
| Kroatienkrieg | |||||||||
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| Teil von: Jugoslawienkriege | |||||||||
Museum des Kroatischen Unabhängigkeitskrieges Turanj nahe Karlovac |
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| Konfliktparteien | |||||||||
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Republik Kroatien
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„Republik Serbische Krajina“
(international nie anerkannt) bzw. „Armee der Republik Serbische Krajina“
Jugoslawische Volksarmee
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| Verluste | |||||||||
| Kroatische Quellen:
Internationale Quellen:
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Serbische Quellen:
Kroatische Quellen:
Amnesty:
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| Jugoslawienkriege |
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| 10-Tage-Krieg – Kroatienkrieg – Bosnienkrieg – Kosovokrieg |
Im Kroatienkrieg kämpfte die kroatische Armee gegen die Armee der so genannten Republik Serbische Krajina (RSK). Die RSK wurde militärisch von der Jugoslawischen Volksarmee (JNA), serbischen paramilitärischen Einheiten wie beispielsweise den Weißen Adlern sowie durch die Serbische Freiwilligengarde unterstützt. In den Anfangstagen des Krieges wirkten in Kroatien auch die Hrvatske obrambene snage (HOS) (Kroatische Verteidigungskräfte), diese wurden allerdings schon ab dem 23. November 1991 schrittweise in die reguläre kroatische Armee integriert. Einige Mitglieder der HOS schlossen sich nicht der kroatischen Armee an, sondern beteiligten sich an den dann aufkommenden Gefechten in Bosnien und Herzegowina.
Bei einem Referendum im Mai 1991 sprachen sich 94,7 Prozent der Kroaten für eine Loslösung der Sozialistischen Republik Kroatien von der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) aus. Dieses Referendum wurde vor allem von den serbisch-stämmigen Bürgern boykottiert, die für einen Verbleib in der SFRJ waren. Nach dem Referendum strebten Teile der Serben in Kroatien, die in der neuen Verfassung Kroatiens nicht mehr explizit erwähnt wurden und sich somit zu einer nationalen Minderheit degradiert fühlten, nach einer Loslösung von Kroatien und einem Verbleib in der SFRJ oder einem Großserbien.
Nach sich häufenden gewalttätigen Zusammenstößen versuchte die JNA zunächst, das gesamte kroatische Gebiet unter ihre Kontrolle zu bekommen, scheiterte jedoch an der kroatischen Gegenwehr. Daraufhin beschränkten sich die Kampfhandlungen auf das Gebiet der später gebildeten RSK.
Letztendlich konnte die kroatische Armee durch ihren militärischen Sieg die territoriale Integrität Kroatiens innerhalb der international anerkannten Staatsgrenze durchsetzen.
Hauptartikel zu den Rahmenbedingungen: Zerfall Jugoslawiens
Belgrad, das im Wesentlichen durch die JNA direkt in den Konflikt eingebunden war, sah in den kroatischen und slowenischen Territorialstreitkräften nicht legitimierte, paramilitärische Kräfte auf jugoslawischem Territorium, was juristisch auch durch die Nichtanerkennung der Unabhängigkeit der beiden Republiken gerechtfertigt wurde. Sowohl die Territorialkräfte Sloweniens als auch Kroatiens mussten, nach eigenen Angaben zum wesentlichen Teil, im Sommer 1991 ihre meist leichten Waffen an die jugoslawische Volksarmee abgeben. Vor allem für Kroatien sollte sich dies in den nächsten Monaten als entscheidender Nachteil erweisen. Major Veljko Kadijević, maßgeblicher Belgrader Oberst der JNA und Verteidigungsminister der SFRJ, sprach Jahre später in der BBC-Dokumentation The Death of Yugoslavia (deutsch Bruderkrieg – Kampf um Titos Erbe) offen darüber, dass das eigentliche Hauptaugenmerk Belgrads damals bereits auf Kroatien lag. Die Serben hätten schlicht keine nationalen Interessen in Slowenien gehabt bzw. ein offener Krieg gegen ein nach Unabhängigkeit strebendes Slowenien sei auf Dauer vor der internationalen Staatengemeinschaft schwer zu rechtfertigen gewesen, ganz im Gegensatz zu Kroatien, wo etwa 250.000 Serben lebten. Aus heutiger Sicht scheint erwiesen, dass der rasche Rückzug der JNA aus Slowenien, und damit die faktische Aufgabe der Integrität der jugoslawischen Föderation durch Belgrad, vor allem dem Zweck diente, die Kräfte in einem bereits geplanten Krieg gegen ein nach Unabhängigkeit strebendes Kroatien zu konzentrieren.
Im August 1990 blockierte die serbische Minderheit in Kroatien die Verbindungsstraßen zwischen der Küste und dem Landesinneren.[1] Unter anderem wurde dadurch der Tourismusverkehr behindert, der den Hauptbestandteil der kroatischen Wirtschaft darstellt. Diese „Baumstammrevolution“ genannten Aktionen waren der erste Schritt der Sezessionsbestrebungen der Serben in Kroatien. Die Hauptstadt dieser Bestrebungen stellte Knin dar, wo mit rund 79 % mehrheitlich Serben lebten.
