohe Dichte an römischen Straßen hin. Reste des Wegnetzes fanden sich in Hagau, Dünzlau, Etting und Feldkirchen, wo sich überdies der Donauübergang befand. Auf Siedlungen weisen die Reste mehrerer Landhäuser beziehungsweise Landgüter („Villae rusticae“) in Etting, Feldkirchen und Unterhaunstadt hin. Die Reste eines Wachpostens wurden bei Zuchering entdeckt.

Erste Erwähnung und Stadterhebung (806–1392)

Der „Herzogskasten“, der älteste heute erhaltene Profanbau aus der Zeit der Stadtwerdung
Der „Herzogskasten“, der älteste heute erhaltene Profanbau aus der Zeit der Stadtwerdung
Ingolstädter Pfennig aus der Zeit um 1300 mit Stadtwappen
Ingolstädter Pfennig aus der Zeit um 1300 mit Stadtwappen

Die erste schriftliche Erwähnung Ingolstadts findet sich in der Reichsteilungsurkunde Karls des Großen, der „Divisio Regnorum“ vom 6. Februar 806, als „villa Ingoldesstat“, der „Stätte des Ingold“, die sich schon in der Zeit der Agilolfinger entwickelt haben dürfte. Ingolstadt ist in dieser Urkunde, die einem Testament Karls des Großen gleichkommt, zusammen mit Lauterhofen als Königshof besonders hervorgehoben: Beide Höfe sollen an den zukünftigen Kaiser, Karls gleichnamigen Sohn, fallen. Wo dieser Königshof „Ingoldesstat“ genau lag, konnte bisher archäologisch nicht nachgewiesen werden. Als wahrscheinlich gilt jedoch ein Standort im Bereich der heutigen Altstadt, wobei gerade die Archäologie den Stadtteil Feldkirchen nicht ausschließt.[2] Im Jahr 841 wird das karolingische Kammergut Ingolstadt von Ludwig dem Deutschen, dem Nachfolger Karls des Großen auf dem fränkischen Königsthron, an seinen Kanzler Gozbald, den Abt des Klosters Niederaltaich übertragen. In der ausgestellten Schenkungsurkunde wird erstmals die Größe des Ortes genannt. Er umfasste neben dem Fronhof insgesamt 34 Huben, davon immerhin 12 Höfe für königliche Boten (Sintmannen) sowie zwei Eigenkirchen. Zehn Jahre später übertrug der Abt seine Besitzungen dem Kloster.

Stadtentwicklung Ingolstadts im Hoch- und Spätmittelalter
Stadtentwicklung Ingolstadts im Hoch- und Spätmittelalter

Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass das ursprüngliche Kammergut „Ingoldesstat“ größer war. Immerhin gab es im Hochmittelalter, vor der Stadtwerdung Ingolstadts, neben dem niederaltaichischen Klostergut noch umfangreichen herzoglichen Besitz. Denkbar ist, dass dieser Besitz den Teil des karolingischen Königsgutes darstellt, der nicht an Niederaltaich übergeben worden war; dass der bayerische Herzog, vielleicht in Gestalt Arnulfs des Bösen, dem Kloster Besitz entfremdet hat, kann ebenso angenommen werden.

Von den Archäologen diskutiert wird schon für diese frühe Zeit eine Verlegung der Schutter.[3] Geologisch gesehen ist eine ursprüngliche Schuttermündung in die Donau einige Kilometer oberhalb der heutigen Mündung wahrscheinlich. Für eine Siedlung, wie sie das karolingische Kammergut und das niederaltaichische Klostergut Ingoldesstat war, wurde nicht nur eine sichere und strategisch günstige Lage benötigt, sondern ebenfalls ein Mühlfluss. Eine Verlängerung der Schutter bis zum heutigen Ingolstadt hätte beides gewährleistet und wäre zudem im Rahmen der damaligen technischen Möglichkeiten gelegen.

Für die Zeit zwischen dem späten 9. und dem beginnenden 13. Jahrhundert fehlen jegliche urkundliche Belege für Ingolstadt. Vermutet wird eine Zerstörung der Siedlung während der Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert oder ein großer Brand der weite Teile Ingolstadts zerstörte und damit den Anstoß für den spätestens um 1200 beginnenden gründlichen Wiederaufbau inklusive Gewährung der Stadtrechte gegeben hat.[4]

Ingolstadt kann in dieser Zeit nach der Übernahme des Vogteirechts über Niederaltaichs, und somit Ingolstadts durch die Herren von Bogen, nicht ohne Bedeutung gewesen sein. Nach dem Aussterben der Grafen von Bogen 1242 erbten die wittelsbachischen Herzögen ihren Besitz. Daher kann eine Stadtgründung durch die Wittelsbacher bis zum Aussterben der Grafen von Bogen 1242 nicht in Frage kommen. Mit den Wittelsbachern erscheint erneut ein Aufstieg des Ortes möglich, da hier eine wichtige herzogliche Zollstätte mit Brücke lag, die die Straße nach Nürnberg bewachte. Da die Brücke von Neuburg bis 1247 in der Hand der Marschälle von Pappenheim war, die Ingolstädter Brücke die einzige im weiten Umkreis, die den wittelsbachischen Herzögen unterstand.

