Julius Mader
Julius Mader (* 7. Oktober 1928 in Radzie (Polen); † 17. Mai 2000 in Berlin) war ein deutscher Jurist, Politologe, Journalist und Schriftsteller.
Leben
Als Sohn eines Angestellten besuchte er die Wirtschaftsoberschule. Es folgte eine Ausbildung zum Textilkaufmann. Danach begann er ein Studium in den Fächern Staats- und Rechtswissenschaften, der Wirtschaftswissenschaft und der Journalistik an den Universitäten von Berlin und Jena, der Hochschule für Binnenhandel in Leipzig. sowie der Deutschen Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften in Potsdam-Babelsberg.
Im Jahre 1955 errang er den Abschluss eines Diplom-Wirtschaftlers. Mitglied in der SED wurde er 1958. Bis 1959 war er stellvertretender Chefredakteur bei der Zeitschrift Handel. Danach nahm er eine Tätigkeit im Binnenhandel auf. Ab dem Jahre 1960 begann er, als freier Schriftsteller zu arbeiten. Im Jahre 1965 erlangte er die Promotion zum Dr. rer. pol. und 1971 zum Dr. sc. jur. Die Dissertationsschrift vom 14. Dezember 1970 verfasste er mit Albrecht Charisius über das Thema Entwicklung, System und Arbeitsweise des imperialistischen deutschen Geheimdienstes an der Humboldt-Universität in Berlin.
Seine militärpolitischen Schriften umfassten den Zeitraum der NS-Zeit und der Zeit des Kalten Krieges. Insgesamt erreichten die zahlreichen Bücher eine Auflage von mehreren Millionen Exemplaren, wobei auch eine Übersetzung einiger Bücher in andere Sprachen erfolgte.
Bei seinen Schriften ergab sich eine Besonderheit für die Druckmedien der DDR. Denn das Buch Who's who in CIA hatte weder eine Verlagsangabe noch eine Lizenznummer. Mader gab sich als Herausgeber mit der Adresse Dr. Julius Mader, 1066 Berlin W 66, Mauerstr. 66 an. In das Buch waren zwei heraustrennbare Karten eingebunden. Auf der einen konnte man an ihn Korrekturen und Ergänzungen senden, auf der anderen sollte man an ihn weitere Namen von CIA-Agenten oder anderen Geheimdienstbeamten schicken.
Schriften
- Allens Gangster in Akton, Berlin 1959
- Gangster in Aktion - Aufbau und Verbrechen des amerikanischen Geheimdienstes, Berlin 1961
- Die graue Hand - Eine Abrechnung mit dem Bonner Geheimdienst, Berlin 1960
- Die Killer lauern. Ein Dokumentarbericht über die Ausbildung und den Einsatz militärischer Diversions- und Sabotageeinheiten in den USA und in Westdeutschland, Berlin 1961
- Die Jagd nach Dem Narbengesicht - Ein Dokumentarbericht über Hitlers SS-Geheimdienstchef Otto Skorzeny, Berlin 1962
- Geheimnis von Huntsville : Die wahre Karriere d. Raketenbarons Wernher von Braun, Berlin 1963
- Dr. Sorge funkt aus Tokyo. Ein Dokumentarbericht über Kundschafter des Friedens mit ausgewählten Artikeln von Richard Sorge mit Gerhard Stuchlik und Horst Pehnert, Berlin 1965
- Der Banditenschatz. Ein Dokumentarbericht über den Hitlers geheimen Gold- und Waffenschatz, Berlin 1965
- Nicht länger geheim - Die Geheimdienste der Deutschen Bundesrepublik und ihre subversive Tätigkeit gegen die DDR, Berlin 1966
- Who's who in CIA : Ein biographisches Nachschlagewerk über 3000 Mitarbeiter der zivilen und militärischen Geheimdienstzweige der USA in 120 Staaten, Berlin 1968
- Nicht länger geheim : Entwicklung, System und Arbeitsweise des imperialistischen deutschen Geheimdienstes mit Albrecht Charisius, Berlin 1969
- Hitlers Spionagegenerale sagen aus : ein Dokumentarbericht über Aufbau, Struktur und Operationen des OKW-Geheimdienstamtes Ausland/Abwehr mit einer Chronologie seiner Einsätze von 1933 bis 1944, Berlin 1970
- Les Generaux Espions d' Hitler Deposent. Un Allemand de l' est accuse, Paris 1973
- Instruction 37/57. Tatsachen und Hintergründe des Putsches in Chile 1973, Berlin 1974
- Der Weg zum 'roten' Obrigkeitsstaat? - Die deutsche Sozialdemokratie zwischen Feudalismus und bürgerlicher Gegenrevolution, Gießen 1977
- Partisan der Berge. Lebenskampf eines österreichischen Arbeiters mit Sepp Plieseis, Berlin 1978
- Neo-colonialist practices of the Federal Republic of Germany in relation to Namibi, Berlin 1978
- The NATO conspiracy with the South African racists, Berlin 1978
- NATO backing for Southern Rhodesia's racists, Berlin 1978
- Rote Kapelle gegen Hitler mit Alexande S. Blank, Berlin 1979
- CIA in Europa. Wesen und verbrecherisches Wirken des Geheimsdienstes der USA, Berlin 1982
- Dr.-Sorge-Report, Berlin 1984
- Pinochets Folterkatalog, Hamburg 1986
- An geheimer Front : Bericht über Richard Sorge, Köln 1987
- CIA-Operation Hindu Kush - Geheimdienstaktivitäten im unerklärten Krieg der USA gegen Afghanistan, Berlin 1988
Referenzen
- Müller-Enbergs, Wielgohs, Hoffmann, Wer war wer in der DDR?, Berlin 2000
- Günther Buch, Namen und Daten wichtiger Personen der DDR, Berlin 1987
Weblinks
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