Mohammed Omar (ملا محمد عمر, bekannt als Mullah Omar) (* um 1959) ist ein islamischer Fundamentalist. Bis 2001 war er Anführer der Taliban und De-facto-Staatschef von Afghanistan. Sein Aufenthaltsort galt im Oktober 2006 als unbekannt.
Omar wurde als Sohn armer Ghilzai-paschtunischer Bauern in der Umgebung von Kandahar geboren. Er wurde in einer Koranschule (Madrasa) erzogen. Nach dem Tod seines Vaters musste er als junger Mann seine Familie versorgen. Omar wurde Mullah und eröffnete im Dorf Singesar eine Koranschule, die noch heute existiert. Er kämpfte gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan und gegen die Regierung von Mohammed Nadschibullah. Dabei wurde er mehrmals verletzt und verlor die Sehkraft des rechten Auges.
Nach dem Abzug der Sowjets gründete Omar 1994 in Kandahar die Taliban. Mit diesen fundamentalistischen Milizen, die sich aus den Koranschulen und aus den Flüchtlingslagern entlang der pakistanischen Grenze rekrutierten, begann er, die Regierung, die verfeindeten Mudschahidin und Kriegsherren zu bekämpfen. Obwohl die archaischen Ziele und brutalen Methoden der Taliban nicht uneingeschränkt populär waren, erhielten sie vor allem Unterstützung aus den ärmsten sozialen Schichten der paschtunischen Bevölkerung.
Die Taliban marschierten in Kabul ein und verdrängten die sogenannten Mujaheddin-Milizen, die sich seit Jahren untereinander bekämpft hatten. Seit April 1996 trug Omar den Titel des militärischen Befehlshabers der Taliban (أمير المؤمنين, Amir al-Mu'minin, „Führer der Gläubigen“). Damit war er auch de facto Staatschef von Afghanistan.
Omar lebte und arbeitete zurückgezogen in seiner Regierungsvilla in Kandahar, auch nachdem die Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul erobert hatten. Er traf sich nur selten mit Nicht-Muslimen, und es gibt nur sehr wenige Fotos von ihm. Gespräche und diplomatische Kontakte führten sein Sprecher Mulla Wakil Ahmed und andere Berater.
Anfang 2001 befahl er die Zerstörung der Buddhastatuen von Bamiyan, was heftige internationale Proteste auslöste. Seit dem Sturz der Taliban durch die USA, der auf den 11. September 2001 folgte, ist der Aufenthaltsort Omars unbekannt. Er wird von den USA gesucht, die ihm vorwerfen, den Terroristen Osama bin Laden unterstützt zu haben.
Am 25. Juli 2005 meldete sich Omar angeblich mittels einer Tonbandbotschaft und rief dazu auf, den Angriff auf ausländische Truppen in Afghanistan zu intensivieren. Er rief ferner dazu auf, dass bei den Aktionen möglichst die afghanische Zivilbevölkerung nicht in Mitleidenschaft zu ziehen sei. Die Echtheit des Tonbandes konnte allerdings nicht bestätigt werden.
Am 22. Oktober 2006 forderte Omar die in Afghanistan stationierten NATO Truppen auf das Land zu verlassen und kündigte Anschläge gegen die Truppen an. Er wurde mit den Worten Mit Allahs Gnade wird der Kampf um ein Vielfaches verstärkt und viel organisierter werden zitiert.
Gerüchten zufolge soll Omar von Pakistan aus operieren und sich dort mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes versteckt halten. Dies behauptete der ehemalige Pressesprecher der Taliban Hanif im Januar 2007[1].
| Vorgänger Präsident Burhanuddin Rabbani |
Staatschef des Islamischen Emirats Afghanistan September 1996–November 2001 |
Nachfolger Präsident Hamid Karzai |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Omar, Mohammed |
| ALTERNATIVNAMEN | Omar, Mullah |
| KURZBESCHREIBUNG | afghanischer Führer der Taliban |
| GEBURTSDATUM | um 1959 |
| GEBURTSORT | Nodeh, nahe Kandahar |
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