
Das Landeszeughaus in Graz ist heute ein Museum für Rüstungen und Waffen von den steirischen Landständen in der Zeit der ersten Türkeneinfälle. Das Haus beinhaltet hauptsächlich Waffen und Harnische aus dem 16. und 17. Jahrhundert
1551 wurde erstmals urkundlich die Bezeichnung Zeughaus für jene Räumlichkeiten verwendet, in denen die Landschaft ihre Waffen deponierte. Diese befanden sich im alten Landhaus und an den Grazer Stadttoren. Mit der Neuerrichtung des Landhauses ab 1565 lagerten die Waffen in den geräumigen Dachböden. Die zunehmende militärische Bedrohung führte zu einer Hochblüte der Waffenproduktion und zur Errichtung des heutigen Zeughauses von 1642 bis 1644 nach Plänen von Anton Solar. Ausrüstung für 16.000 Mann wurden hier gelagert und instand gehalten.
Aufgrund einer straffen, zentralen Heeresorganisation unter Maria Theresia sollte auch das Grazer Zeughaus aufgelöst werden. Die Stände konnten die Kaiserin vom ideellen Wert des Zeughauses überzeugen und so blieb das Zeughaus mit seiner Ausstattung als Gesamtensemble und eigentlich ältestes Museum der Steiermark erhalten. 1892 wurde es in das Landesmuseum Joanneum eingegliedert.
Heute beherbergt das Zeughaus in Graz mit etwa 32.000 Exponaten die weltweit größte historisch gewachsene Sammlung an Harnischen, Helmen, Blankwaffen, Gewehren und Pistolen. Den Schwerpunkt bilden Rüstungsstücke und Waffen für den einfachen Fuß- und Reitersoldaten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Aber auch Offizierswaffen finden sich in der Sammlung, die – häufig reich verziert – aus Werkstätten in Innsbruck, Augsburg oder Nürnberg stammen. Prunkstücke sind unter anderem:
Koordinaten: 47° 04' 10.56" N, 15° 26' 24.30" O
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