Die serbische Minderheit in Kroatien wurde durch nationalistische Parolen im Wahlkampf 1990 einerseits seitens der Serbischen Demokratischen Partei (SDS) radikalisiert, andererseits von Seiten der Kroatischen Demokratischen Union (HDZ) verunsichert und nach deren Wahlsieg scheinbar auch zunehmend ausgegrenzt (siehe Serben in Kroatien). Hinzu kam, dass immer mehr serbische Regierungsmitglieder ausgeschlossen wurden[2] und sich ein Konflikt um serbischstämmige Polizisten entwickelt, die etwa 50 Prozent der Polizisten Kroatiens stellten, die sich weigerten Uniformen mit dem kroatischen Hoheitsabzeichen als Dienstbekleidung zu tragen.[3] Viele Serben fürchteten sich vor einer Wiederholung der Geschichte. Etwa 290.000 Serben wurden im Unabhängigen Staat Kroatien während des Zweiten Weltkrieges ermordet.
Nach der überarbeiteten Verfassung vom Dezember 1990 wurde Kroatien nicht mehr als Nationalstaat des kroatischen Volkes, Staat des serbischen Volkes in Kroatien, und anderer Völker die in ihm leben definiert, wie in der jugoslawischen Verfassung von 1974, sondern als Nationalstaat des kroatischen Volkes und Staat aller anderen Völker die in ihm leben. Die explizite Erwähnung des serbischen Volkes in der alten Verfassung wurde und wird von serbischer Seite häufig als eine Art Vetorecht der Serben gegen sämtliche Beschlüsse des gemeinsamen Parlaments, der Regierung und gegen sämtliche gemeinsame Volksbefragungen angesehen. Die Entfernung dieser expliziten Erwähnung und des daraus interpretierten Vetorechts wird von serbischer Seite häufig auch als eine der Hauptursachen der gewaltsamen Rebellion eines Teils der Serben gegen den neu entstandenen kroatischen Staat angeführt. Die Tatsache, dass Tuđman zur Beschwichtigung der Serben einen serbischen Vizepräsidenten ernannte, änderte nichts an der zunehmenden Ausgrenzung der Serben in deren Augen.
Zudem verstärkte die Entlassung hoher serbischer Beamten in Kroatien die Angst vor einer kompletten Ausgrenzung.[4]
Eine Reihe von Anzeichen deutet darauf hin, dass die politische und militärische Führung der SFRJ die Vorbereitungen für ein militärisches Eingreifen in Kroatien im Jahr 1990 getroffen haben soll:
Als echter Kriegsausbruch wird der März 1991 betrachtet. Der bewaffnete Zwischenfall bei den Plitvicer Seen war die erste Konfrontation zwischen serbischen und kroatischen Polizisten bzw. paramilitärischen Kräften. Die Kämpfe breiteten sich in den folgenden Monaten über das gesamte Staatsgebiet aus.
Am 9. April 1991 verfügte der kroatische Präsident Franjo Tuđman die Sonderpolizeieinheiten zukünftig als Zbor Narodne Garde („Volksgarde“) zu bezeichnen. Dies war faktisch der erste Schritt zur Schaffung der kroatischen Armee.[5]
Der jugoslawische Staatspräsident Borisav Jović ermächtigte am 5. Mai 1991 die JNA, welche sich noch als neutral definierte und den jugoslawischen Staatenverbund verteidigte, in Kroatien zu intervenieren.
Am 19. Mai 1991 fand in Kroatien ein Referendum über die Unabhängigkeit von der SFRJ statt. Lokale Serbenführer wie beispielsweise Jovan Rašković, Milan Babić und Milan Martić von der Serbischen Demokratischen Partei und der Serbischen Radikalen Partei riefen jedoch in einigen Teilen Kroatiens zum Boykott des Referendums auf. Die serbische Bevölkerung stellte 1990 11,9 %[6] der Gesamtbevölkerung Kroatiens dar.
Ein Ergebnis von über 55 Prozent der Stimmen hätte zu einem erfolgreichen Referendum gereicht. Als Ergebnis des Referendums sprachen sich 94,7 Prozent der Wähler für die staatliche Unabhängigkeit Kroatiens aus. Infolgedessen erklärte die kroatische Regierung am 25. Juni 1991 ihre Unabhängigkeit von der SFRJ. Die Europäische Kommission bat jedoch die kroatische Regierung die Unabhängigkeitserklärung für drei Monate auszusetzen.
| Volkszählung (Frühjahr 1991)[6] | Serben | Kroaten | andere | gesamt |
|---|---|---|---|---|
| spätere RSK gesamt | 245.800 (52,3 %) | 168.000 (35,8 %) | 55.900 (11,9 %) | 469.700 |
| UNPA Sektor Nord und Süd | 170.100 (67 %) | 70.700 (28 %) | 13.100 (5 %) | 253.900 |
| Teile Westslawoniens | 14.200 (60 %) | 6.900 (29 %) | 2.600 (11 %) | 23.700 |
| Teile Ostslawoniens | 61.500 (32 %) | 90.500 (47 %) | 40.200 (21 %) | 192.200 |
Im August 1991 kontrollierten serbische Freischärler vor allem aufgrund der waffentechnischen Überlegenheit etwa ein Drittel des kroatischen Staatsgebietes. Sie proklamierten am 19. Dezember 1991 die unabhängige Republik Serbische Krajina. Diese wurde international nie anerkannt. Da das Gebiet der RSK etwa in der Mitte Kroatiens liegt, wurde durch die Aufständischen Kroatien in zwei Teile geteilt und alle Verbindungsstraßen wurden durch die Freischärler blockiert.
