Die k.u.k. Armee (kaiserliche und königliche Armee) – bis 1867 kaiserlich-königliche Armee, kurz: k.k. Armee – war das gemeinsame Heer Österreich-Ungarns und – ab 1867 – nur noch eine von insgesamt vier Teilstreitkräften der neuen Doppelmonarchie.
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Die moderne Armee der Doppelmonarchie hat ihren Ursprung im Jahre 1806, als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation aufgelöst und Österreich unter Kaiser Franz I. ein eigenständiges Kaiserreich wurde.
Die Armee der Habsburger-Monarchie führte bis dahin das Prädikat kaiserlich nur im Rahmen ihrer Zugehörigkeit zur Reichsarmee. Bis dahin stellte ein Habsburger den „Römischen Kaiser“, der gleichzeitig König von Ungarn, König von Böhmen und Erzherzog von Österreich war. Die neue Armee des Kaisertums Österreich wurde nun mit der Bezeichnung k.k. (kaiserlich-königlich) bedacht.
Im Zuge des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs vom 15. März 1867 wurde die Österreichisch-Ungarische Armee völlig umgewandelt. Nachdem sich Ungarn durch eine Realunion mit Österreich praktisch die Autonomie erkämpft hatte, erfolgte auch die juristische Trennung der beiden Reichshälften. Kaiser Franz Joseph I. – bis dahin „Kaiser von Österreich, König von Ungarn“ – hatte fortan die Bezeichnung „Kaiser von Österreich und König von Ungarn“ zu führen. Die Bezeichnung der gemeinsamen Armee war weiterhin k.k. Armee. Erst 1889 wurde auf Wunsch Ungarns das gemeinsame Heer, die Marine und das gemeinsame Kriegsministerium mit k.u.k. statt k.k. tituliert.
Neben dieser gemeinsamen Armee bestanden noch die:
Im Jahre 1915 entfielen alle Zusatzbezeichnungen und Ehrennamen der Regimenter, die von da an nur noch mit ihrer Nummer bezeichnet wurden.
Im Gegensatz zur k.k. und k.u. Landwehr rekrutierte die k.u.k Armee ihre Truppen aus der gesamten Doppelmonarchie, also sowohl aus der cisleithanischen als auch aus der transleithanischen Reichshälfte. Hierbei ist zu beachten, dass es deutsche und ungarische Regimenter gab. Alle Truppenteile, die nicht nach Ungarn beziehungsweise in die von Ungarn beanspruchten Gebiete von Rumänien (Siebenbürgen und Banat), Serbien, Kroatien und der Slowakei (Oberungarn) gehörten, wurden als „deutsche Regimenter“ bezeichnet, unabhängig davon ob es sich um Polen oder Kroaten oder italienisch sprechende Tiroler handelte. Bereits in der Uniformierung unterschieden sich die „deutschen Regimenter“ und die „ungarischen Regimenter“.
Die „Bewaffnete Macht“ stand unter dem Oberbefehl des Kaisers und Königs in seiner Funktion als „allerhöchster Kriegsherr“ (diese Bezeichnung war nach der glücklosen Truppenführung von Kaiser Franz Joseph in Italien mehr von theoretischem Wert, da der tatsächliche Oberbefehl in Friedenszeiten beim Kriegsministerium in Wien und im Kriegsfalle beim Generalstab und dessen Chef lag).
Eine Besonderheit der österreichisch-ungarischen Armee waren die in früheren Jahren häufigen Wechsel der Standorte. Die Bataillone der einzelnen Regimenter wurden in sehr kurzen Intervallen zu anderen Standorten verlegt. (1914 waren nur drei Infanterieregimenter der k.u.k Armee komplett in einer Garnison stationiert – das Infanterieregiment 14 in Linz, das Infanterieregiment 30 in Lemberg und das Infanterieregiment 41 in Czernowitz. So konnte sich kein traditionelles Verhältnis der Regimenter zu bestimmten Orten und deren Bevölkerung bilden (wie es z.B. in der Preußischen Armee durchaus gefördert wurde). Die verlegten Soldaten dienten oft auch am anderen Ende des Reiches, womit man erreichen wollte, dass die Armee ohne Fraternisierung der Soldaten mit Teilen der Bevölkerung im Falle innerer Unruhen ein zuverlässigeres Instrument der Monarchie wäre. (Die flächendeckende Dislozierung war allerdings auch das Ergebnis fehlender Kasernen.) Nachdem in Jahren vor dem Ersten Weltkrieg größere Anstrengungen beim Bau neuer Kasernen unternommen worden waren, konnte diese Praxis stark eingeschränkt werden.
