| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | |
| Höhe: | 681–860 m ü. NN | |
| Fläche: | 40,02 km² | |
| Einwohner: | 42.043 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1051 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 87600 | |
| Vorwahl: | 08341 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KF | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 62 000 | |
| Stadtgliederung: | 5 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Kaiser-Max-Straße 1 87600 Kaufbeuren |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Stefan Bosse | |
Kaufbeuren ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Die Stadt im Allgäu ist komplett vom Landkreis Ostallgäu umgeben.
Inhaltsverzeichnis |
Kaufbeuren liegt am Fluss Wertach im östlichen Allgäu.
Kaufbeuren entstand aus einem fränkischen Königshof, der um 740 als Verwaltungssitz und militärisches Rückzugsgebiet nahe der Grenze zum Herzogtum Bayern gegründet wurde. Die Herren von Beuren, die Gefolgsleute der Welfen waren, hatten hier gegen Ende des 11. Jahrhunderts ihren Adelssitz. Die erste urkundliche Erwähnung Kaufbeurens war im Jahr 1126. Ende des 12. Jahrhunderts kam die Stadt unter die Herrschaft der Staufer. Von 1286 bis 1803 war Kaufbeuren eine freie Reichsstadt. 1377 wurde die Stadt vom Herzog Friedrich von Teck und 1388 von den bayerischen Herzögen vergebens belagert. 1802 kam sie an Bayern.
Seit 1939 wurde in einem nordöstlich von Kaufbeuren gelegenen Waldgebiet eine Fabrik der Dynamit AG, vormals Alfred Nobel u. Co, für die Versorgung der deutschen Kriegswirtschaft mit Munition aufgebaut. Dort wurden Zwangsarbeiter aus dem nahegelegenen Konzentrationslager Riederloh in Steinholz bei Mauerstetten, einer Außenstelle des KZ Dachau, eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auf den Trümmern des Gebietes der heutige Stadtteil Neugablonz, gegründet von sudetendeutschen Vertriebenen aus Gablonz an der Neiße.
Die Altersverteilung innerhalb der Bevölkerung sieht folgendermaßen aus:
| unter 15 Jahre | 15,4% |
| 15–18 Jahre | 3,3% |
| 18–25 Jahre | 7,9% |
| 25–35 Jahre | 12,2% |
| 35–60 Jahre | 33,6% |
| über 60 Jahre | 27,5% |
Der Anteil an Spätaussiedlern liegt mit ca. 12 % relativ hoch. Zusammen mit den Ausländern haben in der Stadt somit mehr als 20 Prozent der Bevölkerung Migrationshintergrund.
Im Vergleich zum Vorjahr verlor Kaufbeuren 2005 insgesamt 335 Einwohner. Laut statistischem Jahrbuch lebten Ende 2005 nur noch 43.845 Menschen in der Wertachstadt, 2004 waren es noch 44.180 gewesen. Als einziger Stadtteil wuchs Oberbeuren: von 3.718 auf 3.780 Einwohner. Ein Grund für den Rückgang der Kaufbeurer Bevölkerung dürfte die niedrige Geburtenrate sein: 2005 erblickten nur noch 344 Kaufbeurer das Licht der Welt, während es 2004 noch 387 waren. Allerdings starben mit 484 Menschen auch 56 weniger als im Vorjahr. Das heißt, es müssen wesentlich mehr Kaufbeurer weggezogen sein als Neubürger hinzu kamen. Betroffen sind alle Ortsteile bis auf Oberbeuren. Dort lebten 2005 insgesamt 62 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. In Kaufbeuren waren es 202, in Neugablonz 167, in Hirschzell 20 und in Kemnat acht weniger. Nach wie vor in der Mehrzahl sind die Frauen (22.822) gegenüber den Männern (21.023). Kaum verändert hat sich die Zahl der Ausländer: Sie sank ganz leicht von 3.860 auf 3.854.
Die Einwohner Kaufbeurens sind heute mehrheitlich katholischen Glaubens. Im Zuge der Reformation war Kaufbeuren jedoch eine evangelische Freie Reichsstadt geworden, was bis heute seinen Ausdruck in einer starken evangelischen Minderheit findet (Evangelisches Hauptpfarramt in der Innenstadt; seit 1955 eigenes Pfarramt im Stadtteil Neugablonz). Ferner existiert eine muslimische Minderheit türkischer und kurdischer Abstammung, welche in Kaufbeuren eine sunnitische Moschee besuchen können. Weiter gibt es folgende kirchliche Gemeinden: Evangelisch-freikirchliche, Freie evangelische, Adventistische sowie eine russischsprachige Baptistengemeinde, eine Altkatholische Gemeinde und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. In der Altstadt von Kaufbeuren befindet sich das Crescentiakloster, ein Franziskanerinnen-Kloster.
