
Neujahr bzw. der Neujahrstag ist der erste Tag des Kalenderjahres. In nahezu allen Kulturen, jedoch mit teils sehr unterschiedlichen Zeitrechnungen und damit auch Kalendern, ist mit dem Neujahr ein Neujahrsfest verbunden, das in der Folge auch zu unterschiedlichen Zeiten gefeiert wird:
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Im westlichen Kulturraum ist der 1. Januar als Termin für den Jahresanfang seit dem Mittelalter weit verbreitet. Unabhängig davon gab und gibt es in unterschiedlichen Regionen und Zeiten andere Daten und darüber hinaus wurden in denselben geographischen Gebieten mitunter verschiedene Neujahrstermine gleichzeitig verwendet.
Im Jahre 153 v. Chr. verlegten die Römer nach ihrem Kalender den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar, auf den Tag des Amtsantrittes der Konsuln. Sie benannten die Jahre auch nach den Amtszeiten dieser Konsuln. Damit verloren auch die Zählmonate (September, soviel wie siebter, Oktober, der achte, November, der neunte, Dezember, der zehnte) ihre entsprechenden Positionen.
Bis zur Festsetzung des Neujahrstages im Jahr 1691 durch Papst Innozenz XII. auf den 1. Januar galt in weiten Teilen Europas der 6. Januar als Jahresbeginn.
Schon vor 700 war es in Rom üblich, den 1. Januar als Marienfest zu feiern: Natale sanctae Mariae (. Durch die Übernahme der byzantinischen Feste Verkündigung Mariens (siehe Verkündigung des Herrn am 25. März) und Himmelfahrt Mariens (siehe Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. August) verlor der Gedenktag an Bedeutung und der Oktavtag von Weihnachten rückte wieder in den Vordergrund: seit dem 13./14. Jahrhundert feierte die katholische Kirche den 1. Januar als Fest der Beschneidung des Herrn und Oktavtag von Weihnachten. Die Kalenderreform von 1969 im Gefolge des zweiten vatikanischen Konzils gab der katholischen Kirche das historische Marienfest zurück: es wird nun das Hochfest der Gottesmutter Maria begangen und dabei der Namengebung Jesu Christi gedacht. In zeitgenössischen Kalendern können sich daher am 1. Januar die folgenden Eintragungen finden: „Neujahr, Oktavtag von Weihnachten, Namensgebung des Herrn, Hochfest der Gottesmutter Maria.“ Ferner setzte der Papst den Neujahrstag 1967 als Weltfriedenstag fest.
Eine historische Quelle für das Fest der Beschneidung des Herrn steht in der Bibel im Evangelium nach Lukas, Kapitel 2, Vers 21: „Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste, gab man ihm den Namen Jesus … “
Seit dem 15. Jahrhundert sind in Deutschland neben den Predigten über das Beschneidungsfest und über die Namensgebung Jesu auch Neujahrspredigten überliefert, in denen die Geistlichen der Gemeinde symbolische „Neujahrsgeschenke“ machten. Dabei wurden verschiedene Gegenstände des Alltagslebens, Pflanzen, Edelsteine oder Tiere den verschiedenen Ständen (z. B. Eheleuten, Jungfrauen, Obrigkeiten, alten Leuten) „verehrt“ und nach ihren symbolischen Eigenschaften ausgelegt. Diese Gewohnheit nahm sich den Brauch zum Vorbild, nach dem die Nachbarn sich zu Neujahr gute Wünsche oder kleine Geschenke austauschten.
Ein solcher Brauch war schon aus der römischen Antike bekannt, und die Geschenke nannte man daher lateinisch strenae. Obwohl Luther die Form der „Schenkungspredigten“ zu Neujahr ausdrücklich abgelehnt hatte – wohl weil die Auslegungen oftmals bewusst auf die Belustigung des Publikums zielten – übernahmen seit dem Ende des 16. Jahrhunderts auch lutherische Pastoren diese Sitte. Die Form der Neujahrspredigten mit der Aufzählung verschiedener gesellschaftlicher Stände wirkte dann im 17. Jahrhundert weiter in Flugblättern mit Neujahrsgedichten, die man als Neujahrsgruß verschenken konnte.
Heute gehören in vielen Ländern Feuerwerk und Böllerschießen zu Silvester ebenso zum Jahreswechsel, wie Glück- und Gesundheitswünsche im neuen Jahr.
So wünscht man sich zum Beispiel oft „einen guten Rutsch“ ins neue Jahr. Dies hat jedoch vermutlich nichts mit „rutschen“ zu tun, sondern könnte auf hebräisch „rosch“ 'Kopf, Anfang' zurückgehen; das jüdische Neujahrsfest heißt auf Hebräisch Rosch ha-Schanah (ראש השנה).
In manchen Regionen ist auch der eng mit den Medien und der Regionalpolitik verknüpfte Brauch des Neujahrsbabys zu finden. Große Kultur- und Sinfonieorchester veranstalten an Neujahr oft ein Neujahrskonzert.
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