KZ Neuengamme


Das Konzentrationslager (KZ) Neuengamme, im südöstlichen Hamburg gelegen, wurde 1938 zunächst als Außenlager des KZ Sachsenhausen errichtet und seit 1940 als selbständiges Konzentrationslager mit mehr als 90 Außenlagern, bis an die dänische Grenze, geführt. Die Häftlinge mussten Zwangsarbeit für die auf dem Gelände befindliche Ziegelei, in der Rüstungsindustrie und beim Bau der militärischer Anlagen (Friesenwall) leisten.

Von den bis 1945 internierten 106.000 Menschen aus Deutschland und den besetzten Ländern verloren 55.000 Menschen in der Folge der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen sowie der „Vernichtung durch Arbeit“ ihr Leben. 1942 wurden bei zwei Vergasungsaktionen russische Kriegsgefangene mit dem Gas Zyklon B ermordet.

Luftaufnahme der Britischen Armee vom 16. April 1945
Luftaufnahme der Britischen Armee vom 16. April 1945
Mahnmal am ehemaligen KZ
Mahnmal am ehemaligen KZ

Nachdem das KZ Buchenwald am 11. April 1945 befreit wurde, begann die SS am 18. April, das KZ Neuengamme zu evakuieren. Bei diesen „Todesmärschen“ unmittelbar vor Kriegsende starben viele der völlig entkräfteten Häftlinge. Am 3. Mai 1945 verloren 6.400 Häftlinge durch die britische Bombardierung der Cap Arcona und der Thielbek ihr Leben. Am 4. Mai 1945 fanden britische Truppen das KZ leer vor.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Konzentrationslagers Neuengamme

Die Entstehung des KZ

Neugestaltung ehemaliges Stammlager
Neugestaltung ehemaliges Stammlager

1938 nahmen die Deutsche Erd- und Steinwerke Kaufverhandlungen mit der Stadt Hamburg auf, ein 50 Hektar großen Geländes in Neuengamme betreffend. Auf dem Gelände befand sich eine seit Jahren stillgelegte Ziegelei und Flächen, die sich zum Abbau von Ton eigneten. Die Vertragspartner erzielten eine Übereinkunft, die die Errichtung eines Konzentrationslagers, finanziert durch die Stadt, und die Lieferung von jährlich 20 Millionen Ziegeln für die Neugestaltung des Elbufers beinhaltete. Ab dem 12. Dezember 1938 wurde der Betrieb der Ziegelei von 100 Häftlingen des KZ-Sachsenhausen aufgenommen, die von 40 SS-Männern aus dem KZ Buchenwald bewacht wurden.

Einige Monate nach Kriegsbeginn begann der Ausbau des KZ Neuengamme zu einem eigenständigen Konzentrationslager.

Nach der Besichtigung durch Heinrich Himmler im Januar 1940 wurde die Produktion von Ziegeln für die Führerbauten am Elbufer als die wichtigste Aufgabe des Lagers festgelegt. Dafür sollte eine größere Ziegelei auf dem Gelände, finanziert durch die Stadt Hamburg, ein Bahnanschluss, ein Stichkanal (Dove Elbe) und ein neues Hafenbecken gebaut werden.

Ab dem Frühjahr 1940 war das KZ Neuengamme ein selbstständiges Konzentrationslager. Die Häftlinge mussten, von der SS angetrieben, ein neues Lager bauen. Ende des Jahres arbeiteten bereits 2.900 Häftlinge im Stammlager. Neben dem Lagerbau wurden die Häftlinge in die Arbeitskommandos „Dove Elbe“ und „Klinkerwerk“ eingeteilt. Daneben begann man auch, die ersten Tongruben aufzudecken.[1][2]

Das Jahr 1941

Kennzeichen für Schutzhäftlinge in den Konzentrationslagern
Kennzeichen für Schutzhäftlinge in den Konzentrationslagern

Die Arbeits- und Lebensbedingungen und der scheinbar unaufhaltsame Vormarsch der Wehrmacht an allen Fronten zermürbte die Häftlinge, die sich durch neu eingewiesene Häftlinge einen guten Überblick über die aktuellen Kriegsgeschehnisse verschaffen konnten, zunehmend.

1941 mussten die Insassen in allen Kommandos zwölf Stunden arbeiten, und das Strafmaß wurde heraufgesetzt. Die ersten polnischen Häftlinge wurden zur Arbeit im Lagerbüro eingeteilt. Im Sommer 1941 wurde ein Häftlingsorchester eingerichtet, das aus 20 Personen bestand.

Am 24. September 1941 kamen die ersten Belgier (280 Mann aus dem Fort Huy) und am 19. Dezember die ersten Holländer (270 Mann aus dem KZ Amersfoort), Kommunisten, sowie Mitglieder anderer linksgerichteter Parteien in Neuengamme an. Die Neuankömmlinge konnten den Lebensbedingungen im KZ kaum körperlichen Widerstand entgegensetzen, so dass viele von ihnen bereits nach wenigen Monaten an Entkräftung starben. Wenige wurden zu leichteren Arbeiten herangezogen und konnten im Baubüro oder im Häftlingsrevier als Sanitäter.[3] ihr Leben fristen.

Entgegen den Bestimmungen der Haager Konvention wurden im Oktober 1941 fast 1.000 sowjetische Kriegsgefangene in das KZ Neuengamme gebracht. Sie wurden in einer separaten und überfüllten Baracke isoliert. Diese Kriegsgefangenen wurden hauptsächlich durch Verhungern ermordet. 43 von ihnen wurden in der Nacht ihrer Ankunft an der Kläranlage erschossen.