Im Jahr 1234 wurde die „Moritzkirche“ neu errichtet. Ob es schon zu dieser Zeit die Planstadt Ingolstadt gab, oder ob erst Herzog Otto II. in den 1250er Jahren den Schritt der Vereinigung verschiedener Vorgängersiedlungen zu einer regelrechten Stadt vollzogen hat, bleibt unklar. Sicher ist jedenfalls, dass es diverse Siedlungen auf dem Gebiet der 1312 von Kaiser Ludwig IV. bestätigten Stadt gab, die ebenfalls auf karolingisches Königsgut und niederaltaichisches Klostergut zurück gehen. Um 1280 ist eine erste Stadtmauer nachweisbar. Diese umschloss ein Rechteck mit schachbrettartig angelegten Straßen und einer zentralen Hauptkreuzung beim Schliffelmarkt sowie einer Burg im südöstlichen Eck des Stadtgebiets, dem heutigen Herzogskasten. Der Stadtkern war augenscheinlich schon 1258 bewohnbar, da aus diesem Jahr die erste herzogliche Urkunde datiert, die in Ingolstadt ausgestellt worden ist. Um 1250 bekommt Ingolstadt Stadtrechte verliehen und später überdies das Münzrecht. Im Jahr 1254 ist der erste Bürger der Stadt Ingolstadt namens Heinrich Trost urkundlich erwähnt.

Um 1300 wurde Ingolstadt unter Kaiser Ludwig dem Bayern – wenngleich nur für etwa drei Jahre – Hauptstadt des neu gebildeten Teilherzogtums Oberbayern, da Ludwig als Vormund der Söhne Ottos III. von Niederbayern die Teilung Bayerns wieder rückgängig gemacht hatte.

Bereits bei Fertigstellung der ersten Stadtumwallung lag ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bebauung außerhalb der, mit Ausnahme der vier Türme und Tore nicht aus Mauerwerk bestehenden, Befestigung. Dennoch dauerte es bis in die 1350er Jahre bis mit der Stadtvergrößerung begonnen wurde. Eine wichtige Vorarbeit dafür war die Heranführung des Donauhauptarms an die Stadt, die um 1360 abgeschlossen war. Die Stadterweiterung mit dem Bau einer vollständig gemauerten Stadtbefestigung wurde 1362 urkundlich gestattet. Mit dem Bau wurde Mitte der 1360er Jahre im Osten am Donauufer begonnen und Ende des 14. Jahrhunderts wurde der Mauerring an der Donau im Westen geschlossen. Die Arbeiten am Donauufer zogen sich noch bis etwa 1430 hin.

Herzogtum Bayern-Ingolstadt (1392–1447)

Das Neue Schloss, Residenz der Ingolstädter Herzöge
Das Neue Schloss, Residenz der Ingolstädter Herzöge

Hauptartikel: Bayern-Ingolstadt

Noch während am Ausbau Ingolstadts gearbeitet wurde, kam es 1392 zur Teilung Bayerns in die Herzogtümer „Bayern-München“ (unter Johann II.), „Bayern-Landshut“ (unter Friedrich dem Weisen) und „Bayern-Ingolstadt“. Ingolstadt wurde dadurch Haupt- und Residenzstadt eines souveränen Herzogtums unter Stephan III. („Stephan dem Kneißel“).

Der Sohn Stephans III., Ludwig VII. („der Gebartete“), brachte die begonnene Stadterweiterung mit ihren 87 Türmen zum Abschluss und begann die von französischer Architektur inspirierten repräsentativen Bauwerke des „Neuen Schlosses“ und des „Liebfrauenmünsters“. Stephans Tochter Isabeau heiratete den König von Frankreich. Der junge Ludwig VII. hatte ebenfalls seine Ausbildung am Hof von Paris erhalten. Die Zeit des souveränen Ingolstadt ist vor allem von den Auseinandersetzungen mit dem Teilherzogtum Bayern-Landshut geprägt. 1447 fiel Bayern-Ingolstadt schließlich an die Linie Bayern-Landshut. Ludwig VIII. („der Bucklige“), der Sohn Ludwig VII., hatte sich gegen seinen Vater aufgelehnt und ihn an dessen Vetter Heinrich XVI. ausgeliefert, in dessen Kerker der Ältere 1447 starb. Bereits zwei Jahre vorher war der kinderlos gebliebene Ludwig VIII. verstorben.

Universitätsstadt (1472–1800)

Die „Hohe Schule“, das Hauptgebäude der Universität
Die „Hohe Schule“, das Hauptgebäude der Universität
Der Schwedenschimmel
Der Schwedenschimmel
Das Ingolstädter Jesuitenkolleg, Kupferstich von Michael Wening
Das Ingolstädter Jesuitenkolleg, Kupferstich von Michael Wening

