Eine Lafette (von franz. l'affût, älter l'affust zum altfranz. fust = Schaft, Stange) ist ein meist fahrbares Gestell, auf dem eine Waffe montiert werden kann. Eine lafettierte Waffe kann genauer gerichtet und der Rückstoß kann gemindert werden.
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Die Geschichte der Lafetten ist eng an die Geschichte der Geschütze gebunden, da Geschütze im Gegensatz zu Handfeuerwaffen immer eine feste Unterlage benötigen. In diese Unterlage integriert sind auch die Vorrichtungen zur Höhen- und Seitenrichtung. Die einfachsten Lafetten, wie für die Infanteriewaffe des Granatwerfers, bestehen nur aus einem größeren Brett mit Tragegriffen und Halterungen für das Rohr.
Die ersten Bombarden wurden auf festen Gestellen aus Holzbalken und ähnlichem montiert. Ein Schildzapfen auf beiden Seiten des Rohres ermöglichte später die Höhenrichtung. Mit der Entwicklung der Feldartillerie wurden die Lafetten, immer noch aus Holz, mit großen Rädern versehen und waren auf Pferdezug ausgelegt. Im Bereich der Schiffsartillerie waren die großen Radlafetten eher hinderlich, hier wurde die Größe der Räder verkleinert und den niedrigeren Deckshöhen angepasst. Auch setzte man hier später Gelenklafetten ein.
Für den Marsch wurde das Geschütz aufgeprotzt, d. h. die Lafette wurde mit der so genannten Protze verbunden, einem einachsigen Karren, vor den die Pferde gespannt wurden (Geschütze werden rückwärts gezogen). Um das Geschütz wieder feuerbereit zu machen, musste es vorher wieder abgeprotzt werden.
Mit dem Siegeszug des Stahls im Geschützbau wurden daraus auch die Lafetten hergestellt. Die Einführung des Rohrrücklaufes machte es in Verbindung mit dem an der Lafette angebrachten Sporn möglich, die nun beim Schuss ruhig stehende Lafette mit einem Schutzschild zu versehen.
Ein weiterer Entwicklungsschritt war die Erfindung der Spreizlafette, deren Lafettenschwanz zum Transport zusammengeklappt, in Stellung jedoch auseinander gespreizt wurde, so dass man bis zu einem Winkel von 45° je Seite schießen konnte, ohne das gesamte Geschütz drehen zu müssen. Zuvor war der Seitenrichtwinkel auf etwa 5° je Seite beschränkt.
Für sehr schwere Geschütze wurden Lafetten benutzt, die auf Eisenbahnschienen laufen, die so genannten Eisenbahngeschütze. Diese Lafetten sind nicht drehbar und daher auf Kurven der Eisenbahnschienen angewiesen, auf denen sie in die jeweils erforderliche Schussrichtung gefahren wurden. Solche sogenannten Schießkurven wurden bei Bedarf speziell angelegt. Aufgrund der extremen Belastungen wurden teilweise besondere Verstärkungen am Gleis vorgenommen. Die schwersten Eisenbahngeschütze benötigten sogar Doppelgleise.
Die Motorisierung ermöglichte auch beim Feldgeschütz eine selbst fahrende und damit auch weiter gepanzerte Lafette. Die Entwicklung reichte bis zur Erfindung des Panzers, der im Prinzip eine schwer gepanzerte Lafette mit Drehturm darstellt. Im Gegensatz dazu sind Sturmgeschütze ohne Drehtürme ausgestattet.
Bei Begräbnissen von höheren Militärpersönlichkeiten und bei Staatsbegräbnissen mit „militärischen Ehren“ dient oft eine Geschütz-Lafette mit Protze zum Transport des Sarges während eines Trauerumzugs.
Im medizinischen Bereich wird der Wagen, auf dem der OP-Tisch in den Operationssaal gefahren wird, als Lafette bezeichnet.
Im Bereich des Güterkraftverkehrs bezeichnet Lafette (oft auch „BDF-Lafette“) ein Fahrgestell, das der Aufnahme und dem Transport von austauschbaren Ladungsbehältern, sogenannten Wechselbrücken, dient.
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