Da die Armee eine Stütze der Doppelmonarchie bilden sollte, wurde auf nationale und religiöse Besonderheiten bei der Einberufung selbst keine Rücksicht genommen. Demgegenüber wurden jedoch beim Dienst die religiösen Vorschriften der verschiedenen Glaubensgemeinschaften peinlichst genau beachtet. Auch waren religiöse Zwistigkeiten zwischen z. B. serbischen (orthodoxen) und bosnisch-hercegowinischen (muslimischen) Soldaten im Gegensatz zu heute unbekannt. Für die Soldaten jüdischen Glaubens gab es eigene Feldrabbiner, für die islamischen Glaubens Feldimame.
Seit 1866 bestand die allgemeine Wehrpflicht. Sie umfasste den Dienst im Heere, der Kriegsmarine, der Landwehr und dem Landsturm.
Die Dauer der Dienstpflicht im stehenden Heere betrug 12 Jahre und zwar:
Einjährig-freiwilliger Dienst war sowohl im Heer (resp. der Kriegsmarine) als auch in der Landwehr gestattet. Die allgemeine Dienstpflicht begann mit dem 21. Lebensjahr. Landsturmpflichtig waren alle Personen vom 19. bis zum 42. Lebensjahr, sofern sie nicht dem Heer, der Landwehr und der Ersatzreserve angehörten.
Infanterie:
Kavallerie:
Es gab keinen Unterschied zwischen schwerer (Ulanen) und leichter (Husaren,Dragoner) Kavallerie. Die Namen basierten auf rein traditionellen Gründen.
Train Truppe:
Technische Truppe:
Personalverluste bei Kriegshandlungen wurden durch die Marschbataillone ersetzt. Das System der Reserve Regimenter wie bei der deutschen Armee gab es nicht.
Da die k. u. k. Monarchie ein Vielvölkerstaat war, wurde Deutsch als gemeinsame Kommandosprache festgesetzt. Nur ein kleiner Teil der Armeeverbände sprach ausschließlich Deutsch. Allerdings gab es daneben noch die „Dienstsprache“, die zum Verkehr der Dienststellen untereinander benutzt wurde. Sie war beim k.u.k. Heer deutsch, der einfache nicht-deutsch sprechende Soldat bekam jedoch nur die notwendigsten deutschen Kommandowörter – etwa 100 – beigebracht, um den Dienstbetrieb aufrechterhalten zu können. Zusätzlich existierte noch die „Regimentssprache“. Das war die Sprache, die von der Mannschaft mehrheitlich gesprochen wurde. Sollte, wie bei dem Infanterie Regiment Nr. 100 in Krakau, die Mannschaft sich aus 27 % Deutschen, 33 % Tschechen und 37 % Polen zusammensetzen, so gab es eben drei Regimentssprachen. Jeder Offizier hatte die Regimentssprache(n) innerhalb dreier Jahre zu erlernen. Insgesamt waren elf Sprachen offiziell anerkannt.
Rein deutschsprachige Infanterie Regimenter waren nur:
| Infanterie | Kavallerie | Artillerie | Jäger | |
|---|---|---|---|---|
| Mannschaften | ||||
| Infanterist / Honvéd (ung.) |
Dragoner / Husar / Ulan | Kanonier | Jäger | |
| Gefreiter / Őrvezető |
Gefreiter | Vormeister Főtűzer |
Patrouillenführer Járőrvezető |
|
| Unteroffiziere | ||||
| Korporal / Tizedes kapral (poln.) |
Korporal | Geschütz-Vormeister | Unterjäger | |
| Zugsführer / Szakaszvezető |
Zugsführer | Zugsführer | Zugsführer | |
| Feldwebel / Őrmester |
Wachtmeister | Feuerwerker | Oberjäger | |
| Kadett-Feldwebel / Kadétőrmester (seit 1908 Kadett / Hadapród) |
Kadett-Wachtmeister | Kadett-Feuerwerker | Kadett-Oberjäger | |
| Stabs-Feldwebel (ab 1913) / Törzsőrmester |
Stabs-Wachtmeister | Stabs-Feuerwerker | Stabs-Oberjäger | |
| Offiziersstellvertreter (seit dem 6. Juni 1915) / Tiszthelyettes |
Offiziersstellvertreter | Offiziersstellvertreter | Offiziersstellvertreter | |
| Offiziersanwärter | ||||
| Kadett-Offiziersstellvertreter (bis 1908) / Hadapród-Tiszthelyettes |
Kadett-Offiziersstellvertreter | Kadett-Offiziersstellvertreter | Kadett-Offiziersstellvertreter | |
| Fähnrich (ab 1908) / Zászlós |
Fähnrich | Fähnrich | Fähnrich | |
| Subalternoffiziere | ||||
| Leutnant / Hadnagy |
Leutnant | Leutnant | Leutnant | |
| Oberleutnant / Főhadnagy |
Oberleutnant | Oberleutnant | Oberleutnant | |
| Hauptleute / Rittmeister | ||||
| Hauptmann / Százados |
Rittmeister | Hauptmann | Hauptmann | |
| Stabsoffiziere | ||||
| Major / Őrnagy |
Major | Major | Major | |
| Oberstleutnant / Alezredes |
Oberstleutnant | Oberstleutnant | Oberstleutnant | |
| Oberst / Ezredes |
Oberst | Oberst | Oberst | |
| Generale | ||||
| Generalmajor / Vezérőrnagy |
Generalmajor | Generalmajor | Generalmajor | |
| Feldmarschallleutnant / Táborhadnagy |
Feldmarschallleutnant | Feldmarschallleutnant | Feldmarschallleutnant | |
| General der Infanterie (seit 1908) / Gyalogsági tábornok |
General der Kavallerie / Lovassági tábornok |
Feldzeugmeister / Táborszernagy |
General der Infanterie | |
| Generaloberst (seit dem 13. Sept. 1915) / Vezérezredes |
Generaloberst | Generaloberst | Generaloberst | |
| Feldmarschall / Tábornagy |
Feldmarschall | Feldmarschall | Feldmarschall | |
Anmerkungen:
Die hier aufgeführten Orden und Auszeichnungen sind:
Anmerkung: Die Abschnitte „Dienstgrade“ und „Orden und Auszeichnungen (Beispiele)“ entsprechend der k.k. Landwehr und der k.u. Landwehr und sind hier nicht extra aufgeführt.
Nach den erfolgreichen Befreiungskriegen gegen das Napoleonische Frankreich 1813 bis 1815 kehrte zunächst Ruhe in die Armee ein. Der Deutsche Bund, dessen Präsident stets der österreichische Kaiser war, wurde gegründet und mit ihm das Bundesheer. Dabei stellte Österreich-Ungarn einen bedeutenden Teil seiner Streitkräfte für das Bundesheer bereit.
Im Jahre 1840 verfügte die k.k. Armee im Mobilmachungsfall über insgesamt 527.224 Mann und stellte nach Aufforderung das I., II. und III. Armeekorps des Bundesheeres mit insgesamt 94.822 Mann und 192 Kanonen. Diese drei Armeekorps setzten sich zusammen aus:
Außerdem stellte die k.k. Armee Garnisonstruppen für die Bundesfestungen Ulm, Rastatt, Mainz und Luxemburg.
Teilstreitkräfte des Heeres: k. u. k. Armee | k.k. Landwehr | k.u. Landwehr
Kavallerie: Husaren | Ulanen | Dragoner
Artillerie: k.u.k. Artillerie | k.u.k. Artillerie-Schießschule
Infanterie: Feldjäger | Bosnisch-Hercegowinische Infanterie | Landesschützen | Kaiserjäger | Gebirgstruppe | K.u.k. Infanterie
Garde: Trabantenleibgarde | k.u.k. Leibgardeinfanteriekompanie
k.u.k. Leibgardereitereskadron | Erste Arcièren Leibgarde | k.u. Leibgarde
Technische Truppen: k.u.k. Sappeure | k.u.k. Pioniere | Technisches Militärkomitee
Stabsdienste: Stabswesen | Militärjustizwesen | k.u.k. Adjutanten | k.u.k. Armeestand
Sonstige: k.k. Gendarmerie | k.u. Gendarmerie | Sanitätswesen | Trainwesen | Marschbataillon | Militärgeographisches Institut | Militärseelsorge | Ökonomische Verwaltung | Militärinvalidenversorgungsstand | k.u.k. Generalität | k.u.k. Polizeiwachkorps | Staatspferdezuchtanstalten | k.u.k. Armeeschiessschule
Listen: Kampftruppen | Kampfunterstützungstruppen | Großverbände | Garnisonen
Österreichische Festungswerke an der Grenze zu Italien
Luftstreitkräfte: k. u. k. Luftfahrtruppen | Fliegerasse
Seestreitkräfte: k. u. k. Kriegsmarine | Liste der Schiffe | Liste der U-Boote
Uniformierung: Paroli | Adjustierung | Egalisierung
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