Im November und Dezember kamen erneut Transporte belgischer und holländischer Häftlinge in das KZ. Das Krankenrevier war wie das ganze Lager überlastet und in der Folge breitete sich eine Epidemie aus.[4]

Das Jahr 1942

Häftlingskarte
Häftlingskarte

In der Folge der bereits 1941 ausgebrochenen Fleckfiberepidemie wurde das gesamte Lager unter Quarantäne gestellt. In den ersten sechs Wochen der Quarantäne wurden durch die Lagerverwaltung keine nennenswerten Schritte zur Überwindung der Epidemie unternommen. Später wurden der Duschraum und die Entlausungsanstalt fertig gestellt. Nachdem die Häftlinge die Baracken mit Papier abgedichtet hatten, wurden die Räume mit Zyklon B begast. Erst mit der Inbetriebnahme der Dusch- und Entlausungsanlagen Ende März 1942 konnte die Epidemie, an der etwa 1.000 Häftlinge starben, eingedämmt werden. [5]

Zwischen 1941 und Anfang 1942 begannen erste Tötungen nicht arbeitsfähiger Häftlinge durch Phenolspritzen. Diese Methode wurde zuerst durch Rottenführer Bahr und SS-Unterscharführer Breuning im sowjetischen Kriegsgefangenenlager angewandt. Der SS-Arzt Dr. Nommensen selektierte alle nicht mehr für Dachau benötigten Häftlinge aus. Unter dem Vorwand, eine Röntgenuntersuchung durchzuführen, wurden die Häftlinge ins Krankenrevier bestellt und getötet.

Ab dem 3. Juni 1942 mussten die Häftlinge auf Anweisung von Gerhard Maurer auch Sonntagvormittag arbeiten, so dass nur der Sonntagnachmittag arbeitsfrei war. Um die Arbeitsproduktivität zu erhöhen, ordnete die WVHAW an, die Sterblichkeit in den Lagern deutlich zu senken. Zunächst erhielten alle Häftlinge mehr Nahrung. Ab September entstand neben dem Lager ein ganzer Industriekomplex folgender Firmen:

  • Jastram, Kriegsmarineausrüstung, vor allem Motoren und Torpedos
  • Messap, Produktion von Zeitzündern
  • Walther-Werke, Herstellung automatischer Gewehre

Mit weiteren Häftlingstransporten wurde die Zahl der Insassen gegen Ende 1942 auf 10.000 gesteigert.

Im September wurden im Bunker 197 und im November 251 sowjetische Häftlinge mit Gas umgebracht.

Im Oktober wurde der bisherige Rapportführer Albert Lükemeyer zum Lagerführer befördert. Einen Monat später löste Max Pauly den Lagerkommandanten Martin Gottfried Weiss ab. [5]

Das Jahr 1943

Anfang 1943 wurden die Walther-Werke bezugsfertig. Damit begann die Fertigung von Gewehrteilen. Der zur Versorgung des Klinkerwerkes geplante Stichkanal wird fertiggestellt. Der Lagerbetrieb erfordert eine bessere Verkehrsanbindung. Dafür wird ein Verladebahnhof mit Eisenbahnanschluss ins Lager gelegt. Juli 1943 wurden Häftlinge erstmals zur Trümmerbeseitigung eingesetzt.

Im August 1943 unterliegen etwa 9.500 Häftlinge der Lagerverwaltung. Immer mehr deutsche Betriebe setzen KZ-Häftlinge ein. Dafür werden zunehmend Außenlager eingerichtet. Ebenfalls beginnen die Bauarbeiten am U-Boot-Bunker Valentin. Gegen Ende des Jahres 1943 stellt der Lagerarzt 3.991 Tote fest.[6]

Das Jahr 1944

Die militärischen Niederlagen der deutschen Wehrmacht und die damit verbundene Verschlechterung der Versorgungslage der deutschen Bevölkerung, führte auch zu einer wesentlichen Verschlimmerung der Lebensbedingungen im Stammlager und den überfüllten Außenlagern. Im Laufe des Jahres 1944 wurden rund 25.000 Häftlinge aus 28 Nationen in das KZ Neuengamme oder in die Außenlager deportiert. Dazu zählten auch 589 Männer aus dem niederländischen Putten, die fast alle in Neuengamme zu Tode kamen.

Während der Invasion in der Normandie kamen Tausende französischer Häftlinge aus dem KZ Compiegne in das KZ Neuengamme. Ende Juni 1944 kamen 1.030 Letten in das Lager.[7]

Um der deutschen Rüstungsproduktion und damit den deutschen Truppen zu schaden, kam es vermehrt zu Sabotageakten. Zunehmend mehr Häftlinge sahen eine Überlebenschance in der Flucht. Die eingefangenen Häftlinge wurden in das KZ Neuengamme gebracht und am Abend auf dem Appellplatz erhängt. Die SS erhängte gegen Ende des Jahres 360 Gefangene im Bunker, die durch Gerichte verurteilt worden waren.[7]

Weihnachten 1944 richtete die Lagerverwaltung eine Bibliothek mit etwa 800 Büchern für die Häftlinge ein.

Das Jahr 1945

Kranker polnischer Häftling bekommt Medizin von deutscher Angehörigen des Roten Kreuzes im Außenlager Hannover-Ahlem
Kranker polnischer Häftling bekommt Medizin von deutscher Angehörigen des Roten Kreuzes im Außenlager Hannover-Ahlem

Anfangs des Jahres sind für das Gesamtlager etwa 49.000 Häftlinge registriert. Dabei ist das Stammlager mit 12.000 Häftlingen rund dreifach überbelegt. Dabei beträgt der Anteil von Frauen etwa 10.000. Dabei wird das Gesamtlager Neuengamme von 2.211 SS-Angehörigen betrieben.

Graf Folke Bernadotte hat alle skandinavischen Gefangenen in Neuengamme sammeln lassen und lässt die Rückführung in die Heimat ab dem 15. März 1945 beginnen. Ab dem 24. März 1945 lässt die SS die Außenlager räumen. Schätzungsweise 20.000 Häftlinge werden in Auffanglager, wie Bergen-Belsen, Sandbostel und Wöbbelin gebracht. Dabei verhungern viele Tausend Häftlinge. Am 8. April 1945 bombardiert das britische Militär einen Häftlingszug. Dabei sterben rund 2.000 Gefangene.

Der belgische Schriftsteller, Rechtsanwalt und Häftling in Neuengamme, Rene Blieck, kommt vor Neustadt ums Leben
Der belgische Schriftsteller, Rechtsanwalt und Häftling in Neuengamme, Rene Blieck, kommt vor Neustadt ums Leben

Angehörige der 9. US-Armee befreien 3.000 Frauen am 14. April 1945 aus dem Lager Salzwedel. Am 19. April 1945 erreicht die Hauptverwaltung die Anordnung zur Räumung des Hauptlagers. Es folgt der Abtransport von 20 jüdischen Kindern zur Ermordung in der Schule Bullenhuser Damm in Hamburg-Rothenburgsort.

