Nürnberg


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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Nürnberg; weitere Bedeutungen siehe unter Nürnberg (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Nürnberg
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Nürnberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 27′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 309 m ü. NN
Fläche: 186,38 km²
Einwohner: 503.762 (31. März 2008)
Bevölkerungsdichte: 2703 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 90001–90491 (alt: 8500)
Vorwahlen: 0911, 09122, 09129
Kfz-Kennzeichen: N
Gemeindeschlüssel: 09 5 64 000
Stadtgliederung: 7 Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 2
90403 Nürnberg
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Ulrich Maly (SPD)
Nürnberger Kaiserburg
Nürnberger Kaiserburg
Nürnberger Altstadt mit Rathaus und Lorenzkirche
Nürnberger Altstadt mit Rathaus und Lorenzkirche

Nürnberg (fränkisch: Nämberch) ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken und mit über 500.000 Einwohnern die nach München zweitgrößte Stadt Bayerns. Zusammen mit den direkt benachbarten Städten Fürth, Erlangen und Schwabach bildet sie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordbayerns.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Blick auf Nürnberg von der Alten Veste Zirndorf
Blick auf Nürnberg von der Alten Veste Zirndorf

Geographische Lage

Nürnberg liegt zu beiden Seiten der Pegnitz. Die Pegnitz entspringt etwa 80 Kilometer nordöstlich der Stadt und durchquert das Stadtgebiet auf einer Länge von etwa 14 km von Ost nach West. Im Bereich der Altstadt wurde der Fluss stark kanalisiert. Im benachbarten Fürth fließen die Pegnitz und die Rednitz zusammen und bilden den Fluss Regnitz. Vor allem im Norden und Nordwesten von Nürnberg wurde die Landschaft stark durch die Anschwemmungen der Pegnitz geprägt. Im Norden Nürnbergs befindet sich mit dem Knoblauchsland ein wichtiges Gemüseanbaugebiet.

Der Untergrund Nürnbergs besteht aus weichem Sandstein, der im Keuper entstanden ist. Nördlich von Nürnberg befindet sich die Fränkische Schweiz, ein Mittelgebirge mit einer Höhe von teilweise über 600 Metern über dem Meeresspiegel.

Ausdehnung des Stadtgebietes

Das Gebiet der Stadt umfasst eine Fläche von 186,38 km². Im Westen ist die Bebauung mit der Nachbarstadt Fürth und im Südwesten mit Stein zusammengewachsen. Nördlich der Stadt liegt relativ flach das fruchtbare Knoblauchsland, welches zugleich auch die westliche Anflugschneise für den Nürnberger Flughafen bildet, sowie nach Nordosten hin der Sebalder Reichswald, der sich an wenigen Stellen auf knapp über 400 m erhebt.

Die nördliche Begrenzung der Altstadt bildet der Burgberg mit der Nürnberger Burg und der zu großen Teilen erhaltenen Stadtmauer; etwas östlich, ebenfalls auf der Nordseite der Pegnitz, erhebt sich der parkartig gestaltete Rechenberg.

Nachbargemeinden

Die Stadt Nürnberg grenzt an folgende Städte, Gemeinden und gemeindefreien Gebiete (beginnend im Norden, dem Uhrzeigersinn folgend):

Erlangen (kreisfreie Stadt), Neunhofer Forst, Kraftshofer Forst und Erlenstegener Forst (Landkreis Erlangen-Höchstadt), Schwaig b. Nürnberg, Laufamholzer Forst, Zerzabelshofer Forst, Forsthof, Fischbach und Feucht (alle Landkreis Nürnberger Land), Wendelstein und Forst Kleinschwarzenlohe (Landkreis Roth), Schwabach (kreisfreie Stadt), Rohr (Landkreis Roth), Stein und Oberasbach (Landkreis Fürth) sowie Fürth (kreisfreie Stadt).

An die zur Stadt Nürnberg gehörige Exklave Brunn grenzen die gemeindefreien Gebiete Brunn, Winkelhaid und Fischbach (alle im Landkreis Nürnberger Land).

Stadtgliederung

Hauptartikel: Liste der Stadtbezirke und statistischen Bezirke von Nürnberg, Eingemeindungen in die Stadt Nürnberg

Am 18. Oktober 1995 beschloss die Stadt Nürnberg eine Neueinteilung des Stadtgebietes. Aus den bisherigen 87 Bezirken wurden sieben neue Stadtbezirke gebildet. Diese verwaltungstechnischen Stadtbezirke spielen im Bewusstsein der Bevölkerung kaum eine Rolle, vielmehr orientiert man sich im Alltagsleben an den traditionellen Namen der Stadtteile, die ehedem oft eigenständige Gemeinden oder Vorstädte waren (beispielsweise Erlenstegen, Gostenhof oder St. Johannis).

Klima

Klimadiagramm von Nürnberg-Buchenbühl
Klimadiagramm von Nürnberg-Buchenbühl[1]

Nürnberg hat ein für Süddeutschland typisches, kühlgemäßigtes Übergangsklima, das weder sehr kontinental noch sehr maritim ausgeprägt ist. Es herrscht ganzjährig Humidität, das bedeutet, dass die Niederschlagsmenge größer als die Verdunstung ist. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen -1,4 °C im Januar und 18 °C im August, jedoch werden an einigen Tagen im Sommer Spitzentemperaturen von bis zu 35 °C gemessen. Die Niederschlagsmenge ist etwas geringer als für die geographische Lage üblich. Dies liegt an der Lage Nürnbergs im Fränkischen Becken; diese schwach ausgeprägte Kessellage hält feuchte Luftmassen vom Stadtgebiet fern. Mitunter kommt es über Nürnberg zu heftigen Stürmen und Unwettern, so zuletzt am 28. August 2006, als eine Windhose im Stadtteil Gartenstadt mehrere Häuser zum Teil schwer beschädigte.

