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| Führung | |||
|---|---|---|---|
| Oberbefehlshaber: | Premierminister Ehud Olmert | ||
| Verteidigungsminister: | Ehud Barak | ||
| Militärischer Befehlshaber: | Chef des Generalstabes (Gabi Aschkenasi) | ||
| Militärische Führung: | Generalstab | ||
| Militärische Stärke | |||
| Aktive Soldaten: | 168.000 | ||
| Reservisten: | 408.000 | ||
| Wehrpflicht: | Frauen 21 Monate/Männer drei Jahre[1] | ||
| Wehrtaugliche Bevölkerung: | Insgesamt (Männer und Frauen; Alter 17–49): 2.468.296 (2005; Schätzung)[2] | ||
| Wehrtauglichkeitsalter: | Vollendetes 17. Lebensjahr[2] | ||
| Haushalt | |||
| Militärbudget: | 9,4 Milliarden US-Dollar (2005; Schätzung)[3] | ||
| Anteil am BNE: | 7,3 % (2006)[2] | ||
| Geschichte | |||
| Gründung: | 31. Mai 1948 | ||
Die Israelischen Streitkräfte (hebräisch צבא ההגנה לישראל,
Tzwa haHagana leJisra'el ?/i, Kurzfassung der offiziellen hebr. Bezeichnung: Tzahal, auch Zahal oder Tsahal geschrieben, hebräisch צה"ל, zu dt.: Israelische Verteidigungsstreitkräfte; engl.: Israel Defense Forces, IDF) sind das Militär Israels. In ihren drei Teilstreitkräften dienen ungefähr 168.000 Männer und Frauen[4], zusätzlich stehen ihnen 445.000 Reservisten zur Verfügung.[1] Die Streitkräfte Israels gelten allgemein als die schlagkräftigsten des Nahen Ostens.
Zur Vorgeschichte siehe den Hauptartikel Geschichte der jüdischen Streitkräfte in Palästina
Die israelischen Streitkräfte wurden am 31. Mai 1948 gegründet und gingen aus Untergrundorganisationen im Jischuw, der jüdischen Gemeinschaft in Palästina vor Gründung des Staates Israel, hervor. Die größten Gründungskontingente stammten insbesondere aus der Hagana und dem Palmach, die gegen die britische Mandatsmacht in Palästina kämpften. Auch die paramilitärischen Teile des mit der Hagana rivalisierenden Irgun und Lechi wurden in die Armee eingegliedert.
Die Gründung fand in den Wirren des seit 1947 schwelenden Arabisch-Israelischen Krieges statt, als die konkurrierenden jüdischen Organisationen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit für das gemeinsame zionistische Anliegen erkannten. Zu diesem Zeitpunkt waren die auf dem Papier technisch und organisatorisch weit überlegenen Armeen Transjordaniens, des Irak, des Libanon, Ägyptens und Syriens als Reaktion auf die Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948 eingefallen. In der Gründungsphase hatte die israelische Armee folgende Stärke[5]:
Dem Hauptquartier waren Artillerie, Pioniere und Luftwaffe direkt unterstellt. Die 1. bis 6. Brigade zählten zum Hel Sadeh, einer Art Territorialheer aus Teilzeitsoldaten mit Kommandeuren aus den Reihen von Palmach. Die 7. bis 9. Brigade war unmittelbar aus Palmach hervor gegangen und bildeten die Kerntruppen, zählten zusammen aber gerade einmal 3100 Mann. [6]Die Panzer-Brigade, von deren beiden Bataillone das eine (das 82.) gerade einmal zwei Kompanien stark war, besass als Anfangsbestand zwei gestohlene Cromwell-Panzer [7]. Zu diesen rund 25.000 Mann kam noch einmal die gleiche Zahl an Angehörigen der Hel Mishmar (Heimwehr), doch für alle standen zu Beginn des Krieges gerade einmal 10.000 Gewehre, 400 leichte und 180 mittlere Maschinengewehre sowie eine Handvoll Revolver und Maschinenpistolen zur Verfügung. An Artillerie konnte Israel neben 763 Granatwerfern nur zwei 65mm-Kanonen aus dem 19. Jahrhundert mit wenig Munition ins Feld stellen [8].
Mit Waffenlieferungen aus der Sowjetunion[9] und insbesondere der Tschechoslowakei [10] sowie jüdischen und nichtjüdischen Freiwilligen aus fast der ganzen Welt (wie z.B. David Marcus) gelang es den israelischen Streitkräften, den arabischen Armeen Einhalt zu Gebieten und Stück für Stück die Offensive zu übergehen. Der Krieg endete zwar mit dem militärischen Sieg Israels, dass fortan innerhalb der sogenannten "Grünen Linie" existierte. Statt eines Friedensvertrages wurde aber 1949 nur ein Waffenstillstand geschlossen, da die Kriegsgegner Israel die staatliche Anerkennung veweigerten.