Im Zeitraum zwischen dem 20. und 26. April 1945 werden rund 9.000 Häftlinge nach Lübeck und auf die Schiffe Cap Arcona und Thielbeck verladen.[8]

Gegen Ende April 1945 verlassen die letzten 600 bis 700 Häftlinge das Konzentrationslager Neuengamme. Im selben Zeitraum werden alle Akten vernichtet und das Lager teilweise demontiert, als auch aufgeräumt. Letzte Häftlinge werden der SS-Sonderformation Dirlewanger überstellt. Am 2. Mai 1945 finden britische Truppen das Konzentrationslager Neuengamme leer vor. Am 3. Mai 1945 wird die Cap Arcona vor Neustadt mit etwa 7.100 Opfern, darunter sind 6.600 Häftlinge, versenkt.

Die letzten Häftlinge können am 10. Mai 1945 in Flensburg befreit werden.[9]

Die Unterbringung

Modell des Stammlagers. Hier waren die Häftlinge in Hölzernen Baracken untergebracht.
Modell des Stammlagers. Hier waren die Häftlinge in Hölzernen Baracken untergebracht.
Die Häftlinge mussten in einfachsten Holzkonstruktionen schlafen, oftmals zwei Gefangene in einem Bett. Das Bild zeigt so eine Unterkunft im Außenlager Wöbbelin
Die Häftlinge mussten in einfachsten Holzkonstruktionen schlafen, oftmals zwei Gefangene in einem Bett. Das Bild zeigt so eine Unterkunft im Außenlager Wöbbelin

Als Häftlingsblocks dienten Standard-SS-Holzbaracken. Sie hatten eine Größe von 50 m auf 8 m. Ab 1941 wurden sie mit dreistöckigen Bettkonstruktionen, Spinden, Tischen und Bänken ausgerüstet. Ein Block war für rund 300 Häftlinge vorgesehen. In den späteren Kriegsjahren waren jedoch oft bis zu 600 Häftlinge in ihnen untergebracht.

Die Holzbaracken stellen ein Provisorium dar und sollten durch Steinbauten ersetzt werden. Bei den beiden äußeren Häftlingsblöcken wurde dieser Plan 1943/1944 verwirklicht. In ihnen waren rund 700 Häftlinge interniert.

In den ersten beiden Jahren waren die Gebäude nur mit Handpumpen ausgestattet. Die sanitäre Situation blieb trotz der Einrichtung einer Kanalisation völlig unzureichend. Für Hunderte Häftlinge existierten nur 20 Waschmöglichkeiten.[10]

Die Arbeit der Häftlinge im Stammlager

Neben dem Ausbau des Lagers wurden die Häftlinge zum Bau in den großen Arbeitskommandos gezwungen. Durch Kapos wurden sie bei jedem Wetter zur Arbeit gezwungen, vielfach unter Anwendung von Prügel. Die meisten Häftlinge mussten ab 1942 in den großen Kommandos, wie dem Klinkerwerk, oder für die Firmen Jastram, Messap und Walther arbeiten.

Das Baukommando musste für die Instandhaltung und den weiteren Ausbau des Lagers sorgen. Das „Kommando Elbe“, mit mehreren Tausend Häftlingen, grub einen Stichkanal in die Dove Elbe. Die Häftlinge mussten den Fluss außerdem verbreitern, um ihn bis zum KZ schiffbar zu machen. Auf dem aufgeschütteten Aushub sind heute Gartengrundstücke. In den Tongruben im Lagerkomplex und in der Umgebung hatten die Häftlinge, neben dem Kommando Elbe, die geringste Lebenserwartung.

Das Kommando Klinkerwerk bestand in der Anfangszeit des KZ Neuengamme aus Bautrupps, die die Hallen und Produktionsanlagen errichten mussten. Für den späteren Betrieb der Anlagen wurden etwa 50 Häftlinge eingesetzt.

Mit der Ansiedlung der Firmen Messap, Walther und Jastram 1942, kamen auch Häftlinge in Rüstungsbetrieben zum Einsatz.

In den Außenkommandos wurden Häftlinge in kleineren Betrieben und nach der Bombardierung Hamburgs bei der Trümmerbeseitigung eingesetzt.

Außenlager des KZ Neuengamme

Zum Hauptlager des KZ-Neuengamme gehörten über 90 Außenlager, darunter auch die folgenden innerhalb Hamburgs:[11]

Siehe auch Liste der Außenlager des KZ Neuengamme.

Medizininische Versuche

Im KZ Neuengamme führte SS-Arzt Dr. Kurt Heißmeyer Tuberkulose-Versuche an Häftlingen durch. In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945, wenige Tage vor Kriegsende, wurden im Keller der Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg-Rothenburgsort, einem seit Oktober 1944 als KZ-Außenlager genutzten Gebäude, 20 jüdische Kinder, alle unter zwölf Jahren, mit ihren Pflegern und 24 sowjetische Kriegsgefangene erhängt. Durch diese Tat sollten die Menschenversuche vor den bereits anrückenden britischen Truppen vertuscht werden.

Lagerführer

  1. SS-Hauptsturmführer Walter Eisfeld (Februar/März 1940)
  2. SS-Hauptsturmführer Martin Gottfried Weiss (April 1940 bis August 1942)
  3. SS-Obersturmbannführer Max Pauly (bis 1945)

Die SS-Wachmannschaften

Nach der Errichtung des KZ Neuengamme zu einem eigenständigen Konzentrationslager, unterstand die Verwaltung dem Lagerkommandanten.

Modell des ehemaligen SS-Lagers
Modell des ehemaligen SS-Lagers

Die Verwaltung gliederte sich in die Bereiche:

  • Kommandantur
  • Politische Abteilung (Gestapo)
  • Schutzhaftlager
  • Arbeitseinsatz
  • Verwaltung
  • Lagerarzt
  • Wachmannschaften
  • Schulung

Die drei Lagerkommandanten, die das Lager bis zum Kriegsende hatte, unterstanden der Verwaltung in Oranienburg. Sie gehörten den Totenkopfverbänden an.

