Maschinenpistole


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Deutsche Maschinenpistole MP40, amerikanische Thompson M1928A1, sowie britische Sterling-Maschinenpistole (von oben)
Deutsche Maschinenpistole MP40, amerikanische Thompson M1928A1, sowie britische Sterling-Maschinenpistole (von oben)

Maschinenpistolen, auch kurz MP oder MPi, sind kompakte, vollautomatische Handfeuerwaffen. Sie verschießen im Gegensatz zu Gewehren und Maschinengewehren in der Regel Pistolenmunition.

Die Maschinenpistolen teilen sich in drei Bereiche auf:

  • Reihenfeuerpistolen sind Pistolen, die durch Veränderung der Abzugsgruppe auch Dauerfeuer schießen können.
  • Kleinstmaschinenpistolen sind Maschinenpistolen die eigenständig konstruiert wurden, in den Abmessungen aber einer Pistole ähneln.
  • Maschinenpistolen, die in der Größe zwischen Pistolen und Sturmgewehren liegen, wobei der Übergang zum Sturmgewehr fließend ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Einsatz

Bergmann MP 18.1
Bergmann MP 18.1

Am Anfang des Ersten Weltkrieges herrschten bei den Armeen noch Mehrladegewehre als Infanteriewaffen vor. Die Feuergeschwindigkeit war gering und lag meist bei 10 bis 20 Schuss in der Minute, außerdem waren die langen Waffen relativ unhandlich.

Die Maschinengewehre waren in kleiner Zahl in eigenen Einheiten zusammengefasst und fast unbeweglich. Zwar boten sie hervorragenden Schutz gegen feindliche Frontalangriffe, konnten aber eigene Angriffe durch den stationären Einsatz kaum unterstützen.

Als der Grabenkrieg des Ersten Weltkrieges nach geeigneten leichten Waffen mit hoher Feuergeschwindigkeit zum Kampf auf geringste Entfernungen verlangte, erschienen deshalb zuerst Pistolen mit vergrößerten Magazinen und zusätzlich montierbarer Schulterstütze, wie etwa die Mauser C96 oder Pistole 08.

Die italienische Villar-Perosa war die erste vollautomatische Waffe mit Pistolenmunition, glich aber von der Konstruktion eher einem Maschinengewehr und wurde zunächst auch als solches recht erfolglos eingesetzt. Erst als man es im Sturmangriff nutzte, zeigte sich, dass es in der Rolle einer Offensivwaffe durchaus nützlich war.

Mit der von Th. Bergmann entwickelte Maschinenpistole MP18 wurde die erste „richtige“ Maschinenpistole vorgestellt. Diese auch „Grabenfeger“ genannte Waffe erlangte in ihrer, wenn auch nur kurzen, Einsatzzeit einen solchen Ruf, dass Deutschland durch den Versailler Vertrag verboten wurde, MPs herzustellen oder zu besitzen.

Nachdem Schützen nicht mehr in Kolonnen Aufstellung nahmen, sondern in Form der Schützenkette vorrückten, und man nicht mehr offen kämpfte, sondern versuchte, natürliche und künstliche Deckungen auszunutzen, verlor das weitreichende Gewehr auch im Zweiten Weltkrieg weiter an Bedeutung. Einfache Maschinenpistolen hielten ihren Einzug in die Armeen aller Kriegsteilnehmer.

Mittlerweile sagen Statistiken aus, dass sich die meisten militärischen Kämpfe auf Entfernungen unter 400 Meter (m), in urbanen Gebieten sogar unter 200 m, abspielen. Bei polizeilichen Aktionen sind die Entfernungen meist noch geringer. Gleichzeitig befindet sich auch der Schütze nicht mehr im offenen Feld, sondern kämpft oft aus Fahrzeugen heraus, oder in Gebäuden, wo nur genügend kompakte Waffen ausreichend Bewegungsspielraum bieten.

Zwar wurden schon nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Polizei Maschinenpistolen eingesetzt, ihren Siegeszug bei der Polizei begann die Maschinenpistole jedoch erst mit dem erfolgreichen Einsatz der MP5 durch den britischen Special Air Service bei der Operation Nimrod. Dabei wurden im Mai 1980 Geiseln aus der besetzten iranischen Botschaft in London befreit.