In den Folgejahren kam es zu unzähligen Grenzscharmützeln und palästinensischen Infiltrationsversuchen, durch die zwischen 1951 und 1953 jährlich 150−160 Israelis ums Leben kamen. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte die Gewalt am 12. Oktober 1953, als eine israelische Mutter mit ihren zwei Kindern von palästinensischen Kämpfern erschossen wurde. Premierminister David Ben-Gurion und Verteidigungsminister Pinchas Lawon erteilten daher den Auftrag zu einem Vergeltungsschlag, der von Ariel Sharons Einheit 101 und anderen Truppen im westjordanischen Dorf Qibya nahe der Grenze zu Israel ausgeführt wurde. Bei diesem Angriff ging die Einheit 101 derart brutal und unverhältnismäßig vor, dass die Operation international als Massaker eingestuft wurde und die Truppe deshalb später aufgelöst wurde.
Hauptartikel siehe Sueskrise
Während die Spannungen mit den östlichen arabischen Nachbarn in den 1950ern nachließen, beschritt die neue ägyptische Regierung unter Oberst Gamal Abdel Nasser ab 1954 einen konfrontativen Kurs in der Außenpolitik, der sich nicht nur gegen Israel, sondern auch gegen den Westen richtete. Im Zuge dieser Politik nahm Ägypten Grenzkonflikte mit Israel in Kauf, indem es von seinem Territorium agierende Fedajin duldete und teilweise auch unterstützte. Frankreich kämpfte im Algerienkrieg, während Ägypten seine Gegner belieferte, und Großbritannien bangte um Einflussmöglichkeiten bezüglich Suezkanal und Assuan-Staudamm. Im Laufe des Jahres 1955 verstärkten sie ihre Zusammenarbeit mit Israel und lieferten Waffen dorthin. Als die israelischen Streitkräfte mit einer Invasion der Sinai-Halbinsel die Grenzverletzungen zu beenden suchten, traten Briten und Franzosen, wie zuvor vereinbart, durch eine eigene Invasion der Region um den Suezkanal als „Friedensmächte" auf, aber mit dem eigentlichen Ziel der Wiedergewinnung der Kontrolle über den Suezkanal. Als die Vereinigten Staaten jedoch ihre Unterstützung ausdrücklich versagten, da sie eine mögliche Eskalation zu einem Krieg mit der Sowjetunion befürchteten, der dann sogar die atomare Schwelle erreichen könne, geriet das Unternehmen zu einer Blamage für die beiden vermeintlichen Großmächte Frankreich und Großbritannien. Sie mussten einsehen, dass sie nur noch Mittelmächte waren und ein eigenständiges, mit den USA unabgestimmtes militärisches Vorgehen, in Zukunft keine Option mehr sein konnte. Israel erlitt zwar keinen direkten Nachteil, musste sich nun aber mit einem politisch-moralisch gestärkten Nasser auseinandersetzen, der in der arabischen Welt immer mehr an Popularität gewann.
Eine entscheidende Auseinandersetzung der israelischen Streitkräfte mit deren Nachbarn stellte der Sechstagekrieg im Jahre 1967 dar. Anlässlich einer Feier zur Unabhängigkeit Israels remilitarisierte Ägypten die Sinai-Halbinsel. Im Zuge dieser Maßnahmen zogen die Vereinten Nationen auf Anfrage des ägyptischen Präsidenten Nasser ohne Rücksprache mit Israel ihre UNEF-Truppe aus dem Gebiet ab. Die bereits vorhandenen diplomatischen Spannungen eskalierten endgültig, als Ägypten die Straße von Tiran sperrte, was Israel wiederholt als Kriegsgrund bezeichnet hatte. Bereits im Vorfeld hatte Ägypten Allianzen mit den israelischen Nachbarstaaten Syrien und Jordanien geschlossen und mit der Vernichtung Israel gedroht. Da der israelischen Führung bewusst war, dass sie der gemeinsamen Übermacht der drei arabischen Staaten trotz deren Schwächen nicht würden standhalten können, entschloss sie sich zu einem militärischen Präventivschlag, der angesichts der akuten Bedrohung des Landes nachträglich vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen legitimiert wurde. Mit einem Überraschungsangriff zerstörten israelische Tiefflieger fast alle Konzentrationen der ägyptischen Luftstreitkräfte und damit das strategische Kernstück der ägyptischen Streitkräfte, sodass diese die militärische Initiative nicht mehr an sich reißen konnten. Trotz starken Widerstands gelang es israelischen Bodentruppen mit starker Luftunterstützung die ägyptische Bedrohung schließlich zu neutralisieren. Währenddessen hatten die Luftstreitkräfte Israels auch ihrem jordanischen Gegenstück schwer zugesetzt. Das israelische Heer besiegte die syrischen Bodentruppen bei einem riskanten und umstrittenen Angriff auf die strategisch wichtigen Golanhöhen. Die jordanische Armee befand sich in einem eher durchwachsenen Zustand und beschränkte sich daher auf Artilleriebschuss israelischen Territoriums vom Westjordanland aus. Dem israelischen Angriff, dem auch die Eroberung Ost-Jerusalems mit der symbolisch bedeutenden Altstadt und der Klagemauer gelang, hatte sie kaum etwas entgegenzusetzen.
Im Jahre 1968 erlitten die israelischen Streitkräfte ihre erste psychologisch bedeutende Niederlage. Als Reaktion auf einen Überfall der bewaffneten palästinensischen Gruppe Fatah griffen sie deren Hauptquartier in Karame an. Zwar überwogen die palästinensischen Verluste bei dem Scharmützel deutlich, allerdings verlor Israel vier Panzer.