Die militärische Strategie der JNA beinhaltete größtenteils einen intensiven Artillerie- und Mörserbeschuss. Die Städte Dubrovnik, Šibenik, Zadar, Karlovac, Sisak, Slavonski Brod, Osijek, Vinkovci und Vukovar wurden von serbischen Streitkräften und Paramilitärs angegriffen.
Am 7. Oktober 1991 feuerte ein Kampfflugzeug der JNA eine Luft-Boden-Rakete in das Zagreber Regierungsgebäude, in dem sich Präsident Tuđman und weitere Regierungsmitglieder befanden. Bei diesem Anschlag wurde niemand ernsthaft verletzt. Am folgenden Tag brach das kroatische Parlament (Sabor) sämtliche staatsrechtlichen Verbindungen mit der SFRJ ab. Daher wird seitdem am 8. Oktober in Kroatien der Unabhängigkeitstag gefeiert.
Bei der Schlacht um Vukovar im Herbst 1991 wurde der größte Teil der Grenzstadt Vukovar verwüstet und der Großteil der Zivilbevölkerung vertrieben. Die Stadt wurde im November 1991 von serbischen Truppen erobert. Gleichzeitig begann die Schlacht um Dubrovnik, die neun Monate später durch eine erfolgreiche Offensive der kroatischen Armee beendet wurde. In deren Verlauf wurde das Umland zwischen der montenegrinischen Grenze im Süden und Ston im Norden von den Truppen der JNA besetzt und die Zivilbevölkerung vertrieben.
Die Einsätze der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) in Kroatien sollten in drei Phasen verlaufen:
Während des Krieges in Kroatien kämpften bis zu 12.000 serbische Freischärler in Kroatien [6]. Im Oktober 1991 sollen annähernd 200.000 Gebäude, 50 Brücken, 100 Flussboote, tausende Privat-Pkws, über 200 katholische Kirchen, 500 Kulturdenkmäler, 20 Schulen und 250 Postämter zerstört worden sein.
Nahezu 30 Prozent Kroatiens geriet unter die Kontrolle serbischer Aufständischer. Im Jahr 1991 wurden 170.000 Kroaten aus diesen Gebieten vertrieben. Aufgrund der für die JNA unerwartet heftigen Gegenwehr der Kroaten verlor die JNA bis Oktober 1991 über 600 Panzer, 395 andere Militärfahrzeuge und 100 Kampfflugzeuge an die neu gegründete Kroatische Armee. Nach dem Waffenstillstand im November 1991 zog die JNA mit einen Teil ihrer Waffen aus Kroatien ab und verlegte den Großteil ihrer Einheiten nach Bosnien-Herzegowina.
Zwischen 1991 und 1993 wurden mehrere kroatische Militäroperationen durchgeführt um zum einen kriegstaktisch wichtige Positionen zu erobern und zum anderen das Umland der kroatischen Städte unter Kontrolle zu bringen.
Vor allem die umstrittene Militäroperation Medak im Jahr 1993 schadete dem Ruf Kroatiens. Im folgenden Jahr unternahm die kroatische Armee keine weiteren Operationen. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien ICTY erhob wegen Kriegsverbrechen während dieser Militäroperation Anklage gegen die kroatischen Generäle Janko Bobetko, Rahim Ademi und Mirko Norac.
| Datum | Militäroperation |
|---|---|
| 31. Oktober – 4. November 1991 | Militäroperation Otkos 10 300 km² in Region Bilogora (westlich der Region Slawonien und nördlich der Region Moslavina) |
| 1. – 13. Juli 1992 | Militäroperation Tigar (Hinterland von Dubrovnik) |
| 21. – 22. Juni 1992 | Schlacht um Miljevci (zwischen Krka und Drniš) |
| 22. Januar – 10. Februar 1993 | Militäroperation Maslenica (Gebiet Maslenica in der Nähe von Zadar) |
| 9. – 17. September 1993 | Militäroperation Medak (ein Gebiet nahe der Stadt Gospić) |
Kroatien und Slowenien wurden durch die EG (auf Insistieren Deutschlands) Mitte Dezember 1991 anerkannt, was am 15. Januar 1992 in Kraft trat. Wenige Wochen später kam es zu einem Waffenstillstandsabkommen, welches vom UNO-Vermittler Cyrus Vance zustande gebracht wurde. Das Waffenstillstandsabkommen platzierte die irregulären serbischen Truppen in „von der UNO geschützte Zonen“. Lord Peter Carrington kritisierte die Anerkennung von Seiten der EG, da dies seinen Plan für eine ganzheitliche Lösung der Jugoslawienkrise und aller sechs Republiken vereitelte.[8]
Die im Januar 1992 vermittelten Waffenstillstandsabkommen wurden jedoch in der Praxis häufig gebrochen. Am 21. Februar 1992 stationierte die UN gemäß Resolution 743 des UN-Sicherheitsrates 16.000 Soldaten zur Erhaltung des Friedens in Kroatien und Bosnien und Herzegowina (UNPROFOR). Die Soldaten sollten sich jedoch neutral verhalten und vor allem die Versorgung der Zivilbevölkerung beobachten und unterstützen. Praktisch führte die internationale Anerkennung in Zusammenhang mit der Stationierung von UN-Truppen zu einem vorläufigen Ende der Kriegshandlungen in Kroatien.
