
Die Nationale Front der Deutschen Demokratischen Republik (bis 1973 Nationale Front des Demokratischen Deutschlands) war ein Zusammenschluss der Parteien und Massenorganisationen in der DDR. Durch die Nationale Front sollten dem Anspruch nach alle gesellschaftlichen Gruppen Einfluss auf gesellschaftspolitische Prozesse nehmen können. Faktisch war die Nationale Front jedoch ein Mittel, um die Blockparteien und Massenorganisationen zu disziplinieren und die Vormachtstellung der SED im Staat zu festigen.
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Die Nationale Front war für die ideologische Vorbereitung der Wahlen und die Erstellung der gemeinsamen Listen der Wahlkandidaten zuständig. Folgende Parteien und Organisationen waren zur Nationalen Front zusammengeschlossen und mit Abgeordneten in der Volkskammer vertreten:
Parteien:
Massenorganisationen:
Die in der Nationalen Front zusammengeschlossenen Parteien – andere gab es in der DDR bis 1989 nicht – wurden auch als Blockparteien bezeichnet.
Schon vor der Gründung der DDR gab es Vorläufer der Nationalen Front, den bereits 1945 gegründeten Antifa-Block, auch Demokratischer Block, und die etwas später entstandene Volkskongressbewegung. Mit Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde die Nationale Front als Bindeglied zwischen Staat und Gesellschaft gegründet. Ziel des Bündnisses war es, die Politik der sozialistischen Führungspartei in alle Lebensbereiche zu vermitteln. Anfangs sollte sich die Nationale Front noch mit gesamtdeutschen Fragen beschäftigen, doch seit 1968 war es ihre Hauptaufgabe, alle Parteien und Massenorganisationen zu einem „gemeinsamen sozialistischen Weg zusammenzuschließen“.
Seitdem bestand die hauptsächliche Bedeutung der Nationalen Front in der Organisation der Scheinwahlen, bei denen es keine verschiedenen Listen gab, sondern nur die „Einheitsliste“ der Nationalen Front, die in der Regel im Block gewählt wurde. Die eigentliche Wahl wurde dabei auf die Kandidatenaufstellung durch die Nationale Front verschoben, die in Ausnahmefällen auch ausgetauscht wurden. Die Aufteilung der zu besetzenden Plätze auf die Parteien und Massenorganisationen wurde dabei bereits im Voraus festgelegt und blieb über viele Wahlperioden gleich. Die SED hatte dabei zusammen mit den der SED angehörenden Vertretern der Massenorganisationen stets die absolute Mehrheit.
In den Struktureinheiten der Nationalen Front, den 17.000 Ausschüssen auf unterschiedlichen Ebenen bis hinunter zu den Wohngebietsausschüssen, arbeiteten 300.000 Menschen ehrenamtlich mit. Sie entfalteten an manchen Orten auch lokale Aktivitäten und waren in Zusammenarbeit mit den Stadt- und Gemeinderäten für die Ordnung und Sauberkeit in ihren Wohnbezirken verantwortlich. Sie organisierten unter anderem Wertstoffsammlungen und veranstalteten Wohngebietfeste. Die Nationale Front war Trägerin des kommunalen Wettbewerbs Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit! und des Wettbewerbs um die Goldene Hausnummer. Erfolgreiche Kommunen bzw. Hausgemeinschaften erhielten ideelle und materielle Auszeichnungen wie Geldprämien oder die Ehrennadel der Nationalen Front in Gold, Silber oder Bronze. Ziel dieser Aktivitäten war es, Bevölkerungsteile, die sonst nicht in bestehende Strukturen wie Parteien oder Massenorganisationen eingebunden waren, zu erreichen und für den Aufbau des Sozialismus zu mobilisieren.
Oberstes Gremium der Nationalen Front war der Nationalrat, geleitet vom Präsidenten und Generalsekretär.
Präsidenten des Nationalrates der Nationalen Front waren:
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