Das Ende des souveränen Herzogtums bedeutete für Ingolstadt keinen Bedeutungsverlust, oder wirtschaftlichen Niedergang. Die Landshuter Herzöge führten zahlreiche repräsentative Bauten wie etwa das „Neue Schloss“ fort und 1472 wurde von Herzog Ludwig IX. (dem Reichen) von Niederbayern mit päpstlichem Privileg die erste bayerische Universität gegründet. Die Errichtung der Universität Ingolstadt bedeutete den Zuzug von etwa 600 Universitätsangehörigen und somit eine nicht unbeträchtliche Stärkung der Wirtschaft. Zur Ausbildung geeigneter Studenten wurde 1520 das Pädagogium und 1549 das Jesuitenkolleg Ingolstadt gegründet. Hierin liegt die Grundlage für Ingolstadts Bedeutung als ein Hauptort der Gegenreformation im Zeitalter der Reformation. Zahlreiche Jesuiten und Theologen, darunter vor allem der Ingolstädter Professor Johannes Eck zählten zu den heftigsten Widersachern Martin Luthers. So erschien 1520 in Ingolstadt Ecks „De primatu Petri adversus Ludderum“, eine wichtige Verteidigungsschrift des päpstlichen Primats. Doch die Universität Ingolstadt erlangte nicht nur durch die theologische Fakultät Bekanntheit. Besonders die astronomischen und geographischen Forschungen, etwa von Christoph Scheiner und Peter Apian sind hierbei hervorzuheben. Mit dem Werk „Annales ducum Boiariae“ von Johannes Aventinus hat die bayerische Geschichtsschreibung ihren Ursprung an der Universität Ingolstadt.

Die Festung Ingolstadt um 1573
Die Festung Ingolstadt um 1573
Kupferstich in der „Topographia Germaniae des Matthaeus Merian“ um 1644
Kupferstich in der „Topographia Germaniae des Matthaeus Merian“ um 1644

Neben der Universität war Ingolstadt bereits im 14. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelszentrum insbesondere für Salz geworden. Aber auch der Weinmarkt hatte eine wichtige Rolle, die jedoch im 15. Jahrhundert zugunsten des Bieres abnahm. Der Bierumsatz stieg von 15.000 Hektolitern im 15. Jahrhundert auf mehr als 34.000 hl im Jahr 1546. Dazu beigetragen hat das von Herzog Wilhelm IV. am 23. April 1516 in Ingolstadt deklarierte Bayerische Reinheitsgebot. Es ist das älteste, heute noch gültige Lebensmittelgesetz der Welt. Dieses legt die erlaubten Inhaltsstoffe des Bieres auf Gerste, Hopfen und Wasser fest.

Im Jahr 1537 erhielt Ingolstadt ein weiteres Standbein, indem es zur bayerischen Landesfestung ausgebaut wurde, was mit einer kurzen Unterbrechung 400 Jahre so bleiben sollte. Dieser Umstand brachte der Stadt den Namen „die Schanz“ ein und noch heute nennen sich viele Ingolstädter „Schanzer“. Unter Graf Solms, Herrn zu Münzberg entstand eine Rennaissancefestung mit Bollwerken, wobei die vorhandene mittelalterliche Stadtmauer erhalten blieb. Die Bauphase dauerte bis etwa 1565. Noch bevor die Arbeiten beendet wurden, lagen sich 1546 im Schmalkaldischen Krieg die Truppen des Schmalkaldischen Bundes und die kaiserlichen Truppen Karls V. vor den Stadttoren für zwei Wochen gegenüber. Mit dem Abzug der Schmalkalden hatte die Festung ihre erste Bewährungsprobe bestanden.

Knapp 100 Jahre später belagerte Gustav II. Adolf von Schweden während des Dreißigjährigen Krieges im Frühjahr 1632 die Stadt. Sein Pferd wurde ihm während eines Erkundungsritts förmlich „unter dem Hintern“ weggeschossen und ist heute im Stadtmuseum zu sehen, da es nach dem Abzug der Schweden in die Stadt geholt wurde. Der „Schwedenschimmel“ gilt als ältestes erhaltenes Tierpräparat Europas. Am 30. April 1632 stirbt in den Mauern der Stadt der Heerführer der katholischen Liga, Johann Tserclaes Graf von Tilly, an einer Verwundung. die er sich in der Schlacht bei Rain am Lech zugezogen hatte. Die Tatsache, dass die Festung Ingolstadt von den Schweden nicht erobert werden konnte ist ein wichtiger Faktor für die rasche militärische Erholung Bayerns trotz Eroberung Münchens und der meisten anderen bayerischen Städte. Sie war der erste Misserfolg Gustav Adolfs in seinem Feldzug und war gleichzeitig ein Faktor für den weiteren Ausbau der Festung nach Ende des Krieges zwischen 1654 und 1662. Bereits im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die ausgebaute Festung durch Truppen des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden belagert, jedoch wurde die Belagerung aufgrund des Sieges bei Höchstädt aufgehoben, da die Truppen für die Besetzung Ulms benötigt wurden.

In dieser Zeit Anfang und Mitte des 18. Jahrhunderts wurde an der Universität Ingolstadt vor allem die medizinische Fakultät aufgebaut und erlangte europaweite Bedeutung. Im Umfeld der Universität wurde am 1. Mai 1776 in Ingolstadt der Illuminatenorden durch Adam Weishaupt gegründet.

Bereits 1773 wurde nach der Auflösung des Jesuitenordens das Jesuitenkolleg Ingolstadt geschlossen. Mit dem Einzug der französischen Revolutionsarmee im Juli 1799 in Ingolstadt verlor die Stadt mit der Festung und der Universität ihre beiden wichtigsten Standbeine. Ende 1799 wurde die Festung von den Franzosen geschleift und ein Jahr darauf wurde die Universität nach Landshut verlegt und gelangte von dort schließlich 1826 nach München, wo sie heute als Ludwig-Maximilians-Universität bekannt ist. → siehe auch: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Festungsstadt (1806–1938)

Die „Batterie 94“, eines der zahlreichen Überreste der klassizistischen Festung
Die „Batterie 94“, eines der zahlreichen Überreste der klassizistischen Festung
Das „Fort Prinz Karl“ der Festung Ingolstadt, das im 1. Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager genutzt wurde.
Das „Fort Prinz Karl“ der Festung Ingolstadt, das im 1. Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager genutzt wurde.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung für die Stadt waren enorm. Die Einwohnerzahl halbierte sich nahezu und ein Großteil der Kaufkraft in Form der Professoren und Offiziere verließ Ingolstadt. Obgleich Ingolstadt 1803 einen Polizeikommissär erhielt und damit unmittelbar der Regierung unterstand, was später als kreisfreie Stadt bezeichnet werden sollte, wechselte Ingolstadt die Kreiszugehörigkeit und gehörte zunächst zum Oberdonaukreis, später zum Regenkreis und nach Auflösung der alten Kreise schließlich zu Oberbayern.