Im Abnutzungskrieg, der von 1969 bis 1970 andauerte, versuchte das militärisch wiedererstarkte Ägypten, den Verlust der Sinai-Halbinsel aus dem Sechstagekrieg gewaltsam rückgängig zu machen. Auf die im Vergleich geringen israelischen Personalreserven abzielend, ließ Nasser die israelischen Frontstellungen östlich des Suezkanals von ägyptischem Territorium aus über Monate hinweg beschießen, manchmal auch intensiv. Israel zerstörte als Reaktion immer wieder wichtige Versorgungs- und Luftabwehrposten, während sein Interesse an der Beendigung der aufreibenden ägyptischen Strategie wuchs. Als die Sowjetunion zunehmend in den Konflikt direkt eingriff, befürchteten die Vereinigten Staaten eine Eskalation und zwangen die beiden Parteien daher zu Verhandlungen, deren Ergebnis ein Waffenstillstand war.
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Ihren Auftrag beschreibt die israelische Armee folgendermaßen[11]:
„To defend the existence, territorial integrity and sovereignty of the state of Israel. To protect the inhabitants of Israel and to combat all forms of terrorism which threaten the daily life.“
– Offizielle Internetpräsenz der israelischen Streitkräfte
„[Unser Auftrag ist es], die Existenz, die territoriale Einheitlichkeit und die Souveränität des Staates Israel zu verteidigen [,] die Bevölkerung Israels zu beschützen und alle Formen des Terrorismus zu bekämpfen, die das alltägliche Leben bedrohen.“
– Offizielle Internetpräsenz der israelischen Streitkräfte
Grundlegende Einsatzdoktrin
Die allgemeine Einsatzdoktrin der israelischen Streitkräfte [12] ist von der Ansicht geprägt, dass Israel aufgrund seiner geringen territorialen Ausdehnung keinen Raum für defensive Kriegstaktiken hat. Andererseits hegt Israel heute keine territorialen Ansprüche mit Ausnahme der Golanhöhen und des Westjordanlandes. Daraus wird abgeleitet, dass militärische Konflikte, ob vorbereitet oder durch militärische Eskalationen ausgelöst, auf politischer Ebene verhindert werden müssen. Das Militär unterstützt diese außenpolitische Leitlinie mit einem wirksamen Abschreckungspotenzial.
Sollte Israel dennoch Krieg führen müssen, so ist primäres Ziel der Streitkräfte, die strategische Initiative an sich zu reißen und den Krieg schnell und mit möglichst wenigen eigenen Verlusten zu Ende zu führen. Deshalb stehen offensive Taktiken im Vordergrund [13]
Die israelischen Streitkräfte hatten im Jahr 2005 ein Militärbudget von umgerechnet knapp 9.4 Mrd. US-Dollar. Damit verfügte es pro Kopf über den größten Wehretat der Welt. Mit 7,3% des Bruttonationaleinkommens belastet er die israelische Volkswirtschaft für ein demokratisch und marktwirtschaftlich orientiertes Land außergewöhnlich stark. Im Nahen Osten haben nur die Streitkräfte Saudi-Arabiens einen höheren Anteil. Im Vergleich dazu macht das größte Militärbudget, das der Vereinigten Staaten, seit knapp 15 Jahren nicht mehr als 4,5% des Bruttonationaleinkommes aus.
Als strategisch bedeutsamer Partner der Vereinigten Staaten, beispielsweise in deren Kategorisierung als wichtiger Verbündeter außerhalb der NATO, erhält Israel von ihnen militärische Entwicklungshilfe. Während der ersten Amtszeit der Bush-Regierung von 2001 bis 2005 erhielt Israel im Foreign Military Financing-Programm knapp $ 10,5 Mrd.[14] Die Vergabe dieser Mittel ist allerdings an die israelische Verpflichtung geknüpft, mit diesem Geld ausschließlich amerikanische Rüstungsgüter zu erwerben, die nur für den Eigenbedarf des Landes eingesetzt werden dürfen. Einer der spektakulärsten Rüstungskäufe in diesem Programm war die israelische Order von 102 F-16 im Jahre 2001.[15]
In der israelischen Öffentlichkeit ist die Debatte um das Budget der Streitkräfte von großer Bedeutung und wird, jährlich wiederkehrend, im Zuge der Haushaltsberatung der Knesset diskutiert. Besonders aufsehenerregend sind die ebenfalls häufig vorgetragenen Forderungen nach drastischen Einschnitten.
Da die Streitkräfte Israels stark auf symmetrische Kriegsführung, also die Verteidigung gegen seine Nachbarstaaten, ausgelegt ist, schlägt sich diese permanente Alarmbereitschaft auch auf die Gestaltung des Haushaltsplans nieder. Erst in den 2000er Jahren konnten sich beispielsweise über mehrere Jahre gestreckte Ausgaben durchsetzen. Dieses Vorgehen ist in anderen Ländern ein militärpolitisches Standardverfahren, Israel hielt die Festlegung auf mehrere Jahre jedoch zuvor angesichts seiner latenten strategischen Bedrohung für ein unkalkulierbares Risiko.[16]
Die Streitkräfte stehen unter dem Kommando eines Generalstabs (מטכ"ל - Matkal). Der Chef des Generalstabs[17] (רמטכ"ל - Ramatkal) hat als einziger den Rang Raw-Aluf (רב אלוף - vergleichbar mit einem Generalleutnant oder General) inne und ist der Oberkommandierende der Streitkräfte. Er untersteht direkt dem Verteidigungsminister und ist damit indirekt dem Premierminister von Israel und seiner Regierung unterstellt. Die Generalstabschefs (Ramatkalim) werden von der Regierung, auf Vorschlag des Verteidigungsministers, für drei Jahre berufen. Die Regierung hat jedoch das Recht seine Dienstzeit auf vier (in Ausnahmefällen fünf) Jahre zu verlängern.