Um nicht in einem serbisch-kontrollierten Staat zu bleiben, erklärte nun Bosnien im Gegenzug seine Unabhängigkeit, weshalb sich die Kriegshandlungen in der Folge auf diese Republik verlagerten. Nach einem Waffenstillstandsabkommen im Mai 1992 verlegte die JNA einen Großteil ihrer Truppen und Kriegsgeräte nach Bosnien und Herzegowina, wo der Bosnienkrieg zu jener Zeit begann.
Am 22. Mai 1992 wurde Kroatien Mitglied der Vereinten Nationen. Der bewaffnete Konflikt in Kroatien wurde in den folgenden zwei Jahren nur noch mit geringerer Intensität fortgeführt.
Die 16.000 Soldaten zur Erhaltung des Friedens in Kroatien und Bosnien und Herzegowina (Resolution 743) veränderte nur wenig an der Kriegssituation. Das Mandat der UNPROFOR verpflichtete die Truppen zur Neutralität und erlaubte nur die Beobachtung der Einhaltung von Waffenstillständen, sowie in begrenztem Umfang den Schutz und die Versorgung der Zivilbevölkerung, besonders in den 1993 eingerichteten UN-Schutzzonen. Ein militärisches Eingreifen der Truppen wurde jedoch nicht gestattet.
Die jugoslawische Armee übergab bei ihrem Abzug ihre Waffen an die örtlichen serbischen Milizen. Die Republik Serbische Krajina (RSK) betrachtete die Waffenstillstandslinie als ihre Staatsgrenze und bildete aus den örtlichen Milizen eine eigenen Armee.
Die Führung der RSK sah in der Kontrolle der wichtigsten Verkehrsverbindungen vom nördlichen Kroatien nach Dalmatien durch die von ihr kontrollierten Gebiete in der Lika und Norddalmatien und nach Slawonien durch das von ihr kontrollierte Gebiet in Westslawonien ihr Hauptdruckmittel gegenüber der kroatischen Regierung. Die Verhandlungen über die Öffnung der Verkehrswege und eine Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen kamen nicht voran, da die serbische Seite als Vorbedingung die Anerkennung der Unabhängigkeit der RSK durch Kroatien verlangte, wozu dieses niemals bereit gewesen wäre. Die von internationalen Vermittlern vorgelegten Friedenspläne, die eine weitgehende Autonomie der Serben innerhalb Kroatiens vorsahen, hatten unter diesen Umständen keinen Erfolg.
Der Waffenstillstand wurde von beiden Seiten immer wieder gebrochen. Der Konflikt weitete sich 1993 auf Bosnien und Herzegowina aus und verschärfte sich zunehmend.
Im Oktober 1993 erkannte der UNO-Sicherheitsrat die unter UNO-Aufsicht befindlichen serbisch besetzten Gebiete als „Bestandteile Kroatiens“ an. Dennoch konnten im Zeitraum 1992–1995 die vertriebenen Kroaten nicht in ihre Heimatorte zurückkehren.
Kroatische und bosniakische Freiwillige aus Bosnien und Herzegowina schlossen sich der kroatischen Armee an. Gleichzeitig kämpften zahlreiche Freiwillige aus Kroatien auf der kroatischen und bosniakischen Seite in Bosnien und Herzegowina.
Einige der engsten Regierungsmitglieder in der Regierung von Präsident Tuđman, wie z.B. Gojko Šušak und Ivić Pašalić stammen aus der Herzegowina und unterstützten die Kroaten in Bosnien und Herzegowina finanziell und materiell.
Am 3. März 1992 brach der Krieg zwischen bosnischen Serben auf der einen und bosnischen Kroaten und Bosniaken auf der anderen Seite aus, nachdem die in Bosnien und Herzegowina lebenden Serben die „Serbische Republik in Bosnien-Herzegowina“ ausriefen. Der Krieg verlagerte sich verstärkt in den Osten.
Im Jahr 1993 brachen in einigen Regionen Bosnien und Herzegowinas dann auch Kämpfe zwischen Kroaten und Bosniaken aus, die auf kroatischer Seite hauptsächlich von der HVO geführt wurden. Diese wurden im Jahr 1994 durch das Abkommen von Washington beendet. In dessen Anschluss verbündeten sich HVO und die Armee der Republik Bosnien und Herzegowina um gemeinsam gegen serbische Verbände vorzugehen.