Bereits wenige Jahre nach Schleifung der Festung Ingolstadt gab es Überlegungen bezüglich einer Neuerrichtung. Die Entscheidung fiel bereits 1806, jedoch begannen die Arbeiten erst 1828, nachdem die durch die napoleonischen Kriege belasteten Staatsfinanzen es erlaubten. Der Bau der „Königlich Bayerischen Hauptlandesfestung“ war das größte und teuerste Bauprojekt unter König Ludwig I. und beschäftigte bis 1848 gut 5000 Bauarbeiter. Die Festung der Bayerischen Armee bestand aus fünf Fronten und sechs Kavalieren. Schließlich sollte die Festung gut 12.000 Soldaten beherbergen. Dies hatte zur Folge, dass beispielsweise 1861 nur 7193 zivile Einwohner 12.750 uniformierten Einwohnern gegenüberstanden. Dementsprechend hoch war das Mitspracherecht des Militärs bei der städtebaulichen Entwicklung. Jegliche Bebauung im Bereich der Festung musste bewilligt werden und hemmte die wirtschaftliche Entwicklung. Jedoch bedeute der Ausbau zur Festung gleichzeitig den Ausbau der Infrastruktur in Form einer Eisenbahnverbindung und schließlich eine zaghafte Industrialisierung vor allem durch Rüstungsbetriebe, wie der „Königlich Bayerischen Geschützgießerei“.

Während des Ersten Weltkriegs wuchs die Zahl der Soldaten auf über 40.000 an, zudem wurden die Festungsbauten als Kriegsgefangenenlager genutzt und drei Lazarette in der Stadt eingerichtet. Dies hatte eine starke Lebensmittelknappheit zur Folge. Im November 1918 wurde in Ingolstadt, wie in München von Kurt Eisner durch einen Arbeiter- und Soldatenrat vom Balkon des Rathauses kurzfristig eine Räterepublik ausgerufen. Mit den Bedingungen des Friedensvertrags von Versailles und der Reduzierung der deutschen Armee und der Rüstungsbeschränkungen stellten die Rüstungsunternehmen in Ingolstadt ihre Produktion um. Besonders Erfolg versprechend schien die Herstellung von Spinnereimaschinen durch die „Deutsche Spinnereimaschinenbau AG Ingolstadt“ (Despag), jedoch führte die Weltwirtschaftskrise 1929 zu einer Reduzierung der Belegschaft von 2.500 auf 500 Arbeiter.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten vollzog sich in Ingolstadt am 27. April 1933, als der neu gebildete Stadtrat zwei NSDAP-Mitglieder zum zweiten und dritten Bürgermeister wählte. Der seit 1930 amtierende Oberbürgermeister Josef Listl blieb bis 1945 im Amt. Bis Ende Juni legten die Stadtratsmitglieder der SPD und der BVP ihre Mandate nieder. Nationalsozialistische Übergriffe richteten sich in den ersten Monaten vor allem gegen kommunistische Politiker und Mitglieder der KPD, die überwiegend in den Arbeitersiedlungen im Osten der Stadt wohnten. Ebenfalls verwüstet wurde das Gewerkschaftshaus. Mehr als 50 Personen wurden in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Bis zu den Novemberpogromen sank die Zahl der jüdischen Personen durch Repressalien und Boykotte in Ingolstadt von 84 auf 46. Am Morgen des 10. November 1938 mussten die letzten jüdischen Ingolstädter die Stadt innerhalb einer Frist von einer Stunde verlassen. Bereits 1937 hob Adolf Hitler den Status Ingolstadts als Festung auf, womit die 400-jährige Geschichte als Festungsstadt noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs endete.

Wirtschaftsstadt (seit 1945)

Mit dem Ende der Festung konnte die Stadt noch in den 1930er Jahren expandieren und es entstanden besonders im Süden und Osten Ingolstadts zahlreiche neue Siedlungen zwischen den Festungsgürteln. 1938 wurde zudem die Autobahn bei Ingolstadt fertig gestellt. Obwohl Ingolstadt noch Garnisonsstadt und Standort zahlreicher Rüstungsbetriebe war, blieb die Stadt im Zweiten Weltkrieg bis Anfang 1945 von Bombenangriffen verschont. Erst ab Januar 1945 wird Ingolstadt mehrmals Ziel alliierter Luftangriffe. Schwer getroffen wurden insbesondere die südliche und östliche Innenstadt sowie der Bereich des Hauptbahnhofes. Zum Opfer fielen unter anderem das Stadttheater, der Salzstadel, die Sankt-Anton-Kirche und das Gouvernementsgebäude. Der vermeintlich schlimmste Verlust ist die Vernichtung der barocken Augustinerkirche von Johann Michael Fischer. Bei ihrer Zerstörung fanden über 100 Menschen, die in ihr Schutz suchten, den Tod. Aber auch viele Wohn- und Bürgerhäuser fielen den Angriffen zum Opfer, was zu einer Verknappung des Wohnraums führte. Bei Kriegsende wurde Ingolstadt nach der Kapitulation des Stadtkommandanten am 26. April 1945 von den Amerikanern kampflos besetzt. Zuletzt wurden von den abrückenden Einheiten der Schutzstaffel noch die Donaubrücken gesprengt.