Nach den Richtlinien von Theodor Eicke war eine brutale Behandlung der Häftlinge erwünscht und wurde auch belohnt. Neben einem Stacheldrahtzaun, der nachts unter Strom gesetzt wurde, gab es das SS-Wachpersonal, das Fluchtversuche verhinderte.

Die drei bis vier Wachkompanien wurden später in den Außenlagern auch durch anderes staatliches Wachpersonal wie Zoll und Wehrmacht ersetzt.[4]

Bekannte Angehörige der Waffen-SS

Opfer

Skulptur „Der sterbende Häftling“ von Françoise Salmon in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Skulptur „Der sterbende Häftling“ von Françoise Salmon in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Die Gedenkstätte kann heute lediglich 20.400 Menschen mit Namen angeben, die im Stammlager und den Außenlagern vor der Räumung starben. Geschätzt wird, dass es rund 26.800 Opfer gegeben hat. Bei der Räumung fielen viele Häftlinge den Umständen der Kriegswirren zum Opfer. Man geht in diesem Falle von rund 17.000 Toten aus. Aus diesen gesicherten Zahlen lässt sich mit Bestimmtheit ableiten, dass 42.900 Häftlinge Neuengamme nicht überlebten.

Damit war das Konzentrationslager Neuengamme das tödlichste Arbeitslager.[12]

Bekannte Häftlinge

Datenbank der Häftlinge und Bewachungsmannschaften

Der Sozialdemokrat Hans Schwarz (27. März 1904 bis 6. April 1970) war seit 1938 im Konzentrationslager Dachau und von Ende Oktober 1944 bis zur Befreiung am 3. Mai 1945 im Konzentrationslager Neuengamme inhaftiert. Er legte Karteien von ehemaligen Häftlingen und SS-Mannschaften an (Hans-Schwarz-Archiv). Das Archiv wurde von seiner Partnerin Gertrud Meyer fortgeführt und an die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und von dort an das Dokumentenhaus des Konzentrationslagers Neuengamme mit seinem Gedenkstättenarchiv weiter gegeben.

Von den etwa 100.000 Häftlingen sind jetzt 44.000 namentlich bekannt. Fünfzig Prozent der Anfragen von Angehörigen können so geklärt werden.

Nach der Befreiung wurde im ehemaligen Konzentrationslager Neuengamme durch die britische Besatzung das Internierungslager "Civil Internment Camp No. 6" eingerichtet. Von den etwa 7000 Inhaftierten sind 3800 Personen in der Datenbank dokumentiert.

Von den 2600 ehemaligen SS-Mannschaften des Konzentrationslagers Neuengamme mit den Außenlagern befinden sich in der Datenbank 1000 Namen.

Evakuierung und Räumung des Lagers

Die Häftlinge wurden teilweise nach Bergen-Belsen evakuiert
Die Häftlinge wurden teilweise nach Bergen-Belsen evakuiert

Gegen Ende des Krieges begann die SS die frontnahen Lager zu evakuieren. Ab Mitte 1944 wurden Häftlinge und Produktionsanlagen ins Reichsinnere verlagert. Die Evakuierung des Lagers Neuengamme begann am 24. März 1945 mit der Räumung der Außenlager im Emsland.[13] Anfang April wurden nacheinander die Außenlager im Weserbergland, in Wilhelmshaven, Hannover, Braunschweig, Salzgitter und am 10. April 1945 schließlich in Bremen aufgelöst. Die Evakuierungstransporte mit der Eisenbahn dauerten wegen Kriegseinwirkungen bis zu einer Woche, teilweise wurden die Häftlinge auch ohne angemessene Versorgung in tagelangen Fußmärschen weiter getrieben. Diese Todesmärsche hatten zunächst das Stammlager zum Ziel. 9.000 transportunfähige und kranke Häftlinge aus Neuengamme wurden im Kriegsgefangenenlager Sandbostel mit Flecktyphus und Ruhr zurückgelassen, 5.000 Häftlinge wurden nach Wöbbelin abgeschoben und 8.000 meist weibliche Juden Häftlinge kamen nach Bergen-Belsen. Da alle Auffanglager überfüllt waren, befanden sich zuletzt noch rund 14.000 Häftlinge im Stammlager.

Die Räumung des Stammlagers

55 Häftlinge, die im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel inhaftiert waren, wurden am 21. und 23. April von der SS ermordet. Die Kinder, mit denen der SS-Arzt Dr. Kurt Heißmeyer Tuberkulose-Versuche durchgeführt hatte, wurden zur Ermordung in die Schule am Bullenhuser Damm gebracht. 700 Häftlinge, die letzten im Lager, mussten die Spuren des KZ beseitigen und verließen das Lager am 2. Mai 1945. Die alliierten Truppen fanden keinerlei Akten oder sonstige Spuren, die auf die Verwendung der Anlagen schließen ließen, vor. Es wurde lediglich ein Häftling angetroffen, der sich vor der Evakuierung im Dorf versteckt hatte.[12]

Die weißen Busse

Der Vizepräsident des Schwedischen Roten Kreuzes, Graf Folke Bernadotte, hatte die Zustimmung des SS-Reichsführers ausgehandelt, alle skandinavischen Häftlinge aus deutschen Konzentrationslagern evakuieren zu dürfen. Die SS-Führung erhoffte sich durch ihre Zustimmung günstigere Ausgangsbedingungen bei Waffenstillstandsverhandlungen mit den West-Alliierten. Als Sammelpunkt für die skandinavischen Häftlinge wurde das Lager Neuengamme festgelegt. Als erstes wurden erkrankte Häftlinge evakuiert. Am 20. April 1945 konnten über 4.000 skandinavische Häftlinge mit den weißen Bussen das Lager Neuengamme verlassen und aus Deutschland evakuiert werden.[14]

Modell des ehemaligen Luxusliners Cap Arcona
Modell des ehemaligen Luxusliners Cap Arcona

Deportation auf KZ-Schiffe

Rund 10.000 Häftlinge, die zuletzt im Stammlager verblieben waren, sollten auf Schiffe gebracht werden. Der Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann beschlagnahmte dafür drei Schiffe, unter anderem den Luxusliner Cap Arcona. Mehr als 10.000 Häftlinge wurden auf drei Schiffe verladen. An Bord starben bald die ersten Häftlinge durch die katastrophalen Lebensbedingungen.