Geschichte

Älteste gedruckte Ansicht Nürnbergs, Schedelsche Weltchronik 1493
Älteste gedruckte Ansicht Nürnbergs, Schedelsche Weltchronik 1493
Historischer Stadtkern, Briefmarke 1973 aus der Serie Fremdenverkehr
Historischer Stadtkern, Briefmarke 1973 aus der Serie Fremdenverkehr

Geschichtlicher Überblick

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Nürnberg

Anfänge der Stadt

Die Gründung der Stadt ist unsicher, sie könnte zwischen 1000 und 1040 im Zuge der Sicherung des Grenzgebietes zwischen Sachsen, Bayern, Ostfranken und Böhmen am Schnittpunkt wichtiger Straßen erfolgt sein. Die Siedlung hatte jedenfalls von Anfang an Marktrecht. Die Stadt wurde 1050 als nuorenberc (felsiger Berg; wovon sich der heutige Name ableiten lässt) in der so genannten Sigena-Urkunde von Kaiser Heinrich III. erstmals erwähnt. Als kaiserlicher Stützpunkt war die Nürnberger Burg bald bedeutsam für das Reich. 1065 bildet Heinrich IV. aus dem Reichsgut Nürnberg und Umland einen eigenen Hochgerichts- und Verwaltungsbezirk. Konrad III. verlieh die neu errichtete Burggrafschaft mit Gericht und Verwaltung an die Edelfreien von Raabs (aus Niederösterreich), die 1190/91 von Heinrich von Zollern übernommen wurde.

Mit dem Großen Freiheitsbrief machte Kaiser Friedrich II. Nürnberg 1219 zur Freien Reichsstadt. Der Einfluss der Burggrafen beschränkte sich bald auf die Burggrafenburg und endete vollständig, als der letzte Burggraf Friedrich VI. seinen Titel 1427 an den Rat der Stadt Nürnberg verkaufte. Von da an bis zum Übergang an das Königreich Bayern lagen die politischen Geschicke der Stadt komplett in der Hand dieses Rates.

Blütezeit

Nürnberg, Merian-Stich von 1642
Nürnberg, Merian-Stich von 1642
Nürnberg, Merian-Stich von 1650
Nürnberg, Merian-Stich von 1650

Viele Kaiser wählten Nürnberg gern als Aufenthaltsort, darunter Karl IV., der 1356 in Nürnberg die Goldene Bulle erließ. 1423 übergab Kaiser Sigismund die Reichskleinodien der Stadt, von der sie bis Anfang des 19. Jahrhunderts aufbewahrt wurden. Die Jahre zwischen 1470 und 1530 gelten allgemein als die Blütezeit der Stadt - trotz immer wiederkehrender Fehden und Konflikte mit Rittern wie Götz von Berlichingen und Conz Schott von Schottenstein. Der Reichtum der Stadt kam durch das ausgezeichnete Handwerk sowie die günstige Lage als Handelsplatz in der Mitte Europas zustande. In dieser Zeit zählte Nürnberg zusammen mit Köln und Prag zu den größten Städten des Heiligen Römischen Reiches.

Im Dreißigjährigen Krieg war die Gegend um Nürnberg Schauplatz eines mehrere Jahre andauernden Stellungskriegs der Kriegsparteien. Zwar wurde die Stadt nicht erobert, aber durch die Verwüstungen im Umland dauerhaft wirtschaftlich geschwächt. Nach dem Krieg fand 1649 in Nürnberg das „Friedensmahl“ statt, bei dem die Konfliktparteien in mehrere Tage andauernden Feierlichkeiten den Frieden besiegelten.

Am 13. Oktober 1792 wird mit dem Kunstverein Nürnberg der erste Kunstverein Deutschlands gegründet.

Das 19. und frühe 20. Jahrhundert

Einschneidende Ereignisse spielten sich von 1796 bis 1806 ab. Nach Drängen der preußischen Verwaltung im benachbarten Ansbach unterstellte sich Nürnberg schließlich der preußischen Herrschaft. Der Vertrag wurde nicht vollzogen, da Preußen von Nürnbergs Schulden abgeschreckt wurde. Gleichzeitig hatte sich in der Nürnberger Bevölkerung großer Unmut gegen die zunehmend als korrupt empfundene Herrschaft der patrizischen Familien aufgestaut. Diese Vorgänge erschütterten die reichsstädtische Verfassung in ihren Grundfesten und brachten die Stadt an den Rand eines Umsturzes.

Nürnberg 1858
Nürnberg 1858

Im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 blieb Nürnberg dennoch zunächst weiter unabhängig, bis nach Unterzeichnung der Rheinbundakte und dem Ende des Alten Reiches französische Truppen Nürnberg besetzten. Am 15. September 1806 übergab die französische Armee schließlich die Stadt dem Königreich Bayern, das alsbald eine Zivilverwaltung installierte und die Stadt administrativ in das Königreich eingliederte. Das Königreich Bayern übernahm 1806 die exorbitanten Schulden der Reichsstadt Nürnberg als Teil der gesamtbayerischen Staatsschulden und sorgte damit für deren Konsolidierung und Tilgung. Durch die bayerische Gesetzgebung wurden die Katholiken, die bisher in der Stadt nur geduldet waren, den Prostestanten rechtlich gleichgestellt.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Nürnberg zu einem der industriellen Zentren in Bayern. So fuhr 1835 als erste Eisenbahn für den Personenverkehr in Deutschland, der „Adler“, von Nürnberg nach Fürth. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in Nürnberg das Rauschgold erfunden.

Bereits in den 1920er Jahren fanden in Nürnberg die ersten Reichsparteitage der Nationalsozialisten statt. Nürnberg selbst konnte die NSDAP jedoch bei den Wahlen nie gewinnen. Die Stadt wurde überwiegend von der liberalen DDP regiert. Gleichzeitig war Nürnberg aufgrund seiner Bedeutung als Industriestandort ein Zentrum der bayerischen Sozialdemokratie.

Nürnberg zur Zeit des Nationalsozialismus

Die Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände
Die Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Nürnberg von den Nationalsozialisten als „Stadt der Reichsparteitage“ zu einem der wichtigsten Orte nationalsozialistischer Propaganda. Die Nürnberger Gesetze, auch Nürnberger Rassengesetze genannt, wurden am 15. September 1935 vom Reichstag auf dem 7. Reichsparteitag der NSDAP („Reichsparteitag der Freiheit“) in Nürnberg einstimmig beschlossen. Mit ihnen stellten die Nationalsozialisten ihre antisemitische Ideologie auf eine juristische Grundlage.

Im Zweiten Weltkrieg war Nürnberg eines der bevorzugten Ziele alliierter Luftangriffe, die am 2. Januar 1945 die Nürnberger Altstadt zerstörten und die Stadt als Ganzes schwer beschädigten. Im viertägigen Endkampf um Nürnberg im April 1945 wurde erneut einiges an historischer Bausubstanz zerstört. Zeitweilig bestanden Überlegungen, die zerstörte Stadt komplett aufzugeben und an anderer Stelle neu aufzubauen.