US-Aufkläreraufnahme des Bereichs um den Hauptbahnhof am 11. April 1945
US-Aufkläreraufnahme des Bereichs um den Hauptbahnhof am 11. April 1945

Die Ankunft von etwa 5.000 Flüchtlingen und Vertriebenen führte zu einer weiteren Verknappung des Wohnraums, was mit der Verwendung der Festungsbauten als Unterkünfte nur in Ansätzen gelöst werden konnte. Nach Würzburg und Regensburg hatte Ingolstadt die dichteste Wohnraumbelegung im Bayern der Nachkriegszeit. Dennoch lagen hierin wichtige Faktoren für den Wiederaufbau. Mit dem beginnenden Wohnungsbau, vor allem durch die „Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft“, wurden die Räumlichkeiten in den Kasernen und Festungsbauten frei und dienten zahlreichen Unternehmen als Ersatz für zerstörte Produktionsstätten. Noch 1945 wurde von der „Auto Union AG“ in der Stadt ein Ersatzteillager gegründet und nach der Einrichtung von Fabrikationsanlagen in der Friedenskaserne lief 1949 mit dem DKW-Schnelllaster die Automobilherstellung in Ingolstadt an. 1950 folgte die „Schubert & Salzer Maschinenfabrik AG“, die bereits 1938 Mehrheitseigner der „Despag“ geworden war.

Während in den 1950er und 1960er Jahren in der Innenstadt zahlreiche Gebäude, darunter das Neue Rathaus, entstanden, die sich nicht in die historisch gewachsene Altstadt einfügten, wandelte sich diese Einstellung in den 1970er Jahren. Beispielsweise entstand das neue Klinikum Ingolstadt im Stadtteil Friedrichshofen und die Häuser in der Ludwigstraße wurden, wie zahlreiche andere historische Bauten, renoviert. Bei der Gebiets- beziehungsweise Kreisreform im Jahr 1972 wird der Landkreis Ingolstadt aufgelöst. Die Stadt selbst bleibt kreisfrei und wird durch Eingemeindungen erheblich vergrößert. 1989 wurde Ingolstadt wieder Universitätsstadt und im selben Jahr zur Großstadt erhoben. 1992 wurde in Ingolstadt die Landesgartenschau veranstaltet, die im Vorfeld zur Entstehung des „Klenzeparks“ und zur Renovierung der Festungsanlagen am Brückenkopf führte. 2006 feierte Ingolstadt das 1200-jährige Stadtjubiläum.

Eingemeindungen

Eingemeindungen zwischen 1962 und 1972
Eingemeindungen zwischen 1962 und 1972

Durch die starke Bevölkerungszunahme von 57 % zwischen 1945 und 1960 war Anfang der 1960er Jahre nahezu das gesamte Gebiet der Stadt Ingolstadt bebaut und es gab kaum mehr Flächen zur Expansion. Zuvor wurde 1813 das Stadtgebiet durch die Ausgliederung der Audörfer südlich der Donau in den Landkreises Ingolstadt erheblich verkleinert. Um das weitere Wachstum der Stadt zu ermöglichen, wurden ab 1962 zunächst die Audörfer und später weitere Gebiete eingemeindet. Der größte Gebietszuwachs ergab sich nach der Auflösung des Landkreises Ingolstadt am 1. Juli 1972 im Rahmen der Gebietsreform in Bayern.

Folgende ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen wurden zwischen 1962 und 1972 in die Stadt Ingolstadt eingegliedert:

Datum Orte Zuwachs in ha
1. Januar 1962 Unsernherrn mit den Gemeindeteilen Einbogen, Haunwöhr, Hennenbühl, Hundszell, Kothau, Niederfeld, Ringsee, Rothenturm und Schmalzbuckel (diese Orte gehörten schon bis 1813 zu Ingolstadt) 1.090
1. Januar 1968 Teilstück der Gemeinde Mailing 75
1. Juli 1969 Friedrichshofen 81
1. Juli 1972 Brunnenreuth mit den Gemeindeteilen Oberbrunnenreuth,
Unterbrunnenreuth und Spitalhof
275
1. Juli 1972 Dünzlau 481
1. Juli 1972 Etting 870
1. Juli 1972 Gerolfing 2.387
1. Juli 1972 Hagau 492
1. Juli 1972 Irgertsheim 600
1. Juli 1972 Mailing mit Feldkirchen 812
1. Juli 1972 Mühlhausen 249
1. Juli 1972 Oberhaunstadt mit Unterhaunstadt 553
1. Juli 1972 Pettenhofen 379
1. Juli 1972 Zuchering mit den Gemeindeteilen Winden und Seehof 1.293
  Gesamt:  9.637

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Ingolstadt

Bevölkerungsentwicklung zwischen 1785 und 2005
Bevölkerungsentwicklung zwischen 1785 und 2005[5]

Seit dem Mittelalter und am Anfang der Neuzeit gab es in Ingolstadt nur ein langsames Bevölkerungswachstum, das immer wieder durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte unterbrochen wurde. Bevölkerungszuwächse ergaben sich vor allem nach der Stadtvergrößerung im 14. Jahrhundert und die Gründung der Universität Ingolstadt. Der Rückgang der Einwohnerzahl zwischen 1762 und 1803 von 8000 auf 4800 Personen ist auf die Auflösung des Jesuitenordens 1773, die Verlegung der Universität nach Landshut 1800 und die Schleifung der Festung und Audörfer durch die napoleonischen Truppen während der Besetzung der Stadt 1800/1801 zurückzuführen.