Ende des Jahres 1994 intervenierte die kroatische Armee mehrmals in Bosnien. Vom 1. November bis 3. November mit der Operation „Cincar“ nahe Kupres und vom 29. November bis 24. Dezember mit der Operation „Winter 94“ auf dem Dinara-Gebirge und bei Livno. Diese Operationen wurden zur Entlastung der damaligen Enklave und UN-Schutzzone Bihać unternommen.
Am 28. April 1995 beschloss der UN-Sicherheitsrat die Resolution 990 (Schaffung der UNCRO).
Am 2. und 3. Mai 1995 feuerten die Serben als Vergeltung für die Offensive der kroatischen Armee Raketen auf die Innenstadt von Zagreb ab. Die Bombardements – angeordnet vom Polizeichef Knins, Milan Martić – waren militärisch sinnlos, forderten aber mindestens fünf Todesopfer und zahlreiche Verletzte unter der Zivilbevölkerung.
Im Mai 1995 konnte die kroatische Armee bei der Militäroperation Blitz einen Teil des zentralkroatischen Gebietes unter ihre Kontrolle zurückbringen. Im August desselben Jahres führten die kroatische Polizei und Armee die Militäroperation Oluja durch und eroberten das gesamte Gebiet der RSK, etwa 10.500 km². Der Anteil von Serben an der Gesamtbevölkerung schrumpfte von 12 % auf etwa 3 %. Die beiden genannten Militäroperationen entschieden letztendlich den Krieg zugunsten Kroatiens. Hierbei waren auch international agierende Firmen wie die MPRI beteiligt, welche den kroatischen Militärs wichtige Informationen in Form von Kriegstaktiken lieferten.[9][10] Kroatischen Quellen zufolge wurden von der amerikanischen Regierung auch Satelitenaufnahmen zur Verfügung gestellt. Die AG Friedensforschung spricht von fünfzehn hochrangigen US-Militärberatern, angeführt vom pensionierten Zwei-Sterne-General Richard Griffiths, welche anfang 1995 nach Zagreb zu geheimen Gesprächen reisten.[11]
Hilfreich für die kroatischen Truppen war vor allem auch die Flugverbotszone über Bosnien-Herzegowina ab dem 12. April 1993. Diese wurde durch die Operation Deny Flight gewahrt und verhinderte Luftangriffe auf beiden Seiten.
In den folgenden Wochen setzte die kroatische Armee ihre militärische Offensive gemeinsam mit bosnischen Regierungstruppen und NATO-Luftstreitkräften mit der Militäroperation Maestral gegen die serbischen Truppen unter dem Kommando von Ratko Mladić in Bosnien und Herzegowina fort. Vor der Einnahme der Stadt Banja Luka wurde die Offensive auf Druck der US-Regierung gestoppt, da eine weitere große serbische Flüchtlingswelle befürchtet wurde.
Seither wird alljährlich am 5. August in Kroatien am Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit (Dan pobjede i domovinske zahvalnosti) der Beendigung und der Opfer des Krieges gedacht.
Während und nach der kroatischen Militäroperation Sturm 1995 flohen die weitaus meisten Serben aus der Krajina zum größten Teil in die benachbarte Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina und nach Serbien und Montenegro, aber auch in die UNTAES-Zone. Dabei ist bis heute nicht erwiesen, ob es sich um geplante Vertreibungen von Seiten der kroatischen Streitkräfte gehandelt hat oder diese die Massenflucht der Serben lediglich in Kauf genommen hat. Die politische Führung der Krajina-Serben hatte angesichts der sich abzeichnenden Niederlage die Evakuierung angeordnet. Danach wurden jedoch zahlreiche der verlassenen serbischen Häuser vernichtet oder es wurden dort kroatische Flüchtlinge aus Bosnien angesiedelt, was die Rückkehr der serbischen Bevölkerung bis heute sehr schwierig macht. Doch auch hier ist umstritten, welche Rolle die Streitkräfte hatten und inwiefern es sich um Zerstörungen aus Racheakten von zurückkehrenden, zuvor von den Serben vertriebenen kroatischen Zivilisten handelte.
Nach diesen Militäraktionen wurde der Krieg in Bosnien-Herzegowina durch das Abkommen von Dayton beendet, welches am 14. Dezember 1995 in Paris unterzeichnet wurde. Dieses Datum stellt den Endpunkt des Kroatienkrieges dar. Die serbisch kontrollierten Gebiete an der Grenze zur Vojvodina, Ostslawonien um Vukovar und die Baranja kamen unter eine provisorische UN-Verwaltung (UNTAES – United Nations Transitional Administration of Eastern Slavonia, Baranja and Western Syrmia) und wurden 1998 auf friedliche Weise wieder unter die Kontrolle Kroatiens gestellt. Etwa 80.000 Serben flüchteten jedoch im Zuge dessen nach Serbien und Montenegro.
Am 15. Januar 1996 wurde vom UN-Sicherheitsrat durch die Resolution 1037 eine Übergangsverwaltung in Ostslawonien eingerichtet (UNTAES).