Der Posten des Ramatkal stellt eine Schlüsselstellung in Israel dar. Von dort aus ist der nächste, nahe liegende Karriere-Schritt, der in das Verteidigungsministerium und damit in die Politik. Verglichen mit den Generalstabschefs anderer Länder sind die Oberkommandierenden der israelischen Armee oft sehr jung gewesen. Die Siege der Jahre 1967, 1956, 1948 wurden unter den Generälen Rabin (45 Jahre), Dajan (41 Jahre) und Jadin (32 Jahre) erfochten.
| Nr. | Name | Beginn der Berufung | Ende der Berufung |
|---|---|---|---|
| 19 | Gabi Aschkenasi | 14. Februar 2007 | --- |
| komissarisch | Mosche Kaplinski | 17. Januar 2007 | 14. Februar 2007 |
| 18 | Dan Chalutz | 1. Juni 2005 | 17. Januar 2007 |
| 17 | Mosche Ja'alon | 9. Juli 2002 | 1. Juni 2005 |
| 16 | Scha'ul Mofaz | 9. Juli 1998 | 9. Juli 2002 |
| 15 | Amnon Lipkin-Schahak | 1. Januar 1995 | 9. Juli 1998 |
| 14 | Ehud Barak | 1. April 1991 | 1. Januar 1995 |
| 13 | Dan Schomron | 19. April 1987 | 1. April 1991 |
| 12 | Moshe Levi | 19. April 1983 | 19. April 1987 |
| 11 | Rafael Eitan | 1. April 1978 | 19. April 1983 |
| 10 | Mordechai Gur | 14. April 1974 | 1. April 1978 |
| 9 | David Elazar | 1. Januar 1972 | 14. April 1974 |
| 8 | Chaim Bar-Lew | 1. Januar 1968 | 1. Januar 1972 |
| 7 | Jitzchak Rabin | 1. Januar 1964 | 1. Januar 1968 |
| 6 | Tzvi Tzur | 1. Januar 1961 | 1. Januar 1964 |
| 5 | Chaim Laskow | 29. Januar 1958 | 1. Januar 1961 |
| 4 | Mosche Dajan | 6. Dezember 1953 | 29. Januar 1958 |
| 3 | Mordechai Maklef | 7. Dezember 1952 | 6. Dezember 1953 |
| 2 | Jiga′el Jadin | 9. November 1949 | 7. Dezember 1952 |
| 1 | Ja′akow Dori | 16. Juni 1947 | 9. November 1949 |
Der Generalstab setzt sich aus folgenden Posten zusammen:[18]
| Posten | Rang und Name |
|---|---|
| Chef des Generalstabes | Raw-Aluf Gabi Ashkenazi |
| Stellv. Chef des Generalstabs | Aluf Dan Harel |
| Kommandierender General des Heeres | Aluf Avi Mizrachi |
| Direktor der Technologie- und Logistikabteilung | Aluf Dan Biton |
| Direktor des Militärgeheimdienstes Aman | Aluf Amos Amos Jidlin |
| Direktor der Personalabteilung | Aluf Elazar Stern |
| Direktor der Abteilung für Operationen | Aluf Tal Russo |
| Direktor der Planungs- und Strategieabteilung | Aluf Ido Nachoshtan |
| Kommandeur der israelischen Luftstreitkräfte | Aluf Ido Nehuschtan |
| Kommandeur der israelischen Marine | Aluf Eljezer Marom |
| Kommandierender General Zentralkommando | Aluf Gadi Schamni |
| Kommandierender General Nordkommando | Aluf Gadi Eizenkot |
| Kommandierender General Südkommando | Aluf Joaw Gallant |
| Kommandierender General Heimatfront-Kommando | Aluf Jair Golan |
| Kommandeur der Militärcolleges und Senior Field Commander | Aluf Gerschon Hacohen |
| Koordinator der Regierungsaktivitäten in den israelisch besetzten Gebieten | Aluf Josef Mischlaw |
| Präsident des militärischen Berufungsgerichts | Aluf Schai Janiv |
| Direktor des C4I und Senior Field Commander | Aluf Ami Schafran |
| Pressesprecher | Tat-Aluf Avi Benajahu |
| Finanzberater des Generalstabschefs | Tat-Aluf Maharan Prosenfer |
| Direktor der Abteilung für die Entwicklung von Waffensystemen | Aluf (d.R.) Schmuel Keren |
| Leiter des Rechnungswesens | Aluf (d.R.) Jossi Beinhorn |
| Militärgeneralanwalt | Aluf Awichi Mendelblit |
| Finanzberater des Generalstabschefs | Aluf Maharan Prosenfer |
| Kommandierender General des Generalstabskorps und Kommandeur der Aus- und Weiterbildung für die Stabsoffiziere | Aluf Yishai Be'er |
Die militärische Führung ist in vier Regionalkommandos aufgeteilt:
Die Truppenstärke wird von Israel streng geheim gehalten. Laut The Military Balance 2005-2006 betrug die Truppenstärke im Jahr 2004 168.000 Soldaten (davon 107.500 Wehrpflichtige), die Zahl der Reservisten lag bei 408.000 (380.000 beim Heer, 3.500 bei der Marine, 25.000 bei der Luftwaffe).
