Die Militärsoziologie befasst sich makrosoziologisch mit der Bedeutung von militärischen Institutionen (Armeen, Kriegs- und Luftflotten) für ganze Gesellschaften bzw. Staaten (auch von Kriegsherren für staatsfreie Räumen), mikrosoziologisch mit den Militärpersonen (Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften) in Frieden, Bürgerkrieg und Krieg, oft mit berufssoziologischen Fragestellungen.
Insofern ist sie mit der Kriegssoziologie nicht identisch, worin u.a. Militarismus, Bellizismus und Pazifismus von Gesellschaften, ferner die Entstehungsgründe von Kriegen, der kriegsbedingte gesamtgesellschaftliche Wandel und die gesellschaftlichen und mentalen Folgen von Kriegen untersucht werden; sie überschneidet sich aber in den Arbeitsgebieten oft mit ihr.
Obwohl sich bereits soziologische Klassiker (Herbert Spencer, Ludwig Gumplowicz, Rudolf Steinmetz) mit einschlägigen Fragen befasst haben, sind Spezialuntersuchungen zunächst in den USA anlässlich des Koreakriegs gemacht worden (klassisch: Samuel A. Stouffer u. a.: The American Soldier. Adjustment During Army Life). In der Bundesrepublik ist die Militärsoziologie eine seltene (etwa durch Rolf Ziegler), aber an den Universitäten der Bundeswehr vertretene Spezielle Soziologie.
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