Eine Friedenssicherungsmission auf der Halbinsel Prevlaka im Süden Kroatiens wurde am 27. November 1996 vom UN-Sicherheitsrat durch Resolution 1083 (UNMOP) eingerichtet.
Am 19. Dezember 1997 wurde vom UN-Sicherheitsrat die Resolution 1145 verabschiedet (Gründung der UNPSG). Nach Ablauf des Mandates der UNPSG Ende 1998 übernahm die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Aufsicht der Polizeikräfte.
Kroatien wurde vor dem Dezember 1991 von Slowenien, Litauen, der Ukraine, Lettland und Estland anerkannt. Diese Staaten waren zu dieser Zeit jedoch selbst noch nicht international anerkannt. Am 19. Dezember 1991 wurde Kroatien von Island anerkannt, das somit lange vor allen anderen Staaten der Welt bereits Kroatien anerkannte. Auch Deutschland ließ am selben Tag eine derartige Entscheidung verkünden, entschloss sich aber, etwas mit der Ratifizierung abzuwarten. Am 13. Januar 1992 wurde Kroatien vom Heiligen Stuhl anerkannt. Tags darauf folgte San Marino. Am 15. Januar schließlich, inmitten des heftigen Krieges, folgte die Anerkennung der unabhängigen Republik Kroatien durch alle 12 Staaten der damaligen EU, wie auch durch Österreich, Bulgarien, Kanada, Malta, Polen, die Schweiz und Ungarn. Bis Ende Januar 1992 wurde Kroatien noch von sieben anderen Staaten anerkannt: Finnland, Rumänien, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Paraguay und Bolivien. Der erste asiatisch-islamische Staat, der Kroatien anerkannte, war der Iran. Erstes afrikanisch-islamisches Land, das Kroatien anerkannte, war Ägypten.
Unter internationaler Vermittlung wurde Anfang 1992 ein Waffenstillstand geschlossen. Demnach verpflichtete sich die jugoslawische Armee, ihre Truppen aus Kroatien abzuziehen. In die umkämpften Gebiete wurde eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen entsandt (UNPROFOR), die jedoch kein militärisches Mandat hatte, sondern lediglich beobachtende Funktionen wahrnehmen durfte. Die serbisch kontrollierten Teile Kroatiens blieben völkerrechtlich Teil Kroatiens. Über ihren endgültigen Status sollte in Verhandlungen zwischen der kroatischen Regierung und den örtlichen Serben entschieden werden.
Bis zur Vollmitgliedschaft in den Vereinten Nationen am 22. Mai 1992 wurde Kroatien von Russland, Japan, den USA, Israel und China anerkannt. Seit dem 24. März 1992 ist Kroatien Mitglied der OSZE.
In den bis 1995 umkämpften Gebieten besteht bis heute eine Gefährdung durch Landminen. Dies gilt insbesondere für die damaligen Frontlinien. Es wird geschätzt, dass in Kroatien noch zwischen 700.000 bis 2,5 Millionen Minen verstreut sind. [12] [13] Etwa 1.147 Quadratkilometer Landfläche sind mit Minen belastet[14]. Da keine Lagepläne über die Minenfelder angelegt worden sind und Minen über die Jahre anfangen zu „wandern“, ist die Minenbeseitigung sehr aufwendig. Betroffen sind folgende Gebiete:
In anderen kroatischen Gebieten in den Jahren 1991–1995 suchten hunderttausende Vertriebene aus serbisch besetzten Gebieten Kroatiens und aus Bosnien-Herzegowina Zuflucht. Ein Teil der Vertriebenen zog weiter in EU Staaten oder in die USA, ein anderer Teil kehrte nach 1995 zurück in ihre Heimat.
Die Unterbringung, medizinische Versorgung, Versorgung mit Nahrung und z. B. der Schulunterricht wurden für die anfallenden Flüchtlinge nahezu völlig vom kroatischen Staat getragen und finanziert. Von internationalen Hilfsorganisationen wurden Nahrungslieferungen erhalten, jedoch für etwa 95 % der Kosten kam die kroatische Regierung auf. Dieses belastete die kroatische Wirtschaft neben der enormen Kriegsschäden zusätzlich. Der damalige amerikanische Botschafter in Kroatien verglich in einem Interview am 8. November 1993 die staatliche Last Kroatiens mit der von plötzlichen 30.000.000 Einwanderern in den USA.[16]
Von den ursprünglich etwa 220.000 geflohenen und letztendlich teilweise vertriebenen Serben sind mindestens ca. 140.000 bis heute zurückgekehrt. Den etwa 50.000 direkt am bewaffneten Aufstand beteiligten Serben wurde eine generelle Amnestie gewährt, sofern keine individuellen Verbrechen nachgewiesen werden können.
Der Krieg in Kroatien brach aus, als der Fokus der Welt auf den Irak und den Golfkrieg sowie damit verbunden auch auf die steigenden Ölpreise und die lahmende Weltwirtschaft gerichtet war. Dennoch wurde die Situation auf dem Balkan immer mehr zum neuen weltpolitischen Brennpunkt. Die Vorgänge wurde von den verschiedenen Staaten verschieden eingeschätzt.