Mit Beginn der Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts beschleunigte sich das Wachstum der Bevölkerung langsam. Doch gerade der Ausbau Ingolstadts zur königlich-bayerischen Hauptlandesfestung, der zunächst ein starkes Wachstum mit sich brachte wirkte sich später hemmend aus, da jede Bautätigkeit im Umkreis der Stadt vom Militär bewilligt werden musste. Erst nach Aufhebung des Festungsstatus 1938 und der Vergrößerung des Stadtgebiets nach 1962 konnte sich die Stadt ungehindert entwickeln.

1914 hatte Ingolstadt 25.000 Einwohner, bis 1959 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000. Die Grenze von 100.000 Einwohnern überschritt die Stadt 1989 und ist damit Bayerns und Deutschlands jüngste Großstadt. Ende Dezember 2006 lebten in Ingolstadt nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 122.167 Menschen mit Hauptwohnsitz – historischer Höchststand. Ingolstadt ist damit nach Regensburg die zweitgrößte deutsche Stadt an der Donau und gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten in Deutschland.

Demografie

Die Bevölkerung Ingolstadts ist im Vergleich mit den übrigen bayerischen Großstädten die Jüngste. So hat sie mit 18,1 % den höchsten Anteil an unter 18-jährigen und gleichzeitig mit 18,0 % nach München (17,4 %) und Fürth (17,9 %) den drittniedrigsten Anteil an über 65-jährigen. Zudem leben in Ingolstadt etwas mehr Frauen als Männer. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung liegt bei 50,6 %, der der männlichen Bevölkerung entsprechend bei 49,4 %. Seit gut 20 Jahren (mit Ausnahme des Jahres 2005) zeigt die natürliche Bevölkerungsbewegung eine positive Tendenz. Das bedeutet, dass die Anzahl der Sterbefälle niedriger ist als die der Geburten. Dieser Umstand erklärt zum Teil das starke Einwohnerwachstum Ingolstadts. Hinzu kommt, dass Ingolstadt in den vergangenen sieben Jahren einen Wanderungsüberschuss von ungefähr 1000 Personen pro Jahr verzeichnen konnte. Von den Zuwanderern stellen die 18 bis 25-jährigen mit gut 40 % gefolgt von den 25 bis 30-jährigen mit etwa 20 % den größten Anteil. Auch bei den Zuwanderern der letzten Jahre ergibt sich ein Frauenüberschuss.

Der Ausländeranteil an der Ingolstädter Bevölkerung lag 2005 bei 12,7 %, davon wiederum kommen 26,6 % aus den EU-Mitgliedstaaten. Die größte Gruppe der ausländischen Einwohner bilden die Türken mit 5273 Personen, gefolgt von den 3442 Angehörigen der Staaten des ehemaligen Jugoslawiens und 678 italienischen Staatsangehörigen. Zwischen den Stadtbezirken gibt es große Unterschiede beim Anteil der ausländischen Bevölkerung. So leben in den Stadtbezirken Süd und West unter 5 % ausländische Bürger, während es in den Bezirken Nordost und Nordwest über 20 % sind. Insgesamt liegt der Anteil von Personen ohne die deutsche Staatsangehörigkeit zum Teil deutlich niedriger als in den übrigen bayerischen Großstädten.

Religionen

Die Moritzkirche Ingolstadt, das älteste Gotteshaus der Stadt
Die Moritzkirche Ingolstadt, das älteste Gotteshaus der Stadt
Die Matthäuskirche, die erste evangelische Kirche Ingolstadts
Die Matthäuskirche, die erste evangelische Kirche Ingolstadts
Das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Ingolstadt
Das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Ingolstadt

Christentum

Ingolstadt gehörte von Anfang an zum Bistum Eichstätt, das 741 errichtet wurde und zum Erzbistum Mainz gehörte. Politisch gehörte die Stadt zum Herzogtum Bayern, das über die Jahrhunderte hinweg katholisch blieb. Ältestes, heute noch erhaltenes Gotteshaus ist die 1234 errichtete „Moritzkirche“, die anstelle einer älteren Kirche entstand.

Zur Zeit der Glaubensspaltung wurde Ingolstadt mit dem Einzug der Jesuiten zu einem Bollwerk des Katholizismus, wobei Reformatorische Bestrebungen in der Stadt unterdrückt wurden. Durch die politischen Veränderungen zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Bistum Eichstätt 1817/21 der neuen Kirchenprovinz Bamberg zugeordnet, zu der es bis heute gehört. Die Pfarrgemeinden der Stadt sind Teil des Dekanats Ingolstadt, des südlichsten Dekanats des Bistums Eichstätt. Nur Zuchering mit den Pfarreifilialen in Hagau und Winden gehört zum Dekanat Pfaffenhofen des Bistums Augsburg, was durch die alte Diözesangrenze an der Sandrach (ehemals südlicher Hauptlauf der Donau) zu erklären ist. Die 64.425 Katholiken (Stand 2006) in Ingolstadt stellen mit 52,6 % die größte Glaubensgemeinschaft dar und verteilen sich auf 18 Gemeinden. Zudem befinden sich mit dem „Gnadenthalkloster“ und dem „Kloster Ingolstadt“ zwei Franziskanerklöster in der Stadt.