Am 3. Mai 1945 wurden zwei dieser Schiffe durch einen britischen Luftangriff versenkt. Rund 6.400 der etwa 7.000 Häftlinge verloren dabei ihr Leben.

Geschichte nach dem Ende des Krieges

Die zweite ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) Vierlande
Die zweite ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) Vierlande

Ab dem 11. Juli 1945 übernahm das belgische 25. Füsilierbataillon und ab dem 3. November 1945 das britische Militär die Bewachung des Lagers. Zunächst wurde es etwa vier Wochen lang für die Unterbringung von Displaced Persons, hauptsächlich sowjetische Zwangsarbeiter, genutzt und danach einen Monat lang als Kriegsgefangenenlager. Im Anschluss daran wurde es zum Internierungslager, wobei die alte stillgelegte Ziegelei und das ehemalige KZ-Gelände genutzt wurden. Ein weiteres Camp wurde im Mai 1946 errichtet. In den Holzbaracken fanden jeweils etwa 200 Internierte Platz. Im Oktober 1945 waren etwa 8.000 Personen im Lager interniert. Zu den prominentesten Häftlingen gehörte Friedrich Flick, der 1947 in Nürnberg zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. In einem separaten Lager waren mutmaßliche Kriegsverbrecher wie Mitglieder der ehemaligen KZ-Wachmannschaften inhaftiert. Ab dem Sommer 1947 wurden etwa 4.400 der internierten Angehörigen der NS-Organisationen vor dem Spruchgericht Hamburg-Bergedorf angeklagt.[15] Am 13. August 1948 wurde das „Civil Internment Camp No. 6“, bestehend aus sechs Lagern, aufgelöst.

Im Zuge der Bestrebungen zur Schließung der JVA Vierlande wurde an die Mauer der Anstalt dieser Spruch geschmiert. Ein Foto befindet sich heute in der Dauerausstellung.
Im Zuge der Bestrebungen zur Schließung der JVA Vierlande wurde an die Mauer der Anstalt dieser Spruch geschmiert. Ein Foto befindet sich heute in der Dauerausstellung.

1953 wurde eine erste Gedenktafel von ehemaligen KZ-Insassen und 1965 eine offizielle Gedenktafel installiert. Anstelle der ehemaligen Gärtnerei wurden Äcker angelegt. Das Ziegelwerk wurde abgetragen und an seiner Stelle entstanden Wohnungen. 1970 wurde eine Jugendstrafanstalt auf dem Gebiet des ehemaligen Konzentrationslagers errichtet. Damit war ein Betreten des ehemaligen KZ-Areals nicht mehr möglich. Seit 1981 wird an der Umwidmung des KZs in eine Dokumentations- und Gedenkstätte gearbeitet; einen Anfang machte der Bau eines Dokumentationshauses, das auf dem Gelände der Lagergärtnerei entstand. Als Mitte der 1980er Jahre die Stadt Hamburg den Abriss des Klinkerwerkes beschloss, organisierten sich massive Proteste. 1984 wurden die Reste der KZ-Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahr 2003 wurde die Justizvollzugsanstalt verlegt. Die sich auf dem Gelände der ehemaligen Tongruben befindende weitere Vollzugsanstalt IX wurde im Februar 2006 nach Billwerder-Moorfleet verlegt.

Neugestaltung auf dem ehemaligen Gelände der JVA Vierlande
Neugestaltung auf dem ehemaligen Gelände der JVA Vierlande

Im Zuge der Neugestaltung des Geländes im Jahre 2005 wurden die Fundamente des Appellplatzes freigelegt. Es ist der einzige Bestandteil der Gedenkstätte, der rekonstruiert wurde. Die Schuttmassen des abgerissenen Gebäudes der Justizvollzugsanstalt wurden in Drahtkörben als Markierung für die Lage der KZ-Gebäude in die Gestaltung der Gedenkstätte einbezogen. Die beiden steinernen Unterkunftsblöcke wurden in ein Studienzentrum und ein Hauptmuseum umgebaut.

KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Überreste der Arrestzellen. Nach der Freilegung 2003 in die neue Gedenkstätte eingebaut.
Überreste der Arrestzellen. Nach der Freilegung 2003 in die neue Gedenkstätte eingebaut.
Ausstellung zur Wehrmacht in den ehemaligen SS-Garagen
Ausstellung zur Wehrmacht in den ehemaligen SS-Garagen

Durch andere Nutzung, bewusste Vertuschung und teilweisen Abriss vergaß die Öffentlichkeit das Konzentrationslager Neuengamme.[16] Wie in anderen Städten auch, war in Hamburg das öffentliche Interesse für das Konzentrationslager vor den Toren der Stadt lange Zeit gering. Bis in die Siebzigerjahre, so hebt der Historiker Malte Thießen in seiner Studie zum Gedenken an Neuengamme hervor, reagierten sämtliche Regierungen der Stadt "auf jegliche Initiative zur Gedenkstättenarbeit in Neuengamme tendenziell ablehnend." Die langsame Entstehung der Gedenkstätte ist also auch ein Spiegel für die (ver)späte(te) Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus: "Der weite Weg" zu einer KZ-Gedenkstätte Neuengamme "spiegelt daher politische Konjunkturen und mentalitätsgeschichtliche Wandlungen der Bundesrepublik" wider. [17]

Erst nach Protest ehemaliger französischer Häftlinge und der aufkeimenden öffentlichen Diskussion versuchte die Stadt Hamburg, durch Errichtung einer kleinen Gedenkstätte alle Parteien zufriedenzustellen. Am Beginn des ehemaligen Lagergeländes wurde eine Platte mit der Aufschrift Für die Opfer 1939–1945 angebracht, die später durch eine steinerne ersetzt wurde. Dem inzwischen stärker werdenden Echo folgend, entstand eine kleine Ausstellung auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei. Nach zwischenzeitlichem Umzug der Ausstellung in die ehemaligen Walther-Werke entstand nach Abriss der JVA ein Museumskomplex im Steingebäude 2.