Während die westlichen Staaten, allen voran Deutschland, Österreich und Ungarn, Kroatien nahestanden, standen Russland und Griechenland traditionell auf der Seite Serbiens. Stimmen aus dem Westen, allen voran aus Großbritannien (Premierminister John Major) und den USA (erst George Bush, dann Bill Clinton) waren gegen die Haltung Deutschlands und gegen die staatliche Unabhängigkeit Kroatiens und Sloweniens, da sie einen Krieg befürchteten. Kritiker waren auch Lawrence Eagleburger und Warren Christopher. Zu diesem Zeitpunkt war der Krieg jedoch schon im vollen Gange: Die kroatischen Städte Vukovar, Dubrovnik, Osijek und Karlovac wurden massiv von der jugoslawischen Armee und serbischen Paramilitärs angegriffen. Die internationale Anerkennung Kroatiens fand erst nach den massiven Zerstörungen dieser Städte statt. Selbst das Mandat der UN- Friedenstruppe konnte jedoch aufgrund des reinen Beobachterstatus keine Ruhe in die Regionen bringen. Das UNPROFOR-Mandat gilt daher international als gescheitert.[21]
Die internationale Staatengemeinschaft verhängte über das gesamte ehemalige Jugoslawien ein Waffenembargo. Die waffentechnisch weit unterlegene Kroatische Armee, die anfangs lediglich von umgewandelten Polizeitruppen gestellt wurde, konnte sich meist lediglich durch erbeutete Waffen aus Beständen der JNA und durch Waffenschmuggel aus Drittstaaten Waffen beschaffen. Mit der Zeit formierte sich jedoch die Hrvatska Vojska (kroatische Armee). Nach dem Ausbruch des Krieges in Bosnien-Herzegowina schlossen sich die kroatischen und Bosnischen Truppen zur HVO zusammen.
Am Krieg beteiligt waren auch Freiwillige, zum großen Teil aus Kroatien abstammende Menschen, welche im Dienst der Kroatischen Armee kämpften. Unter den Toten des Krieges sind auch 429 Deutsche [22] und etliche andere Staatsbürger, von denen nicht alle kroatischer Abstammung waren. Viele Kroaten kehrten jedoch aus anderen Ländern nach Kroatien zurück, um dort zu kämpfen. Der bekannteste dieser „Rückkehrer“ war Ante Gotovina.
Der kroatische Staat verklagte vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien den Staat Serbien, als angeblichen Auftraggeber und Koordinator von Genoziden und Vertreibungen, auf Schadensersatz. Eine ähnliche Klage des Staates Bosnien-Herzegowina wurde 2007 abgelehnt.[23]
Insgesamt 66 Anklagepunkte wurden Milošević in drei Anklageschriften für die folgenden Handlungen vorgeworfen, darunter im Bezug auf Kroatien Folgende:
Milošević starb vor einem Urteil 2006 in seiner Zelle.
Anklagepunkte im Bezug auf Kroatien:
Der vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) seit dem 25. Juli 1995 mit internationalem Haftbefehl gesuchte Martić stellte sich am 15. Mai 2005 den Behörden.
Anklagepunkte:
Der einstige Führer der Krajina-Serben, Milan Babić (1956–2006), wurde 2004 vom Tribunal in Den Haag (ICTY) für die in Kroatien begangene Verbrechen zu 13 Jahren Haft verurteilt.
Der für die Militäroperation Oluja hauptverantwortliche General, Ante Gotovina, wurde 2001 vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) angeklagt. Zur Zeit befindet er sich in Untersuchungshaft.
Anklagepunkte:
Auch Präsident Franjo Tuđman sei an der Planung und Durchführung beteiligt gewesen.
Die Anklageschrift spricht von einer „kriminellen Vereinigung“ (joint criminal enterprise), bestehend u.a. aus Ante Gotovina, Franjo Tuđman, Ivan Čermak und Mladen Markač, deren Ziel die gewaltsame und dauerhafte Vertreibung der serbischen Bevölkerung aus der Krajina-Region gewesen sei.
Der Krieg wird auch kurz Kroatien-Krieg, Kroatienkrieg, oft auch Kroatischer Unabhängigkeitskrieg genannt.
In Kroatien bezeichnet man ihn als „Domovinski rat“ (Heimatkrieg), Velikosrpska Agresija (Großserbische Aggression) oder auch als Patriotischer Krieg.