Zu Anfang des 19. Jahrhunderts zogen die ersten Protestanten in die Stadt. Im Jahre 1824 erhielten die Gemeindeglieder ihren ersten evangelischen Pfarrer und konnten mit „St. Matthäus“ ihre erste Kirche errichten. Die neue Gemeinde gehörte zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Innerhalb dieser Landeskirche wurde Ingolstadt 1935 Sitz eines Dekanats, zu dem heute alle evangelischen Kirchengemeinden gehören. Das Dekanat Ingolstadt ist Teil des Kirchenkreises Regensburg. Die Protestanten stellen heute mit 22.997 Personen beziehungsweise 18,8 % die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in Ingolstadt dar, wobei ihr prozentualer Anteil in den traditionell evangelischen Stadtteilen Friedrichshofen und Brunnenreuth nach wie vor am Höchsten ist.

Auch die orthodoxen Christen, darunter die russisch-orthodoxe sowie die griechisch-orthodoxe Kirche unterhalten in Ingolstadt Gotteshäuser.

In der Stadt wirken darüber hinaus eine Reihe von Freikirchen, darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Freie evangelische Gemeinde (FeG), die Mennonitengemeinde und die Siebenten-Tags-Adventisten (STA). In Ingolstadt ist eine Gemeinde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ansässig.

Judentum

In Ingolstadt bestand im Mittelalter eine jüdische Gemeinde, die bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts schriftlich erwähnt wird.[6] Das jüdische Wohngebiet mit Synagoge befand sich im Süden der Altstadt im Bereich der heutigen Schutter- und Spitalstraße. Judenverfolgungen gab es in Ingolstadt in den Jahren 1348 und 1450, wobei sich zwischen den Vertreibungen wieder mehrere jüdische Familien in der Stadt ansiedelten. Nach der Vertreibung von 1450 erhielten jüdische Personen erst ab 1861 wieder das Recht, sich in Ingolstadt niederzulassen. Bis 1933 stieg die Zahl der Gemeindemitglieder auf 100 und es entstand in einem Hinterhof an der Theresienstraße erneut ein Synagoge. Durch die Repressalien in der Zeit des Nationalsozialismus und insbesondere das Novemberpogrom 1938 verließen alle Angehörigen der jüdischen Gemeinde die Stadt oder wurden vertrieben. Nach 1945 kehrten nur wenige der jüdischen Ingolstädter zurück und die wieder eröffnete Synagoge musste 1952 geschlossen werden. 1968 lebten 16 jüdische Personen in Ingolstadt. An die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus erinnern die im Stadtgebiet und vor allem im Luitpoldpark aufgestellten blauen Stelen.

Islam

In Ingolstadt leben etwa 6000 Muslime (knapp 5 %), meist türkischer und bosnischer Herkunft. Die verschiedenen islamischen Gemeinden unterhalten Gebetsräume und Moscheen, darunter einen markanten Neubau an der Hindenburgstraße. In einem Abschnitt des Südfriedhofs befindet sich überdies ein muslimischer Friedhof. Am Sonntag den 18. Mai 2008 wurde in Ingolstadt die größte Moschee in Bayern eingeweiht.[7]

Politik

Neues Rathaus
Neues Rathaus

An der Spitze der Stadt stand anfangs der „Rat“, der erstmals für das Jahr 1309 bezeugt ist. Dieser Stadtrat bestand aus zwei Kammern, dem „Inneren Rat“, der eigentlichen obrigkeitlichen Stadtverwaltung und dem „Äußeren Rat“, der als beratendes und kontrollierendes Organ fungierte und von den Bürgern der Stadt gewählt wurde. Seit 1407 ist erstmals ein Bürgermeister nachweisbar, der aus den Reihen des Inneren Rats kam.

Das Amt des Bürgermeisters wechselte halbjährlich, später vierteljährlich. Nach 1447 leitete ein landesherrlicher Beamter als Pfleger die Stadt. Ab 1803 wurde in Ingolstadt nach und nach die Magistratsverfassung eingeführt, wobei der Magistrat ab 1818 von den Gemeindebevollmächtigten gewählt wurde. An der Spitze des Magistrats stand ein Bürgermeister. Teilweise wurden den Bürgermeistern der Titel Oberbürgermeister verliehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen nahezu alle Bürgermeister diesen Titel.

Bürgermeister

Der Oberbürgermeister und der Stadtrat werden für eine Legislaturperiode von sechs Jahren gewählt. Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt ist seit dem Jahr 2002 Dr. Alfred Lehmann von der CSU. Er ist Nachfolger von Peter Schnell (ebenfalls CSU), der die Geschicke der Stadt 30 Jahre lang lenkte und am Ende seiner Amtszeit dienstältester Oberbürgermeister einer Großstadt war. Zweiter Bürgermeister, ebenfalls seit 2002 ist Albert Wittmann (CSU), dritter Bürgermeister seit 2008 Sepp Mißlbeck (FW). Für die Liste aller Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt siehe: Liste der Oberbürgermeister von Ingolstadt.