Der Stadtrat hat 40 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl vom 2. März 2008 ergab sich folgende Sitzverteilung:
| Partei/Gruppierung | Sitze[1] |
|---|---|
| Christlich-Soziale Union (CSU) | 19 |
| Freie Wählergemeinschaft | 5 |
| Kaufbeurer Initiative e.V. | 5 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 4 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 3 |
| Wähler-Initiative | 1 |
| Freie Demokratische Partei (FDP) | 3 |
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Kaufbeuren ist bekannt für seine Eishockeymannschaft, den ESV Kaufbeuren, der 1994 Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey-Liga war und schon in den Vorjahren häufig erstklassig spielte.
Aus dem mittelalterlichen Textilhandwerk und -handel entwickelte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die von Christoph Friedrich Heinzelmann (1786–1847) und anderen Mitgliedern eingesessener Kaufmannsfamilien im Jahr 1839 gegründete und 2005 insolvente mechanische Baumwollspinnerei und -weberei Momm. Daneben bildet das traditionelle Braugewerbe in Kaufbeuren einen regionalen Wirtschaftsfaktor. Von den zeitweilig 16 in Kaufbeuren ansässigen Brauereien existiert heute allerdings nur noch die Aktienbrauerei. Bis zum Ende des Kalten Krieges besaß auch der zwischen 1933 und 1935 eingerichtete Fliegerhorst im Stadtteil Oberbeuren eine wirtschaftliche Bedeutung. Seit den 1980er Jahren dient er als Schulungszentrum der Luftwaffe. Aus der ehemaligen Schreibmaschinenfertigung der Firma Alpina, die von Olympia aufgekauft wurde, entwickelte sich in den 1970er und 1980er Jahren eine mittelständische Elektronikindustrie in der Automations-, Mess- und Regeltechnik. Weitere große Arbeitgeber gehören zum öffentlichen Dienst oder zum Baugewerbe.
Im Stadtteil Neugablonz existierte von 1939 an eine Fabrik der Dynamit AG und dann ab 1945 Glas-, Metall- und Schmuckindustrie.
Kaufbeuren ist an zwei Bundesstraßen angeschlossen: die B 12 führt mit direktem Anschluss an Kaufbeuren vorbei und die B 16 führt durch Kaufbeuren. Die nächstliegende Autobahn A 96 ist ca. 15 km von Kaufbeuren entfernt; die Zuführung erfolgt über die ausgebaute B 12. Die A 7 (Flensburg–Füssen) ist von Kaufbeuren aus in etwa 30 Autominuten erreichbar.
Kaufbeuren liegt an der Allgäubahn (KBS 970), die zwischen München und Lindau verkehrt. Diese Strecke ist nicht elektrifiziert. Im Fernverkehr der Deutschen Bahn halten täglich zwei InterCity-Züge in Kaufbeuren. Als Ersatz für den gestrichenen InterRegio der DB hält nun der Arriva-Länderbahn-Express, kurz „Alex“, in Kaufbeuren, der zwischen München und Oberstdorf bzw. Lindau verkehrt.
Aufgrund der Lage im erweiterten Einzugsbereich von München und Augsburg gibt es zahlreiche Pendler.
Bis 1972 zweigte in Kaufbeuren die Nebenbahn Kaufbeuren–Schongau nach Schongau von der Allgäubahn ab. Diese Bahnstrecke wurde mittlerweile zurückgebaut und auf weiten Teilen durch einen Radweg ersetzt.
Südlich von Kaufbeuren gibt es einen ehemaligen Militärflugplatz, der inzwischen zivil genutzt wird.
Das Tänzelfest findet alljährlich im Juli vor den Sommerferien statt. Es gilt als ältestes Kinderfest in Bayern. Es finden Umzüge und Veranstaltungen in traditionellen historischen, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen, Kostümen statt, die an die (historisch gesicherten) Besuche von Kaiser Maximilian I. im 15. Jahrhundert erinnern sollen.
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