Kriegstyp: Es existieren zwei Ansichten über den Krieg. Zum einen, dass es sich um einen Bürgerkrieg gehandelt hat, zum anderen um einen internationalen Krieg. Weder die Bundesrepublik Jugoslawien, noch der Staat Kroatien haben öffentlich eine Kriegserklärung abgegeben. Nach serbischer Ansicht handelte es sich bei dem Krieg um einen Bürgerkrieg zwischen in Kroatien lebenden Serben und Kroaten. Der Großteil der Kroaten hingegen betrachtet den Krieg als jugoslawische Aggression gegen Kroatien, welchen eine Abspaltung unterbinden sollte. Das ICTY betrachtet den Krieg als Bürgerkrieg. Ab dem 8. Oktober 1991, als Kroatien ihre Unabhängigkeit erklärte und nachdem JNA-Truppen in Kroatien eingriffen, handelte es sich nach deren Ansicht um einen internationalen Krieg.
| Datum | Kampfhandlung |
|---|---|
| 17. August 1990 | Baumstammrevolution |
| 31. März 1991 | Bewaffneter Zwischenfall bei den Plitvicer Seen, ein kroatischer Polizist wird erstes Todesopfer |
| 19. Juni 1991 | Schlacht um Dubrovnik beginnt |
| September 1991 | Schlacht um Vukovar beginnt |
| 7. Oktober 1991 | Bombardierung von Zagreb durch serbische Kampfflugzeuge |
| 20. November 1991 | Schlacht um Vukovar endet, Massaker von Vukovar, Ovčara (255 Tote, darunter auch Nicht-Kroaten) |
| Dezember 1991 | Schlacht um Dubrovnik beendet |
| 21. Juni 1992 | Schlacht um Miljevci |
| 2. – 3. Mai 1995 | Zagreber Raketenbeschuss |
| Datum | Militäroperation |
|---|---|
| 31. Oktober – 4. November 1991 | Militäroperation Otkos 10 |
| 12. Dezember 1991 – 3. Januar 1992 | Militäroperation Orkan 91 |
| 1. Juli – 13. Juli 1992 | Militäroperation Tigar |
| 22. Januar 1993 | Militäroperation Maslenica |
| 9. – 17. September 1993 | Militäroperation Medak |
| 1. – 3. Mai 1995 | Militäroperation Bljesak |
| 4. – 7. August 1995 | Militäroperation Oluja |
| 8. – 15. September 1995 | Militäroperation Maestral |
| Datum | Diplomatischer Verlauf |
|---|---|
| 25. Juni 1991 | Unabhängigkeitserklärung Kroatiens und Sloweniens, 1. Brioni Abkommen |
| 15. Januar 1992 | Kroatien wird von zahlreichen EG-Staaten anerkannt |
| 21. Februar 1992 | Beginn der UNPROFOR-Mission, Stationierung von 16.000 UN-Soldaten in Kroatien und Bosnien-Herzegowina |
| 28. Februar 1993 | Washingtoner Abkommen |
| April 1993 | Ausbruch bewaffneter Konflikte zwischen Kroaten und Muslimen in Bosnien und Herzegowina |
| 12. November 1995 | Abkommen von Erdut |
| 14. Dezember 1995 | Abkommen von Dayton |
| 15. Januar 1996 | Einrichtung einer Übergangsverwaltung in Ostslawonien (UNTAES) |
| 23. August 1996 | Normalisierungsabkommen zwischen Kroatien und Jugoslawien |
| 27. November 1996 | Friedenssicherungsmission auf der Halbinsel Prevlaka (UNMOP) |
| 19. Dezember 1997 | Einrichtung einer Unterstützungsgruppe für die zivile Polizei in Ostslawonien (UNPSG) |
In der nachfolgenden Tabelle werden Opfer von Seiten der regulären Streitkräfte, der Polizeikräfte oder organisierten Paramilitärs nicht beachtet. Die große Mehrheit der hier angeführten Toten sind Kroaten.
| Datum | Ereignis | Zahl der Opfer |
|---|---|---|
| 2. Mai 1991 | Scharmützel von Borovo Selo | 1 bis 20 |
| 21. September 1991 | Dalj [26] durch Paramilitärs von Željko Ražnatović „Arkan“ | 11 |
| 4. Oktober 1991 | Dalj [26] ebenfalls durch Beteiligung von Željko Ražnatović „Arkan“ | 28 |
| 16. – 18. Oktober 1991 | Gospić | |
| 18. Oktober 1991 | Massaker von Lovas | 21 |
| 21. Oktober 1991 | Massaker von Dubica, Cerovljani und Baćina[6] | 110 |
| August–November 1991 | Saborsko, Poljanak und Lipovanić | 37 |
| 9. November 1991 | Erdut, Dalj Planina und Erdut Planina [26] | 16, darunter Ungarn und Kroaten |
| 11. November 1991 | Klis (Slawonien) [26] | 5 |
| 12. November 1991 | Kriegsverbrechen in Saborsko | 29 |
| 18. November 1991 | Massaker von Škabrnja | 38+ |
| 19. November 1991 | Nadin | 7 |
| 18. – 20. November 1991 | Lager Dalj | 34+ |
| 20. November 1991 | Massaker von Vukovar | 255+ |
| 10. Dezember 1991 | Erdut [27] | 5 |
| 13. Dezember 1991 | Voćin[28][29] | 32 |
| 26. Dezember 1991 | Erdut [26] | 7, darunter Ungarn und Kroaten |
| 21. Februar 1992 | Erdut [26] | 4 |
| 4. Mai 1992 | Grabovac [26] | 5 |
| 1. Oktober – 7. Dezember 1992 | Dubrovnik [30] | 82 |