
Karlheinz Brandenburg, (* 20. Juni 1954 in Erlangen) ist ein deutscher Elektrotechniker. Gemeinsam mit Gerhard Stoll (IRT-Deutschland), Yves-François Dehery (CCETT-Frankreich), Leon Van de Kerkhof (Philips-Nederland) und James Johnston (AT&T-USA) entwickelte er das MP3-Dateiformat zur Audiodatenkompression. Er ist außerdem für seine grundlegenden Arbeiten im Bereich der Audiocodierung, der Wahrnehmungsmessung, der Wellenfeldsynthese und der Psychoakustik bekannt.
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Nach seinem Abitur 1973 begann Brandenburg sein Elektrotechnik- und Mathematik-Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, erhielt sein Diplom 1980 (Elektrotechnik) und 1982 (Mathematik). Danach wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Technische Elektronik und promovierte im Jahr 1989. In seiner Dissertation beschrieb er Techniken, welche die Grundlage für viele moderne Audiokodierungs- bzw. Audiodatenkompressionsverfahren bilden. Von 1989 bis 1990 war er Postdoctoral member of technical staff bei den AT&T Bell Laboratories (USA). In Erlangen war er bis 1993 als akademischer Rat auf Zeit und danach bis 1999 als Abteilungsleiter am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen aktiv. Im Jahr 2000 wechselte Karlheinz Brandenburg nach Ilmenau und wurde Inhaber des Lehrstuhls Elektronische Medientechnik des Instituts für Medientechnik an der Technischen Universität. Im Mai 2000 wurde er zum Leiter der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Elektronische Medientechnologie AEMT in Ilmenau ernannt. Die ehemalige Außenstelle des Instituts für Integrierte Schaltungen überführte Prof. Brandenburg zum 1. Januar 2004 erfolgreich in das eigenständige Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT.
Karlheinz Brandenburg ist Mitglied verschiedener internationaler Standardisierungsgremien, Fellow of IEEE und Fellow der Audio Engineering Society (AES) sowie ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Derzeit hält Prof. Brandenburg mehr als 100 Patente. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge. Zusammen mit Mark Kahrs (Rutgers University) veröffentlichte er den Fachband »Applications of Digital Signal Processing to Audio and Acoustics«.
Brandenburg wurde mit zahlreichen Preisen für seine Forschungsarbeiten ausgezeichnet. Im Jahr 2000 erhielt er zusammen mit seinen Kollegen Harald Popp und Bernhard Grill den Deutschen Zukunftspreis. Seit Mai 2004 ergänzt der »IEEE Masaru Ibuka Consumer Electronic Award« für seine wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiet der Digitalen Audiocodierung die Reihe seiner Auszeichnungen. Im Dezember 2006 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Darüber hinaus hat ihn die International Electrotechnical Commission (IEC) zu einem der 120 wichtigsten Vordenker der Elektrotechnik aller Zeiten gewählt und ihn in die »Hall of Fame« der bedeutendsten Persönlichkeiten ihrer Zunft aufgenommen. Im März 2007 würdigte die amerikanische Consumer Electronics Association (CEA) Prof. Karlheinz Brandenburg zusammen mit den Professoren Dieter Seitzer und Heinz Gerhäuser für die Entwicklung und Verbreitung des MP3-Formats und nahm sie stellvertretend für das gesamte Fraunhofer-Entwicklerteam in die »CE Hall of Fame« auf.
Im Jahr 2004 gründete das Institut das Fraunhofer-Spin off IOSONO GmbH in Ilmenau, die sich auf dreidimensionalen Sound und Wellenfeldsynthese und Produkte für Kinos, Tonstudios und vieles mehr spezialisiert hat.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brandenburg, Karlheinz |
| KURZBESCHREIBUNG | Deutscher Elektrotechniker, einer der Väter des MP3-Audiocodecs |
| GEBURTSDATUM | 20. Juni 1954 |
| GEBURTSORT | Erlangen |
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