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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Kasan (Begriffsklärung) aufgeführt. |
| Stadt
Kasan
Казань
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| Liste der Städte in Russland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Kasan (russisch Казань, tatarisch Qazan /Казан, tscheremissisch Osun) ist die Hauptstadt der Republik Tatarstan in Russland, an der Wolga, mit rund 1.116.000 Einwohnern (Stand: 2007). Als Gründungsdatum der Stadt gilt das Jahr 1005.
Kasan ist das Zentrum des russischen Islam sowie ein wichtiger Maschinenbaustandort und Verkehrsknotenpunkt.
Inhaltsverzeichnis |
In Kasan herrscht ein gemäßigtes Kontinentalklima mit kalten Wintern (mitunter fallen die Temperaturen unter –30 °C) und milden Sommern, mit Durchschnittstemperaturen von 20 °C.
Kasan wurde im 10. Jahrhundert von Wolgabulgaren gegründet und war als Hauptstadt des tatarischen Khanat Kasan die erste nichtrussische Stadt, die Zar Iwan IV., genannt „der Schreckliche“, 1552 dem russischen Reich einverleibte. Die Eroberung Tatarstans begründete die Tradition des russischen Vielvölkerstaates und sein Verhältnis zu nichtrussischen Minderheiten.
1870 erschien in Kasan die erste gedruckte Version des heute in viele Sprachen übersetzen Buches Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, eines Klassikers der ostkirchlichen Spiritualität, durch das das Jesusgebet weltweit bekannt wurde.
Außerdem etablierte sich Kasan als eine bedeutende russische Universitätsstadt. Viele bedeutende Persönlichkeiten wie zum Beispiel Lenin und Tolstoi studierten an der Kasaner Universität, die zu den ältesten des Landes gehört.
In der Zwischenkriegszeit führte die deutsche Reichswehr (Inspektion 6 Kraftfahrwesen) hier zusammen mit der sowjetischen Armee Entwicklung und Ausbildungen an Panzern durch. Die Deutschen Panzer I bis IV (nicht zu verwechseln mit den späteren V Panther und VI Tiger) wurden dort entwickelt.
Siehe auch: Moskau-Kasan-Kriege
Die Bevölkerung besteht aus Tataren (ca. 52 %), Russen (etwa 38 %), Tschuwaschen (knapp 2 %), Ukrainern (ca. 1 %), Russlanddeutschen u.a.
Die am stärksten vertretenen Religionen sind die Russisch-Orthodoxe Kirche sowie der Islam: So wurde im Frühsommer 2005 in Kasan die größte Moschee Europas eröffnet.
Unter den religiösen Minderheiten sind auch Katholiken, Protestanten, Juden, Bahai und Krishna mit eigenen Gebetshäusern vertreten, wobei die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde von Kasan ein eigenes Kammerorchester unterhält.
Siehe auch: Islam in Russland; Liste der Bischöfe von Kasan
Die Stadt gilt als eine Perle der Architektur, die Orient und Okzident in sich vereint. Der Kasaner Kreml (Lage) gilt als einer der schönsten seiner Art und ist aus diesem Grund in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden. Dort steht auch der ehemalige Gouverneur-Palast, der von 1843 bis 1853 an Stelle des Khan-Palastes vom russischen Architekten Konstantin Thon errichtet wurde. Darüber hinaus errichtete Thon die daneben stehende Schlosskirche.
Anlässlich des erfolgreichen Feldzuges nach Kasan ließ Iwan IV. eine Kathedrale in Moskau errichten: die Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz. Gleichzeitig wurde auf Befehl des Zaren eine kleine hölzerne Kirche im Kasaner Kreml gebaut, die schon nach drei Tagen fertig war. Später wurde diese Kirche umgebaut, und seit vermutlich 1556 steht im Kasaner Kreml eine prachtvolle orthodoxe Kathedrale: die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale. Diese Kathedrale ist das älteste Baudenkmal des Kasaner Kremls.
Nahe der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale befindet sich ein Turm aus rotem Ziegelstein: der Sujumbike-Turm. Der nach der letzten Kasaner Zarin Sujumbike benannte Turm entstand im 18. Jahrhundert. Hinter dem Turm befindet sich ein Mausoleum mit den Sarkophagen der tatarischen Khane.
Anlässlich des 1000-jährigen Bestehens im Jahre 2005 wurden der Kreml und andere Gebäude renoviert.
