
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Niedersachsen | ||
| Verwaltungssitz: | Gifhorn | ||
| Fläche: | 1.607,9 km² | ||
| Einwohner: | 174.401 (31. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 108 Einwohner je km² | ||
| Kfz-Kennzeichen: | GF | ||
| Kreisschlüssel: | 03 1 51
|
||
| Kreisgliederung: | 41 Gemeinden | ||
| Adresse der Kreisverwaltung: | Schlossplatz 1 38518 Gifhorn |
||
| Webpräsenz: | |||
| Landrätin: | Marion Lau (SPD) | ||
| Lage des Landkreises Gifhorn in Niedersachsen | |||
![]() |
|||
Der Landkreis Gifhorn ist ein Landkreis im Osten Niedersachsens.
Der Landkreis grenzt im Norden an den Landkreis Uelzen, im Westen an den Landkreis Peine, die Region Hannover und den Landkreis Celle, im Süden an den Landkreis Helmstedt und die kreisfreien Städte Wolfsburg und Braunschweig und im Osten an die sachsen-anhaltischen Landkreise Altmarkkreis Salzwedel und den Landkreis Börde.
Der Landkreis wird von den Flüssen Aller, Ise, Ohre und Oker durchquert.
Bei Edesbüttel zweigt der Elbe-Seitenkanal vom Mittellandkanal ab.
Der tiefste Punkt des Landkreises Gifhorn liegt an der Aller bei Müden (46 m über NN). Der höchste Punkt liegt im Norden des Kreises bei Sprakensehl (124 m über NN).
Die Geschichte einer als „Landkreis Gifhorn“ bezeichneten Verwaltungseinheit beginnt mit einer preußischen Verwaltungsreform am 1. April 1885. Die Vorgänger dieses Territoriums konnten allerdings zum Teil auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken.
Zu dem 1885 gebildeten Kreisgebiet gehörten im wesentlichen der Süden und die Mitte des heutigen Kreises, wobei der Grenzverlauf vor allem im Südosten anders war als heute. Hauptort war bereits 1885 Gifhorn; dabei ist es bis heute geblieben. Mit Verordnung vom 1. August 1932, die am 1. Oktober 1932 in Kraft trat, wurde der gleichfalls 1885 gegründete Kreis Isenhagen dem Kreis Gifhorn angeschlossen. Damit kam das weitflächige Gebiet des Nordkreises um Wittingen und Hankensbüttel hinzu, außerdem wurden Heßlingen (mit dem Schloss Wolfsburg) und Hehlingen vom Landkreis Gardelegen übernommen.
Als die Stadt Wolfsburg und das dortige Volkswagenwerk gegründet wurden, gehörten sie noch zum Landkreis Gifhorn. Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg aber wurde Wolfsburg als kreisfreie Stadt ausgegliedert (1. Oktober 1951). Dennoch blieb der Landkreis Gifhorn mit 1604,69 km² einer der damals großflächigsten Landkreise der Bundesrepublik Deutschland.
Die Bevölkerungsstruktur veränderte sich nach dem Krieg dramatisch. Während im Kreisgebiet (bezogen auf den Gebietsstand nach 1951) im Jahr 1821 nur 31.940 Menschen gelebt hatten und diese Zahl durch Bevölkerungswachstum moderat auf 44.324 (1871), 55.236 (1904) und schließlich 65.739 (1939) gestiegen war, ergab eine Statistik von 1950 trotz Kriegsverlusten die Zahl von 119.281 Einwohnern, darunter 52.075 Vertriebene und Zugewanderte, vorwiegend aus den Ostgebieten.
Der Gebietsstand des Kreises änderte sich abermals zum 1. Juli 1972 mit der niedersächsischen Kommunalreform. Fast der gesamte Südosten musste abgegeben werden, darunter auch Fallersleben, die zweitgrößte Stadt des Kreises, und der im Elmvorland liegende Hasenwinkel. Der größere Teil dieser Gebiete ging an die Stadt Wolfsburg, ein kleinerer Teil an den Landkreis Helmstedt. Im mittleren Gebiet erhielt der Kreis dagegen Zuwachs durch einige großflächige, aber relativ bevölkerungsarme Gemeinden um Ummern und Parsau. Die mit einer Gebietsreform 1974 in den Landkreis Peine ausgegliederte Gemeinde Didderse wurde nach Widerstand der Bevölkerung 1981 in den Landkreis Gifhorn zurückgegliedert.