Siehe dazu: Artikel in Wikinews

Siehe auch Willy Liebel, vom 16. März 1933 bis 20. April 1945 Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg, ab November 1945, hielten die Siegermächte die Nürnberger Prozesse gegen führende Kriegsverbrecher der nationalsozialistischen Diktatur ab. Beim Wiederaufbau unter Federführung des Stadtbaumeisters Heinz Schmeißner orientierte man sich an den vormaligen Stadtstrukturen, so dass mittelalterliche und vor allen Dingen frühneuzeitliche Zusammenhänge an vielen Plätzen trotz weitgehenden Verlustes der originalen Bausubstanz noch ablesbar sind, auch wenn die Bausubstanz größtenteils aus Nachkriegsbauten besteht.

Eingemeindungen

Hauptartikel: Eingemeindungen in die Stadt Nürnberg

Bis 1825 umfasste das Stadtgebiet 160,84 ha. Seitdem wurden, nachdem die Einwohnerzahl der Stadt infolge der Industriellen Revolution immer mehr gestiegen war und die Stadt sich immer weiter ausgedehnt hatte, mehrere ehemals selbstständige Gemeinden und Gemarkungen in das Stadtgebiet eingegliedert, so dass die Stadt heutzutage über eine Fläche von etwa 186,6 km² verfügt.

Einwohnerentwicklung

Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Nürnberg

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1812 in der Stadt erst 26.000 Menschen, so überschritt die Einwohnerzahl Nürnbergs bereits 1880 die Grenze von 100.000 Einwohnern und machte sie zur Großstadt. 1900 hatte die Stadt über 250.000 Einwohner, bis 1972 verdoppelte sich diese Zahl auf den historischen Höchststand von 515.000. Bis 1985 fiel die Bevölkerungszahl auf 465.000, inzwischen ist sie wieder gestiegen. Am 31. Dezember 2005 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Nürnberg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 499.237 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Am 18. November 2006 wurde in Nürnberg zum dritten Mal innerhalb von 40 Jahren der halbmillionste Bürger geboren.

Religionen

Frauenkirche, davor der Hauptmarkt
Frauenkirche, davor der Hauptmarkt
Elisabethkirche, Südfassade
Elisabethkirche, Südfassade

Christentum

Lorenzkirche, Westfassade
Lorenzkirche, Westfassade

Das Gebiet des späteren Nürnberg gehörte ursprünglich zum Bistum Eichstätt, ab 1016 wurde das Gebiet nördlich der Pegnitz dem Bistum Bamberg zugeordnet. 1525 führte die Reichsstadt Nürnberg die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Danach blieb sie über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Lediglich das exterritoriale Gebiet der Deutschordensniederlassung blieb katholisch.

Nach dem Übergang der Stadt an Bayern 1808 wurde die Bevölkerung Teil der Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Im gleichen Jahr wurde das Generaldekanat, 1810 das Dekanat Nürnberg und 1934 der Kirchenkreis Nürnberg errichtet. Die Kirchengemeinden der Stadt Nürnberg gehören heute zum Dekanat Nürnberg, das mit vier Prodekanaten (Nürnberg-Mitte, -Nord, -Ost, -West) geführt wird.

Seit dem 19. Jahrhundert gab es auch für die reformierten Gemeindeglieder eine eigene Gemeinde, die 1853 zusammen den anderen reformierten Gemeinden Bayerns eine eigene Synode erhielt. 1919 trennten sich die reformierten Gemeinden formell von der Protestantischen Kirche Bayerns. Seither gab es in Bayern zwei protestantische Landeskirchen, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die „Reformierte Synode in Bayern rechts des Rheins“, die sich seit 1949 Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern nannte und heute Teil der Evangelisch-reformierten Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland (Synodalverband XI) ist.

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert nahm die Zahl der Katholiken in der Stadt wieder zu. Im Jahre 1810 entstand die erste katholische Gemeinde in Nürnberg seit der Reformation. Sie erhielt 1816 die Frauenkirche zur dauerhaften Nutzung. Seither entstanden weitere Gemeinden. Insbesondere durch die Eingliederung katholischer Vororte nach Nürnberg wuchs ihr Anteil im 20. Jahrhundert auf ein Drittel der Bevölkerung. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören überwiegend zum Dekanat Nürnberg des Erzbistums Bamberg. Die Pfarreien in den südlichen Stadtteilen gehören zum Dekanat Nürnberg-Süd des Bistums Eichstätt. Beide Diözesen unterhalten eine Stadtkirche zur Durchführung für eine bessere pastorale Situation. Daneben gibt es ein "Haus der Stadtkirche" für interessierte Gläubige.[2]

Neben den Landeskirchen gibt es eine Vielzahl an Freikirchen in Nürnberg.

Nürnberg ist Sitz der Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Diese Glaubensgemeinschaft unterhält auch das Kloster „Heilige Märtyrer Brâncoveanu“ sowie die Pfarrei „Heilige Märtyrer Demetrios“.[3] Weiterhin besteht mit der „Gemeinde der Seligen Xenia von Sankt-Petersburg“ auch eine Gemeinde der Russisch-Orthodoxen Kirche.[4]

Islam

Erste „Kontakte“ mit dem Islam fanden in Nürnberg schon sehr früh statt. So erschien 1616 in Nürnberg die erste Übersetzung des Korans ins Deutsche von Salomon Schweigger.