Der Hauptturm des Kasaner Kremls ist der Spasski-Turm oder der Erlöser-Turm. Dieser Turm wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Aber nach der Meinung einiger bekannter Architekten stammt das erste Stockwerk des Turmes aus dem 16. Jahrhundert und wurde noch von den russischen Baumeistern Postnik Jakowlew und Iwan Schirjaew erbaut. Bis zur Oktoberrevolution 1917 befand sich im obersten Stockwerk eine Kapelle und noch heute kann man dort Umrisse der Kirchenfenster erkennen. Ganz oben auf dem Turm ist ein Stern angebracht, der in den 30er-Jahren aufgestellt wurde. Heute wird oft darum gestritten, ob dieser Stern hier passend ist. Aber die Regierung ist der Meinung, dass ein Kreuz die Tataren und ein Halbmond die Russen beleidigen könnte.
Der Eishockeyverein Ak Bars Kasan spielt in der Kontinentalen Hockey-Liga.
Der Fußballverein Rubin Kasan vertritt die Stadt in der Premjer-Liga.
Der Basketballverein UNICS Kasan spielt in der Superleague Russland.
Das Verkehrsnetz ist gut entwickelt, wozu auch die Schifffahrt auf mehreren Flüssen, unter anderem der Wolga und Kama und der internationale Flughafen beitragen.
2005 wurde anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Stadt die Kasaner Metro eröffnet. Sie umfasst derzeit eine Linie mit fünf Stationen und soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Weitere öffentliche Verkehrsmittel der Stadt sind die Straßenbahn, Busse, Trolleybusse und Marschrutkas. Die Stadt hat auch einen Fernbahnhof, einen Binnenhafen sowie einen internationalen Flughafen, der seit März 1997 auch von der Lufthansa angeflogen wird.
Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Erdölförderung und Erdgasgewinnung sowie Erdölverarbeitung. Flugzeugbau, Nahrungsmittel- und Textilindustrie sind ebenfalls von großer Bedeutung. Die Landwirtschaft nimmt eine zentrale Stellung ein: 65 % der Fläche sind bebaut oder Weideland.
In Kasan befinden sich zwei große Flugzeugwerke: Die Kazan Aircraft Production Association und Kasan Helicopters, bekannt durch die Mil Mi-8 und Mil Mi-17 Hubschrauber. Auch chemische und pharmazeutische Industrie befindet sich in Kasan.
Das Deutsche Haus der Republik Tatarstan wurde 2000 gegründet. Das Deutsche Haus ist heute ein Zentrum der Russlanddeutschen sowie ein Zentrum für deutsche Sprache und Kultur, Direktor ist (2008) Victor Dietz.
Kasan war Ende der Sechziger Jahre eine der ersten Städte der Sowjetunion, in der kriminelle Jugendbanden sich zusammenfanden, die später auch Ableger in Sankt Petersburg und Moskau gründeten. Diese Erscheinung wurde als „Kasan-Phänomen“ bezeichnet. Der Terminus fand später auch Eingang in die englische Sprache als „Kazan phenomenon“ und zog auch einige soziologische Untersuchungen nach sich.
Kasan unterhält seit 1988 eine „Städtefreundschaft“ mit Braunschweig.
Europäischer Teil: Historisches Zentrum von Sankt Petersburg | Kirchen von Kischi Pogost auf der Insel Kischi im Onegasee | Kreml und Roter Platz in Moskau | Baudenkmäler von Nowgorod und Umgebung | Geschichts- und Kulturdenkmäler auf den Solowezki-Inseln am Weißen Meer | Kathedrale von Wladimir, Klöster und Kirchen von Susdal und Kidekscha | Befestigtes Kloster der heiligen Dreifaltigkeit und des heiligen Sergius in Sergijew Possad | Auferstehungskirche in Kolomenskoje | Urwälder von Komi | Westlicher Kaukasus | Kreml von Kasan | Kloster Ferapontow | Kurische Nehrung | Zitadelle, Altstadt und Festung von Derbent | Kloster Nowodewitschi | Altstadt von Jaroslawl | Struve-Bogen
Asiatischer Teil: Baikalsee | Vulkan-Region von Kamtschatka mit dem Naturpark Kljutschewskoi | Goldene Berge des Altai in Südsibirien | Naturschutzgebiet Zentral-Sichote-Alin | Uws-Nuur-Becken | Naturreservat Wrangel-Insel
Hauptstadt: Kasan
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