In den 1970er Jahren war zeitweise eine zweite Stufe der Gebietsreform beabsichtigt, u.a. war eine Zusammenlegung der Landkreise Gifhorn und Peine mit Verwaltungssitz in Peine in Gespräch. Diese damals recht unpopulären Pläne wurden aber - u.a. nach einem Wechsel der Landesregierung - nicht umgesetzt.
Unter Karl dem Großen (742-814) im Zuge der teilweise gewaltsamen Missionierung der Sachsen wurden auch Gifhorn und die weitere Umgegend christianisiert. Gifhorn gehörte damals zum Kirchspiel Meine. Der neue Glaube verbreitete sich zunächst nur langsam. Erst zwei Jahrhundert nach Karl dem Großen entstanden in vielen Ortschaften der Region Bethäuser, Kapellen und Taufkirchen, in Gifhorn 1279 auch eine Stadtkirche, genannt nach Nikolaus, dem Schutzheiligen der Kaufleute und Fernfahrer, entsprechend der Bedeutung des Marktfleckens Gifhorn an der Handelsstraße Lübeck–Nürnberg.
1519 wurden Stadt und Kirche bei der Hildesheimer Stiftsfehde zerstört. Nach Einführung der Reformation sorgte Herzog Franz 1540 für einen Kirchenneubau und sein Bruder Herzog Ernst errichtete die erste Superintendentur, losgelöst vom Archidiakonat Meine. Erst zwei Jahrhunderte später konnte 1744 eine große Stadtkirche eingeweiht werden, die heutige St.-Nicolai-Kirche mit ihrer kostbaren Christian-Vater-Orgel (1748).
Bis 1918 war Gifhorn, was die Zahl von 3.500 Einwohnern betrifft, praktisch nicht größer als eine heutige Kirchengemeinde. Zwischen den Weltkriegen erhöhte sich die Einwohnerzahl nur langsam von 3.500 auf 5.000, vervierfachte sich aber durch die großen Flüchtlingsströme in der Nachkriegszeit, um bis heute - verstärkt auch durch den Zustrom von Spätaussiedlern in den 1990er Jahren - auf circa 44.000 Einwohner anzuwachsen. Dies brachte in den Kirchengemeinden und religiösen Gemeinschaften einen enormen Zuwachs an Gemeindegliedern mit sich.
Was die katholischen Kirchengemeinden betrifft, so ist St. Bernward die älteste katholische Gemeinde im Dekanat Wolfsburg. Die Kirche wurde 1915 eingeweiht, 1926 ein Pfarrhaus gebaut. Doch erst 40 Jahre später wurde die Gemeinde selbständig, wieder 20 Jahre später, 1974, ein neues Pfarrheim eingeweiht, zwei Jahre zuvor die St.-Altfrid-Kirche Gifhorn. 1996 wird die Seelsorgeeinheit Gifhorn/Meine (mit der St.-Andreas-Kirchengemeinde) gegründet. Unter dem Druck des Pfarrermangels und der Sparmaßnahmen infolge sinkender Kirchensteuer vereinigten sich alle drei Gemeinden 2005 zu einer einzigen Gemeinde namens „Katholische Kirchengemeinde St. Altfrid Gifhorn/Meine”.
Als Tochtergemeinden von St. Nicolai entstanden 1959 die Martin-Luther-Gemeinde, 1967 die Thomas-Gemeinde in Neudorf-Platendorf, 1969 die Paulusgemeinde, 1993 die Epiphanias-Gemeinde in Gamsen/Kästorf.
Was die Landeskirchliche Gemeinschaft betrifft, so liegen ihre Anfänge in den 1920er Jahren, wo man sich in kleinen Bibel- und Gebetskreisen in verschiedenen Häusern in Gifhorn traf. Ab 1930 versammelte man sich im ev. Kindergarten „Bleiche“, bis 1990 das ehemalige Gebäude der Zeugen Jehovas in der Ringstraße übernommen werden konnte.