Stadtrat

Die Sitzverteilung im Stadtrat Ingolstadt nach Parteien
Die Sitzverteilung im Stadtrat Ingolstadt nach Parteien

Der Stadtrat setzt sich aus 50 gewählten Mitgliedern, den vier Ortssprechern der Stadtteile Dünzlau, Mühlhausen, Hagau und Brunnenreuth und dem Oberbürgermeister zusammen. Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 zogen in den Stadtrat ein [8]:

– die Christlich-Soziale Union (CSU) mit 23 Sitzen,
– die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) mit zehn Sitzen,
– die Freien Wähler (FW) mit acht Sitzen,
– Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE) mit drei Sitzen
– die Ökologisch Demokratische Partei (ödp) mit zwei Sitzen,
– DIE LINKE (Die Linke) mit zwei Sitzen,
– die Freie Demokratische Partei (FDP) mit einem Sitz,
– Die Republikaner (REP) mit einem Sitz.

Bei der Kommunalwahl 2008 gab es erstmals in Ingolstadt eine Listenverbindung aus SPD, Freien Wählern, den Grünen und der ödp. Wegen der fehlenden 5 %-Hürde konnten kleine Parteien ebenfalls Mandate erringen. Fraktionen bilden nur die CSU, die SPD, die Freien Wähler und Die Grünen. Neben dem Stadtrat existieren noch 62 Gremien der Stadt mit verschiedenen Aufgabenbereichen. Die nächsten Wahlen zum Stadtrat werden im März 2014 abgehalten.

Bundestagsabgeordnete

Ingolstadt befindet sich im „Wahlkreis 218 Ingolstadt“, dem daneben noch der Landkreis Eichstätt angehört.

Bei der Wahl zum 16. Deutschen Bundestag wurde Horst Seehofer von der CSU mit 65,9 % der Stimmen direkt gewählt und anschließend als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in das Bundeskabinett berufen. Über die Landesliste zog außerdem Eva Bulling-Schröter für die Die Linke in den Bundestag ein. Wahlberechtigt im Wahlkreis 218 waren im Jahr 2005 245.899 Personen, wobei die Wahlbeteiligung bei 76,2 % lag. [9]

Wappen

Die Flagge Ingolstadts
Die Flagge Ingolstadts

Das Wappen der Stadt Ingolstadt zeigt einen rot bewehrten, feuerspeienden blauen Panther auf silbernem Grund.

Die ersten Siegel der Stadt zeigten den Heiligen Mauritius als Schutzpatron der Moritzkirche, der Hauptkirche der Stadt. Die Wahl des Schutzheiligen geht auf die seit dem 9. Jahrhundert bestehende Verbindung Ingolstadts mit dem Kloster Niederaltaich, einem dem Heiligen Moritz geweihtes Benediktinerkloster, zurück. Ab 1314 stützt sich der Schutzpatron auf einen Schild mit einem Fabelwesen, einem damals als Panthier bezeichneten, feuerspeienden Drachen. Als volksetymologische Erklärung wurde aus „Panthier“ im Laufe der Jahrhunderte der Panther. Ab etwa 1340 wird der Schild mit dem Panther als alleiniges Siegel verwendet und findet sich überdies auf Münzen sowie dem „Kreuztor“. Die Herkunft des Wesens ist nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Es wird mehrheitlich angenommen, dass sich der Panther von den spanheimischen Pfalzgrafen von Ortenburg herleitet, der seit 1260 Nebenwappen der Wittelsbacher war und der sich ebenfalls im bayerischen Staatswappen findet. Eine weitere, eher legendäre Möglichkeit ist die Verleihung des Wappens durch Ludwig den Bayern im Jahre 1313, mit der er die Tapferkeit der Ingolstädter in der Schlacht von Gammelsdorf honorieren wollte.

Die Stadtflagge von Ingolstadt hat vier gleich breite, horizontale Streifen in den Farben weiß-blau-weiß-blau und ein Seitenverhältnis von 3:5. Im Zentrum zeigt sie das Stadtwappen auf weißem statt silbernem Grund. Bei der Bannerflagge verlaufen die vier Streifen vertikal und das Seitenverhältnis beträgt 5:2.

Städtepartnerschaften

Die Städtepartnerschaften der Stadt Ingolstadt.[10]
Italien Carrara (Italien), seit 2. Juni 1962
Vereinigtes Königreich Kirkcaldy (Vereinigtes Königreich), seit 3. September 1962
Frankreich Grasse (Frankreich), seit 7. Mai 1963
Slowenien Murska Sobota (Slowenien), seit 30. März 1979
Russland Moskau (Zentralbezirk) (Russland), seit 8. November 1995
Türkei Manisa (Türkei), seit 30. November 1998
Serbien Kragujevac (Serbien), seit 3. Juli 2003
Polen Oppeln (Polen), seit 4. November 2005
Provence-Haus im Klenzepark
Provence-Haus im Klenzepark

Wie bei allen anderen deutschen Städten beginnt die Geschichte der Ingolstädter Städtepartnerschaften nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Britische Generalkonsulat in München mit dem Wunsch zum Aufbau einer freundschaftlichen Beziehung zu einer britischen Stadt an bayerische Städte herantrat. Nachdem bereits mehrere