
Eine Manufaktur (von lat. manus - Hand, lat. factura - das Machen, die Herstellung) ist ein Betrieb in Übergangsform von Handwerk zu Fabrik. Manufakturen entstanden in Europa in der Frühen Neuzeit sowohl privat als auch staatlich.
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Eine Manufaktur kann auf zweierlei Weisen entstehen:
Zusammenfassung und Zergliederung bilden die Arbeitsteilung ab und führen zu allgemeiner Steigerung der Produktivität. Technischer Fortschritt geht zwar mit der Arbeitsteilung einher, äußert sich jedoch vorwiegend in Herstellung neuartiger Werkzeuge und Verfeinerung vorhandener; er überwindet den durchweg handwerklichen Charakter der Produktion in Manufakturen nicht.
Die Wirtschaftslehre des frühen Merkantilismus maß den Reichtum einer Volkswirtschaft an der Ausstattung mit finanziellen Mitteln (Gold). Um den Reichtum des Staates zu mehren, wurden Fürsten angeleitet, Einfuhren von (teuren) Fertigerzeugnissen zu verringern, stattdessen Ausfuhren eigener Erzeugnisse zu fördern und so eine positive Zahlungsbilanz zu erzielen.
Um diese Ziele zu erreichen wurden Manufakturen errichtet. Diese waren durch ökonomische Prinzipien des Kapitalismus, etwa die Trennung der Arbeiter vom Besitz der Produktionsmittel und die unter dem Augenmerk einer Effizienzsteigerung durchgeführte Neuorganisation von Arbeitsabläufen, gekennzeichnet. Diese neuen Manufakturen sollten die Produktion eigener Fertigprodukte deutlich steigern und dabei die Kosten gleichzeitig reduzieren. Diese Prinzipien, die mit der Industrialisierung später vom gesamten Wirtschaftsleben Besitz ergreifen, werden als Manufakturkapitalismus bezeichnet. Neben der Reform des Produktionsprozesses wurden gesetzliche Regelungen erlassen, die den Export von Gütern förderten, die Einfuhr von fremden Fertigprodukten jedoch behinderten. Letzteres geschah beispielsweise durch die Erhebung hoher Einfuhrzölle oder den gesetzlichen Zwang, nur im Inland produzierte Güter zu konsumieren. Zur weiteren Kostensenkung wurden darüber hinaus häufig Waisenkinder und Bettler zur Arbeit in den Manufakturen gezwungen. Zu diesem Zweck wurden beispielsweise Waisenhäuser mit angegliederter Spinnereimanufaktur errichtet.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Porzellan-Manufakturen gegründet, darunter die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin und die Manufacture royale de porcelaine de Sèvres.
Massengründungen von Manufakturen führen freilich zu höherer Produktivität, doch sind handwerkliche Tätigkeiten durchaus nachteilig.
In seinem Hauptwerk "Wealth of Nations" punktuiert der Nationalökonom Adam Smith die nachteiligen Effekte für Teilarbeiter in Manufakturen: Sie zerstört selbst die Energie seines Körpers und verunfähigt ihn, seine Kraft schwunghaft und ausdauernd anzuwenden, außer in der Detailbeschäftigung, wozu er herangezogen ist.
Wenn auch zunächst nur in geringen Umfange, bildet die Manufakturperiode erstmals eine Hierarchie der Arbeiter heraus. Einfache Anlerntätigkeiten werden gering entlohnt; Tätigkeiten, die Weiterbildung und Spezialisierung verlangen, werden hingegen höher entlohnt.
Die Werbebranche schraffiert den Begriff Manufaktur neu - wertige Handwerkskunst, verbürgte Qualität, Luxusgut, Exklusivität.
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