1996 wurde die Evangelisch-Lutherische Philippus Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) als jüngste Kirchengemeinde im Kirchenbezirk Niedersachsen-Süd gegründet.
Die vier Gemeinden der SELK, die sich im Landkreis Gifhorn befinden, gehören zum Kirchenbezirk Niedersachsen-Süd:
Dem Kirchenbezirk steht als leitender Geistlicher ein Superintendent vor, der mit dem Kirchenbezirksbeirat die Leitung inne hat. Weitere Organe sind die Kirchenbezirkssynode, die jährlich tagt. Synodale stellt eine Kirchengemeinde mit jeweils einem Laienvertreter und dem Gemeindepfarrer. Neben der Synode ist der Bezirkspfarrkonvent, dem alle Pfarrer mit Sitz und Stimme angehören, Organ des Kirchenbezirks. Der Kirchenbezirk Niedersachsen Süd erstreckt sich auf zahlreiche Landkreise, so auch auf den Landkreis Gifhorn. Die Entstehung der Gemeinden differiert.
An unabhängigen Gemeinden, die sich selbst als lutherisch verstehen, gibt es in Stadt und Landkreis Gifhorn viele verschiedene Brüdergemeinden der Spätaussiedler. Die meisten wurden in den 1990er Jahren gegründet.
Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gifhorn (Baptisten) hatte ihre Anfänge vor 100 Jahren in Neudorf-Platendorf und wurde mit dem Neubau am Brandweg 1962 eigenständig.Ferner existiert eine Baptistengemeinde mit überwiegend Russlanddeutschen.
Außer in der Stadt Gifhorn gibt es im Landkreis noch Baptistengemeinden in Sassenburg (Neudorf-Platendorf), Brome, Parsau, Wasbüttel, Schwülper sowie eine Brüdergemeinde in Hillerse.
1926 wurde die erste Adventgemeinde in Gifhorn gegründet. 1959 gelang ein erster Kirchbau, ein Neubau 1991. Etwa im Jahr 2000 wurde eine weitere Adventgemeinde in Gifhorn gegründet, die sich in Gifhorn-Kästorf befindet.
Ein ähnliche Entwicklung erlebte die Gifhorner Gemeinde der Neuapostolischen Kirche, gegründet 1906, die 1953 ein erstes Kirchengebäude am Dannenbütteler Weg einweihen konnte. Dieses wurde nach einem Neubau am östlichen Stadtrand von der griechisch-orthodoxen Gemeinde übernommen.
Zum pfingstlichen Spektrum der Stadt gehört die Freie Christengemeinde. Sie gehört zum deutschen Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden.
Das nachfolgende 20. Jahrhundert brachte an seinem Anfang die große Ökumenische Bewegung hervor. Nachdem jahrhundertelang zuerst immer auf das Trennende der christlichen Kirchen geblickt wurde, bemüht man sich seit 90 Jahren in der Ökumene zuerst das Gemeinsame zu sehen, auch in Gifhorn. So vereinigten sich vor ca. 30-40 Jahren auf Einheit innerhalb des evangelischen Bereiches bedachte Personen in Gifhorn zur Ortsgruppe der Evangelischen Allianz, Hauptereignis ist jedes Jahr in der 2. Januarwoche die Gebetswoche, die reihum in den Gemeinden gemeinsam gefeiert wird.
Nicht Personen, sondern Institutionen wie Kirchengemeinden sind in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen zusammengeschlossen, die in Gifhorn im Jahr 2001 erneut zusammenschloß. Folgende Kirche bzw. Gemeinschaften gehören ihr an:
Gaststatus:
Das Wappen des Landkreises Gifhorn, ein Entwurf des Berliner Künstlers G.A. Cloß, wurde am 29.04.1929 vom Kreistag angenommen. Es orientiert sich an der Heraldik der lünebürgischen Linie der Welfen und zeigt einen aufrechten blauen, rot bewehrten Löwen auf gelbem Grund mit roten Herzen. Der Löwe hält ein silbernes Jagdhorn in den Klauen. Die Welfen übernahmen den blauen Löwen nach einer familiären Verbindung mit dem dänischen Königshaus im 13. Jahrhundert aus dem dänischen Königswappen. Das Jagdhorn wird zwar oft mit einer Verballhornung des Namens Gifhorn erklärt, allerdings ist bis heute die Bedeutung dieses Namens de facto ungeklärt. Die Herleitung von "Hifthorn" (Hüfthorn, Jagdhorn) gilt innerhalb der Regionalforschung schon seit Längerem als abwegig. Eine weitere Theorie, nach welcher der Name Gifhorn vom alten wendischen Wort "Javor" (Ahorn) abzuleiten sei, krankt daran, dass bislang für den fraglichen Zeitraum der Namensgebung keine Ahornbestände im Gifhorner Raum festgestellt werden konnten.