Seit 1998 ist das Heer auch formal eigene Teilstreitkraft und unter dem Heeres-Hauptquartier zusammengefasst.
Kampf-Brigaden
Ausbildungsbrigade
Sondereinheiten
Selbstständige gemischte Bataillone
Die Artillerie besteht aus drei Brigaden.
Die israelischen Pioniere sind wie folgt gegliedert:
Die Israelischen Luftstreitkräfte (חיל האוויר) setzen sich zusammen aus:
Dank der amerikanischen Militärhilfen in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar jährlich, entwickelte sich die Israelische Luftwaffe zu einer der kampfstärksten und modernsten Luftstreitmächte in der Region. Sie verfügt über Kampfflugzeuge von den Typen F-4 „Phantom II“, F-15 „Eagle“ (darunter auch die schwerere Jagdbomber-Version), F-16 „Fighting Falcon“, A-4 „Skyhawk“ und die eigenentwickelte Kfir C7. Die C7 ist eine israelische Kopie der französischen Mirage III/50 Jäger.
Folgende luftgestützte Waffensysteme werden von der Luftwaffe eingesetzt:
Die Israelische Marine (חיל הים) besteht aus:
Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten verwendet Israel für alle Teilstreitkräfte die gleichen Dienstgrade. Zur Vergleichbarkeit sind entsprechende NATO-Rangcodes angegeben. Die Dienstgradabzeichen in der dargestellten Form wurden 2002 eingeführt. Bei der Marine sind die Rangabzeichen in den bei Seestreitkräften üblichen Farben gehalten, z.B. bei der große Uniform gold auf dunkelblau.
| Offiziere | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Raw-Aluf (1) רב-אלוף Dienstanzug |
Aluf אלוף Ausgehuniform |
Tat-Aluf תת-אלוף Kampfanzug |
Aluf Mischne אלוף משנה Diensthemd |
Sgen Aluf סגן אלוף Ausgehuniform |
Raw-Seren (2) רב סרן Kampfanzug |
Seren סרן Dienstanzug |
Segen סגן Kampfanzug |
Segen Mischne סגן-משנה Dienstanzug |
||
| OF-8 | OF-7 | OF-6 | OF-5 | OF-4 | OF-3 | OF-2 | OF-1b | OF-1a | ||
| Unteroffiziere | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Raw-Negad רב נגד Diensthemd |
Raw-Samal Bachir רב סמל בכיר Dienstanzug |
Raw-Samal Mitkadem רב סמל מתקדם Kampfanzug |
Raw-Samal Rischon רב סמל ראשון Dienstanzug |
Raw-Samal רב סמל Kampfanzug |
||||||
| OR-10 | OR-9 | OR-8 | OR-7 | OR-6 | ||||||
| Mannschaften | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Samal Rischon סמל ראשון |
Samal סמל |
Raw-Tura′i רב טוראי |
Tura′i Rischon (3) טוראי ראשון |
Tura′i טוראי |
||||||
| OR-5 | OR-4 | OR-3 | OR-2 | OR-1 | ||||||
| kein Abzeichen | ||||||||||
Anmerkungen
(1) Formal kennt die militärische Dienstgradstruktur Israels keinen Rang General (OF-9), da aber der Generalsstabschef als einziger den Rang Generalleutnant (Raw-Aluf) bekleidet und Kommandeur der Streitkräfte ist, ist seine Rang aufgrund seiner Dienstellung zumindest international mit dem eines Generals (OF-9) vergleichbar.
(2) Das blattförmige Symbol auf den Schulterstücken der höheren Offiziere wird von den Mannschaften umgangssprachlich als Falafel bezeichnet.
(3) Seit einiger Zeit erfolgt die erste Beförderung in der Mannschaftslaufbahn gleich zum Raw-Tura′i, der Rang Tura′i Rischon wird nicht mehr vergeben.
Die ersten Waffenkäufe wurden 1948 in der Tschechoslowakei getätigt. Sie umfassten Sturm- und Maschinengewehre sowie 25 Avia S.199-Jagdflugzeuge, die zahlreiche Teile der Messerschmitt Bf 109 enthielten. Weitere Waffen stammten zu dieser Zeit aus Großbritannien und Frankreich, das in den Fünfzigerjahren zum bedeutendsten Waffenlieferanten Israels wurde, bis Charles de Gaulle am 2. Juni 1967, unmittelbar vor Ausbruch des Sechstagekrieges, ein Waffenembargo über Israel verhängte. Nach dem Ende des Sechstagekrieges versorgte die Sowjetunion die Streitkräfte Ägyptens und Syriens mit Waffen, und die USA wurde zum bedeutendsten Waffenlieferanten Israels.