In Deutschland führt die Bundeswehr israelische Maschinenpistolen des Typs Uzi als MP2 ein, die derzeit durch die MP7 von Heckler & Koch (HK) ersetzt wird. Nur in einigen Einheiten werden auch Maschinenpistolen MP5 eingesetzt. Die MP5 wird allerdings von allen deutschen Polizeibehörden eingesetzt.

Technik

Verschluss-Systeme

Die meisten Maschinenpistolen waren zuschießende Rückstoßlader mit Masse-Feder-Verschluss. Diese Bauart ist einfach und kostengünstig und wird vor allem für militärische Waffen, wie die Uzi-Maschinenpistole, genutzt. Waffen dieser Bauart wurden im Zweiten Weltkrieg von der Résistance sogar in Klempnerbetrieben gefertigt.

Militärische und polizeiliche Spezialeinheiten bevorzugen hochwertige und präzise Waffen. Deshalb werden hier oft aufschießende Verschluss-Systeme wie der beweglich abgestützte Rollenverschluss der MP5 verwendet.

Maschinenpistolen werden teilweise auch als Gasdrucklader konstruiert. Als Beispiel sei die Maschinenpistole MP7, ein aufschießender Gasdrucklader mit Drehkopfverschluss, genannt.

Bauteile

Die meisten Maschinenpistolen verfügen über eine Basis mit Abzugsgruppe und Pistolengriff, die den Lauf, den Verschluss und das Magazin aufnimmt. Eine Schulterstütze ist oft vorhanden, abklappbar oder sogar faltbar und meistens aus Metall bzw. Metall und Kunststoff, bei frühen Waffen auch noch aus Holz.

Die Waffen verfügen meist über eine einfache Visierung mit Kimme und Korn, seltener auch über verstellbare Dioptervisiere. Moderne Waffen sind oft auch mit optischen Zielgeräten ausgestattet.

Zur besseren Handhabung verfügen viele Maschinenpistolen im Laufbereich über einen zweiten Pistolengriff.

Die Magazine haben meist eine Kapazität zwischen 20 und 40 Schuss. Während bei den meisten Maschinenpistolen Stangen- oder Kurvenmagazine von unten eingesetzt werden, hatten britische Waffen oft seitliche oder oben angesetzte Magazine. Es gibt auch einige, wenige Maschinenpistolen mit Tellermagazin. Die Kapazität liegt dann bei maximal rund 180 Schuss, dann aber allerdings im Kaliber .22 lfB.

Kaliber

Die meisten Maschinenpistolen werden in gängigen Pistolenkalibern gefertigt. Dabei ist das Kaliber 9 × 19 mm vorherrschend. Bekannt sind auch Waffen in .45 ACP oder 10 mm Auto. Seltener werden Kleinkaliber-Maschinenpistolen in .22 lfB gefertigt.

Der Übergang zum Sturmgewehr ist gerade heute fließend. So bietet Heckler & Koch die Maschinenpistole HK 53 im Gewehrkaliber 5,56 × 45 mm NATO an. Auch die verschiedenen Varianten der Sturmgewehre vom Typ AK47 und AK74 werden in der Literatur manchmal als Maschinenpistolen bezeichnet, obwohl sie die mittelstarke Gewehrpatrone M43 (7,62 x 39 mm) beziehungsweise Munition im Kaliber 5,45 x 39 mm verschießen. Dabei wird auf die Kampfentfernung Bezug genommen, die im Gegensatz zu Sturmgewehren auf nicht mehr als 100 m ausgelegt ist.

Die belgische FN P90 ist von ihrer Aufgabenstellung her definitiv ein Zwitter zwischen Maschinenpistole und Sturmgewehr, eine sogenannte PDW. Auf der einen Seite soll sie eine kompakte Waffe im Häuserkampf darstellen, auf der anderen Seite auch Ziele bis auf 200 m Entfernung bekämpfen können. Ihre Feuertaufe hatte die Waffe bei der Beendigung einer Geiselnahme in einer Botschaft in Kolumbien, wo sie die Aufgabenstellung einer Maschinenpistole hatte.

Maschinenpistolen bis zum Zweiten Weltkrieg

Moderne Maschinenpistolen

Weblinks

Bibliographie

  • Full Auto Conversion for Browning Pistols (Download), Gerard Henrotin (H&L Publishing - HLebooks.com, 2003)

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