Die historischen Wahlergebnisse im Kreis Gifhorn unterschieden sich markant von den gesamtdeutschen Ergebnissen. Oft erzielten kleine Parteien, die anderenorts bedeutungslos waren, in Gifhorn sehr hohe Ergebnisse.
Die Daten beziehen sich auf die Kreisgrenzen von 1969. Trotz einiger Änderungen lassen sie sich aber mit den heutigen Ergebnissen vergleichen.
Mehr als von den klassischen Gegensätzen zwischen links und rechts oder zwischen Katholiken und Protestanten war Gifhorn von Widerstand der Welfen (Deutsch-Hannoversche Partei) gegen die 1866 erfolgte Annexion durch Preußen geprägt. Aber auch die konservativen Preußen hatten ihre Anhänger, z.B. in der DNVP. 1920 beispielsweise wählte der Kreis zum Reichstag wie folgt: Welfen 48,7 %, SPD 27,9 %, DVP 8,6 %, DNVP 8,2 %.
Die Welfen pendelten sich in den Folgejahren bei etwa 36 % ein, die SPD verlor etwas und die DNVP erzielte wechselhafte Ergebnisse zwischen 8,8 und 20,7 %. Im Mai 1924 erzielte die NSDAP bei ihrer ersten Kandidatur gleich einen Erfolg mit 11,9 %, konnte dies Ergebnis aber zunächst nicht halten. Die Zentrumspartei spielte im evangelischen Landkreis nie eine Rolle und blieb immer unter einem Prozent.
Schon zur Reichstagswahl 1930 wurde die NSDAP stärkste Partei mit 34,2 %. Bei den Wahlen im April 1932 hatten die Welfen fast alle Wähler an die NSDAP verloren, die hier eines ihrer stärksten Ergebnisse in Deutschland erzielte: NSDAP 68,1 %, SPD 14,2 %, Welfen 6,4 %, KPD 5,0 %, DNVP 4,1 %, alle anderen unter 1 %. Bei der Reichstagswahl 1933 wählten bei einer 90-prozentigen Rekord-Wahlbeteiligung 73,8 % die NSDAP - was den höchsten Wert für die NSDAP im gesamten Deutschen Reich darstellte.
Nach dem Krieg hatte sich die Bevölkerung aufgrund der sich ansiedelnden Kriegsflüchtlinge stark verändert. Viele von ihnen wählten lange Zeit eine eigene Partei, den BHE. Dieser hatte sein höchstes Ergebnis bei der Kreistagswahl 1952 mit 31,5 %. Daneben gab es verschiedene Kleinparteien im Spektrum rechts der CDU, nämlich die konservativ-niedersächsische DP (Deutsche Partei), die Deutsche Reichspartei (DRP) und die später verbotene rechtsextreme Sozialistische Reichspartei (SRP). Bei der Bundestagswahl 1949 wurde die DP im Landkreis stärkste Partei mit 32,2 % und die DRP zweitstärkste in 29,0 %. Die im Bundestag führenden Parteien folgten abgeschlagen: die SPD mit 24,6 %, Adenauers CDU mit nur 9,1 % und die FDP mit 2,6 %. Bis 1961 verbesserten sich diese Parteien immer mehr, die CDU kam bei der Bundestagswahl immerhin auf 39,3 %, im Kreistag aber weiter nur auf Platz 4 mit 14,6 %.