Heutzutage stammt ein Großteil der israelischen Armeeausrüstung aus amerikanischer Produktion; aber auch aus anderen NATO-Ländern inklusive Deutschland, weiterhin Russland sowie vor allem Indien werden Waffen importiert.[19] Das israelische Verteidigungsministerium führt aber auch eigene Weiter- und Neuentwicklungen durch, so etwa bei Luft-Luft-Raketen oder dem Merkava-Panzer.
Die Stückzahlen israelischer Ausrüstung liegen bei 1.230 Fluggeräten, 14.200 Kampfpanzern und gepanzerten Fahrzeugen, 2.783 Artillerieanlagen, 3.153 ballistischen Raketen und 18 See-Einheiten.[20]
In der Vergangenheit führte dies teils zu diplomatischen Verwicklungen mit den USA. So entwickelte Israel mit Indien Anfang der 2000er das Barak-Luftabwehrsystem, das bis dato jeder NATO-Luftabwehr überlegen ist, und stellte damit seine eigene weitreichende Verfügung über amerikanische Systeme in Frage. Hinzu kam in jüngster Vergangenheit (2004) ein Konflikt, bei dem Israel eine Weiterentwicklung von in den 1990er Jahren an China veräußerter amerikanischer Technologie weiterverkaufte, ohne wie vereinbart die Genehmigung der USA dazu einzuholen. [21]
Laut dem englischen Autor und Geheimdienstexperten Gordon Thomas gelangte Israel bereits Anfang der sechziger Jahre mittels einer gemeinsamen verdeckten Operation des Mossad und des Lekem an anreicherungsfähiges Uran aus den USA.[22] Dabei soll das FBI zwar rechtzeitig durch Gegenspionage gewusst haben, von wem und von wo das spaltbare Material auf den Weg nach Israel gehen sollte, wurde aber laut Weisung des Weissen Hauses am Zugriff gehindert. Dieses Material war der Grundstoff für die Anreicherung waffenfähigen Plutoniums im eigenen Atommeiler in Dimona in der Negevwüste. Thomas führt dabei aus, dass die Kennedy-Regierung durch die Drohung, beträchtliche Gelder für pro-demokratische Wahlkampfunterstützung durch den Vertreter der jüdischen Gemeinde New Yorks Abraham Feinberg, zu entziehen, dazu bewogen worden sei, den offiziell ungeklärten Verbleib von 50 Kilogramm Uran nicht weiter zu verfolgen und die Anlage in Dimona keiner echten Inspektion zu unterziehen. Auch hätte es eine Rolle gespielt, dass der US-Verteidigungsminister Robert McNamara ebenfalls der Meinung war, man könne Israel die eigene Bombe nicht versagen. Das nötige schwere Wasser wurde aus Frankreich und Norwegen illegal beschafft.
Heute geht man davon aus, dass Israel über rund 200 Kernsprengköpfe verfügt. Der israelische Atom-Techniker Mordechai Vanunu veröffentlichte etliche Einblicke in das israelische Kernwaffenprogramm, wofür er angeklagt und verurteilt wurde. In den siebziger Jahren gab es eine geheime gemeinsame Atomwaffenforschung mit Südafrika.
Die offizielle Politik der Regierung ist, diese Frage nicht zu kommentieren, also den Besitz weder zuzugeben noch ihn abzustreiten. Ein Interview im Dezember 2006, in dem Premierminister Ehud Olmert in einer Aufzählung von Atommächten neben Frankreich, den USA und Russland auch Israel nannte, wurde von der internationalen Presse als indirektes Eingeständnis für einen israelischen Atomwaffenbesitz gewertet und gleichzeitig als Drohung und Replik in Richtung Iran gewertet.[23].
Die militärische Fachwelt geht davon aus, dass Israel sowohl über Bomben- als auch Raketensprengköpfe verfügt. Besonders interessant dabei sind die möglichen U-Boot-gestützten Kernwaffenträger an Bord der Dolphin-Klasse, die sowohl AGM-84 Harpoon als auch Raketen mittlerer Reichweite russischer Bauart verschießen können.
In Israel gelten für Frauen mindestens 21 Monate und für Männer drei Jahre Wehrpflicht.[1] Ausgenommen von der Wehrpflicht sind nur Juden, die bestimmten strengen Formen der Orthodoxie angehörigen (sog. Haredim), israelische Araber (Moslems und Christen sind befreit wohingegen Drusen und Beduinen größtenteils freiwillig den Wehrdienst ableisten) sowie alle nichtjüdischen, schwangeren oder verheirateten Frauen. Rechtlich ist es nur Frauen gestattet, der Wehrpflicht aus Gewissensgründen nicht nachzukommen (da nach Auffassung eines Teils des orthodoxen Judentums allein der Mann zur Verteidigung Israels verpflichtet ist) und einen zivilen Ersatzdienst (sherut leumi) von ein oder zwei Jahren zu leisten. Für Juden, die religiöse Studien in einer entsprechenden Studieneinrichtung (Jeschiwa) mit dem Militärdienst kombinieren wollen, wurden kombinierte Programme namens Hesder eingerichtet. Die Minderheiten der Tscherkessen, Drusen, Samaritaner und der arabischen Negevbeduinen dienen auch in der Armee. Die politischen Führer der Drusen entschieden sich nach der Staatsgründung dafür, auf das ihnen angebotene Privileg der Wehrdienstbefreieung zu verzichten und zur Verteidigung Israels beizutragen. Auch ohne die gesetzliche Pflicht ist es bei vielen Beduinenstämmen zur Tradition geworden, in den IDF zu dienen. Sie werden auf Grund ihrer nomadischen Herkunft vor allem als Aufklärer und Verfolger geschätzt.[25]
Die Verweigerung des Militärdienstes ist für Männer eine langwierige Prozedur mit mehreren Anhörungen, an deren Ende sich der Verweigerer vor einem sogenannten Gewissens-Komitee zu verantworten hat. Darauf folgen eventuell Gerichtsverfahren (vergleichbar mit der Totalverweigerung in Deutschland), an deren Ende der Verweigerer fast immer vom Wehrdienst befreit ist, allerdings unter Umständen auch mit einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden kann. Als Alternative zur Verweigerung bieten sich innerhalb der Streitkräfte im Regelfall aber Posten außerhalb der Kampfeinheiten, z.B. beim Erteilen von Zivilschutzunterricht an Schulen.