Seit Anfang 1970 gibt es in Nürnberg Gemeinschaften zur Pflege und Förderung des islamischen Glaubens und islamischer Kultur. Die 1974 gegründete „Türkische Gemeinschaft e. V.“ ist der älteste Verein und hat seit 1991 ihren Sitz St. Leonhard in der Finkenstraße 9. Das „Islamische Kulturzentrum“ wurde 1976 gegründet ist seit 1993 im Spittlertorgraben mit der Ayasofya-Cami-Moschee ansässig und gehört zum „Verband der islamischen Kulturzentren Köln“. Der „Türkisch-Islamische Kulturverein“ existiert seit 1979. 1996 wurde mit der „Eyüp-Sultan-Moschee“ die größte Moschee in Nürnberg sowie in Bayern und die drittgrößte in Deutschland eröffnet. Die einzige Moschee in Nürnberg, die in größerem Rahmen auch deutschsprachige Angebote macht gehört zum „Islamischen Zentrum Nürnberg“ und ist Mitglied der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e. V.“ mit der Hauptstelle in München. 1984 bezog der Verein das Gebäude in der Hessestraße.[5][6]

Judentum

Hauptartikel: Synagogen in Nürnberg

Die Synagoge in der Johann-Priem-Straße ist seit 1984 Sitz der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg.[7][8]

Sonstige Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften

Es gibt eine kleine Bahai-Gemeinde in Nürnberg.[9] Seit 1998 existiert in der Imhoffstraße der Hindu-Tempel Sri Sithivinayagar.[10]

Politik

Stadtrat

Ergebnisse der Stadtratswahl 2008
Ergebnisse der Stadtratswahl 2008

Der 70-köpfige Stadtrat wurde zuletzt 2008 gewählt.

Die momentane Sitzverteilung (nach Stimmenanteilen absteigend):

Bürgermeister

Hauptartikel: Liste der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg

Oberbürgermeister ist seit 2002 Ulrich Maly (SPD). Zweiter Bürgermeister ist Horst Förther (SPD), zuständig für das Referat Sport, Tiergarten und Feuerwehr. Dritter Bürgermeister ist Klemens Gsell (CSU), zuständig für das Referat Umwelt.

Bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 wurde Ulrich Maly im ersten Wahlgang für eine weitere Amtsperiode bestätigt.

Wappen

„Großes Wappen“ von Nürnberg
„Großes Wappen“ von Nürnberg

Das Große Wappen der Stadt Nürnberg zeigt in Blau einen goldenen Adler mit golden gekröntem Königshaupt. Dieses Wappen wurde schon im Siegel von 1220 erwähnt und versinnbildlicht das Reich (Reichsstadt). Der Kopf wurde zeitweise als Frauenkopf dargestellt. In seiner heutigen Form wurde das Große Wappen 1936 verliehen und 1963 vom Stadtrat bestätigt.

Das Kleine Wappen der Stadt Nürnberg zeigt in gespaltenem Schild, vorne in Gold, einen halben, rot gezungten und golden bewehrten schwarzen Adler am Spalt, hinten fünfmal schräg geteilt von Rot und Silber. Die Schrägteilung ist schon seit 1260 nachweisbar. Der Reichsadler kam ab 1350 hinzu und stellte somit das Rücksiegel dar. Seit 1513 wurde diese Abbildung in den Siegeln der Ämter und Außenbehörden Nürnbergs verwendet, wobei die Zahl der Schrägbalken und die Farbgebung mehrmals variierten. Die heute noch gebräuchliche Form wurde 1936 zusammen mit dem Großen Wappen verliehen. Aus dem kleinen Wappen leitet sich auch die Stadtflagge ab. Sie zeigt die Farben Rot und Weiß ebenfalls in Schrägteilung.

Städtepartnerschaften

Nürnberg hat insgesamt 14 Städtepartnerschaften, Vertreter dieser Städte präsentieren alljährlich eigene Erzeugnisse (Kunsthandwerk, Spezialitäten, Textilien etc.) auf dem Weihnachtsmarkt. Private Freundeskreise und Jugendaustausche intensivieren die Kontakte ebenso wie praktische Hilfe, so wurden den Städten Krakau und Antalya ausgemusterte betriebsbereite Straßenbahnen geschenkt.

Die Nürnberger Städtepartnerschaften
Nizza (Frankreich), seit 1954
Krakau (Polen), seit 1979
Skopje (Mazedonien), seit 1982
Glasgow (Großbritannien), seit 1985
San Carlos (Nicaragua), seit 1985
Gera (DDR/Deutschland), seit 1988/1997
Charkiw (Ukraine), seit 1990
Prag (Tschechien), seit 1990
Hadera (Israel), seit 1995
Antalya (Türkei), seit 1997
Shenzhen (VR China), seit 1997
Kavala (Griechenland), seit 1998
Atlanta (Vereinigte Staaten), seit 1998
Venedig (Italien), seit 1999

Die erste Städtepartnerschaft wurde mit Nizza 1954 geschlossen und 2004 nochmals bekräftigt. Die 1979 geschlossene Partnerschaft mit Krakau stellt die Stadt Nürnberg auf ihren Internetseiten als „erfolgreiches Beispiel für die Zusammenarbeit von zwei Städten, die als Beitrag zur Normalisierung der Beziehungen zweier Völker begründet wurde“ dar. Als wirtschaftliche und kulturelle Repräsentanz existiert im Nürnberger Tratzenzwingerturm das Krakauer Haus und ein Nürnberger Haus im Krakauer Stadtteil Kazimierz. Eine der laut Stadt intensivsten Partnerschaftsbeziehungen besteht seit 1982 mit Skopje. Neben Jugendaustauschen und gegenseitigen Künstlerbesuchen existiert mit der gemeinsamen Ausgrabung des antiken Skopje durch mazedonische Archäologen zusammen mit der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg ein weiteres Partnerschaftsprojekt. Es startete im Frühjahr 1998 und wird voraussichtlich 50 Jahre in Anspruch nehmen. Die Partnerschaft mit San Carlos in Nicaragua wurde 1984 von einer Nürnberger Bürgerinitiative angeregt und noch während des Contra-Krieges 1985 abgeschlossen. Insbesondere durch Jugendaustausche wurde die Stadt gefördert, so verfügen die Sancarleños unter anderem über eine ausgebautes Wasserversorgung, einen Krankenhausneubau, Humuslatrinen, eine Oberschule und ein Kulturhaus. Seit dem selben Jahr verbindet Nürnberg und Glasgow nach über 30 Jahren intensiver Jugendaustausche eine Partnerschaft.