Nach 1961 sammelten CDU und SPD die Wähler der Kleinparteien ein. Da es sich oft um rechtskonservative Wählergruppen handelte, sammelte die CDU mehr und Gifhorn entwickelte sich zu einer ihrer Hochburgen. Als Deutschland 1969 mit knapper Mehrheit Willy Brandt zum Kanzler wählte, wählte Gifhorn zu 52,1 % CDU, 36,4 % SPD (dennoch damals Rekordergebnis in diesem Landkreis), 6,6 % NPD und 4,4 % FDP.
Zwar dominierte nach 1969 zunächst die CDU, der Landkreis entwickelte sich aber immer mehr in Richtung des Bundesdurchschnitts.
Auf Bundesebene ist Gifhorn seit der Bundestagswahl 1998 mit der SPD-Hochburg Peine zu einem gemeinsamen Wahlkreis vereinigt. Dies erklärt die hohen SPD-Ergebnisse bei bundesweiten Wahlen.
Aber auch im Kreis Gifhorn waren seitdem die Mehrheit der Wähler zu SPD und Grünen gewechselt (Zweitstimmenergebnis 2005: SPD 46,4 %, CDU 32,4 %, FDP 8,1 %, Grüne 6,1 %, Linkspartei.PDS 4,2 %). Als Direktkandidat gewählt wurde jeweils Hubertus Heil (SPD, seit 2005 Generalsekretär), der 2002 und 2005 wiedergewählt wurde. Seit 2005 vertritt Eva Möllring (CDU) ebenfalls Gifhorn im Deutschen Bundestag.
Im Europäischen Parlament ist Gifhorn durch Ewa Klamt (CDU bzw. Fraktion der EVP-ED) vertreten.
Bei der Kreistagswahl 2001 wählten 47,9 % CDU, 37,6 % SPD, 5,7 % Grüne, 4,7 % FDP, 3,5 % Unabhängige. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,6 %.
Bei der Kreistagswahl am 10. September 2006 wurde wie folgt gewählt:
(Hinter der Sitzanzahl ist die Veränderung der Sitze zum Ergebnis der Kreistagswahlen 2001 angegeben.) Die Wahlbeteiligung lag bei 53,2 %.
Es bildete sich eine Dreiparteienkoalition aus CDU, FDP und den Gifhorner Unabhängigen. Dadurch kann die CDU nach langer Zeit nicht mehr allein im Kreistag regieren.
Marion Lau (SPD) vertritt den Landkreis Gifhorn seit 2001 als Landrätin nach außen. Sie gewann die erste Wahl nach der Kommunalverfassungsreform, die eine einzelne, "starke" Spitze für den Landkreis vorsah, gegen den CDU-Kandidaten Dr. Klaus Lemke, nachdem dieser seit 1. August 1976 Oberkreisdirektor gewesen war. 2006 wurde sie im ersten Wahlgang mit über 60% der Stimmen wiedergewählt.
1946-2001 hatte der Landkreis eine "Doppelspitze": der hauptamtliche Oberkreisdirektor leitete die Verwaltung und hatte damit das faktisch einflussreichere Amt, der ehrenamtliche Landrat bildete die politische Spitze. Bis kurz vor Ende des 20. Jahrhunderts waren alle Landräte und Oberkreisdirektoren und auch ihre seit 1564 nachweisbaren Vorgänger, die Kreishauptmänner und Amtmänner, männlich.
Zur Pflege kultureller Einrichtungen wurde der Lüneburgische Landschaftsverband als eingetragener Verein gegründet.