Im Gegensatz zu Frauen, die Ersatzdienst leisten, werden Männer, die ihrer Wehrpflicht nicht nachkommen, bis heute oft gesellschaftlich geächtet, da es in Israel meistens als selbstverständlich gilt, dass ein Mann den Armeedienst leistet. Verweigerung kann auch zu sozialen Benachteiligungen führen. Ähnliches gilt für eine Ausmusterung infolge eines Konsums illegaler Drogen, auch sogenannter „weicher Drogen“. In jüngster Zeit wird eine Verweigerung jedoch (auch bei Männern) zunehmend gesellschaftlich akzeptiert.
Auf die Wehrpflicht folgt ein Monat Reservedienst (Miluim) pro Jahr; bei Männern bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres (oder des 51. bei Offizieren) und bei Frauen bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres. Nicht alle Frauen und Männer werden jedes Jahr zu Reservediensten eingezogen, jedoch ein sehr großer Teil. Dies geschieht auch meist in den gleichen Einheiten; die Zusammenführung miteinander bereits bekannten Kameraden aus der aktiven Dienstzeit dient der Steigerung der Truppenmoral.
Traditionell gilt der Reservedienst als sehr wichtiger Bestandteil von Israels Verteidigungspolitik, wie das Zitat eines Generalstabschefs vom „Soldaten mit 11 Monaten Urlaub“[26] nahelegt. Dies hängt mit der im regionalen Vergleich sehr kleinen Bevölkerung Israels zusammen.
Wegen der geringen West-Ost-Ausdehnung des Landes ist darüber hinaus die Mobilisierungsgeschwindigkeit möglichst starker Reservistenkontingente von großer Bedeutung. Ein Verband beliebiger Größe muss daher in höchstens 48 Stunden voll ausgerüstet und organisiert an jedem beliebigen Frontabschnitt einsatzbereit sein. Tatsächlich erreichen die meisten Einheiten dieses Ziel in 24 Stunden, und vor allem Luftwaffenverbände, die aus Reservisten bestehen, sind sogar innerhalb von 12 Stunden einsatzbereit.[27]
Seit den 1980ern hat sich die Haltung zu Personen, die keinen Wehrdienst leisten, leicht entspannt, da Israels Existenz seitdem als gesichert gilt. Laut War Resisters International werden Männer über 35 oft nicht mehr zum Reservedienst einberufen und Männer im Alter von 41 oder 45 Jahren üblicherweise endgültig aus dem Militärdienst entlassen. Frauen werden allgemein überhaupt nicht zum Reservedienst einberufen.
Da ein solcher Reservedienstmodus trotz aller Berechenbarkeit einen weitreichenden Eingriff in die Lebensführung des Einzelnen und seines Umfelds darstellt, befassen sich verschiedene israelische Gremien mit Möglichkeiten, den Reservedienst besser in die Lebensführung zu integrieren. Kein israelischer Student fällt im Studium zurück, wenn er eingezogen wird. Das Institute of National Insurance regelt die Besoldung der Reservisten derart, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer für Verdienst- respektive Gewinnausfall entschädigt werden. Selbstständigen wird der Verdienstausfall ebenfalls bis zu einer gewissen Obergrenze erstattet.[28]
Die israelischen Streitkräfte sind eine klassische Wehrpflichtigenarmee. Trotzdem kann man sich auch über den Grundwehrdienst hinaus dort verpflichten. Für jüdische Nichtisraelis im Alter von 18 bis 23 Jahren besteht daneben die Möglichkeit, freiwillig für 14,5 Monate zu den sogenannten Machal-Einheiten der Streitkräfte zu gehen. Jüdische und nichtjüdische Freiwillige aus dem Ausland können auch über das Sar-El-Programm für eine kurze Zeit Dienst ohne Waffe leisten. Zahlreiche Reservisten leisten auch über die Altersgrenze für den verpflichtenden Reservedienst hinaus freiwillig Reservedienst.
In Israel unterliegen auch Frauen seit der Gründung Israels der allgemeinen Wehrpflicht. Jedoch ist ein Drittel der Frauen, meist aus religiösen Gründen, vom Dienst befreit.