Die neue Gedenkstätte, die inzwischen das ganze ehemalige Lager umfasst, konnte zum 60. Jahrestag der Befreiung im Mai 2005 eingeweiht werden. Die Gedenkstätte ist nun im Besitz von 50 Hektar des historischen Geländes sowie von 15 Originalbauten. Einzig der Bereich des ehemaligen Stammlagers wurde umgebaut. Die nach dem Krieg abgerissenen Baracken wurden durch Steinkörbe angedeutet, wobei lediglich der ehemalige Appellplatz rekonstruiert wurde. Überall auf dem Gelände sind Hinweisschilder mit Erklärungen und historischen Fotos angebracht.

Gedenkstätte am Ort des ehemaligen Krematoriums
Gedenkstätte am Ort des ehemaligen Krematoriums

Denkmale in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Hauptartikel: Denkmale in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Zum Teil durch die schrittweise Einrichtung der Gedenkstätte bedingt, sind viele unterschiedliche Denkmäler auf dem Areal verteilt. Sie reichen von einzelnen Gedenkplatten der Opfer bis zu Parkartig angelegten Bereichen. Eine zentrale Stellung nimmt dabei das Haus des Gedenkens ein, das nach der Öffnung des Hauptgeländes vom Museum in einen Ort der Besinnung umgewandelt worden ist.

Des Weiteren befinden sich an vielen Orten ehemaliger Außenlager eigenständige Denkmäler.

Gebäude und Gelände des KZ Neuengamme

Teile ehemaliger Unterkunftsbaracken in der Dauerausstellung
Teile ehemaliger Unterkunftsbaracken in der Dauerausstellung

Hauptartikel: Gebäude und Gelände des KZ Neuengamme

Das KZ Neuengamme wurde nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin als Internierungslager und Justizvollzugsanstalt verwendet. Die Gebäude wurden verkauft und das Gelände für Besucher gesperrt. Alle nicht mehr verwendungsfähigen Gebäude wurden abgerissen. Die Stadt Hamburg setzte alles daran, die Spuren der Vergangenheit zu vertuschen. Erst massive Proteste aus der Bevölkerung führten zu einem 50 Jahre dauernden Prozess der Anerkennung der Vergangenheit.

2006 wurde der letzte Teil des ehemaligen Stammlagers in die Gedenkstätte eingegliedert. Die Wünsche der ehemaligen Häftlinge wurden dabei nicht beachtet. In den Walther-Werken werden in unregelmäßigen Zeiträumen wechselnde Ausstellungen zur Ergänzung präsentiert.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Bringmann, Fritz: KZ Neuengamme. Berichte, Erinnerungen, Dokumente. Nachdruck der 1981 erschienenen Erstauflage, Aukrug 1993.
  2. Kaienburg, Hermann: KZ-Haft und Rassenideologie. Die Bedeutung der nationalsozialistischen Rassenideologie für die Häftlingsbehandlung im Konzentrationslager Neuengamme. In: Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, 1/1994, S. 22–34.
  3. KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.): Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Bonn 1997.
  4. a b Ulrich Bauche, Heinz Brüdigam, Ludwig Eiber und Wolfgang Wiedey (Hrsg.): Arbeit und Vernichtung. Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Katalog zur ständigen Ausstellung im Dokumentenhaus der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Hamburg 21991.
  5. a b Jureit, Ulrike/Karin Orth: Überlebensgeschichten. Gespräche mit Überlebenden des KZ Neuengamme. Mit einem Beitrag von Detlef Garbe, Hamburg 1994.
  6. Bondy, Ruth: Mehr Glück als Verstand. München 2000.
  7. a b Lebensläufe. Lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden des KZ Neuengamme. Ein Archiv-Findbuch. Hg.: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg 1994.
  8. Schön, Heinz: Die Cap Arcona-Katastrophe. Eine Dokumentation nach Augenzeugenberichten, Stuttgart 1989.
  9. Giergielewicz, Jerzy: Endstation Neuengamme, Außenlager Drütte. Der Weg eines 17-jährigen aus Warschau durch vier Konzentrationslager, hg. v. d. KZ-Gedenkstätte Neuengamme u. d. Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte, Bremen 2002.
  10. Suchowiak, Bogdan: Die Tragödie der Häftlinge von Neuengamme. S. 24ff.
  11. Banse, Dietrich: Das Außenlager Uelzen des Konzentrationslagers Neuengamme. Eine Dokumentation. Suhlendorf 1990.
  12. a b Schwarberg, Günther: Angriffsziel „Cap Arcona“. Überarb. Neuauflage, Göttingen 1998.“
  13. Borgsen, Werner/Volland, Klaus: Stalag X B Sandbostel. Zur Geschichte eines Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers in Norddeutschland 1939–1945. Bremen 32003.
  14. Bernadotte, Folke: Das Ende. Meine Verhandlungen in Deutschland im Frühjahr 1945 und ihre politischen Folgen. Zürich 1945.
  15. Wember, Heiner: Umerziehung im Lager. Internierung und Bestrafung von Nationalsozialisten in der britischen Besatzungszone Deutschlands.. In: Düsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte Nordrhein-Westfalens, Bd. 30. Essen 1991, S. 70ff. ISBN 3-88474-152-7
  16. Bringmann, Fritz/Roder, Hartmut: Neuengamme. Verdrängt – Vergessen – Bewältigt? Die „zweite“ Geschichte des Konzentrationslagers Neuengamme 1945–1985. Hamburg 1987.
  17. Malte Thießen: Eingebrannt ins Gedächtnis. Hamburgs Gedenken an Luftkrieg und Kriegsende 1943 bis 2005. München 2007, S. 12. ISBN 9-783937-904559