Hilfeleistung stand im Mittelpunkt der Anfang 1990 geschlossenen Partnerschaft zwischen Charkiw und Nürnberg, da viele der nach der Katastrophe von Tschernobyl eingesetzten Liquidatoren von dort kamen. Mit Unterstützung des Chemischen Untersuchungsamts Nürnberg baut die Charkiwer Akademie für Lebensmitteltechnologie und Management in einem Pilotprojekt eines Labor zur Untersuchung von Lebensmitteln für die ganze Ukraine auf. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts bestanden zwischen Nürnberg und Prag Handelsbeziehungen, 1990 wurde ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Lange dauerte es bis es zur Partnerschaft mit Hadera kam. Seit 1974 fanden regelmäßige Austausche zwischen Deutschen und Israelis statt. Arno Hamburger SPD-Stadtrat und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnbergs brachte von einem dieser Austausche 1986 einen unterschriebenen Freundschaftsvertrag mit, dem 1995 ein offizieller Städtepartnerschaftsvertrag folgte. 1988 wurde mit dem damals in der Deutschen Demokratischen Republik liegenden ostthüringischen Gera ein Städtepartnerschaftsvertrag unterzeichnet, der 1990 in ein Freundschaftsabkommen umgewandelt und 1997 noch einmal aktualisiert wurde. Ebenfalls 1997 entstand eine Partnerschaft mit Antalya. Im Rahmen einer Regionalpartnerschaft der Städte und Landkreise in der Planungsregion Industrieregion Mittelfranken mit der Sonderwirtschaftszone Shenzhen entstand die Städtepartnerschaft mit Nürnberg. Engen Austausch gibt es zwischen den Zoos der Städte und zwischen der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg und dem Shenzhen Polytechnic. 1998 wurden die Partnerschaften mit Kavala in Griechenland und Atlanta in den USA geschlossen. Bereits im frühen 14. Jahrhundert bestanden Handelsbeziehungen mit Venedig. Die Nürnberger Kaufmannschaft erlangte starken Einfluss auf die mitteleuropäischen Märkte für Gewürze, Seide und Baumwolle. Sie exportierten aber auch über Venedig Nürnberger Tand, Tuche, Leder, Honig und Bernstein. An diese Beziehung anknüpfend wurde 1999 eine Partnerschaft vereinbart.

Nach dem Seebeben im Indischen Ozean 2004 übernahm die Stadt Nürnberg 2005 die Patenschaft für Kalkudah auf Sri Lanka.

2007 wurde Nürnberg für seine Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken mit dem Europapreis der Europäischen Union ausgezeichnet.

Stadt des Friedens und der Menschenrechte

Aus der besonderen Rolle, die Nürnberg während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft spielte, ist eine historische Verantwortung für die Menschenrechte erwachsen. Die Stadt fühlt sich daher in besonderem Maß verpflichtet, einen aktiven Beitrag zum Frieden und zur Verwirklichung der Menschenrechte zu leisten.

Zu diesem Zwecke wurden unter anderem die Straße der Menschenrechte, ein Mahnmal für die Würde des Menschen, sowie das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, welches über die Zeit des Nationalsozialismus in Nürnberg informiert, errichtet.

Seit 1995 wird der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis an Personen verliehen, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.

Das Nürnberger Menschenrechtszentrum, ein Verein, der sich für die Würde des Menschen einsetzt und das „Nürnberger Menschenrechtsbüro“ wurden gegründet. Alle zwei Jahre wird der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen. Das „Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte“ ist ein fester Bestandteil des Kulturprogramms der Stadt.

Die Stadt Nürnberg wurde am 10. Dezember 2000 in Paris mit dem UNESCO-Preis für Menschenrechtserziehung ausgezeichnet. Damit würdigte die UNESCO den vorbildlichen Einsatz der Stadt Nürnberg für Frieden und Achtung der Menschenrechte.

Alle ein bis zwei Jahre wird der Preis der Stadt Nürnberg an Personen mit herausragenden Leistungen in Kunst und Wissenschaft verliehen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Industriestruktur der Stadt Nürnberg im Vergleich zum Bund
Industriestruktur der Stadt Nürnberg im Vergleich zum Bund

Über Standortkompetenzen der europäischen Spitzenklassen verfügt Nürnberg insbesondere in den Bereichen Information und Kommunikation, Energie und Leistungselektronik sowie Verkehr und Logistik. Nürnberg ist noch vor Hamburg der bedeutendste Druckstandort Deutschlands. Im Bereich der Marktforschung ist Nürnberg ebenfalls führend: jeder dritte deutsche Marktforscher arbeitet hier. Des Weiteren wurde die Region zur Gateway-Region zu den neuen EU-Mitgliedsstaaten von der EU definiert. Im Juli 2000 wurde das Europa-Büro der Stadt Shenzhen in Nürnberg eröffnet. Eine Liste Nürnberger Unternehmen gibt es in der Kategorie:Unternehmen (Nürnberg).

Nürnberg ist außerdem Zentrum der Europäischen Metropolregion Nürnberg mit ca. 3,5 Millionen Einwohnern.

Wirtschaftliche Situation Nürnbergs

Als traditioneller Industriestandort ist Nürnberg vom Strukturwandel besonders stark betroffen. Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2007 in der Stadt Nürnberg mit 9,8 Prozent am zweithöchsten in Bayern und fast doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt (5,0 Prozent). In den vergangenen Jahren wurde versucht, sich stärker zu einem Dienstleistungsstandort zu wandeln, was bisher aber nur teilweise die Beschäftigungsverluste in der Industrie ausgleichen konnte. Nachteilig wirkt sich dabei aus, dass Nürnberg über keine eigene Universität verfügt, sondern lediglich wenige Fachbereiche der Universität Nürnberg-Erlangen beherbergt.

Landwirtschaft und Bodenschätze

Mit dem Knoblauchsland verfügt Nürnberg im Norden über ein großes Gemüseanbaugebiet von überregionaler Bedeutung, welches vor allem für den dortigen Spargelanbau bekannt ist. Ansonsten finden sich in Nürnberg kaum nennenswerte Bodenschätze oder Ressourcen.

Industrie

Nürnbergs Bedeutung als Industriestandort ist auf die Tradition des mittelalterlichen Handwerks in Nürnberg, das wegen seiner Qualität in ganz Europa geschätzt war (Sprichwort: „Nürnberger Tand geht in alle Land“) zurückzuführen. Noch heute verfügt Nürnberg in bestimmten Bereichen über Spitzenkompetenzen. Nürnberg ist ein Zentrum in den Bereichen Informations- und Kommunikationsindustrie, Verkehr und Logistik, Energietechnologie und Leistungselektronik. Nürnberg ist noch vor Hamburg bedeutendster Druckstandort Deutschlands. Im Norden der Stadt unterhält die Firma Alcatel-Lucent das „Optical Center of Excellence“, ihr größtes Forschungszentrum außerhalb der USA.

