Lobeda ist ein Sammelbegriff für die drei Stadtteile Lobeda-Altstadt (auch Alt-Lobeda), Lobeda-Ost und Lobeda-West der thüringischen Stadt Jena. Die beiden letzteren werden auch unter dem Begriff Neulobeda zusammengefasst. Der Stadtteil liegt ca. 8 Kilometer südlich der Jenaer Innenstadt.
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Im Jahre 1156 wurde erstmals ein nach Lobeda benanntes Ministerialgeschlecht in einer Urkunde der Burggrafen von Kirchberg erwähnt. 1166 wurde eine nach Lobeda benannte Burg, die Lobdeburg erwähnt. Hierbei handelte es sich entweder um das vor der Stadtmauer errichtete, heute als Untere Lobdeburg bekannte Bauwerk, oder als Ruine auf dem Berg über der Stadt bekannte Lobdeburg. Neben Roda und Jena legten die Herren von Lobdeburg im Bereich der Siedlung Lobeda eine planmäßige Stadt an, der sie 1284 das Stadtrecht verliehen. Allerdings scheinen sie nicht die einzigen Besitzer in der Flur Lobeda gewesen zu sein. Wahrscheinlich geschah die Stadtgründung, um ihre Herrschaft neben Jena mit einer weiteren Stadt aufzuwerten, zumal sie in Jena schon in einem bestimmten Grade an Einfluss verloren hatten.
Lobeda vermochte es aber nicht, aus dem Schatten der Stadt Jena hervorzutreten. 1946 kam es dann zur Eingemeindung zu Jena. Auf dem Gebiet der Gemarkung Lobeda befindet sich neben der Altstadt noch die verschwundene Siedlung Seltzdorf. Erst mit der Umgemeindung der Fluren von Drackendorf und Zöllnitz, die zur Bebauung Neu-Lobedas durchgeführt wurden, kam auch die Wüstung Hirschdorf zur Flur Lobeda.
Die erste Straßenbahnlinie von Jena nach Lobeda (über Winzerla/Burgau) existierte seit 1935. Der Abschnitt Winzerla–Lobeda wurde am 16. Juni 1967 stillgelegt. Die Endhaltestelle befand sich bis 1949 ungefähr auf Höhe des Gasthauses Goldener Löwe, danach ca. 100 Meter östlich der heutigen Straßenbahnbrücke über die Saale.
Neulobeda, und damit die beiden Stadtteile Lobeda-Ost und Lobeda-West, ist mit 21.381 Einwohnern der größte Stadtteil Jenas. Lobeda-Ost liegt zwischen der Stadtgrenze im Süd-Osten, der Stadtrodaer Straße (umgangssprachlich "Schnellstraße" - den Namen erhielt die 1968 gebaute Straße erst nach 1989), der Autobahn und Altlobeda im Norden und Lobeda-West zwischen Autobahn, Stadtrodaer Straße, Saale und Burgau.
Neulobeda wurde zwischen 1966 und 1986 vorwiegend für die Beschäftigten des Carl-Zeiss-Kombinates errichtet. Geplant war Wohnraum für etwa 40.000 Menschen. Sieben Kilometer vom Stadtzentrum entfernt entstand eine Plattenbau-Wohnsiedlung. Die Wohnungen mit Fernheizung und Komfort waren begehrt. Vor allem junge Familien mit Kindern zogen in das Neubaugebiet. Nach der politischen Wende in der DDR 1989 veränderten sich die Ansprüche an das Wohnen. Städtebauliche Mängel wie die hohe Wohndichte, wenige Freiflächen und eine unzureichende Infrastruktur führten zu Abwanderung und sozialer Entmischung.
Um die Wohnsituation im Stadtteil zu verbessern, wurden zahlreiche Wohnungen modernisiert und die angrenzende Bundesautobahn 4 bis 2010 im Bereich Lobeda eingehaust.
Im Zentrum von Lobeda-Altstadt, der ehemaligen Stadt, befindet sich eine evangelische Kirche „St. Peter“ und das katholische Gemeindehaus „Franziskushaus“, welches an die katholische Gemeinde St. Johannes Baptist Jena angegliedert ist. Bis zur Reformation war Lobeda Sitz eines Dekanates, welches das komplette Gebiet östlich von Jena bis in die Gegend von Eisenberg umfasste. Hervorgegangen ist dieses Dekanat aus einer Urpfarrei. Nach 1525 wurde die evangelische Pfarrei Lobeda mit den Filialen Drackendorf/Ilmnitz, Zöllnitz, Rutha/Sulza und Wöllnitz gebildet. Erst Ende des 16. Jahrhunderts wurden Zöllnitz und Drackendorf eigenständige Pfarreien.
In Lobeda-Ost gibt es eine Außenstelle der Missionarinnen Christi.
In Lobeda-Ost ist u.a. das Otto-Schott-Gymnasium (Lobeda-Ost) angesiedelt. Weiterhin existieren die "Janis"-Förderschule, zwei Regel- (Lobeda-Ost, Lobeda-West) sowie verschiedene Grundschulen und die SBBS für Gesundheit und Soziales.
Lobeda-Altstadt ist mit der Straßenbahn (Linien 3, 4, 5, 31, 35) sowie verschiedenen (Überland-) Buslinien rund um die Uhr erreichbar, wobei die Taktfrequenz pro Richtung zwischen ca. 3 und 30 Minuten (2-Uhr-Stunde) liegen kann. Lobeda-Ost ist mit den Linien 3, 5, 31 und 35 sowie Lobeda-West mit den Linien 3, 4, 31 und 35 ebenfalls 24 Stunden am Tag erreichbar. Mit dem Zug sind die Lobedaer Ortsteile über den Bahnhof Göschwitz (Saale) -KBS 559, 560, 565 mit RE, RB- zu Fuß erreichbar (je nach Lage ca. 6-20 Minuten). Überdies kann Lobeda auch über den Haltepunkt Jena Paradies -KBS 559, 560/ICE, IC, EN, RB- sowie die Bahnhöfe Jena West -KBS 565/RE, RB- und den Saalbahnhof -KBS 559, 560/RB- mit Straßenbahn (und teilweise Bus) erreicht werden. Es bestehen Pläne, die Straßenbahn von der heutigen Endhaltestelle Lobeda-West zum Bahnhof Göschwitz zu verlängern. Der Bau einer Straßenbahnbrücke über die Saale zwischen Lobeda West und Göschwitz hat bereits begonnen und soll Ende August 2008 abgeschlossen sein.
Haltestellen im Bereich Lobeda:
Lobeda-Altstadt liegt an der Stadtrodaer Straße, die die Anschlussstelle Jena-Lobeda an der A4 und das Stadtzentrum von Jena verbindet. Der Stadtteil ist über die Ausfahrt Burgau und durch Lobeda-Ost erreichbar.
Die seit 1950 erörtete und nach 1970 begonnene Umsiedlung der Universitätsklinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena nach Lobeda-Ost (Eröffnung des ersten Bauabschnitts - Klinik für Innere Medizin - am 11. Dezember 1980) wurde nach 1990 unter dem Titel „Klinikum 2000“ fortgesetzt, wird aber bis zum Abschluss noch einige Jahre dauern.
Im Bereich Lobeda-Süd befindet sich ein Gewerbe- und Einkaufsgebiet.
Siehe auch: Schwimmhalle Lobeda-West
Koordinaten: 50° 53' 2" N, 11° 37' 6" O
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