Literatur

  • Barfod, Jørgen H.: Helvede har mange navne. København 1969.
  • Die Ausstellungen. Dreisprachige Ausgabe: Deutsch – English – Français. Hg.: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Redaktion: Detlef Garbe, Wolfgang Stiller, Bremen 2005.
  • Garbe, Detlef/Sabine Homann: Jüdische Gefangene in Hamburger Konzentrationslagern, in: Arno Herzig (Hg.), Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990. Wissenschaftliche Beiträge der Universität Hamburg zur Ausstellung „Vierhundert Jahre Juden in Hamburg“. Hamburg 1991 (Dölling und Galitz), S. 545-559
  • Garbe, Detlef: Institutionen des Terrors und der Widerstand der Wenigen, in: Axel Schildt im Auftrag der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (Hg.): Hamburg im Dritten Reich, Göttingen 2005, S. 519–572.
  • Häftlinge im KZ Neuengamme. Verfolgungserfahrungen, Häftlingssolidarität und nationale Bindung. Eine Tagung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme, der Amicale Internationale KZ Neuengamme und der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. 1.–3. September 1998. Hg.: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg 1999.
  • Kaienburg, Hermann: „… sie nächtelang nicht ruhig schlafen ließ“. Das KZ Neuengamme und seine Nachbarn, in: Dachauer Hefte, 12 (1996), S. 34–57.
  • Kaienburg, Hermann: „Freundschaft? Kameradschaft? … Wie kann das dann möglich sein?“ Solidarität, Widerstand und die Rolle der „roten Kapos“ in Neuengamme, in: Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, 4 (1998), S. 18–50.
  • Kaienburg, Hermann: „Vernichtung durch Arbeit“. Der Fall Neuengamme. Die Wirtschaftsbestrebungen der SS und ihre Auswirkungen auf die Existenzbedingungen der KZ-Gefangenen, Bonn 1990.
  • Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Bonn 1997.
  • Keizer, Madelon de: Razzia in Putten. Verbrechen der Wehrmacht in einem niederländischen Dorf. Aus dem Niederländischen übersetzt und bearbeitet von Stefan Häring. Köln 2001.
  • Lebensläufe. Lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden des KZ Neuengamme. Ein Archiv-* * Findbuch. Hg.: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg 1994.
  • Poljanšek, Miloš: Sonce tisočih je utonilo v morju. Koncentracijsko taborišče Hamburg-Neuengamme 1938–1945. Ljubljana 2002.
  • Anschütz, Janet /Irmtraud Heike: „Man hörte auf, ein Mensch zu sein“. Überlebende aus den Frauenkonzentrationslagern in Langenhagen und Limmer berichten, Hamburg 2003.
  • Banse, Dietrich: Das Außenlager Salzwedel – KZ Neuengamme, in: Fremde – Flüchtlinge im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Hg.: Museum Wustrow, Wüstrow 1991, S. 246–254.
  • Banse, Dietrich: Das Außenlager Uelzen des Konzentrationslagers Neuengamme. Eine Dokumentation, Suhlendorf 1990.
  • Bästlein, Klaus (Hg.): Das KZ Husum-Schwesing, Außenkommando des Konzentrationslagers Neuengamme. Materialien zu einem dunklen Kapitel nordfriesischer Geschichte, Bredstedt/Bräist 1983.
  • Buggeln, Marc: Das Außenlagersystem des Konzentrationslagers Neuengamme, in: Sabine Moller/Miriam Rürup/Christel Trouvé (Hg.): Abgeschlossene Kapitel? Zur Geschichte der Konzentrationslager und der NS-Prozesse, Tübingen 2002, S. 15–27.
  • Das KZ unter der Hochstraße. Informationen zur Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ-Drütte, hg. v. Arbeitskreis Stadtgeschichte, 3. Aufl., Salzgitter 2001.
  • Eiber, Ludwig: Außenlager des KZ Neuengamme auf den Hamburger Werften, in: 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, 10 (1995), Heft 2, S. 57–73.
  • Eiber, Ludwig: Das KZ-Außenlager Blohm & Voss im Hamburger Hafen, in: Hermann Kaienburg (Hg.): Konzentrationslager und deutsche Wirtschaft 1939–1945, Opladen 1996, S. 227–238.
  • Erinnerungsstätte an die Zwangsarbeit auf dem Gelände des Volkswagenwerks. Hg.: Volkswagen Kommunikation, Unternehmensarchiv, Wolfsburg 1999.
  • Fabrik für die Ewigkeit. Der U-Boot-Bunker in Bremen-Farge. Von Nils Aschenbeck, Rüdiger Lubricht, Hartmut Roder u. a., Hamburg 1995.
  • Fröbe, Rainer/Claus Füllberg-Stolberg: Von der Résistance zum Widerstand im Konzentrationslager. Weibliche KZ-Häftlinge in Ravensbrück und Hannover-Limmer, in: Dachauer Hefte, 7 (1991), S. 191–209.
  • Fröbe, Rainer: „Vernichtung durch Arbeit“? KZ-Häftlinge in Rüstungsbetrieben an der Porta Westfalica in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs, in: Joachim Meynert/Arno Klönne (Hg.): Verdrängte Geschichte–Verfolgung und Vernichtung in Ostwestfalen 1933–1945, Bielefeld 1986, S. 221–297.
  • Hoch, Gerhard: Hauptort der Verbannung, Das KZ-Außenkommando Kaltenkirchen, Bad Segeberg 1979.
  • Hopp, John: Die Hölle in der Idylle. Das Außenlager Alt Garge des Konzentrationslagers Neuengamme, 2. erw. Aufl., Hamburg 1993.
  • Johe, Werner: „Frierend, hungrig und todmüde …“. Frauenarbeit im Konzentrationslager Neuengamme, in: Dachauer Hefte, 3 (1987), S. 58–76.
  • Kaienburg, Hermann: Zwangsarbeit für das „deutsche Rohstoffwunder“. Das Phrix-Werk Wittenberge im Zweiten Weltkrieg, in: 1999, Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, 9 (1994), Heft 3, S. 12–41.