Dennoch musste Nürnberg in den letzten 25 Jahren immer wieder Werkschließungen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen hinnehmen. Besonders betroffen war davon die Sparte Maschinenbau und Haushaltseletronik. So wurde das Gelände der MAN im Süden Nürnbergs im Laufe der Zeit stetig verkleinert. In der Ersten Hälfte des Jahres 2006 sorgte die Bekanntgabe der Schließung des Nürnberger AEG-Werkes für Aufsehen, da der Betrieb trotz schwarzer Zahlen nach Italien und Polen verlegt werden soll.

Dienstleistungen

Im Bereich der Marktforschung ist Nürnberg bundesweit führend: jeder dritte deutsche Marktforscher arbeitet hier. Mit der Nürnberger Versicherungsgruppe, dem größten Arbeitgeber der Stadt, verfügt Nürnberg über ein Großunternehmen im Dienstleistungssektor. Darüber hinaus ist Nürnberg ein bedeutender Standort für Call-Center.

Messe

Nürnberger Messe: Empfangshalle Spielwarenmesse
Nürnberger Messe: Empfangshalle Spielwarenmesse

Die Messe Nürnberg ist nicht nur einer der bedeutendsten Kongress- und Messestandorte Deutschlands, und steht weltweit in der Liste der Top 20. Hier findet unter anderem die jährliche Nürnberger Spielwarenmesse statt.

Druck

Nürnberg ist ein bedeutender Druckstandort in Deutschland. Im Jahr 2002 sorgten über 6.000 Beschäftigte in 43 Betrieben für einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden EUR. Die größten Druckereien Nürnbergs sind die Firmen maul-belser und die schlott gruppe AG mit ihren Unternehmen „u. e. sebald Tiefdruck“ und „heckel Rollenoffset“ (gehört seit 1. Oktober 2005 zu Konradin-Druck). Zu den bekanntesten Druckerzeugnissen aus Nürnberg gehören der Quelle-Katalog mit rund 15 Mio. Druckauflage, die c't (ca. 500.000), das Kicker Sportmagazin und die Nürnberger Nachrichten, eine der größten deutschen Regionalzeitungen mit einer Auflage von rund 300.000 Exemplaren.

Beschäftigungsstruktur

Wirtschaftszweig Sozial-
versicherungs-
pflichtig
Beschäftigte
Anteil an den
Gesamt-
Beschäftigten
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 1.247 0,5 %
Bergbau; Gew. von Steinen und Erden 32 0,0 %
Verarbeitendes Gewerbe 55.667 22,0 %
Energie- und Wasserversorgung 3.096 1,2 %
Baugewerbe 7.675 3,0 %
Handel; Inst., Rep. von Kfz. und Gebrauchsg. 38.081 15,1 %
Gastgewerbe 6.517 2,6 %
Verkehr und Nachrichtenübermittlung 21.774 8,6 %
Kredit- und Versicherungsgewerbe 15.488 6,1 %
Dienstleistungen für Unternehmen, Immobilien 50.434 20,0 %
Öffentl. Verwaltung u. ä. 15.628 6,2 %
Öffent. und private Dienstleistungen (ohne Verw.) 36.788 14,6 %
Summe 252.469 100,0 %

Stadtgebiet Nürnberg-Beschäftigte im Juni 2006;
Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik der Stadt Nürnberg

Gewerbegebiete/Gewerbeparks

Insbesondere in den letzten 15 Jahren sind in Nürnberg zahlreiche Gewerbegebiete und Gewerbeparks entstanden. Grund für die Schaffung war oft eine innerstädtische Raumneuordnung, da ehemalige Industriegebiete nach dem Weggang der Industrie aufgelassen worden waren.

  • Eurocom im Stadtteil Langwasser.
  • FrankenCampus auf dem ehemaligen MAN-Verwaltungsgelände an der Frankenstraße in der Südstadt.
  • Gewerbegebiet Altenfurt.
  • Gewerbegebiet Moorenbrunn: Hier hat die Siemens AG ein großes Verwaltungszentrum geschaffen.
  • Gewerbepark Nürnberg-Feucht auf einem ehemaligen amerikanischen Flugfeld nördlich der Muna.
  • Herkules-Park an der Nopitschstraße auf dem früheren Gelände der Hercules-Werke, später befanden sich dort die SACHS-Motorrad-Werke.
  • Hightech Center Nord.
  • Maxtorhof in der Pirckheimerstraße, ehemals stand hier die Stiftfabrik Schwan-Stabilo.
  • Nordostpark.
  • Nürbanum in der Allersberger Straße, ehemals TEKADE, später Philips.
  • Süd-West-Park im Stadtteil Gebersdorf.
  • TA-Gelände an der Fürther Straße. Hier standen ehemals das Triumph-Werke-Nürnberg-Motorradwerk und das Triumph/Adler-Schreibmaschinenwerk.
  • Tilly-Park an der Gustav-Adolf-Straße auf dem Gelände der ehemaligen Bundeswehr-Infanteriekaserne.
  • VDM-Areal im Stadtteil Schweinau.

Verkehr

Historie

Eisenbahnstadt Nürnberg: Bronzerelief des Eisenbahnbrunnens
Eisenbahnstadt Nürnberg: Bronzerelief des Eisenbahnbrunnens

Bereits im Mittelalter war es die günstige Lage an mehreren sich kreuzenden wichtigenden Handelsstraßen, die Nürnberg zu einer der wohlhabendsten Städte Europas machte. Die Bedeutung als internationaler Verkehrsknoten wurde im 19. Jahrhundert mit dem Bau des Eisenbahnnetzes gefestigt: Am 8. Dezember 1835 fuhr mit dem Adler die erste Eisenbahn in Deutschland zwischen Nürnberg und seiner Nachbarstadt Fürth.

Im 20. Jahrhundert setzte sich diese Entwicklung als übergeordneter Verkehrsknotenpunkt durch den Neu- und Ausbau zahlreicher Fernstraßen, des Flughafens und des Hafens fort.

Öffentlicher Verkehr

Fernverkehr

Als größter Dienstleister für den landgebundenen öffentlichen Verkehr tritt die Deutsche Bahn auf. Der Hauptbahnhof Nürnberg wirkt als Drehkreuz für den Schienenfernverkehr in Nordbayern. Nürnberg liegt im Schnittpunkt mehrerer ICE- und IC- sowie einzelner EC- und D-Zug-Linien.

