Nahkampf


Dieser Artikel erläutert den körperlichen Nahkampf ohne Schusswaffen, für andere militärische Bedeutungen siehe Nahbereichsgefecht, für die Neonazi-Band Nahkampf (Band).
Soldaten der United States Army beim Nahkampftraining
Soldaten der United States Army beim Nahkampftraining

(Militärischer) Nahkampf bezeichnet den direkten Kampf, geführt Person gegen Person, ohne Schusswaffen, aber gegebenenfalls mit dem Einsatz von Klingenwaffen wie z.B. dem Bajonett oder Dolch, Gegenständen (Helm), Werkzeugen wie z.B. (Feldspaten) und durch bloßen Körpereinsatz mit speziell entwickelten Kampftechniken, deren einzelne Elemente aus verschiedenen Kampfsystemen entnommen sind, wie z.B. Boxen, Jiu Jitsu, Karate, Ringen, Muay Thai, Kung Fu usw.

Ferner fällt hierunter auch der Kampf mit dem Gewehr selbst (jedoch ohne zu schießen, sondern z.B. ein Schlag mit dem Gewehrkolben), oder bisweilen mit morgensternähnlichen Keulen (besonders im Ersten Weltkrieg) und anderen Gegenständen, die zu Hand sind.

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Der militärische Nahkampf unterscheidet sich ferner grundlegend von Kampfsportarten: Während beim letzteren eine Niederlage wenig Spätfolgen hat, kostet im Feld ein verlorener Kampf meist das eigene Leben. Aus diesem Grund unterscheiden sich auch die angewandten Techniken stark: Im Kampfsport steht zumeist ein ästhetisch ansprechendes Körperbild oder ein möglichst schnelles Niederringen des Gegners im Mittelpunkt, im militärischen Bereich ist vor allem aggressives und schnelles Handeln vorherrschend, was den Gegner zu Fehlern verleiten soll, die dann ausgenutzt werden. Außerdem lassen sich Techniken finden, die im Sportbereich verboten sind oder als ausgesprochen unsportlich angesehen werden würden: Tritte und Schläge in die Genitalien, Nachsetzen, fortlaufender Angriff auf einen am Boden liegenden Gegner bis zu dessen Kampfunfähigkeit, Schläge mit dem Gewehrkolben und dem Lauf, Attacke mit dem Feldmesser u.ä. Der Soldat kämpft dabei meist aus Instinkt. Ferner sind militärische Nahkampftechniken flexibel, sie lassen sich schnell kombinieren (vgl. Krav Maga), die Taktik muss während des Kampfes erstellt werden, so dass sich der Kämpfende schnell auf wechselnde Gegner einstellen kann.

Geschichte

Ursprünglich war der Nahkampf die vorherrschende Art Kämpfe auszutragen, solange es Auseinandersetzungen zwischen Menschen gab, erst durch den Einsatz von Fernkampfwaffen (wie Pfeil und Bogen, Wurfgeschossen) ergab sich überhaupt die Möglichkeit einer anderen Kampfweise. Durch Modifikationen der Waffen und Taktiken gab es einen periodischen Wechsel zwischen Fern- und Nahkampf und bisweilen recht ausgewogene Kombinationen aus beidem. Der militärische Nahkampf in seiner heutigen Form kam vermutlich mit den ersten tragbaren Schusswaffen auf. Im Durchschnitt kam der Schütze auf einen Schuss pro Minute und musste sich im Ernstfall gegen einen Angreifer mit allem wehren, was ihm zur Verfügung stand, jedoch war man meist darauf bedacht einen Nahkampf zu vermeiden. Mit der Einführung des Bajonetts wurde der militärische Nahkampf zu einer durchaus zulässigen Option aufgewertet. Die Form des heutigen militärischen Nahkampfes dürfte allerdings größtenteils von den barbarischen Schlägereien und Kämpfen in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs herrühren.

Nahkampfwaffen

Als Nahkampfwaffen werden in erster Linie Messer oder Bajonette bezeichnet. Jedoch kann im Gefecht jeder Gegenstand für Angriff oder Verteidigung benutzt werden. So ist z.B. das Schlagen mit dem Gewehrkolben weit verbreitet, aber auch ein Schlagen mit dem Stahlhelm, dem Koppel oder sonstigen Ausrüstungsgegenständen ist möglich. Die schweren Soldatenstiefel sind ebenfalls gut geeignet, um Tritte auszuteilen.

Im Ersten Weltkrieg wurden auch Morgensterne hergestellt. Diese Waffe, die im Mittelalter weit verbreitet, seit dem Aufkommen der Feuerwaffen aber praktisch bedeutungslos geworden war, wurde wegen ihrer Lautlosigkeit vor allem bei nächtlichen Überfällen auf feindliche Vorposten und Schützengräben verwendet.

Nahkampfsysteme


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