Im Unabhängigkeitskrieg nahmen viele Frauen aufgrund des Personalmangels auch aktiv an Kampfhandlungen teil, später wurde ihnen aber der Dienst in Kampfeinheiten verwehrt. Sie dienten stattdessen in einer Vielzahl von technischen und administrativen Unterstützungsposten.
1994 erklagte Alice Miller, eine jüdische Einwanderin aus Südafrika, beim Obersten Gericht eine Grundsatzentscheidung, dass die israelische Luftwaffe ihre Pilotenausbildung für Frauen öffnen müsse. Während des Unabhängigkeitskrieges und dem Sinaifeldzug hatten Frauen bereits Transportmaschinen geflogen, jedoch schloss die Luftwaffe ihre Reihen für Frauen später wieder. Alice Miller scheiterte dann zwar beim Einstellungstest, aber trotzdem wurden aufgrund ihrer Initiative zahlreiche Verwendungen für Frauen geöffnet. Die erste Kampfpilotin erhielt ihr Fliegerabzeichen 2001. Seit 2005 stehen Frauen 83 Prozent der militärischen Dienstposten offen, inklusive dem Dienst in der Artillerie und auf Kriegsschiffen (mit Ausnahme von U-Booten). Zur Zeit dienen etwa 450 Frauen in Kampfeinheiten der Israelischen Sicherheitskräfte, sehr häufig in der Grenzpolizei. Jedoch ist der Einsatz in Kampfeinheiten für Frauen freiwillig.
2002 waren 33 Prozent der beiden Leutnantsränge und 21 Prozent der Hauptmänner und Majore, jedoch nur drei Prozent der höheren Offiziere Frauen. Mit einer kontrovers diskutierten Entscheidung löste man 2004 das Frauenkorps-Kommando mit der Begründung auf, dass es ein Gegensatz und ein Hindernis für die volle Integration der Frau als normaler Soldat ohne Sonderstatus in die Streitkräfte sei. Auf Drängen von Feministen behielt der Generalstabschef den Posten des Beraters für Frauenangelegenheiten jedoch bei.
Seit 1993 sind Homosexuelle zum Wehrdienst in Israel zugelassen. Eine steigende Anzahl von Soldaten bekennt sich zu ihrer sexuellen Orientierung, und Repressalien sind gering, sodass das Palm Center in Kalifornien in einer Studie insgesamt keinen Rückgang der Kampfkraft feststellen konnte.[29]
Nach einer im internationalen Vergleich harten Grundausbildung werden den Soldaten mehr Freiheiten gelassen als in anderen Armeen. So gibt es eine Anzugordnung, die aber nicht immer zwingend eingehalten werden muss. Das Tragen privaten Schuhwerkes im Dienst ist z.B. erlaubt, solange es schwarz ist. Militärisches Grüßen ist eher unüblich, Vorgesetzte gehen mit auf Wache, viele der Offiziere sind Wehrpflichtige und bekommen nur geringfügig höheren Sold als die Mannschaften. Auf allen Militäreinrichtungen herrscht jedoch ein striktes Alkoholverbot, das auch eingehalten wird, obwohl infolge der Immigration von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion Alkohol zunehmend auch in Israel ein Problem darstellt.
Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International[30], Human Rights Watch und B'Tselem werfen der israelischen Armee Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, darunter auch Kriegsverbrechen, sowie schwere Menschenrechtsverletzungen vor: Die israelische Armee habe demnach Palästinenser als menschliche Schutzschilde eingesetzt[31] und habe widerrechtliche Tötungen von palästinensischen Extremisten ohne gerichtliches Verfahren durchgeführt. [32] Im Libanonkrieg 2006 habe die israelische Armee im Kampf gegen die islamistische Hisbollah-Miliz unverhältnismäßige Angriffe durchgeführt, Streubomben und Phosphorbomben eingesetzt sowie ihre Angriffe auch gezielt gegen die zivile Infrastruktur des Libanon gerichtet.[33]
Shovrim Shtika, eine Organisation ehemaliger israelischer Soldaten, hat zahlreiche Fälle von Misshandlungen von Palästinensern dokumentiert.[34] Medienberichten zufolge hätten Anzeigen bezüglich Folterungen nicht zur Aufnahme von Ermittlungen geführt.[35]
Im Jahr 2002 gründete sich die Initiative "Seruv" (Verweigerung), ausgehend von einem offenen Brief, in dem 50 Offiziere und Soldaten erklärten, keinen Dienst in den palästinensischen Gebieten mehr zu leisten. Sie argumentieren, das Agieren der israelischen Armee in den Gebieten sei kein Dienst am Zionismus, sondern könne die Lage nur verschlimmern. Sie distanzieren sich damit auch von den harten Methoden, mit der Israel versucht, den Gazastreifen und das Westjordanland im Griff zubehalten, und bezeichnen sie als unterdrückerisch. "Seruv" haben sich inzwischen über 600 Armeeangehörige angeschlossen; einige von ihnen wurden für ihre Verweigerung zu kürzeren Gefängnisstrafen verurteilt.
Am 23. Februar 2008 zeigte ein israelischer Fensehsender Aufnahmen, in denen israelische Soldaten Palästinenser misshandelten. Die Tageszeitung Ha’aretz verglich die Bilder mit den Aufnahmen von Folterungen in Abu Ghraib.[36]