Die wichtigsten sind:

Seit April 2008 wird der Nürnberger Hbf gelegentlich auch vom Mitfahrzug angefahren, ein Fernverkehrsangebot der IGE aus Hersbruck.

Mehrere Fernbuslinien, hauptsächlich zu osteuropäischen Zielen, runden das Fernverkehrs-Angebot ab. Als zentrale Umsteigestation dient der ZOB Nürnberg, der vom Hauptbahnhof zu Fuß in ca. 2 Minuten zu erreichen ist.

Regionalverkehr
RegionalExpress zwischen Nürnberg und Ingolstadt
RegionalExpress zwischen Nürnberg und Ingolstadt

Das Fernverkehrsnetz wird durch zahlreiche Regionalverbindungen ergänzt. RegionalExpress- und Regionalbahn-Züge bedienen die Eisenbahnstrecken in Richtung Amberg, Ansbach, Forchheim, Kitzingen, Parsberg, Pegnitz und Treuchtlingen.

Auf der seit dem 10. Dezember 2006 vollständig in das Fernverkehrsnetz integrierten Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München verkehrt neben den normalen ICE-Zügen mit dem München-Nürnberg-Express der schnellste RegionalExpress Deutschlands.

Ein einheitliches Preissystem erlaubt die Benutzung regionaler und städtischer Verkehrsmittel mit ein und derselben Fahrkarte. Die Tarife des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) gelten in ganz Mittelfranken sowie in Teilen der Regionen Oberfranken und Oberpfalz.

Stadtverkehr
Straßenbahn in Nürnberg
Straßenbahn in Nürnberg
U-Bahn Nürnberg
U-Bahn Nürnberg

Die städtischen Linien des öffentlichen Nahverkehrs werden durch die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) betrieben. Rückgrat des Verkehrs bildet das Schienennetz, bestehend aus sechs Straßenbahn- und zwei U-Bahnlinien. Die drei S-Bahnlinien der Deutschen Bahn dürfen ebenfalls zum Teil dem Stadtverkehr zugerechnet werden, da sie einen nennenswerten Anteil des Nürnberger Binnenverkehrs bewältigen. Die 51 Stadtbuslinien erschließen die nicht mit U-, S- oder Straßenbahn angebundenen Stadtteile.

Im Jahr 2005 beförderten die im VGN zusammengeschlossenen öffentlichen Verkehrsmittel 147,671 Millionen Fahrgäste[11] im Stadtverkehr.

Besonderheiten in Nürnberg:

  • Alle Straßenbahnen und Busse sind Niederflurfahrzeuge.
  • In Nürnberg fuhr der erste Erdgasbus Deutschlands im Linienverkehr.
  • Bei der U-Bahn wird es ab der Inbetriebnahme der U3 im Juni 2008 den weltweit ersten Mischbetrieb mit automatischen und herkömmlichen Fahrzeugen auf einer Strecke geben.

Individualverkehr

Autobahnen und Hauptstraßen im Großraum Nürnberg
Autobahnen und Hauptstraßen im Großraum Nürnberg

Autobahnen

Nürnberg liegt am Schnittpunkt wichtiger Bundesautobahnen, die sich südlich und östlich der Stadt kreuzen:

Bundesstraßen

Im Stadtgebiet sind durch den Bundesstraßenring Nürnberg B 4R folgende Bundesstraßen miteinander verbunden:

Stadtstraßen

Die Gesamtlänge aller Straßen im Stadtgebiet beträgt 1138,8 Kilometer (Stand 1. Januar 2006). An mehr als 500 Knotenpunkten wird der Verkehr durch Lichtsignalanlagen geregelt. Je nach Tageszeit und Verkehrssituation werden die Programme an den Lichtsignalanlagen automatisch oder manuell umgeschaltet. Feuerwehr, Straßenbahn und Linienbusse erhalten an über 100 Kreuzungen automatisch Vorrang.

Auf 1000 Einwohner kommen durchschnittlich 582 Kraftfahrzeuge. Einen großen Anteil am Verkehr in Nürnberg wird den täglichen Pendlerströmen zugerechnet. Im Jahr 2005 wurden in einer Werktag-Stichprobe 572.543 stadtgrenzüberschreitende Kraftfahrzeugfahrten gezählt.

Laut Verkehrsunfallstatistik wurden im Jahr 2004 auf städtischen Straßen 2703 Menschen verletzt und 11 Menschen getötet.

Dynamisches Verkehrsleitsystem
(Karl-Schönleben-Straße) Einer von 140 dynamischen Wegweisern
(Karl-Schönleben-Straße) Einer von 140 dynamischen Wegweisern

Zur Steuerung des Verkehrsflusses bei Veranstaltungen oder bei besonderen Situationen, wie Baustellen und Unfällen, besitzt Nürnberg ein dynamisches Verkehrsleitsystem. Induktionsschleifen in den Fahrbahnen erfassen Fahrzeuganzahl, -typ und ungefähre Geschwindigkeit. Diese Informationen werden automatisch oder manuell analysiert und führen zu verkehrssituationsabhängigen Anzeigen auf 140 dynamischen Wegweisern im Stadtgebiet sowie auf den umliegenden Autobahnen. Das dynamische Verkehrsleitsystem Nürnberg ist in seiner Art das größte in Europa.

Radwege

Für den Radverkehr in Nürnberg wurde ein eigenes Wegweisersystem eingeführt. Zahlreiche Einbahnstraßen wurden in Gegenrichtung für den Radverkehr freigegeben.

Der ADAC bewertete das Radwegenetz im Jahr 2003 als durchschnittlich. Kritisiert wird das Fehlen von Radwegen oder Radstreifen entlang von Hauptverkehrsstraßen, als Beispiel sind Bucher Straße und Tafelfeldstraße genannt. Gelobt werden die relativ geringe Unfallzahl und radfahrergünstige Ampelschaltungen.