  • Köhn, Gerhard: Das Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg in Soest und Bad Sassendorf (11. SS-Baubrigade) 1945, in: Soester Zeitschrift, Jg. 1986, S. 101–124.
  • Konzentrationslager in Hannover. KZ-Arbeit und Rüstungsindustrie in der Spätphase des Zweiten Weltkrieges. Von Rainer Fröbe/Claus Füllberg-Stolberg/Christoph Gutmann/Rolf Keller/Herbert Obenaus/Hans Hermann Schröder. 2 Bände, Hildesheim 1985.
  • Konzentrationslager Ladelund 1944. Wissenschaftliche Dauerausstellung in der KZ-Gedenkstätte Ladelund, Schleswig-Holstein. Hg.: Ev.-luth. Kirchengemeinde Ladelund, Ladelund 1990.
  • Kooger, Björn: Rüstung unter Tage. Die Verlagerung von Rüstungsbetrieben und der Einsatz von KZ-Häftlingen in Beendorf und Morsleben, Berlin 2004.
  • Kristensen, Henrik Skov: Udekommando Versen–Jens Martin Sørensen KZ-billeder, in: Nordslesvigske Museer. Årbog for museerne i Sønderjyllands Amt, 23 (1998), S. 5–32.
  • Laßt es ruhn!? Salzwedel im Nationalsozialismus. Ausstellung zur Geschichte Salzwedels in der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945. Hg.: Museen des Altmarkkreises Salzwedel, Spröda 1999.
  • Liedke, Karl/Elke Zacharias: Das KZ-Außenlager Schillstraße. Der Arbeitseinsatz von KZ-Häftlingen bei der Firma Büssing. Hg.: Arbeitskreis Andere Geschichte und Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, 2. Aufl., Braunschweig 1996.
  • Lorenzen, Olde: Macht ohne Moral. Vom KZ Husum-Schwesing zum Mahnmal für die Opfer, Heide 1994.
  • Lw.2/XI–Muna Lübberstedt. Zwangsarbeit für den Krieg. Von Barbara Hillmann/Volrad Kluge/Erwig Kramer, unter Mitarbeit von Thorsten Gajewi und Rüdiger Kahrs, Bremen 1996.
  • Mommsen, Hans/Manfred Grieger: Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich, Düsseldorf 1996 (darin: „Die Arbeits- und Lebensbedingungen der KZ-Häftlinge auf dem Laagberg, S. 766–799).
  • Müller, Hartmut: Die Frauen von Obernheide. Jüdische Zwangsarbeiterinnen in Bremen 1944/1945. Hg.: Senator für Arbeit der Freien Hansestadt Bremen, Bremen 1988.
  • Obenaus, Herbert: Die Außenkommandos des Konzentrationslagers Neuengamme in Hannover
  • Hermann Kaienburg (Hg.): Konzentrationslager und deutsche Wirtschaft 1939–1945, Opladen 1996, S. 211–226.
  • Obenaus, Herbert: Konzentrationslager und Rüstungswirtschaft. Der Einsatz von KZ-Häftlingen in Industriebetrieben Hannovers, in: Ludwig Eiber (Hg.): Verfolgung–Ausbeutung–Vernichtung.
  • Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Häftlinge in deutschen Konzentrationslagern 1933-1945. Hannover 1985, S. 160-183.
  • Ortgies, Norbert/Ursula Wilm-Chemnitz: Tage im Tunnel. Das KZ-Außenlager A1 Lengerich 1944-1945, Osnabrück 2001.
  • Pischke, Gudrun: „Europa arbeitet bei den Reichswerken.“ Das nationalsozialistische Lagersystem in Salzgitter, Salzgitter 1995.
  • Richter, Axel: Das Unterkommando Vechelde des Konzentrationslagers Neuengamme. Zum Einsatz von KZ-Häftlingen in der Rüstungsproduktion. Hg.: Gemeinde Vechelde, Vechelde 1985.
  • Riespott–KZ an der Norddeutschen Hütte. Berichte, Dokumente und Erinnerungen über Zwangsarbeit 1935–1945. Hg.: Kollegengruppe der Klöckner-Werke AG, Bremen 1984.
  • Rodegast, Günter: Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Kurmärkische Zellwolle und Zellulose AG. Aus der Geschichte eines Wittenberger Phrix-Werkes. Hg.: Prignitzer Heimatverein Wittenberge, Wittenberge 2000.
  • Romey, Stefan: Ein KZ in Wandsbek. Zwangsarbeit im Hamburger Drägerwerk, Hamburg 1994.
  • Schmidt, Dieter/Fabian Becker: Bunker „Valentin“. Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit. Bremen-Farge 1943–45, Bremen/Rostock 1996.
  • Schultz, Karl-Heinz: Das KZ-Außenlager Neugraben, in: Harburg. Von der Burg zur Industriestadt. Beiträge zur Geschichte Harburgs 1288–1938. Hg.: Jürgen Ellermeyer/Klaus
  • Richter/Dirk Stegmann, Hamburg 1988, S. 493–503.
  • Schultz, Oliver: Wenn Zahlen zu Gesichtern werden. Spurensuche nach Angehörigen von Ladelunder KZ-Opfern in Polen, Flensburg 1994.
  • Siegfried, Klaus-Jörg: Das Leben der Zwangsarbeiter im Volkswagenwerk 1939–1945, Frankfurt am Main/New York 1988.
  • Ständer, Ilse: Das Außenlager Boizenburg des KZ Neuengamme. Hg.: Heimatmuseum der Stadt Boizenburg, Boizenburg 1996.
  • Suhr, Elke: Das Konzentrationslager im Pfarrgarten, Ein Panzergraben-Kommando für den Friesenwall–Aurich/Engerhafe 1944, Oldenburg 1984.
  • Thießen, Malte: Eingebrannt ins Gedächtnis. Hamburgs Gedenken an Luftkrieg und Kriegsende 1943 bis 2005, München 2007. ISBN 9-783937-904559.
  • Wysocki, Gerd: Häftlinge in der Kriegsproduktion des „Dritten Reiches“. Das KZ Drütte bei den Hermann-Göring-Werken in Watenstedt-Salzgitter, Oktober 1942 bis April 1945, 2. Aufl., Salzgitter 1986.
  • Zietlow, Karl-Heinz: Unrecht nicht vergessen 1933–1945. Zwangsarbeit und KZ-Häftlinge in Hamburg-Langenhorn, Hamburg o. J. (1995).

Weblinks

Commons
 Commons: KZ Neuengamme – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 25′ 50" N, 10° 14′ 1" O


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