Nach dem Niedersächsischen Landesamt für Statistik wohnten 2005 im Landkreis Gifhorn 175.192 Menschen in 48.898 Gebäuden mit insgesamt 71.493 Wohnungen bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 44,8 m je Person. 21,90% der Bevölkerung waren 2005 unter 18 Jahre alt, 7,80% zwischen 18 und 25, 29,00% zwischen 25 und 45, 25,30% zwischen 45 und 64, und 16,00% waren 65 Jahre alt oder älter. Die Arbeitslosenquote lag bei durchschnittlich 11,0% (Männer: 9,4%, Frauen: 13,4%). 36.408 Menschen pendeln regelmäßig aus dem Landkreis heraus, 3.308 herein. [1]
Es gibt insgesamt fünf offizielle Museen des Landkreises Gifhorn (siehe Weblinks). Im Gifhorner Schloss ist das Historische Museum untergebracht. Ebenfalls in Gifhorn liegt das Kavalierhaus von 1546 mit einer Ausstellung zur bürgerlichen Wohnkultur im 20. Jahrhundert. Die verbleibenden drei Museen liegen im Nordkreis. Das Schulmuseum befindet sich im "Erich-Weniger-Haus" in Steinhorst. Neben der ständigen Ausstellung und Sonderveranstaltungen (u.a. werden Schulstunden im Stil von 1900 für Kinder angeboten) arbeitet das Schulmuseum auch an einer Schriftenreihe, den "Steinhorster Schriften zur regionalen Schulgeschichte und Schulentwicklung" (begonnen 1989, bisher neun Bände). Das Klosterhofmuseum Isenhagen zeigt die Geschichte des 1243 von den Zisterziensern gegründeten und seit der Reformation als evangelischen Damenstift betriebenen Klosters. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Geschichte historischer Klostergärten. Hierzu gibt es am Museum einen Mustergarten und ein 1993 publiziertes Kräuterbuch. In der 1203 erstmals erwähnten Burg von Brome ist ein Burgmuseum untergebracht. Aus dem Umkreis des Burgmuseums liegen gleichfalls zahlreiche Publikationen vor: von 1980 bis 2000 sind hier 28 vorwiegend regionalgeschichtliche Werke erschienen.
Vier Museen des Landkreises haben außerhalb ihrer Häuser Museumslehrpfade in der freien Natur eingerichtet.
Neben diesen Museen existieren eine Reihe weiterer Museen und Ausstellungen. Am bekanntesten ist wohl das Mühlenmuseum in Gifhorn, in welchem Mühlen ausgestellt werden, die zum Teil in ostdeutschen "Mühlenregionen" abgebaut wurden und nach Gifhorn transportiert wurden. Ebenfalls bekannt ist das Otter-Zentrum in Hankensbüttel. Weiterhin hat in Vollbüttel ein Kinomuseum geöffnet, in Dedelstorf-Oerrel ein Jagdmuseum und in Lüben ein "Museum im Dorf".
Jährlich gibt der Landkreis Gifhorn ein Heimatbuch ("Kreiskalender") heraus, das ehrenamtlichen Autoren aus der Region ein Forum bietet. Die Hauptrubrik bilden Artikel zur Heimatgeschichte. Es finden sich auch plattdeutsche Texte, Naturbetrachtungen und Anderes. Die Reihe begann im Jahre 1925 im Kreis Isenhagen und wurde nach der Vereinigung mit Gifhorn vom neuen Gesamtkreis übernommen. Der Name "Kreiskalender" rührt daher, dass das Buch jeweils für das kommende Jahr herausgegeben wird und ursprünglich einen umfangreichen Einleitungsteil hatte, der sich mit landwirtschaftlichen Terminen befasste. Der Kreiskalender wird im regionalen Buchhandel vertrieben, kann aber auch überregional bestellt werden. Er ist über die Jahrzehnte zu einer heimatgeschichtlichen Institution im Landkreis Gifhorn geworden.
In Landkreis Gifhorn sind mehrere Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen, Grundschulen und eine Förderschule ansässig.
(Einwohner am 31. Dezember 2007)[2]
Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden
* Sitz der Samtgemeindeverwaltung
|
|
|
gemeindefreies Gebiet (unbewohnt)
Ammerland | Aurich | Braunschweig | Celle | Cloppenburg | Cuxhaven | Delmenhorst | Diepholz | Emden | Emsland | Friesland | Gifhorn | Goslar | Göttingen | Grafschaft Bentheim | Hameln-Pyrmont | Region Hannover | Harburg | Helmstedt | Hildesheim | Holzminden | Leer | Lüchow-Dannenberg | Lüneburg | Nienburg/Weser | Northeim | Oldenburg (Land) | Oldenburg (Stadt) | Osnabrück (Land) | Osnabrück (Stadt) | Osterholz | Osterode am Harz | Peine | Rotenburg (Wümme) | Salzgitter | Schaumburg | Soltau-Fallingbostel | Stade | Uelzen | Vechta | Verden | Wesermarsch | Wilhelmshaven | Wittmund | Wolfenbüttel | Wolfsburg
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History