In einer Umfrage des ADFC im Jahr 2005 nimmt Nürnberg im Kreis der Städte mit über 200.000 Einwohnern einen mittleren Platz ein (Rang 13 von 28 bei einem Notenmittelwert von 3,84. Gelobt wurde die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, bemängelt wurde hingegen insbesondere die Verkehrsführung an Baustellen. [12]

Fußwege

Nürnberg besitzt allein in der ca. 1,6 km² großen Altstadt mehrere Fußgängerzonen mit einer Gesamtlänge von ca. 5700 Metern. Der Stadtrat hatte 1966 beschlossen, eine Fußgängerzone einzurichten, da durch den Bau der U-Bahn die Einstellung des Oberflächenverkehrs möglich wurde. 1973 wurde ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, aus dem ein Vorschlag von Bernhard Winkler als Sieger hervorging. Nach diesem Plan begann 1975 die Einrichtung der Fußgängerzone.[13]

Die Fußwege entlang Pegnitz, Wöhrder Wiese und Wöhrder See gelten als attraktiv und werden von vielen Spaziergängern, Joggern und Radfahrern genutzt.

Luftverkehr

Flughafen Nürnberg
Flughafen Nürnberg

Mit dem Flughafen Nürnberg (Airport Nürnberg), der im Norden der Stadt liegt, ist Nürnberg national und international angebunden. Der Flughafen wird von der europaweit agierenden Fluglinie Air Berlin als Drehkreuz genutzt.

Die Anzahl von Starts und Landungen ist seit dem Jahr 1998 von 84.041 auf 78.043 (Stand 2006) gesunken, während die Zahl der beförderten Passagiere im gleichen Zeitraum von 2.529.307 auf 3.965.357 gestiegen ist.

Schiffsverkehr

An das nationale und internationale Wasserstraßennetz ist Nürnberg durch den am westlichen Stadtrand verlaufenden Main-Donau-Kanal angebunden. Neben dem Bayernhafen Nürnberg ist auf dem Hafengelände das größte Güterverkehrszentrum (GVZ) Süddeutschlands beheimatet.

Medien

Zeitungen, Zeitschriften und regelmäßige Publikationen

Hauptartikel: Zeitungen und Zeitschriften aus Nürnberg

Die großen Nürnberger Tageszeitungen, sind die Nürnberger Nachrichten (NN), die Nürnberger Zeitung (NZ), die Abendzeitung (Ausgabe Nürnberg), sowie die Bild-Zeitung Nürnberg. Von der Stadt selbst herausgegeben wird die anspruchsvoll gestaltete Zeitschrift Nürnberg Heute, sie beleuchtet Stadtgeschehen und -entwicklung. Bundesweit erscheint das Sportmagazin Kicker des Nürnberger Olympia-Verlags.

Fernsehen

Der Bayerische Rundfunk betreibt in Nürnberg das Studio Franken, welches für die Hörfunk- und Fernsehberichterstattung aus ganz Franken zuständig ist. Der private Fernsehsender Franken TV, hat sein Programm auf den Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen sowie ganz Mittelfranken und die westliche Oberpfalz ausgerichtet.

Seit dem 30. Mai 2005 werden 24 Fernsehsender digital im DVB-T Format vom Fernmeldeturm Nürnberg ausgestrahlt, die Umstellung wurde mit der Abschaltung der Analogausstrahlung am 31. August 2005 abgeschlossen. Nürnberg ist die neunte Region in Deutschland, in der DVB-T eingeführt wurde.

Seit dem März 2006 betreibt der IT-Outsourcer Atos Origin den Leitstand des Rechenzentrums für Premiere Fernsehen GmbH in Nürnberg, welches sich vormals in Hamburg befunden hatte.

Hörfunk

Hauptartikel: Liste deutscher Hörfunksender

In der Region Nürnberg gibt es neben den regional ausgestrahlten Sendungen des Studio Franken des Bayerischen Rundfunks diverse kommerzielle Lokalsender, wie Gong 97,1, Hit Radio N1, Charivari 98,6, Pirate Radio und Radio F. Diese sind gemeinsam im Funkhaus Nürnberg ansässig. Der Radiosender VilRadio 91,0 hat ein Studio im Zentrum der Stadt und der Radiosender Energy Nürnberg der Radiokette NRJ Group hat ein Studio im Business Tower der Nürnberger Versicherung.

Daneben gibt es mit Radio Z und dem Ausbildungskanal AFK max auch zwei nichtkommerzielle Sender, die täglich auf Sendung sind.

Öffentliche Einrichtungen

Nürnberg ist Sitz folgender staatlicher Behörden und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:

sowie:

Gerichte

Bildung und Forschung

Hauptartikel: Bildung und Forschung Nürnberg

Bildungseinrichtungen

Nürnberg ist Standort des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (die auf die ehemals selbständige Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg zurückgeht) und der Institute der ehemaligen Erziehungswissenschaftlichen Fakultät (zuvor Pädagogische Hochschule) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Weitere Hochschulen sind die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, die Evangelische Fachhochschule Nürnberg und die Hochschule für Musik Nürnberg.

Zum weiteren Bildungsangebot im Stadtgebiet gehören 13 Gymnasien, fünf Realschulen (öffentlich und privat), drei Gesamtschulen (öffentlich und privat), je zwei Fach- und Berufsoberschulen sowie zahlreiche Berufs-, Berufsfach-, Fach-, Haupt- und Grundschulen.

Forschungseinrichtungen

Im Nordosten der Stadt unterhält die Firma Lucent Technologies das „Optical Center of Excellence“. Dort befindet sich auch eine Forschungseinrichtung des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS).

Bibliotheken und Archive

Die Stadtbibliothek Nürnberg umfasst die Bibliothek Egidienplatz (im Pellerhaus), die Zentralbibliothek, mehrere Spezialbibliotheken sowie Stadtteil- und Fahrbibliotheken. Die Direktion sitzt in der Bibliothek Egidienplatz. Eine Zweigstelle der Stadtbibliothek Nürnberg ist in Langwasser in der Nähe vom Franken-Center zu finden. Eine Zweigstelle der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg bei den anderen universitären Einrichtungen auf dem Tuchergelände zu finden.

Das Stadtarchiv Nürnberg ist in der Norishalle (Marientorgraben 8) beheimatet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater und Kinos

Das größte Theater Nürnbergs ist das Staatstheater Nürnberg. Daneben gibt es noch einige kleinere Theater, darunter:

Neben dem kommunalen Filmhaus Nürnberg, dem Fremdsprachenkino Roxy gibt es einige kleinere (Programm-)kinos, das Cinecittà Nürnberg (größter Kinokomplex Deutschlands) und den Kinopalast Admiral.

Museen

Dürerhaus am Platz Beim Tiergärtnertor
Dürerhaus am Platz Beim Tiergärtnertor

Hauptartikel: